mini|300px|Logo des Deutschen Computerspielpreises

Der Deutsche Computerspielpreis (DCP) ist eine Auszeichnung für Computerspiele aus Deutschland.

Der Preis wurde erstmals am 31. März 2009 verliehen. Die Preisverleihung findet im jährlichen Wechsel in München und Berlin statt. Der vom Branchenverband game – Verband der deutschen Games-Branche gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) getragene Preis war 2019 mit insgesamt 590.000 Euro dotiert und stellt damit die höchstdotierte Auszeichnung für digitale Spiele in Deutschland dar. Prämiert werden innovative, „kulturell und pädagogisch wertvolle“ Spiele, die mindestens zu 80 % in Deutschland entwickelt oder hergestellt wurden.

Für das Jahr 2015 wurde der Deutsche Computerspielpreis umfassend neu aufgestellt. Im Januar 2015 unterzeichneten die Ausrichter des DCP einen mehrjährigen Fördervertrag. Neben den neuen Kategorien wurden darin die Kriterien für die Vergabe grunderneuert. So umfasst der DCP jetzt insgesamt 14 Kategorien, worunter sich drei internationale Kategorien und erstmals auch ein Publikumspreis befinden. Betont wird im neuen Konzept darüber hinaus auch, dass der Spielspaß eine entscheidende Rolle bei Spielen einnimmt und daher auch ein Prämierungskriterium darstellt. Beschlossen wurde ebenfalls die Haupt- und die Fachjurys zum 27. Februar 2015 neu zu berufen und die Mittel für den DCP von 250.000 Euro im Jahr 2014 auf 450.000 Euro im Jahr 2017 anzuheben.

Auslobung mini|Deutscher Computerspielpreis 2014 im Postpalast München

Der Deutsche Computerspielpreis wird gemeinsam von Politik und Wirtschaft ausgelobt und ist von der Bundesregierung auf Initiative des Bundestags zusammen mit den Branchenverbänden BIU e. V. und G.A.M.E. e. V. geschaffen worden. Die Grundlage des Preises bilden der Bericht des BKM an den Deutschen Bundestag vom 24. Oktober 2007 (s. BT-Drs. 16/7081)BT-Drs. 16/7081 Vereinbarung zur Vergabe des Deutschen Computerspielpreises und der Beschluss des Deutschen Bundestages vom 21. Februar 2008 auf Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und der SPD gemäß BT-Drs. 16/7116.BT-Drs. 16/7116 Bundestagsantrag zur Vergabe des Deutschen Computerspielpreises Hintergrund war der Bedeutungszuwachs von Computerspielen in der Gesellschaft unabhängig von Alter, Geschlecht und sozialer Herkunft, der zunehmende Einsatz von digitalen Spielen und Computerspielsoftware in Branchen wie der Hightech-Industrie oder der Medizintechnik und damit auch die wachsende Bedeutung von Computerspielen als Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Auch sollte der wachsenden Akzeptanz von Computerspielen als Kunst und Kulturgut mit der Einführung des Preises Rechnung getragen werden. Bis 2014 wurde der Preis von BIU und G.A.M.E. gemeinsam mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien verliehen. Im März 2014 wurde die Verantwortlichkeit für den Deutschen Computerspielpreis seitens der Bundesregierung aus dem Bereich des BKM gelöst und dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur übertragen.BIU & G.A.M.E.: Neue Zuständigkeit für den Deutschen Computerspielpreis bietet Chance zur inhaltlichen Modernisierung game-bundesverband.de, abgerufen am 28. April 2017.

Ziel des Deutschen Computerspielpreises ist die Förderung des Wirtschaftsstandorts Deutschland im Bereich der Entwicklung digitaler Spiele und interaktiver Unterhaltungssoftware. Insbesondere wird Wert auf innovative, kulturell und pädagogisch wertvolle Spiele (-konzepte) gelegt, um einen Anreiz für die Entwicklung hochwertiger, ansprechender Computerspiele in Deutschland zu bieten und damit die Vielfalt solcher Spiele in Deutschland zu steigern. Eingereicht werden können alle Computerspiele einschließlich anderer interaktiver Unterhaltungssoftware wie Video-, Konsolen-, Browser- und mobile Spiele, die überwiegend, d. h. mindestens zu 80 %, oder ausschließlich in Deutschland entwickelt bzw. hergestellt wurden. In den internationalen Kategorien sowie beim Publikumspreis können darüber hinaus auch internationale Spiele ausgezeichnet werden, die in wenigstens fünf Ländern erschienen sind. Die Veröffentlichung der eingereichten Spiele muss im vergangenen Kalenderjahr erfolgt sein oder im Vergabejahr des DCP bis zum 30. Juni erfolgen. Außerdem ist ein Nachwuchspreis für Schüler oder Studenten deutscher Schulen und Hochschulen ausgelobt. Das Preisgeld soll die Entwicklung weiterer qualitativ hochwertiger sowie kulturell und pädagogisch wertvoller Computerspiele in Deutschland fördern.

Öffentliche Wahrnehmung Nach der Verleihung des Preises im April 2019 wurde in einer Reihe von Medien die Veranstaltung kritisch bewertet. Spiegel Online stellte anlässlich der „stellenweise schlicht niveaulosen“ Moderation von Ina Müller fest:Markus Böhm: Eine Branche erniedrigt sich selbst, Spiegel Online, 10. April 2019. Abgerufen am 10. April 2019.

Golem.de resümierte, der Deutsche Computerspielpreis 2019 sei eine Veranstaltung gewesen, an der „kaum jemand wirklich an Games interessiert zu sein schien.“Peter Steinlechner: Trüberbrook ist das beste Deutsche Spiel, Golem.de, 9. April 2019. Abgerufen am 10. April 2019.

Petra Fröhlich, die zugleich Jury-Mitglied des DCP ist, kritisierte im Branchenmagazin GamesWirtschaft neben der Moderation auch Inszenierung und Ablauf. Die Veranstaltung sei mit 2,5 Stunden Dauer „aus dem Ruder gelaufen“. „Das Preisgeld wirke [...] wie Schmerzensgeld“.Petra Fröhlich: Deutscher Computerspielpreis 2019: Kein Respekt vor nichts, gameswirtschaft.de, 10. April 2019. Abgerufen am 10. April 2019.

Ausgezeichnete Spiele In sieben Kategorien werden herausragende deutsche Spieleproduktionen ausgezeichnet. Die Preisträger werden für jede Kategorie von einer Jury ausgewählt, wobei besonderer Wert auf pädagogisch und kulturell wertvolle Inhalte gelegt werden soll.

Preisträger 2009 Bei der Preisverleihung 2009 gewann Das Schwarze Auge: Drakensang den mit 150.000 Euro dotierten Hauptpreis „Bestes Deutsches Spiel“ und den mit 75.000 Euro dotierten Preis „Bestes Jugendspiel“.heise.de Erster Deutscher Computerspielpreis verliehen

Weitere Preisträger Bestes Kinderspiel: Fritz & Fertig Bestes Browserspiel: Ikariam Bestes mobiles Spiel: Crazy Machines Bestes „Serious Game“: TechForce Bestes internationales Spiel: Wii Fit Little Big Planet Bestes Schülerkonzept: Monkey’s World Wide Jungle (Elsa-Brändström-Gymnasium, Oberhausen) Bestes Studentenkonzept: Snatch'em (Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin)

Preisträger 2010 2010 gingen die Preise für das „Beste Deutsche Spiel“ und das „Beste Internationale Spiel“ an das Aufbauspiel Anno 1404 (nordamerikanischer Titel: )., Website des Deutschen Computerspielpreises, abgerufen am 28. April 2017. Die Auszeichnung zog Empörung in der deutschen Presse nach sich, da die internationale, jedoch in Deutschland produzierte Version dieses Spiels, genannt Dawn of Discovery, entgegen dem Regelwerk durch eine Nachnominierung ebenfalls zum „Besten Internationalen Spiel“ gekürt wurde.Zeit Online, gesichtet am 4. Mai 2010Spiegel Online, gesichtet am 4. Mai 2010

Einige Kritiker vermuteten, dass der Favorit Uncharted 2 auf Grund seiner USK-16-Freigabe ebenso übergangen wurde wie der USK-18-Titel Dragon Agevgl. hierzu Computerspielpreis umgeht die Gewaltfrage, spiegel.de, 23. Februar 2011 und das Regelwerk bewusst ignoriert wurde, um kein gewaltdarstellendes Spiel auszeichnen zu müssen. Der Stern kritisierte den „Etikettenschwindel“ als ein Zeichen dafür, dass die Politik die Spieler nicht ernst nehmeStern online, gesichtet am 4. Mai 2010 und Der Westen bezeichnete die Veranstaltung als „eine Farce“.

Weitere Preisträger Bestes Kinderspiel: Lernerfolg Vorschule – Capt’n Sharky Bestes Jugendspiel: The Whispered World Bestes Browserspiel: Wewaii Bestes mobiles Spiel: Giana Sisters DS Bestes „Serious Game“: ExperiMINTe Bestes internationales Spiel: Dawn of Discovery Bestes Schülerkonzept: GooseGogs (Frederic Schimmelpfennig, Nikolaus-August-Otto-Schule, Bad Schwalbach) Bestes Studentenkonzept: Night of Joeanne (Mediadesign Hochschule, Düsseldorf)

Preisträger 2011 Die GewinnerDeutscher Computerspielpreis – Preisträger, gesichtet am 26. Dezember 2016 wurden am 30. März 2011 bekannt gegeben: Bestes Deutsches und gleichzeitig bestes Jugendspiel: A New Beginning Bestes Kinderspiel: The Kore Gang Bestes Browserspiel: Die Siedler Online Bestes mobiles Spiel: Galaxy on Fire 2 Bestes „Serious Game“: Energetika Bestes Konzept aus Nachwuchswettbewerb: Tiny & Big: Grandpa's Leftovers

Preisträger 2012 Die Gewinner wurden am 26. April 2012 bekannt gegeben: Bestes Deutsches Spiel: Crysis 2 Bestes Jugendspiel: Harveys neue Augen Bestes Kinderspiel: The Great Jitters: Pudding Panic Bestes Browserspiel: Drakensang Online Bestes mobiles Spiel: Das verrückte Labyrinth HD Bestes „Serious Game“: Vom fehlenden Fisch – Die Geheimnisvolle Welt der Gemälde Bestes Konzept aus Nachwuchswettbewerb: About Love, Hate and Other Ones Sonderpreis Browserspiel: Trauma Sonderpreis Bestes Nachwuchs-Konzept aus Schüler- und Studentenwettbewerb: Pan It!

Preisträger 2013 Bestes Deutsches Spiel: Chaos auf Deponia Bestes Jugendspiel: Tiny & Big: Grandpa's Leftovers Bestes Kinderspiel: Meine 1. App – Band 1 Fahrzeuge Bestes Browserspiel: Forge of Empires Bestes mobiles Spiel: Word Wonders: The Tower of Babel Bestes „Serious Game“: Menschen auf der Flucht Bestes Konzept aus Nachwuchswettbewerb: GroundPlay

Preisträger 2014 mini|Preisträger und Laudatoren 2014

Die Preisträger wurden am 15. Mai 2014 in München bekannt gegeben.

Bestes Deutsches Spiel: The Inner World Bestes Jugendspiel: Beatbuddy: Tale of the Guardians Bestes Kinderspiel: Malduell Bestes Browsergame: Anno Online Bestes mobiles Spiel: CLARC Bestes Nachwuchskonzept: Scherbenwerk – Bruchteil einer Ewigkeit Sonderpreis: The Day the Laughter Stopped

Preisträger 2015 Die PreisträgerAnd the award goes to... Die Gewinner des DCP 2015, gesichtet am 6. August 2015 wurden am 21. April 2015 in Berlin bekannt gegeben.

Bestes Deutsches Spiel: Lords of the Fallen (Deck13, CI Games S.A.) Bestes Kinderspiel: Fire (Daedalic Entertainment) Bestes Jugendspiel: TRI: Of Friendship and Madness (Rat King Entertainment, Rising Star Games) Bestes Nachwuchskonzept: In Between Bestes Innovation: Spiel des Friedens (Studio Fizbin, Landesmuseum für Kunst und Kultur Münster) Beste Inszenierung: Lords of the Fallen (Deck13, CI Games S.A.) Bestes Serious Game: Utopolis – Aufbruch der Tiere (Reality Twist, Nemetschek Stiftung) Bestes mobiles Spiel: Rules! (Marcel-André Casasola Merkle, The Coding Monkeys) Bestes Gamedesign: The Last Tinker: City of Colors (Mimimi Productions) Bestes Internationales Spiel: This War of Mine (11bit Studios, Koch Media) Bestes internationales Multiplayer-Spiel: Hearthstone: Heroes of Warcraft (Blizzard Entertainment) Beste internationale neue Spielwelt: This War of Mine (11bit Studios, Koch Media) Publikumspreis: Dark Souls II (From Software, Bandai Namco)

Preisträger 2016 mini|Hauptpreisträger 2016: Anno 2205 von Ubisoft

Die PreisträgerDie Gewinner des DCP 2016, gesichtet am 15. September 2016 wurden am 7. April 2016 in München bekannt gegeben.

Bestes Deutsches Spiel: Anno 2205 (Blue Byte/Ubisoft) Bestes Nachwuchskonzept: 1. Cubiverse (Hochschule: Mediadesign Hochschule München, Bayern), 2. Lost Ember (Hochschule: HAW Hamburg, Mooneye Studios, Hamburg), 3. Leaves (Hochschule: TH Köln, Nordrhein-Westfalen) Bestes Kinderspiel (erstmals zwei Gewinner): Fiete Choice (Ahoiii Entertainment, Köln); Shift Happens (Klonk, München) Bestes Jugendspiel: One Button Travel (Agnes Lison & Marcel-André Casasola Merkle, The Coding Monkeys, München) Bestes Innovation: The Climb (Crytek, Frankfurt am Main) Beste Inszenierung: Typoman (Brainseed Factory, Headup Games, Bonn) Bestes Serious Game: Professor S. (LudInc, Berlin)