mini|Amerlinghaus Das Amerlinghaus ist ein selbstverwaltetes Kulturzentrum, das sich seit den 1970er Jahren im ehemaligen Wohnhaus von Friedrich von Amerling in Wien-Neubau befindet.
Geschichte
Das Gebäude wurde um 1700 errichtet. 1803 wurde in dem Haus der Maler Friedrich von Amerling geboren. Das Haus hieß früher Zu den drei Herzen, später wurde es Amerlinghaus genannt.Heinz Jankowsky: Neubau, Wiens 7. Bezirk. Sutton, 2002, ISBN 3-89702-472-1, S. 33.
Im Sommer 1975 besetzten Bewohner des Bezirks mehrere denkmalgeschützte Biedermeier-Häuser, um den Abriss zu verhindern, darunter das Amerlinghaus, das zu jenem Zeitpunkt leer stand und verwahrlost war. Nach einem mehrtägigen Fest wurde ein selbstverwaltetes Zentrum für kulturellen Austausch eingerichtet. Nach langwierigen Verhandlungen mit dem Stadtrat wurde das Haus renoviert und am 1. April 1978 dem zu diesem Zweck gegründeten Verein »Kulturzentrum Spittelberg« übergeben.Barbara Sichtermann, Kai Sichtermann: Das ist unser Haus. Eine Geschichte der Hausbesetzung. Aufbau Digital, 2017, ISBN 978-3-8412-1164-4.Georg Friesenbichler: Unsere wilden Jahre. Die Siebziger in Österreich. Böhlau, Wien / Köln / Weimar 2008, ISBN 978-3-205-78151-6, S. 112. Die Partei Die Grünen gründete sich in „Montags-“ und „Donnerstagsrunden“ im Amerlinghaus. 1980 wurde das Amerlingbeisl nach heftigen Auseinandersetzungen und nach einer weiteren Besetzung des Hauses von der Selbstverwaltung ausgenommen und kommerziell verpachtet.Julia Fellinger, Doris Jecel, Stefan Kammerer: Die Entstehung des Kunst- und Kulturviertels im Stadtteil Spittelberg. In: Andrea Grisold, Elfie Miklautz, Andreas Resch (Hrsg.): Kreativ in Wien. Vierzehn Fallstudien im Spannungsfeld von Ökonomie und Kunst. Lit, Wien / Berlin 2011, ISBN 978-3-643-50292-6, hier S. 281.
Nach der Eröffnung als Kulturzentrum gab es im Amerlinghaus u. a. Konzerte, Kabarettabende, Filmvorführungen, Tanzevents, Lesungen und Diskussionsrunden. Im Amerlinghaus trafen sich Polit-, Kultur-, Senioren- und Jugendgruppen, außerdem gab es eine Kindergruppe und ab September 1978 eine Alternativschule.Georg Fingerlos: Die Freien Schulen Wiens seit den 1970ern. (PDF) unsereschulen.at Zur derzeitigen Nutzung heißt es auf der Website des Hauses:
Während andere besetzte Häuser in Wien (Aegidigasse und Spalowskigasse) von der Polizei geräumt wurden, blieb das Amerlinghaus als selbstverwaltete Einrichtung bis heute erhalten.
Siehe auch Liste von Durchhäusern in Wien
Literatur Infobüro Amerlinghaus (Hrsg.): Spekulatius statt Spekulation! 50 Jahre Besetzung Amerlinghaus. Mandelbaum Verlag, Wien 2025, ISBN 978-3-99136-111-4. Christoph Reinprecht: Fünf Jahre Amerlinghaus. Ein Ansatz alternativer Kultur in Wien. Wien 1983.
Weblinks
Kulturzentrum Spittelberg im Amerlinghaus – offizielle Website.
Linkem Zentrum Amerlinghaus droht bis März das Ende, Kindergruppe bangt um Existenz im Standard
Einzelnachweise
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