mini|Ein Langschnabel-Schattenkolibri beim Saugen von Nektar
Der Langschnabel-Schattenkolibri (Phaethornis longirostris), auch Westlicher Langschwanz-Schattenkolibri, ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae). Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet in Mexiko, in den mittelamerikanischen Ländern Belize, Guatemala, Honduras, Panama und Nicaragua sowie den südamerikanischen Ländern Kolumbien, Ecuador und Peru. Der Bestand wird von der IUCN als „nicht gefährdet“ (Least Concern) eingeschätzt.
Merkmale Der Langschnabel-Schattenkolibri erreicht eine Körperlänge von etwa 16 bis 17 Zentimetern. Das Gewicht variiert je nach Unterart und Geschlecht zwischen etwa 5 und 7,5 Gramm. Der 40 Millimeter lange gebogene Schnabel ist oben schwarz, während der untere Teil gelb ist. Die Oberseite ist überwiegend braun, wobei der Rücken bronze-grün getönt ist. Ein dunkler Fleck umrandet das Auge, darunter befindet sich ein heller Unteraugenstreif, die Wangen sind dunkel. Die Farbe der Unterseite ist ein verblasstes Gelbbraun. Den Hals zieren weiße Streifen. Der gestufte Schwanz ist schwarz mit schmalen weißen Spitzen, wobei die verlängerten mittleren Schwanzfedern breite weiße Spitzen haben.
Habitat mini|Verbreitung des Langschnabel-Schattenkolibris Der Langschnabel-Schattenkolibri bevorzugt feuchte, modrige Waldböden, laubabwerfendes Immergrün, Waldränder sowie Sekundärwald. Man trifft ihn in Höhen bis 1800 Metern an.
Verhalten und Ernährung Der Langschnabel-Schattenkolibri bewegt sich nur in einem kleinen Territorium. Während er in Höhen zwischen einem und fünf Metern zwitschert, wedelt er mit dem Schwanz. Bestimmte favorisierte Futterpflanzen werden regelmäßig im sogenannten Traplining angeflogen, z. B. Gattungen der Heliconia, Costus, Aphelandra und Passiflora. Zum Nahrungsspektrum gehören auch kleine Arthropoden.
Fortpflanzung Je nach Verbreitungsgebiet variiert die Brutzeitː Ab Abril bis etwa Juli in Mexiko; zwischen Januar und September, möglicherweise auch im November in Costa Rica; von Mai bis September in Panama; zwischen Januar und April, eventuell Mai in Nordkolumbien. Gonadenaktivitäten lassen die Brutzeit für die Unterart P. l. baroni in Westecuador im Juli vermuten.
Das Nest – ein dickwandiger, kegelförmiger Kelch aus Pflanzenfasern und Spinnweben – wird an der Unterseite eines langen, herabhängenden Blattes befestigt ist. Das Gelege besteht aus zwei weißen Eiern, die Brutzeit beträgt 17–18 Tage, und die Nestlinge werden nach 22–23 Tagen flügge.
Unterarten Früher wurde Phaethornis longirostris als Unterart des Langschwanz-Schattenkolibris (Phaethornis superciliosus) (, 1766) geführt. Heute zählt er als eigene Spezies.
Bisher sind vier Unterarten anerkanntːIOC World Bird List Hummingbirds
Phaethornis longirostris longirostris (, 1843)Adolphe Delattre, S. 1070 Phaethornis longirostris cephalus ( & , 1848)Jules Bourcier u. a., S. 269 Phaethornis longirostris sussurus , 1901Outram Bangs, S. 64 Phaethornis longirostris baroni , 1897Ernst Hartert, S. 426Proposal (136) to South American Classification Committee Elevate Phaethornis longirostris baroni to species rank
Die ehemaligen Unterarten Phaethornis longirostris cassinii , 1866George Newbold Lawrence, S. 347 und Phaethornis longirostris veraecrucis , 1910 werden heute als Synonyme von P. l. cephalus beziehungsweise der Nominatform betrachtet.
Die Unterart P. l. longirostris (Nominatform) kommt in Südmexiko vom Norden Oaxacas bis nach Nordhonduras vor. P. l. cephalus findet sich von Osthonduras bis in den Nordwesten Kolumbiens. P. l. sussurus ist im Norden Kolumbiens in den Bergen von Santa Marta zu Hause. P. l. baroni findet man im Westen Ecuadors bis in den Nordwesten Perus.
Des Weiteren wurde von Phaethornis longirostris der Mexikoschattenkolibri (Phaethornis mexicanus) mit den Unterarten P. m. mexicanus , 1897 und P. m. griseoventer , 1962 abgespalten.
Etymologie und Forschungsgeschichte Adolphe Delattre beschrieb den Langschnabel-Schattenkolibri unter dem Namen Ornismya longirostris. Delattre nannte keinen konkreten Fundort. Erst später wurde die Art der Gattung Phaethornis zugeordnet.
Der Begriff Phaethornis leitet sich aus den griechischen Wörtern für „leuchtend, strahlend“ und für „Vogel“ ab.James A. Jobling, S. 301 Das Artepitheton longirostris ist ein Wortgebilde aus den lateinischen Wörtern longus für „lang“ und rostrum für „Schnabel“.James A. Jobling, S. 230 Cephalus leitet sich vom griechischen Wort für „Kopf“ ab.James A. Jobling, S. 96 Das Wort sussurus hat seinen Ursprung im lateinischen Verb susurrare für „flüstern, summen“.James A. Jobling, S. 375 Schließlich ist baroni Oscar Theodor Baron (1847–1927) gewidmet, der das Typusexemplar in Naranjal nahe dem Río Pescado gesammelt hatte.
Literatur
Thomas Scott Schulenberg, Douglas Forrester Stotz, Daniel Franklin Lane, John Patton O’Neill, Theodore Albert Parker III: Birds of Peru. Princeton University Press, 2007, ISBN 978-0-691-04915-1, S. 238.
Steven L. Hilty, William L. Brown: A Guide to the Birds of Colombia. Princeton University Press, 1986, ISBN 978-0-691-08372-8, S. 253. Josep del Hoyo, Andrew Elliott, Jordi Sargatal: Handbook of the Birds of the World. Band 5: Barn Owls to Hummingbirds. Lynx Edicions, 1999, ISBN 978-84-87334-25-2.
Weblinks
Factsheet auf BirdLife International
Einzelnachweise
Kategorie:Kolibris