Yingbi (), im Chinesischen auch Zhaobi () oder seltener Xiaoqiang () genannt, ist ein Bauelement der traditionellen chinesischen Architektur. Sie dient dort als Sichtschutzwand bzw. als Abschirmung im Bereich des Eingangs eines traditionellen Hofgebäudes und wird bei wörtlicher Übersetzung auch als sogenannte „Schattenmauer“ bezeichnet. Sie ist ein typisches Element im chinesischen Vierseitenhof, ein vierseitig umschlossenes Wohngehöft (Siheyuan), das besonders oft in Nordchina vorzufinden ist. Fachlich werden diese Sichtschutzmauer weiter in innere Yingbi () bzw. äußere Yingbi () einer architektonischen Anlage unterteilt. In religiösen Bauten, wie z. B. Tempelanlagen, trennt sie den sakralen von profanen Bereich. Sie soll „unheilbringende“ Einflüsse fernhalten. Yingbi wird daher auch oft mit „Geistermauer“ übersetzt, da nach der chinesischen mythologische Vorstellung „Geister“ () sich nicht um die Ecken bewegen können und somit aufgehalten werden. Auf Fassaden der Yingbi stehen oft das Schriftzeichen für Segen oder Glück () , oder Glückssymbole als Verzierung auf den Mauersteine, sogenannte Ziegelschnitzerei () , um Segen bzw. glückverheißende Einflüsse für die Bewohner des Baus zu verstärken.
Zu den berühmten Abschirmungsmauern (Yingbi) gehören z. B. der Neun-Drachen-Wand von Datong.
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Kategorie:Chinesische Architektur !