mini|Friedrich Wilhelm, Herzog zu Mecklenburg [-Schwerin]

Friedrich Wilhelm, Herzog zu Mecklenburg [-Schwerin] (* 5. April 1871 in Schwerin; † 22. September 1897 in der Elbmündung vor Cuxhaven; vollständiger Name: Friedrich Wilhelm Adolf Günther) war ein deutscher Seeoffizier der Kaiserlichen Marine.

Leben Familie und Ausbildung Friedrich Wilhelm war der erste Sohn aus der dritten Ehe des Großherzogs Friedrich Franz II. von Mecklenburg; seine Mutter war Großherzogin Marie, geborene Prinzessin von Schwarzburg-Rudolstadt. Er war ein Halbbruder des ebenfalls 1897 verstorbenen Großherzogs Friedrich Franz III. sowie von Herzog Johann Albrecht und Onkel des Großherzogs Friedrich Franz IV. Friedrich Wilhelm zu Mecklenburg wurde am 17. Mai 1873 in der Schlosskirche Schwerin von Oberhofprediger Herrmann Jahn getauft. Seinem Taufpaten Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen zu Ehren, erhielt der junge Herzog den Namen Friedrich Wilhelm.Berthold Volz: Großherzog Friedrich Franz II., ein deutsches Fürstenleben. Hinstorffsche Hofbuchhandlung, Wismar 1893, S. 291.

Seine frühen Lebensjahre verbrachte Friedrich Wilhelm im Kreise der großherzoglichen Familie in Schwerin. Für sein Wohlergehen sorgten zudem seine Kinderfrau und später die aus Großbritannien stammende Miss Belamy. Im April 1877 übernahm der Instruktor Johannes Heinrich WilhelmiGustav Willgeroth: Die Mecklenburg-Schwerinschen Pfarren seit dem Dreißigjährigen Kriege. Band 1, Selbstverlag des Verfassers, Wismar 1924, S. 342. die Unterrichtung und Erziehung des jungen Herzoges. Den Elementarunterricht erteilte hingegen der Schweriner Lehrer Heinrich Stuhr. Nach der häuslichen Ausbildung besuchte Friedrich Wilhelm von 1884 bis 1888 das öffentliche Vitzthum-Gymnasium in Dresden.Klaus-Ullrich Keubke: Ein Schüler unter anderen: Herzog Friedrich Wilhelm am Vitzthumschen Gymnasium in Dresden – Bildungsstätte auch der Mecklenburg-Schweriner Herzöge. In: Mecklenburg-Magazin. Nr. 40, Schwerin 1999, S. 23.Hans von Dambrowski: Herzog Friedrich Wilhelm zu Mecklenburg: Lebensbild eines deutschen Seeoffiziers. Gebrüder Paetel, Berlin 1898, S. 28–44.

Militärlaufbahn Parchimer Dragoner Gute Beziehungen zum Militär waren unverzichtbar. Großherzog Friedrich Franz II. war sich dessen stets bewusst, daher ließ er seine Söhne frühzeitig einer in Mecklenburg garnisonierten Militäreinheit zuteilen. Herzog Friedrich Wilhelm wurde dem 2. Großherzoglich Mecklenburgisches Dragoner-Regiment Nr. 18 zugeteilt.Kurt von Unger: Geschichte des 2. Großherzoglich Mecklenburgischen Dragoner-Regiments Nr. 18. E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1892, S. 248.Klaus-Ulrich Keubke, Ralf Mumm: Seemannstod eines Mecklenburger Herzogs 1897. Beitrag zur Kultur- und Marinegeschichte. Schriften des Ateliers für Porträt- und Historienmalerei, Band 3, APH (Hrsg.), Schwerin 1999, S. 11.

Nachdem Friedrich Wilhelm bereits zum Gefreiten befördert worden war, erhielt er am 6. Juni 1882 seine Ernennung zum überzähligen Unteroffizier.Kurt von Unger: Geschichte des 2. Großherzoglich Mecklenburgischen Dragoner-Regiments Nr. 18. E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1892, S. 263. Unter Aufsicht eines Vizefeldwebels vom Großherzoglich Mecklenburgischen Grenadier-Regiment Nr. 89 durchlief der erst 12-Jährige dann im Frühjahr 1883 seine erste militärische Grundausbildung. Schon kurze Zeit später, am 5. April 1883, folgte die Beförderung zum Sekondeleutnant à la suite.Kurt von Unger: Geschichte des 2. Großherzoglich Mecklenburgischen Dragoner-Regiments Nr. 18. E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1892, S. 343. Am nächsten Tag reisten der Großherzog und Friedrich Wilhelm nach Parchim, wo der Sekondeleutnant dem Offizierskorps offiziell vorgestellt wurde. Friedrich Wilhelm nahm an diesem Tag an einer Parade teil und exerzierte gemeinsam mit den Dragonern. Nur wenige Tage später verstarb Friedrich Franz II. an den Folgen einer Lungenentzündung, die er sich am 6. April in Parchim zugezogen hatte.Klaus-Ulrich Keubke, Ralf Mumm: Seemannstod eines Mecklenburger Herzogs 1897. Beitrag zur Kultur- und Marinegeschichte. Schriften des Ateliers für Porträt- und Historienmalerei, Band 3, APH (Hrsg.), Schwerin 1999, S. 12. Seinen ersten Offiziers- und Ehrendienst leistete Friedrich Wilhelm am Sarg seines Vaters.

Marinelaufbahn mini|hochkant|Friedrich Wilhelm im Arbeitsanzug 1888/89. Im Hintergrund das Schulschiff Niobe.

Der junge Herzog zeigte schon früh Interesse am maritimen Geschehen. Zudem hegte Großherzog Friedrich Franz II. zu Lebzeiten den Wunsch, dass sein Sohn Friedrich Wilhelm eine Offizierslaufbahn in der Kaiserlichen Marine beginnen möge. So war es auch Friedrich Franz II. der seinen Sohn im September 1881 die in Kiel stattfindende Flottenparade besuchen ließ.

Die kaiserliche Kabinettsorder vom 12. November 1887 ermöglichte Friedrich Wilhelm schließlich den gewünschten Eintritt in die kaiserliche Marine.Hans von Dambrowski: Herzog Friedrich Wilhelm zu Mecklenburg: Lebensbild eines deutschen Seeoffiziers. Gebrüder Paetel, Berlin 1898, S. 43. Er musste jedoch erst noch die schriftliche und mündliche Eintrittsprüfung an der Marineschule in Kiel bestehen. Am 8. April trafen Friedrich Wilhelm und sein ihm zugeteilter militärischer Begleiter Leutnant zur See Hans von Dambrowski in Kiel ein, wo sie im Hotel „Germania“ ihr vorläufiges Quartier bezogen. Die am 10. April 1888 stattfindende mehrstündige Eintrittsprüfung konnte der Herzog erfolgreich hinter sich bringen.

mini|hochkant|Leutnant zur See Friedrich Wilhelm zu Mecklenburg 1894/95.