Die Träuschlinge (Stropharia) sind eine Pilzgattung aus der Familie der Träuschlingsverwandten.

Merkmale Die Träuschlinge sind mittelgroße bis große, fleischige, in Hut und Stiel gegliederte Blätterpilze. Der konvexe Hut kann verschieden gefärbt sein, er ist klebrig bis stark schleimig und fleischig und oft mit Velumresten bedeckt. Der je nach Art schleimige oder trockene und oft schuppig-flockige Stiel ist stets flockig bis häutig beringt, der Ring kann flüchtig sein. Die nicht fleckigen Lamellen sind breit bis etwas ausgebuchtet angewachsen und reif grau, graubraun oder grauviolett gefärbt. Das Sporenpulver ist lilagrau, lilabraun oder umbrabraun. Die glatten, dickwandigen, ellipsoiden bis mandelförmigen Sporen besitzen einen Keimporus.

Die Gattung der Träuschlinge wird zudem durch die Anwesenheit von sich vom Basismyzel und den Rhizomorphen ablösenden Acanthocyten, längliche Zellen mit scharfen Spitzen, die dem Fangen von Fadenwürmern (Nematoden) dienen, definiert. Stropharia acanthocystis, eine aus Brasilien beschriebene Art, bildet sogar Acanthocyten im Hymenium aus und Stropharia acanthostipitata, eine Art, die aus der Dominikanischen Republik und Französisch-Guayana beschrieben wurde, auf der gesamten Stieloberfläche.

Ökologie Die Träuschlinge sind nematodenfangende Pilze, die auf Erdboden, Dung, Humus, Detritus, Streu oder moderigem Holz wachsen können.

Arten Die früher breit gefasste Gattung der Träuschlinge wurde aufgrund genetischer Studien eingeengt. Der Weißgezähnelte Träuschling (S. albocrenulata) wurde aufgrund von DNA-Untersuchungen und phylogenetischen Analysen in die monotypische Gattung der Scheinträuschlinge (Hemistropharia) separiert. Die dungbewohnenden und keine Acanthocyten, sondern im Myzel Astrozystiden bildenden Arten wurden, gestützt durch genetische Studien, in die Gattung Protostropharia überführt. Weitere Arten wurden ebenfalls aufgrund genetischer Studien in die Gattung Leratiomyces überführt, sodass die Gattung der Träuschlinge im engen Sinn nun durch die Nematodenfangzellen definiert wird. Die Artenzahl in Europa ist dadurch entsprechend übersichtlich.

Träuschlinge (Stropharia) in Europa Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat Grünspan-Träuschling Stropharia aeruginosa Hyalinweißer Träuschling Stropharia albonitens Stropharia alpina Grünblauer Träuschling Stropharia caerulea Krönchen-Träuschling Stropharia coronilla Salzboden-Träuschling Stropharia halophila Üppiger Träuschling Stropharia hornemannii Purpurgrauer Träuschling Stropharia inuncta Dunkelsporiger oder Schwarzblättriger Träuschling Stropharia melanosperma Weißblauer Träuschling Stropharia pseudocyanea(beschrieben als „pseudo-cyanea“) Riesen- oder Kultur-Träuschling Stropharia rugosoannulata(beschrieben als „rugoso-annulata“)

Bedeutung Einige Träuschlinge sind essbar, der Riesen-Träuschling wird auch als Speisepilz kultiviert.

Quellen Literatur

Heinrich Dörfelt, Gottfried Jetschke (Hrsg.): Wörterbuch der Mycologie. 2. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg/Berlin 2001, ISBN 3-8274-0920-9. German Josef Krieglsteiner (Hrsg.), Andreas Gminder: Die Großpilze Baden-Württembergs. Band 4: Ständerpilze. Blätterpilze II. Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN 3-8001-3281-8.

Einzelnachweise

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