mini|Hubert Moest um 1920 Richard Hubert Moest (* 3. Dezember 1877 in Köln; † 29. Dezember 1953 in BerlinLandesarchiv Berlin, Sterberegister Standesamt Spandau von Berlin, Nr. 2463/1953 (online auf Ancestry, kostenpflichtig).) war ein deutscher Filmregisseur, Schauspieler, Filmproduzent und Drehbuchautor.

Leben und Wirken Der Sohn des Bildhauers Richard MoestIris Benner, Michael Rief: Collectionieren – Restaurieren – Gotisieren. Der Bildschnitzer Richard Moest 1841–1906; zum 100. Todesjahr. Suermondt-Ludwig-Museum, Aachen 2007, ISBN 3-929203-65-0. besuchte das Gymnasium in Köln, eine Kunstschule und arbeitete als Kunstmaler. 1895 begann er mit Auftritten als Schauspieler und Operettensänger an Schmierenbühnen in Bad Godesberg, Hagen und anderen Städten Westdeutschlands. 1908 heiratete er in Trier Berta Hedwig Lang. Die Ehe wurde 1919 in Berlin geschieden.Stadtarchiv Trier, Heiratsregister Standesamt Trier, Nr. 35/1908 (online auf Ancestry, kostenpflichtig). Seine Frau machte später als Stummfilmstar Hedda Vernon Karriere und spielte auch des Öfteren unter seiner Regie.Wie sie sich nennen und – wie sie heißen! In: Mein Film. Nr. 9, Jg. 1926, S. 10.

Moest kam 1912 nach Berlin und gehörte zum Ensemble des Theaters am Nollendorfplatz. Im selben Jahr betätigte er sich auch als Theaterregisseur.

Dann wandte er sich dem Film zu, wo er nach seinem Einstand als Schauspieler ab 1914 zahlreiche Melodramen und Lustspiele inszenierte. Sein erster Film als Regisseur war der Film Selbstgerichtet oder Die gelbe Fratze, den Hedda Vernon in der Hauptrolle auch gleichzeitig produzierte. Häufig war diese auch in den Produktionen der Eiko-Film die Hauptdarstellerin. Obwohl er im Frühjahr 1915 als Trainsoldat einberufen wurde, konnte er seine Regiearbeit uneingeschränkt fortsetzen.

1919 gründete er die Firmen Moest Film GmbHHandelsregister Berlin HRB Nr. 16524. und die Moest-Sacchetto Internationale Film-Compagnie m.b.H.Handelsregister Berlin HRB Nr. 17026. Im Dezember 1921 erwarb Waldemar von Brieger die Mehrheit der Anteile an der Moest-Film und wandelte die Firma in die Internationale Film-Anstalt GmbH um.HRB Nr. 16524, Eintrag im Berliner Handelsregister am 28. Februar 1922. Moest schied aus der Gesellschaft aus und gründete im Februar 1922 die Moest-Produktions GmbH.Handelsregister Berlin HRB Nr. 23437. Nachdem das Projekt Die Bernsteinhexe nicht zustande gekommen war, gründete er im April 1922 mit Friedrich Weißenberg die Aladin-Film Co. AG.Handelsregister Berlin HRB Nr. 25523. 1925 erhielt er durch die Ring-Film für eine Filminszenierung des Dramas Götz von Berlichingen zum letzten Mal einen Regieauftrag.

Ende der 1930er Jahre fand Moest, der seit 1924 mit der Jüdin Charlotte Elly Liepmann verheiratet warLandesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin-Wilmersdorf, Nr. 824/1924 (online auf Ancestry, kostenpflichtig). und unter schwierigen Bedingungen lebte, eine Beschäftigung als Aushilfe bei der Elekta-Film in Prag. 1942 kam er in Verschwörung gegen Marco, der deutschen Fassung einer italienischen Produktion, noch einmal als Schauspieler zum Einsatz.

Filmografie (als Regisseur) 1913: Menschen und Masken (2 Teile, nur Schauspieler) 1914: Die Millionenmine (nur Schauspieler) 1914: Selbstgerichtet oder Die gelbe Fratze 1915: Maria Niemand und ihre zwölf Väter 1915: Die Heiratsfalle 1915: Doch die Liebe fand einen Weg 1915: Zofenstreiche 1915: Zofia 1916: Maskenspiel der Nacht 1916: Das Opfer der Wera Wogg 1916: Das Wunder der Nacht 1916: Die Bettelprinzessin 1916: Der Weg zum Reichtum 1916: Das Bild der Ahnfrau 1916: Hans im Glück 1916: Hedda im Bade 1916: Hedda Vernon’s Bühnensketch 1916: Suzannens Tugend 1916: Die Stricknadeln 1916: Seine kokette Frau 1917: Die roten Schuhe 1917: Die fremde Frau 1917: Noemi, die blonde Jüdin 1917: Die Verworfenen 1917: Wenn der Wolf kommt 1918: Mouchy (auch Co-Drehbuch) 1918: Die Narbe am Knie (auch Schauspieler) 1918: Das Armband 1918: …der Übel größtes aber ist die Schuld 1918: Fesseln 1918: Das Mädchen aus der Opiumhöhle 1918: Puppchen 1918: …um eine Stunde Glück 1918: Wo ein Wille, ist ein Weg (auch Drehbuch) 1918: Der Gefangene von Dahomy 1918: Das Todesgeheimnis 1919: Die Erbin 1919: Galeotto, der große Kuppler (auch Drehbuch) 1919: Das große Wagnis 1919: Die Hexe von Norderoog 1919: Letzte Liebe 1919: Der Peitschenhieb 1919: Taumel 1919: Tscherkessenblut 1919: Ut mine stromtid (auch Co-Drehbuch und Produktion) 1919: Seine Beichte 1919: Blondes Gift 1919: Der Hampelmann (auch Schauspieler) 1919: Jugendliebe 1919: Alles verkehrt 1919: Die nach Liebe dürsten 1920: Der Schieberkönig 1920: Durch Seligkeit und Sünden 1920: Das Frauenhaus von Brescia (auch Co-Drehbuch) 1920: Lepain, der König der Verbrecher (auch Schauspieler) 1920: Maita 1921: Klub der Einäugigen (auch Drehbuch) 1921: Die reine Sünderin (auch Produktion) 1921: Das Zimmer mit den sieben Türen (2 Teile, auch Produktion) 1921: Die Jungfrau von Kynast (auch Produktion) 1921: Lady Godiva 1923: Das fränkische Lied 1923: Die Sonne von St. Moritz 1924: Die sterbende Erde 1925: Zwischen zwei Frauen 1925: Götz von Berlichingen zubenannt mit der eisernen Hand (auch Drehbuch) 1942: Verschwörung gegen Marco (nur Schauspieler)

Literatur Jerzy Maśnicki, Kamil Stepan: Hubert Moest – Regisseur, Autor, Darsteller, Produzent. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film. Lieferung 32, 1999. Victor Neuenberg (Hrsg.): Film-Magazin. Reinhold Kühn, Berlin 1920, , S. 193. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 5: L – N. Rudolf Lettinger – Lloyd Nolan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 493 f.

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Einzelnachweise

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