Terror in der OperDieser Artikel bezieht sich auf die 107-minütige Fassung, wo nicht anders angegeben. (Opera, alternativ: Im Zeichen des Raben, nicht zu verwechseln mit Argentos Das Phantom der Oper, 1998) ist ein Slasher-/Giallo-Film von Dario Argento aus dem Jahre 1987.

Neben elektronischer Musik und viel Metal ist unter anderem Maria Callas zu hören. Titel der Neuveröffentlichung 2017 ist Opera.

Handlung Der Film beginnt auf der spiegelnd-schwarzen Pupille eines Raben zu einer Opernarie. Die Diva fühlt sich vom unharmonischen Krächzen der Requisite aber irritiert, stürzt aus der La Scala zeternd auf die Straße und wird in einen Verkehrsunfall verwickelt (bzw. bricht zusammen und löst einen aus), und fällt für die Produktion bis auf weiteres aus.

Marco, der junge, charismatische Regisseur, der vom Horrorfilm kommt, muss sich für Verdis Macbeth nach einem neuen Star umschauen. Die schöne Betty, etwa in seinem Alter, übernimmt den Sopran der Oper, der nachgesagt wird, auf ihr würde ein Fluch lasten. Damit zieht sie sich in den gotischen Kulissen das divenhafte Gezicke ihrer Vorgängerin zu (die nie wirklich zu sehen ist). Betty, die Tochter einer Sängerin, erhält anonyme Drohanrufe. In den Lüftungsschächten ihrer dunklen Wohnung scheint etwas herumzuschleichen. Der Abend der Premiere wird zu einem vollen Erfolg, bis ein Scheinwerfer herabstürzt. In einer Loge wird ein Arbeiter von einem schwarzbehandschuhten Mann bestialisch ermordet. In dem Zusammenhang taucht ein sympathischer, irgendwie ungeschickter Polizist Santini bei der Produktion backstage als Autogrammjäger auf – und ermittelt.

Nach einigen Kamerafahrten aus Sicht des Killers durch die Wohnung begegnet Betty diesem das erste Mal. Mit rasiermesserscharfen Nadelbändern verklebt er der geknebelten Frau die Augenlider (ähnlich Uhrwerk Orange, R: Stanley Kubrick, GB 1971), damit sie seine Taten mitansehen muss, und erdolcht ihren schüchternen Freund Stefano auf furchtbare Weise. Ein Tierquäler sucht die Raben in ihrem mannshohen Käfig heim. Dazwischen sind auch immer wieder Bilder eines pulsierenden Hirns zu sehen. Die Ereignisse traumatisieren Betty nur vorübergehend, und sie hat sich nach einigen Stunden erholt. Ihre Schneiderin fällt ihrer eigenen Schere zum Opfer. Nach einem weiteren Angriff, bei dem Bettys Agentin Mira durch den Türspion erschossen wird, entwickelt sich eine seltsame Beziehung zu der Bedrohungslage bzw. dem maskierten Unbekannten. Zudem vermischen sich die Kindheitserinnerungen der passiven Frau mit der Gegenwart.

Ganz vergessen haben Marco und Betty dabei den „Augenzeugen“. Bei der Vorstellung vor vollbesetztem Haus stürzt überraschend der Käfig mit den Raben durch eine Glasscheibe, wird vom Kran auf der Bühne abgesetzt und die Tiere in den Saal entlassen. Die 60IMDb, „Trivia“, s. Weblinks. Raben schwärmen über dem panischen Publikum aus,„crow-cam“ (Dario Argento). Gingold, s. Weblinks. identifizieren den Täter, hacken auf ihn ein und erbeuten ein Auge. Inspektor Santini ist der Killer. Santini entführt schwerverletzt Betty, fesselt sie ein weiteres Mal, verbindet ihr die Augen und verschüttet Benzin. Er war tatsächlich früher devoter Diener ihrer Mutter, damit wird die sadomasochistische Komponente klar. Er bittet sie, ihn zu erschießen, da sie die Neigung der Mutter nicht geerbt hat. Dem leistet sie Folge und die Räume gehen in Flammen auf.

Im Epilog in der Art eines absurden non sequitur in der idyllischen Schweiz erholen sich Betty und Marco, der ihr Geliebter geworden ist. Betty geht spazieren, während Marco am Fernglas bleibt und weiter die malerische Gebirgskette studiert. Santini lebt nach seinem falschen Abgang noch, nun einäugig. Die Sterbeszene war nur eingefädelt, der angebliche Leichnam eine Puppe. Auf einer Wiese ersticht er Marco in aller Eile und am helllichten Tag. Über die Leiche gebeugt vergibt Betty Santini, gesteht ihm ihre Liebe, und brennt mit ihm durch. Als sie Polizeihunde durch die Bäume des Nadelwalds stöbern sieht, schlägt sie ihn dann doch mit einem Stein nieder. Ein Großaufgebot der Polizei samt Hubschrauber stürmt die Szenerie und nimmt ihn in Gewahrsam. Betty findet lachend im hohen Gras eine Eidechse, die sich dort verfangen hat – und entlässt das schöne Tier mit den Worten „Du bist frei“.

Hintergründe Gefilmt wurde in der Schweiz unter anderem in Lugano, und in Parma und Rom in Italien.IMDb, „Filming locations“, s. Weblinks. Die Oper wurde von dem Teatro Regio di Parma „gespielt“.

Der spätere Regisseur Michele Soavi leitete die Second Unit des Films.

Orion, der amerikanische Verleiher, verlangte das Entfernen des Schlusses. Argento lehnte ab.

Die IMDb schätzt das Budget auf etwa 8 Millionen US-Dollar.IMDb, „Box office/business“, s. Weblinks.

Auf Video war die Erstaufführung in der Bundesrepublik Deutschland am 5. Dezember 1989, am 3. Oktober 1992 war der Film in der ARD zu sehen.

Dies ist die letzte Arbeit von Schauspieler Ian Charleson, der am 6. Januar 1990 verstarb.

Die Version von 107 Minuten war in Deutschland bis zum Januar 2015 indiziert.schnittberichte.com, abgerufen am 30. Januar 2015 Auch die gekürzte deutsche Videofassung war von dieser Indizierung betroffen, obwohl in dieser fast sämtliche Mordszenen herausgekürzt wurden.

Synchronisation +RolleDarstellerSynchronsprecherBettyCristina MarsillachAlexandra LudwigMarcoIan CharlesonGudo HoegelInspektor Alan SantiniUrbano BarberiniAmadeus AugustMiraDaria NicolodiMarion HartmannGiuliaCoralina Cataldi-TassoniGundula L.StefanoWilliam McNamaraPhilipp MoogBaddiniAntonino IuorioMichael Habeck

Rezeption

(It's all very confusing and, as usual, there's no way you can logically work out the identity of the assassin, so you simply have to sit back and enjoy the ride.) –

Zwecks weiterer Konfusion werde insbesondere die Syntax von „Schuss-Gegenschuss und Close-Up außer Kraft gesetzt“, stellt Sevastakis 2002 fest, wie auch der Establishing Shot. Manchmal würde Argento aus ästhetischen Erwägungen regelrecht „die Erzählung anhalten“.

Eine Fanseite spricht von einem „Greatest Hits“ des Regisseurs.

Indizierung und Neuprüfung Die ungekürzte Fassung des Filmes wurde 1990 auf den Index gesetzt. Es existiert eine gekürzte deutsche Fassung mit einer FSK-Freigabe ab 18 Jahren. Nach einer Listenstreichung im Januar und einer Neuprüfung im Juni 2015 ist der Film nun ungekürzt ab 16 Jahren freigegeben. Der Film wurde 2017 erneut im Original mit Untertiteln als 4K digital Scan ungeschnitten (1:47 h) als „Opera“ in den deutschsprachigen Kinoverleih gebracht

Soundtrack Brian Eno und Roger Eno: „White Darkness“ Brian Eno und Roger Eno: „Balance“ Brian Eno und Roger Eno: „From the Beginning“ Claudio Simonetti: „Opera“ Claudio Simonetti: „Craws“ Claudio Simonetti: „Confusion“ Bill Wyman und Terry Taylor: „Opera Theme“ Bill Wyman and Terry Taylor: „Black Notes“ Steel Grave: „Knights of the Night“ Steel Grave: „Steel Grave“ Norden Light: „No Escape“ Giuseppe Verdi: „Lady Macbeth“ („Vieni t'afretti“) aus „Macbeth“ Maria Callas Vincenzo Bellini: „Casta Diva“ aus „Norma“ Maria Callas Giuseppe Verdi: „Amami Alfredo“ aus „La traviata“ Maria Callas Giuseppe Verdi: „Sempre libera“ aus „La Traviata“ Maria Callas Giacomo Puccini: „Un bel dì vedremo“ aus „Madama Butterfly“ Mirella Freni Giuseppe Verdi: „Macbeth“ (Ausschnitte) Elizabeth Norberg-Schulz, Paola Leolini, Andrea Piccinni, Michele Pertusi mit dem „Arturo Toscanini“ Symphonieorchester von Emilia-Romagna

Auszeichnungen und Nominierungen Fantasporto 1990 Nominierung International Fantasy Film Award in der Kategorie Best Film für Dario Argento

Weblinks

Michael Sevastakis: A dangerous mind in Kinoeye (englisch) Michael Gingold: Opera in Fangoria (englisch) Review bei Sense of View (deutsch) Terror in der Oper bei Schnittberichte.com

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1988 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Horrorfilm Kategorie:Dario Argento Kategorie:Ehemals indizierter Film