Neuvrees ist ein Ortsteil der Stadt Friesoythe im niedersächsischen Landkreis Cloppenburg.
Geografie Geografische Lage Neuvrees liegt im Hümmling.
Nachbargemeinden Im Westen befindet sich Gehlenberg, südlich grenzt Neuvrees an den Eleonorenwald und die Gemeinde Vrees, die zur Samtgemeinde Werlte im Landkreis Emsland gehört.
Geschichte
Die Ortschaft Neuvrees, einst eine Kolonie im Landschaftsgebiet des Nordhümmlings, besteht seit 1788.
Nach dem Zweiten Weltkrieg musste neben anderen Orten im westlichen Emsland auch Neuvrees geräumt werden, um zivile Polen unterzubringen, die nicht in ihre von Russen besetzte Heimat zurückkehren wollten. Innerhalb der britischen Besatzungszone entstand eine polnische Besatzungszone, zu der auch Neuvrees gehörte.Karl Forster: Haren – Lwów – Maczków – Haren. Eine polnische Stadt in Deutschland (online; Karl Forster ist Chefredakteur der Zeitschrift „Polen und Wir“, der Deutsch-Polnischen Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland).Margareta Bloom-Schinnerl: Als Haren Maczków hieß. Eine polnische Besatzungszone im Emsland, Deutschlandfunk, Feature, Produktion: Dlf/NDR 2016 Der vom 27. Mai 1945 bis zum Dezember 1946 besetzte Ort trug in dieser Zeit den polnischen Namen „Kacperkowo“.Hermann Gerdes: Kacperkowo statt Neuvrees In: Nordwestzeitung, 15. August 2018, abgerufen am 11. März 2022. Die polnischen Bewohner richteten auch die bis heute existierende sogenannte „Polenkirche“ ein.
Bis zur niedersächsischen Gebietsreform, die am 1. März 1974 in Kraft trat, war Neuvrees eine selbstständige Gemeinde im Landkreis Aschendorf-Hümmling. Danach wurde Neuvrees ein Ortsteil der heutigen Stadt Friesoythe.
Der derzeitige Ortsvorsteher ist Fabian Rolfes.
Einwohnerentwicklung Jahr: 1842 1871 1905 1910 1925 1933 1939 1950 1956 1961 1970 1980 1987 2007 2009 2011 2014 20182021 Einwohnerzahl: 375 474 493 538 588 628 635 745 707 728 838 847 849 982 969 957 909 932 1.025
Ehemalige Bauernschaftsvorsteher bzw. Bürgermeister Amtszeit Name 1826–1835 Christian Holtmann 1835–1844 Gerhard Hermann Jansen 1844–1847 Jan Rudolf Werdelmann 1847–1854 Anton Banemann 1854–1857 Johann Heinrich Hüls 1857–1866 Casper Dockters 1866–1872 Gerhard Heinrich Robbers 1872–1890 Johann Bernhard Janßen 1890–1908 Hermann Heinrich Holtmann 1908–1919 Hermann Bischof 1919–1922 Eilert Hermann Abeln 1922–1929 Gerhard Heinrich Untiedt 1929–1930 Nikolaus Stricker 1930–1945 Gerhard Bruns 1945–1946 Wilhelm Bischof 1946–1961 Hermann Wilken 1961–1974 Wenzel Rolfes
Vereine In Friesoythe-Neuvrees sind Vereine auf verschiedenen Metiers aktiv. So besitzt der Ortsteil den Brieftaubenzuchtverein „Heimatliebe“ Gehlenberg-Neuvrees, den Handel- und Gewerbeverein Gehlenberg-Neuvrees-Neulorup und den Heimatverein Gehlenberg-Neuvrees-Neulorup. Speziell für Frauen wurde der Landfrauenverein Gehlenberg-Neuvrees-Hilkenbrook im Februar 1966 gegründet, für Männer gibt es den 1876 gegründeten Männergesangverein „Fidelitas“ Gehlenber. Für den Nachwuchs und die Jugend sind im Ort die Mutter-Kind-Gruppe Neuvrees und der Ortsjugendring Gehlenberg-Neuvrees ansässig. Für die Entwicklung Neuvress' wurde der Ortsverschönerungsverein Neuvrees ins Leben gerufen. Die 1983 gegründete Jugendschützenkapelle Neuvrees e. V. besitzt 48 Mitglieder. Des Weiteren existiert der Schützenverein Neuvrees e. V., der seine Gründungsversammlung am 8. Juli 1906 hatte in der Chronik des Schuetzenvereins Neuvrees e. V. Abgerufen am 20. November 2015. sowie im Sportbereich der Sportanglergruppe Gehlenberg-Neuvrees und der Sportverein Gehlenberg-Neuvrees e. V., der die Sportarten Fußball, Tischtennis, Seniorensport, Freizeitsport, Gesundheitssport und Kinderturnen anbietetWebsite des Sportvereins Gehlenberg-Neuvrees e. V..
Wisent Auswilderungsprojekt mini|Wisentdenkmal Am 22. Dezember 2005 begann in Neuvrees ein spektakuläres Naturschutzprojekt. Im Rahmen einer Kooperation zwischen der Forstverwaltung der Arenberg-Meppen GmbH und dem NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) wurden 4 aus dem Wisentgehege Springe stammende Wisente (drei Kühe und ein Bulle) im Eleonorenwald zwischen Neuvrees und Vrees ausgewildert.Vier Wisente im Eleonorenwald ausgewildert, Mitteilung von 2005 des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Abgerufen am 20. November 2015.
Doch Anfang 2009 scheiterte das Projekt und die auf mittlerweile 8 Wisente angewachsene Herde musste in die Döberitzer Heide in Brandenburg umziehen. Hintergrund war ein Streit mit dem Kreis Emsland und der Gemeinde Vrees, die das Gelände der Öffentlichkeit frei zugänglich machen wollten. Die Arenberg-Meppen GmbH hielt die Wildrinder jedoch für zu unberechenbar um das Gehege zu öffnen und kündigte daraufhin den Nutzungsvertrag.
Mittlerweile erinnert nur noch das 2008 errichtete Wisentdenkmal an der Feldstrasse an das Projekt.
Literatur 225 Jahre Neuvrees, Dorf- und Familienchronik. Herausgegeben: Chronikausschuss, Druck: Goldschmidt-Druck GmbH, Werlte 2013, ISBN 3-939772-30-5 200 Jahre Neuvrees 1788–1988, Dorf- und Familienchronik. Herausgegeben: Festausschuß, Druck: Goldschmidt-Druck GmbH, Werlte 1988, ISBN 3-927099-02-3 100 Jahre Schützenverein Neuvrees. Herausgegeben: Schützenverein Neuvrees e. V., Druck: Goldschmidt-Druck GmbH, Werlte 2006
Weblinks Stadt Friesoythe Neuvrees
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Cloppenburg Kategorie:Geographie (Friesoythe) Kategorie:Oldenburger Münsterland Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Cloppenburg) Kategorie:Gegründet 1788 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974