mini|Agnetha Fältskog (2013) rahmenlos|rechts|alternativtext= Agnetha Fältskog [] (* 5. April 1950 in Jönköping als Åse Agneta Fältskog) Åse Agneta Fältskog, Geneanet.S. 131 ist eine schwedische Sängerin und Komponistin. Zwischen 1967 und 1975 veröffentlichte sie fünf Soloalben, deren Lieder sie meist selbst komponiert hatte, und wurde zu einer der bekanntesten Sängerinnen Schwedens.

Weltberühmt wurde sie in den 1970er Jahren als Mitglied der Popgruppe ABBA, die 1972 gegründet wurde und zwei Jahre später den Eurovision Song Contest gewann. Nach 1982 folgten drei weitere Soloalben, ehe sich Fältskog Ende der 1980er Jahre für viele Jahre aus der Öffentlichkeit zurückzog.

Fältskog wurde von der Swedish Society of Popular Music Composers für ihr Schaffen mit dem SKAP 2013 Kai Gullmar Memorial Award ausgezeichnet.Agnetha Fältskog receives the SKAP 2013 Kai Gullmar Memorial Award 17. Mai 2013, zuletzt abgerufen am 25. Mai 2013.

Biografie Kindheit und Jugend (bis 1967) Agnetha Fältskog wurde als erste zweier Töchter des Kaufhausgeschäftsführers Knut Ingvar Fältskog und dessen Frau Birgit Margareta Johansson geboren. Ihre Schwester Mona kam 1955 zur Welt. Ende dieses Jahres stand sie, auf Veranlassung des Vaters, mit knapp sechs Jahren das erste Mal auf einer Bühne.S. 132 Kurze Zeit später begann sie, Klavier zu spielen, und komponierte eigene Lieder, das erste mit sechs Jahren.S. 133 Im Alter von 13 Jahren gründete sie mit zwei Schulfreundinnen das Gesangstrio The Cambers. Nach mehreren gelegentlichen Auftritten der Gruppe in Parks, Varietés und bei Partys löste sie sich nach etwa zwei Jahren wieder auf. Nach ihrem Schulabschluss im Jahre 1965 verließ Fältskog die Schule und arbeitete in einer Autofirma in Jönköping im Büro als Telefonistin.S. 134

Im Sommer 1966 suchte eine Tanzband namens Bernt Enghardts orkester kurzfristig Ersatz, nachdem die ursprüngliche Sängerin Agneta Desilva die Band verlassen hatte. Der Gründer Bernt Enghardt wurde auf Fältskog aufmerksam und begrüßte ihre Mitwirkung nicht nur wegen ihres Gesangstalents, sondern auch wegen der Namensähnlichkeit mit der Vorgängerin – so mussten keine neuen Plakate gedruckt, sondern lediglich mit Fältskogs Bild überklebt werden.S. 135f Am 17. September 1966 gab sie in der Band ihr Debüt. Nebenbei komponierte sie weiter eigene Stücke, darunter Jag var så kär („Ich war so verliebt“), das einige Monate später ins Repertoire von Bernt Enghardts orkester aufgenommen wurde.S. 137f

Solokarriere (1967–1972) Im Frühjahr 1967 produzierte die Gruppe ein Demoband mit einigen Liedern, darunter auch mehreren Kompositionen von Agnetha Fältskog, die sie an den Produzenten Karl-Gerhard Lundkvist („Little Gerhard“) vom Plattenlabel Cupol schickten.S. 138 Dieser war vor allem von Utan Dej („Ohne dich“) beeindruckt und kontaktierte Fältskog kurze Zeit später. Im Oktober 1967 wurde sie in die Philips Studios in Stockholm eingeladen, um zwei ihrer Lieder aufzunehmen.S. 140 Bald erhielt sie einen Plattenvertrag und ihre erste Single wurde Ende November 1967 veröffentlicht. Sie blieb allerdings weiterhin Mitglied von Bernt Enghardts Tanzband. Am 10. Januar 1968 trat Fältskog mit Jag var så kär im Fernsehen auf und einige Wochen später wurde die Single zum Nummer-eins-Hit in den Verkaufscharts.S. 142 Die Plattenfirma versuchte darauf auch, sie auf dem deutschen Markt zu etablieren.

Anfang Mai 1968 reiste Fältskog nach Berlin, um zwei Lieder in deutscher Sprache aufzunehmen, die der Komponist Dieter Zimmermann geschrieben hatte, der von ihr als Sängerin sehr beeindruckt war.S. 144 Kurz darauf reiste sie zurück nach Schweden und trat am 23. Mai 1968 mit der Tanzband im südschwedischen Målilla auf, wo auch die landesweit bekannten Hootenanny Singers gastierten. Hier traf Fältskog zum ersten Mal Björn Ulvaeus, den Leadsänger dieser Band, der sie bereits bei ihrem ersten Fernsehauftritt Anfang desselben Jahres gesehen hatte.S. 145 Wenig später ging Fältskog zwei Wochen lang auf Tour, begleitet von Dieter Zimmermann, mit dem sie sich am 22. Juli 1968 verlobte.S. 146 Ende September verließ sie Bernt Enghardts Band und zog nach Stockholm. Es folgten weitere Tourneen, Singles sowie ihr Debütalbum Ende 1968.S. 148

Die Verlobung mit Dieter Zimmermann wurde Anfang 1969 wieder aufgelöst, ebenso der Plattenvertrag mit Metronome Records, da der erhoffte Erfolg der deutschsprachigen Singles ausgeblieben war.S. 150 Am 4. Mai 1969 begann die Produktion eines TV-Specials zu Ehren des zuvor verstorbenen Schlagerkomponisten Jules Sylvain, das am 16. August ausgestrahlt wurde und für das Fältskog engagiert wurde.S. 156 Ebenfalls als Sänger wirkte Björn Ulvaeus mit, der zu dieser Zeit bereits zu einem Teenager-Idol in Schweden geworden war. Die Dreharbeiten dauerten insgesamt einen Monat und führten zu einer Liaison zwischen Fältskog und Ulvaeus, die kurze Zeit später ein Paar wurden. Der Beziehung wurde schnell landesweites Medieninteresse zuteil, obgleich sich Fältskog zunächst dagegen aussprach, auch musikalisch mit ihrem Partner zusammenzuarbeiten.S. 157 Gemeinsam zogen sie in ein Haus auf Lilla Essingen in Stockholm.S. 179

Zur selben Zeit ging Fältskog erneut auf Solo-Tournee und veröffentlichte Ende 1969 ihr nächstes Album Agnetha Fältskog Vol. 2. Im April 1970 reiste sie mit Ulvaeus, seinem guten Freund Benny Andersson sowie dessen Verlobter Anni-Frid Lyngstad, die ebenfalls im Musikgeschäft tätig waren, nach Zypern, wo sich die beiden auch verlobten.S. 183. Nachdem die vier Musiker auf dieser Reise musikalische Gemeinsamkeiten festgestellt hatten, beschlossen sie, künftig auch gemeinsam aufzutreten. Zudem wirkte Fältskog zusammen mit Lyngstad bei einigen Projekten von Ulvaeus und Andersson als Hintergrundsängerin mit. Im September 1970 nahm sie ihr drittes Album Som jag är („Wie ich bin“) auf und wurde dabei von ihrem Verlobten unterstützt.S. 187.

Ulvaeus und Fältskog heirateten am 6. Juli 1971 im kleinen Ort Verum in Südschweden. Der Feier wohnten über 3000 Zuschauer sowie Medienvertreter bei.S. 190f Daneben schrieb Fältskog weiter an eigenen Liedern und veröffentlichte Ende des Jahres ihr viertes Album När en vacker tanke blir en sång („Wenn aus einem schönen Gedanken ein Lied wird“).S. 190 Das Album enthielt bis auf eine Ausnahme ausschließlich musikalische Eigenkompositionen. Etwa zur selben Zeit wurde sie eingeladen, die Rolle der Maria Magdalena in der schwedischen Fassung von Jesus Christ Superstar anzunehmen. Die Premiere fand am 18. Februar 1972 in Göteborg statt.S. 205.

Zeit bei ABBA (1972–1982) mini|hochkant|Agnetha Fältskog, 1976 in den Niederlanden mini|hochkant|Fältskog im Oktober 1979 auf Tournee in Rotterdam

Nach mehrmaliger Zusammenarbeit mit Ulvaeus, Andersson und Lyngstad nahm Fältskog gemeinsam mit ihren Kollegen am 29. März 1972 ihre erste offizielle Single als Gruppe auf (People Need Love), die im Juni 1972 veröffentlicht wurde.S. 211ff. Da auch ihre Bandkollegen nebenbei andere Verpflichtungen hatten, bildete die Gruppe zunächst nicht Fältskogs primäres Arbeitsfeld. So unternahm sie im Sommer 1972 erneut eine Solo-Tournee und produzierte ab September neue Solosingles, während sie parallel mit der Gruppe am Debütalbum arbeitete. Die Titelliste bestand hauptsächlich aus älteren und neuen Liedern von Ulvaeus und Andersson, jedoch steuerte Agnetha Fältskog eine Eigenkomposition bei (Disillusion).S. 234 Auch plante die Gruppe, am Melodifestivalen im folgenden Jahr teilzunehmen.

Bei einer Promotiontour mit ihren Kollegen konnte Fältskog zu Jahresbeginn 1973 aufgrund ihrer Schwangerschaft nicht mitwirken und wurde von einer Freundin ersetzt. Am 23. Februar 1973 bekam sie zusammen mit Ulvaeus ihr erstes Kind Linda, worüber landesweit in den Zeitungen berichtet wurde.S. 236 Mit der Veröffentlichung des ersten Gruppenalbums und der Hitsingle Ring Ring stieg die Bekanntheit der jungen Band in Schweden enorm. Fältskog konzentrierte sich bald hauptsächlich auf ihr Schaffen in der Gruppe, die im Sommer 1973 in „ABBA“ umbenannt wurde und schnell auch über die Landesgrenzen hinaus Erfolg hatte. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Lyngstad nahm sie früh die Rolle einer Leadsängerin ein, wobei sich Fältskogs Sopranstimme und Lyngstads Mezzosopran passend ergänzten und bedeutend für die Entwicklung des charakteristischen „ABBA-Sounds“ wurden.

Nach dem Sieg beim Eurovision Song Contest 1974 mit Waterloo wurde Fältskog mit ABBA weltweit bekannt. Die Gruppenalben brachen Verkaufsrekorde in Schweden, trotz vielfacher Kritik von Seiten der linksgerichteten Progg-Bewegung. Neben den umfassenden Verpflichtungen im Rahmen der Band produzierte Fältskog 1975 ihr fünftes Soloalbum Elva kvinnor i ett hus („Elf Frauen in einem Haus“), das im Dezember veröffentlicht wurde. Es blieb vorerst ihr letztes alleiniges Album. Durch den großen kommerziellen Erfolg von ABBA wurde Fältskog neben ihren Bandkollegen zum Weltstar und darüber hinaus zum populärsten Mitglied der Gruppe.S. 331.S. 395 Ein Journalist des schwedischen Expressen bezeichnete ihr Gesäß 1975 in einem Artikel erstmals als den „knackigsten Po im Pop“, worauf sie in den folgenden Jahren in Interviews und auf Pressekonferenzen immer wieder angesprochen wurde.S. 298

Die immer weiter steigende Popularität von ABBA und die damit einhergehenden Veränderungen in ihrem Privatleben führten ab Mitte der 1970er zu wiederholten Konflikten mit ihrem Ehemann. Während Fältskog möglichst viel Zeit mit ihrer Tochter verbringen wollte, konzentrierte sich Ulvaeus in hohem Maße auf neue Kompositionen und die Arbeit im Studio.S. 337 Auch die vielfältigen Verpflichtungen im Rahmen der Band strapazierten sie deutlich mehr als Ulvaeus. Die unterschiedlichen Lebensauffassungen der beiden hatten zur Folge, dass sie sich fortan zunehmend auseinanderlebten.S. 357. Auf dem Höhepunkt der ABBA-Karriere 1976/77 hatte die Popularität der Gruppe Ausmaße erreicht, die für eine schwedische Band bis dahin unbekannt waren. Vor allem die ausufernde Massenhysterie der Fans, insbesondere auf der Tournee durch Australien, sowie die Trennung von ihrer Tochter, aber auch ihre Flugangst, die sie immer wieder vergeblich behandeln ließ, erschwerten ihr das Reisen mit der Band.S. 338.

Der künstlerische und mediale Druck hatte zur Folge, dass Fältskog wiederholt an Schlaflosigkeit litt.S. 409f. Nachdem sie im November 1976 mit Ulvaeus ein neues Haus in Lidingö bezogen hatte, mussten sie im Jahr drauf erneut umziehen, nachdem es immer wieder zu Zwischenfällen mit aufdringlichen Fans gekommen war.S. 410. Zur selben Zeit nahmen sie die Arbeit am fünften ABBA-Album und die Dreharbeiten zum ABBA-Film enorm in Anspruch. Trotz ihrer zweiten Schwangerschaft arbeitete sie täglich bis zu 12 Stunden, was dazu führte, dass sie im September 1977 beinahe eine Frühgeburt erlitt.S. 413f. Um sich zu schonen, sang sie einige ihrer Gesangsparts im Liegen ein, beispielsweise Thank You for the Music. Ihr zweites Kind Peter Christian wurde am 4. Dezember 1977 geboren.

Anfang 1978 mied Agnetha Fältskog für einige Wochen die Öffentlichkeit. Trotz der Geburt ihres Sohnes geriet die Ehe mit Ulvaeus immer mehr in eine Krise, was sich teilweise in den damaligen Songs von ABBA widerspiegelte (z. B. One Man, One Woman).S. 411f Die beiden trugen private Streitigkeiten auch im Studio aus, was die Zusammenarbeit in der Band ebenfalls belastete.S. 445 Im Sommer 1978 unternahmen sie den Versuch, ihre Differenzen noch mithilfe einer Paartherapie zu klären. Doch auch dieser Schritt änderte nichts an ihrer Situation, so dass eine Trennung bereits im Herbst 1978 absehbar war – genau zu dem Zeitpunkt, als ihre Bandkollegen Anni-Frid Lyngstad und Benny Andersson nach neunjähriger Verlobung heirateten.S. 446f. Die Entscheidung wurde zunächst vor der Öffentlichkeit geheim gehalten. Auch auf den Promotiontouren nach Japan und Großbritannien ließen sich Fältskog und Ulvaeus nichts anmerken.