Der Zoo Dortmund ist ein zoologischer Garten in Dortmund.

Er wurde am 24. Mai 1953 von der damaligen Zoo-Gesellschaft Dortmund e. V. über dem Grubenfeld der ehemaligen Zeche Glückaufsegen südlich des Rombergparks im Stadtteil Brünninghausen als Tierpark Dortmund eröffnet.

Übersicht Auf einer Gesamtfläche von 28 Hektar finden sich (Stand 2022) ca. 1700 Tiere in knapp 200 Arten. Der Zoo Dortmund konzentriert sich auf die Haltung und Zucht südamerikanischer Tierarten und bezeichnet sich selbst als führend in der Zucht des Großen Ameisenbären und des Tamanduas. Zu den Attraktionen zählen das Regenwaldhaus Rumah hutan, das Amazonashaus, das Tamanduahaus, das Giraffenhaus, das Otterhaus und das im Jahr 2006 eröffnete Nashornhaus.

Im Rahmen der Welt-Zoo-Naturschutzstrategie gibt es folgende Arbeitsschwerpunkte: Haltung und Zucht seltener Tierarten Schaffung eines naturkundlichen und artenschützenden Bewusstseins in der Bevölkerung Erholungs- und Bildungsangebot für Besucher Auswilderungsprogramme

Geschichte des Zoos Erste Gründungsbestrebungen gehen auf den 1932 unter Vorsitz des Zahnarztes Heinrich Seeger gegründeten Zooverein Dortmund zurück, der vom Zirkus Sarrasani nach einem Gastspiel in der damaligen Westfalenhalle zwei Löwen geschenkt bekam, aber keine Finanzierung des Projektes sicherstellen konnte. Die Aufstellung eines haltbaren Finanzierungsplanes gelang erst der 1950 unter Vorsitz von Ferdinand Marx gegründeten Zoo-Gesellschaft, die von der Stadt Dortmund ein Grundstück zu einem möglichst niedrigen Pachtzins erbat.

Konrad Glocker (1900–1977), Gartenbauarchitekt und nach einer Lehre in den königlich-bayerischen Hofgärten in Nymphenburg und Studium Assistent von Baurat Hans Strobel bei den Arbeiten am Hauptfriedhof Dortmund, übernahm 1948 die Leitung des Dortmunder Garten- und Friedhofsamtes und damit den Wiederaufbau der Grünflächen der Stadt nach den Bombenschäden des Zweiten Weltkrieges. Ab 1952 organisierte er Blumenschauen in den Westfalenhallen und 1959 die erste Bundesgartenschau in Dortmund, wofür der Westfalenpark umgestaltet und u. a. der Fernmeldeturm „Florian“ errichtet wurde. Gleichzeitig begann er mit den Planungen eines zoologischen Gartens auf dem ehemaligen Zechengelände am Hang des Schweinebergs (111,9 m ü. NN), angrenzend an den Rombergpark, in dem die Adelsfamilie von Romberg bereits einen Wildpark unterhalten hatte. Der Aufbau wurde Ende 1951 in Angriff genommen. Die Bezeichnung „Tierpark“ sollte einem einheitlichen städtischen Grünflächenkonzept Rechnung tragen.

Am 24. Mai 1953 konnte der Tierpark seiner Bestimmung übergeben werden. Auf elf Hektar Fläche wurden 90 Tiere gezeigt, meist europäische Arten, aber auch Exoten wie Lamas oder Kakadus. Bereits im Juli begrüßte der Tierpark den einhunderttausendsten Gast und nach zwei Jahren den millionsten Besucher. Der Tierpark wurde in städtische Trägerschaft übernommen. Der Verein, nun in Freunde des Tierparks und heute Zoofreunde Dortmund umbenannt, blieb stets bedeutend für den flächenmäßig größten zoologischen Garten in Nordrhein-Westfalen.

Seit den 1980er Jahren rückte der Artenschutzgedanke mehr in den Blickpunkt. Die Tiere bekamen im Laufe der Zeit größere und artgerechtere Gehege, Gruppen wurden verkleinert und es entstanden „Wohngemeinschaften“ verschiedener Tierarten. Für intelligente Tiere wie Affen oder Seelöwen wurden Animationsprogramme entworfen. Damit wurde auch den Interessen der Besucher Rechnung getragen. Anstelle betonbewehrter Kleingehege präsentiert der Zoo heute seine Tiere überwiegend in weitläufigen Freigehegen oder in lebensraumtypischen Häusern. Zur Jahrtausendwende benannte sich der Tierpark in das international besser verständliche Zoo Dortmund um.

Im Jahr 2000 belegte der Zoo Dortmund im Stern-Zootest von 39 getesteten Zoos den 5. Platz. Im Zootest aus dem Jahre 2008 erreichte der Dortmunder Zoo, zusammen mit dem Zoo Duisburg, den 13. Platz von 50 deutschen Zoos mit einem Notendurchschnitt von 2,06. Es wurde nach Schulnoten bewertet. Im Vergleich mit den übrigen acht Zoos in Nordrhein-Westfalen wurden die Zoos in Dortmund und Duisburg auf Rang 5 eingestuft. Im Jahr 2002 entstand die Dokumentationsreihe Ein Doc für alle Felle im Zoo Dortmund; sie wurde durch ihren Erfolg zum Vorreiter von TV-Zooserien wie Elefant, Tiger & Co., Panda, Gorilla & Co. etc.

Während 2005 insgesamt 265 verschiedenen Arten gezeigt wurden, hat sich die Zahl inzwischen verringert, um artgerechtere Haltungsbedingungen sicherstellen zu können. Ende 2011 ist ein vergrößertes Gehege für die vom Aussterben bedrohten Amurleoparden eröffnet worden. Im Jahr 2016 wurde ein umfangreiches Zukunftskonzept verabschiedet. Mehr als 30 Millionen Euro will der Zoo für die Erneuerung und den Neubau von Anlagen investieren. Ein Großteil fließt in den Bau einer neuen Robbenanlage.

Am 16. September stürzte im Bereich des Bauernhof/Streichelzoo ein Baugerüst um, dabei wurde ein Bauarbeiter Tödlich und einer schwer Verletzt. Laut Polizeiangaben musste der Streichelzoo wegen des Vorfalls gesperrt werden. Die genaue Unfallursache blieb zunächst unklar und ist Gegenstand weiterer Ermittlungen. Die Behörden gingen zunächst jedoch nicht von einem Fremdverschulden aus.

Verwaltung Zoodirektor: Frank Brandstätter Stellvertretende Direktorin und Kuratorin: Stephanie Zech Veterinärin: Christine Osmann

Die Dortmunder Zoodirektoren 1953–1959: Gartenbaudirektor Konrad Glocker 1959–1974: Walter Simanowski 1974–2000: Wolf Bartmann 2000–2001: Ilona Schappert (kommissarische Leitung) seit 2001: Frank Brandstätter

Artenschutz und Zuchterfolge Der Zoo Dortmund züchtete erfolgreich Tierarten, die von der IUCN als gefährdet eingestuft werden, wie beispielsweise Große Ameisenbären, früher auch Riesenotter. Für diese beiden Arten gibt bzw. gab es ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP). Das Zuchtbuch für den Großen Ameisenbären führt der Zoo Dortmund, auf der Website der EAZA, abgerufen am 19. Mai 2016. bis zum Jahr 2015 auch das für den Riesenotter, das seither der Zoo Schwerin koordiniert. Das internationale Zuchtbuch (ISB) für den Riesenotter verblieb beim Zoo Dortmund.Riesenotter. Informationen zu den Zuchtbüchern auf der Website des Verbands der Zoologischen Gärten, abgerufen am 19. Mai 2016. Der Zoo führt außerdem die EEPs für „ausgestorbene“ Tauben, Kragentauben, Goldsittiche und Seebären.EAZA Ex-situ Programme overview April 2026 Website der EAZA, abgerufen am 29. August 2026. (pdf)

Weitere international anerkannte Zuchterfolge gibt es bei den Angola-Giraffen, Tapiren, Jahrvögeln und vielen anderen südamerikanischen Arten. Allerdings soll nach mehreren Todesfällen bei den Giraffen und aus Inzuchtgründen die Haltung der Angola-Giraffen auslaufen und stattdessen Kordofan-Giraffen einziehen.

Der Zoo Dortmund züchtete als einer der wenigen europäischen Zoos neben etwa dem Tierpark Hagenbeck in Hamburg und dem Zoo Leipzig erfolgreich die stark bedrohten südamerikanischen Riesenotter und beherbergte das älteste lebende Exemplar dieser Art in einem Zoo. Der Zoo Dortmund hat in den letzten Jahren als einziger Zoo in Europa erfolgreich Oncillas nachgezogen. Am 9. Oktober 2014 wurde das 63. Ameisenbärenbaby im Zoo geboren. Damit ist der Zoo Dortmund weltweit führend in der Nachzucht dieser bedrohten Tierart. Im Juni 2013 wurde das 32. Tamanduababy im Zoo Dortmund geboren. Damit ist der Zoo Dortmund auch bei diesen Nebengelenktieren weltweit führend. Am 21. April 2014 wurde Breitmaulnashornbaby Abebi geboren. Im Februar 2015 wurden zwei Jaguarbabys geboren. Der Zoo Dortmund beteiligt sich am europäischen Zuchtbuch (ESB) für Jaguare, das vom Zoo in Chester – Großbritanniens größtem Zoo – geführt wird.

Zwischenfälle Am 21. Mai 2015 tötete der dreijährige Löwenkater Lolek seine Mutter Moreni. Nach Morenis monatelanger Isolation auf der Krankenstation sollten die beiden Tiere wieder zusammengeführt werden. Lolek griff seine Mutter jedoch sofort an, als sie das Gehege betrat, akzeptierte auch ihre Unterwerfungshaltung nicht und tötete sie mit einem Kehlbiss. Die anwesenden Tierpfleger konnten die beiden Tiere nicht trennen. Lolek war von Mai 2015 bis Januar 2018 der einzige Löwe im Zoo Dortmund, dann wurde er wegen der Sanierung des Raubtiergeheges an den Zoo Belo Horizonte in Brasilien verkauft.Lisa Krispin: Zoo Dortmund: Der letzte Löwe fliegt davon, ruhr24.deLöwe „Lolek“ auf dem Weg nach Brasilien, kizoodo.de, 11. Januar 2018

In der Nacht auf den 10. August 2015 brachen Unbekannte in das Amazonashaus ein und stahlen drei Zwergseidenaffen. Außerdem nahmen die Täter zwei Zwergagutis mit. Zwei der gestohlenen Tiere sind das Zuchtpaar der kleinen Affenart. Mit ihrem Verlust ist die Zucht in Dortmund beendet. Die Tatsache, dass die Elterntiere gezielt mitgenommen wurden, deutet auf eine sorgfältig geplante Tat hin.

Die 21-jährige Seelöwin Holly wurde am 5. November 2015 tot aufgefunden. Die Zoo-Tierärztin obduzierte das Tier am 9. November. Bei dieser Untersuchung stellte sie eine Gewalteinwirkung auf den Schädel fest. Zudem fehlten Holly drei Zähne. Die Tierärztin stellte abschließend fest, dass ein stressbedingter Tod durch mögliche Misshandlungen nicht auszuschließen ist.

Am 1. Dezember 2015 wurde ein Humboldtpinguin außerhalb seines Geheges am 200 Meter entfernten Flamingoteich mit Verletzungen tot aufgefunden. Zwei weitere Pinguine wurden vermisst.

Parkteile Der Dortmunder Zoo ist zum Teil geographisch geordnet. So gibt es die inoffiziellen Parkteile Afrika, Asien, Australien und Südamerika. Hinzu kommen viele Gehege, die nicht geographisch geordnet sind, wie im Anfangsbereich zwischen Eingang und den Seelöwen. Afrika: u. a. Breitmaulnashörner, Löwen,Zoo Dortmund: Großartige Neuigkeiten! Doch es gibt einen Haken für Besucher, derwesten.de, 26. Januar 2022 Zebras, Angola-Giraffen, Erdmännchen, Löffelhunde, Elenantilopen sowie weitere Antilopen. Südamerika: u. a. Große Ameisenbären, Tamanduas, diverse Gürteltiere, Zweizehenfaultiere, Flachlandtapire, Wasserschweine, Mähnenwölfe, Maras, Nandus, Guanakos. Zudem gab es ein Amazonashaus, welches gegenüber dem Bauernhof lag, hier wurden Fische, Reptilien, freifliegende Vögel und einige Säugetiere wie z. B. Zwergseidenäffchen und Zwergagutis aus Südamerika gezeigt. Das Amazonashaus wurde Ende 2022 geschlossen, ein Neubau ist geplant. Asien und Australien bestehen aus verschiedenen Gehegen, in denen sich z. B. Hirschziegen-, Nilgauantilopen oder Gaur befinden. Jedoch liegt das „Zentrum“ Südost-Asiens im Bereich des Anfangs des Zoos. Dort befindet sich das Regenwaldhaus Rumah hutan. Rote Riesenkängurus, Gelbfuß-Felskängurus, Keas und Wellensittiche repräsentieren Australien und Neuseeland. Weitere Arten, die teilweise auch aus Südamerika und Asien stammen, jedoch liegen ihre Anlagen im gemischten Zooteil: Kalifornische Seelöwen, südamerikanische Seebären, Trampeltiere, Andenkondore, Steinadler, Königsgeier, Fleckenmusangs, Sumatra-Orang-Utans und Schabrackentapire. Streichelzoo: Hier können Besucher mit Zwergziegen, Skudden und Hühnern Körperkontakt aufnehmen. Zudem können sie den Duft der Dahomey-Zwergrinder und den Ruf der Zwergesel wahrnehmen. Eine Gruppe Meerschweinchen und Kaninchen ergänzt die Anlage. Auf einem großen Areal mitten im Zoo befindet sich der Spielplatz.

Besonderheiten Es gibt im Dortmunder Zoo einige in Europa einmalige Zusammenstellungen von Tiergehegen: Im Regenwaldhaus Rumah hutan leben Sumatra-Orang-Utans und Schabrackentapire zusammen. Im Tamanduahaus sind Große Ameisenbären, Tamanduas, Zweizehenfaultiere, Braunhaar- oder Borstengürteltiere, Sechsbindengürteltiere und Wickelbären untergebracht. Der Zoo Dortmund hält und züchtet einige Kleinkatzenarten, die nur sehr selten gezeigt werden, wie z. B. Oncilla, Serval. Es gibt eine begehbare Schleiereulen- und Steinkauz-Voliere.