mini|Vorderhaus von Nordosten, September 2012 mini|Portal des Vorderhauses, Juli 2010 mini|Innenhof mit Hinterhaus von Südwesten, Juli 2010 mini|Sogenannter Waidspeicher im Innenhof von Nordosten, Juli 2010 Das Haus zum Güldenen Krönbacken ist ein ehemaliger Handelshof in der Michaelisstraße 10 in der Altstadt von Erfurt. Er umfasst das Haupthaus an der Straße, einen großen Hof mit Nebengebäuden und dem heute kulturell genutzten sogenannten Waidspeicher im hinteren Teil.
Geschichte und Architektur Der älteste Bestandteil des Gebäudes sind Teile des Kellers und des Erdgeschosses aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Die ältesten Reste dieser Bauphase im Vorderhaus datieren auf das Jahr 1267. Auf dieses Erdgeschoss wurde 1326 ein Fachwerkbau aufgesetzt, der 1433 nach hinten vergrößert wurde. Hierbei wurde hofseitig eine sehr große Holzstube eingebaut, deren Reste sich noch heute im Gebäude nachweisen lassen.
In der Mitte des 15. Jahrhunderts kam der Krönbacken in das Eigentum der berühmten Erfurter Patrizierfamilie von der Sachsen, die 1468 den in Teilen ebenfalls älteren sogenannten Waidspeicher im Hof neu aufführen ließ. In dieser Zeit machte u. a. der Waidhandel Erfurt zu einer der reichsten Städte Mitteleuropas, wovon heute noch mehrere große Speicher in der Altstadt zeugen.
Um 1500 ließ der Klerus die direkt neben den dem Krönbacken stehende Michaeliskirche um die Dreifaltigkeitskapelle mit dem markanten Erker ergänzen, welche mit ihrer Außenwand direkt an das Vorderhaus angebaut ist. Im zweiten Obergeschoss befand sich für die hier lebende Bewohnerschaft eine Öffnung zum Kapellenraum. 1534 entstand die spitzbogenförmige und somit noch in gotischen Formen gehaltene Hofeinfahrt; 1561 ihr Fachwerkaufsatz sowie das Sitznischenportal mit Fenstergruppe an der Michaelisstraße, die bereits die Formensprache der Renaissance rezipierten. Aus dieser Zeit haben sich auch die bedeutenden Wappen des Erbauers der Renaissancefassade, Ilgen von Milwitz und seiner Frau Anna Schwanfoglin erhalten.
Noch während des wirtschaftlichen Niedergangs der Stadt baute man zwischen 1674 und 1684 im Erdgeschoss einen Kontor ein, um den Hof weiterhin als Handelshaus zu nutzen. Ein weiterer größerer Umbau wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts durchgeführt, wobei unter anderem die Keller teilweise umgebaut wurden. In den darauffolgenden Jahrhunderten lässt sich bis in die 1960er Jahre eine Eigentümerhistorie mit zahlreichen prominenten Erfurter Familien verfolgen.
Im Dezember 1990 begann unter dem Büro Rittmansperger + Partner die umfangreiche baugeschichtliche Untersuchung und Sanierung des Ensembles. Dies betraf vor allem den Ausbau des ehemaligen Waidspeichers zum „Kulturhof“: der Dachstuhl, durch unfachmännische Reparaturen und Einbauten geschwächt, musste neu ausgesteift und rund ein Drittel der Hölzer ausgetauscht werden. Störende Einbauten wurden ebenso wie das später errichtete Treppenhaus entfernt.
Nach Fertigstellung der Arbeiten 1992 trat der hallenartige Charakter des Gebäudes ebenso wie der technisch aufwändige, nun einsehbare Dachstuhl im Obergeschoss wieder in den Vordergrund. Im Norden des Hofes wurde bis Mai 1994 ein Funktionsneubau in moderner Formensprache, aber unter Verwendung des regionaltypischen gelben Sandsteines errichtet. Er dient dem seitdem als Kulturhaus für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzten Waidspeicher als Foyer, Garderobe, Treppenhaus und Technikgeschoss. Für Sicherung und Neubauten wurden rund 6,2 Millionen DM aufgewendet.
Das Kulturkonzept der Landeshauptstadt Erfurt von 2013 sieht nunmehr den Einbau eines Geschichtsportals der Erfurter Geschichtsmuseen vor.
Literatur
Weblinks
Website des Kulturhofs Krönbacken Geschichtsportal Krönbacken auf erfurt-web.de
Einzelnachweise
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