Günter Glombitza (* 27. Mai 1938 in Breslau, Schlesien; † 28. Mai 1984 in Magdeburg) war ein deutscher Maler und Grafiker in der DDR.
Leben Die Familie Glombitzas wurde in der Folge des Zweiten Weltkrieges aus Schlesien vertrieben und kam in die Sowjetische Besatzungszone. Glombitza absolvierte von 1953 bis 1955 in Zwickau eine Lehre als Tischler. In diesem Beruf war er zunächst in Zwickau und später in Leipzig u. a. im Messebau tätig. Bereits in der Zwickauer Zeit belegte er Mal- und Zeichenkurse. Von 1959 bis 1961 leistete er Wehrdienst in der NVA. 1961 bis 1966 studierte er an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Einer seiner Dozenten war Bernhard Heisig. 1972 hatte er seinen Durchbruch auf der VII. Kunstausstellung der DDR mit dem Ölgemälde Junges Paar (90 × 90 cm, 1970). Zudem gab das Ministerium für Post- und Fernmeldewesen der DDR zum Tag der Philatelisten 1973 ein Sonderpostwertzeichen mit dem Motiv Junges Paar heraus.Vgl. Sonderpostwertzeichen Junges Paar. In: Neues Deutschland 28 (1973), Nr. 253, 13.9.1973, S. 8.
Bis 1976 war Glombitza in Leipzig als Maler und Grafiker tätig, dann siedelte er nach Zerbst über, wo er auch einen Mal- und Zeichenzirkel leitete.
Aus der Leipziger Schule hervorgegangen, vertrat er ursprünglich den Stil der Neuen Sachlichkeit, die in den 1970er Jahren in der DDR populär war. Später wandelte sich sein Stil in Richtung des Phantastischen Realismus, auch mit surrealen Zügen. In seinen Buchillustrationen lassen sich Anklänge an den Jugendstil erkennen.
Glombitza war Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR, von 1974 bis 1976 Mitglied deren Zentraler Arbeitsgemeinschaft Junge Kunst und von 1976 bis 1983 des Bezirksvorstandes Magdeburg. Er hatte in der DDR und im Ausland eine bedeutende Zahl von Einzelausstellungen und Gruppenausstellungen, u. a. von 1972 bis 1988 die VII. bis X. Kunstausstellung der DDR in Dresden und 1974 in Helsinki DDR-Kunst. Das Museum der Stadt Zerbst zeigt eine ständige Ausstellung mit Werken Glombitzas.
Glombitza unternahm Studienreisen nach Rumänien (1973), in die Sowjetunion und nach Bulgarien.
Er hinterließ auf Grund seines frühen Todes ein nicht sehr umfangreiches Werk aus Gemälden, Grafiken, Zeichnungen und Buchillustrationen.
Werkbeispiele Siehe auch Bildindex der Kunst & Architektur – Startseite Bildindex
Tafelbilder A. Rink (1964, Öl, Museum der Stadt Zerbst) Stillleben mit Pfingstrosen (1967, Öl, 79 × 56 cm; Kunstarchiv Beeskow)Günter Glombitza. Stilleben mit Pfingstrosen. 1967 - Kunst in der DDR / Werke Selbstbildnis (1970, Öl, Kunstmuseum Moritzburg, Halle) Selbstbildnis mit Zeitung (1971) Regenfisch (1974)Regenfisch. :: Museum Europäischer Kulturen :: museum-digital:deutschland Selbstbildnis (1978, Mischtechnik, Kunstsammlung im Stadtmuseum Jena) Irdische und Phantastisches (1983; Museum der Stadt Zerbst)
Zeichnungen
Tanzschülerinnen (1970; Bleistift auf Karton; 100 × 70 cm) Figuration C (1983; Bleistift; 100 × 80 cm; auf der X. Kunstausstellung der DDR; aus dem Bestand der Stadt Magdeburg)
Buchillustrationen Gunter Preuß: Die großen bunten Wiesen. Erzählungen. NL Podium, 1976. Heinz Kruschel: Zwei im Kreis. Erzählung. Verlag Neues Leben Berlin, 1979. Gunter Preuß: Die Nacht vor dem Gewitter. Erzählungen. Verlag Neues Leben Berlin, 1982. Bestell-Nr. 6427755 Hannelore Fritzke: Über den Wolken scheint immer die Sonne. Erzählung. Hinstorff Verlag Rostock 1978. Bestell-Nr. 5224163
Postume Einzelausstellung
2023: Zerbst, Museum der Stadt Zerbst ("Hommage an Günter Glombitza")
Literatur
Saur. Allgemeines Künstlerlexikon. Band 56, 1992, S. 211
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (DDR) Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1938 Kategorie:Gestorben 1984 Kategorie:Mann