mini|Blick auf die Innenstadt vom Aussichtspunkt Zeiselberg mini|Unterer Marktplatz
Schwäbisch Gmünd (Aussprache: []) ist eine Stadt im Osten Baden-Württembergs, die etwa 50 km östlich der Landeshauptstadt Stuttgart liegt. Die frühere Reichsstadt gehört zur Region Ostwürttemberg und zur Randzone der europäischen Metropolregion Stuttgart. Sie ist sowohl einwohner- als auch flächenmäßig die größte Stadt im Remstal. Hinsichtlich der Bevölkerungsgröße ist sie nach Aalen die zweitgrößte Stadt des Ostalbkreises sowie der gesamten Region Ostwürttemberg, in der sie ein Mittelzentrum für ihr Umland bildet. Seit 1956 ist Schwäbisch Gmünd Große Kreisstadt und seit 1973 der Sitz des Regionalverbandes Ostwürttemberg.
Von 1805 bis 1934 hieß die Stadt amtlich Gmünd,Württembergisches Städtebuch von 1962. eine Bezeichnung, die im örtlichen Sprachgebrauch weiterhin verwendet wird. Der Name der Stadt leitet sich vom Zusammenfluss („Gemünde“) vieler Bäche mit der Rems ab.Klaus Pavel (Hrsg.): „25 Jahre Ostalbkreis 1973–1998. Eine Dokumentation“. In Ostalbkreis. Informationen zur Kreisgeschichte, Band 1, Landratsamt Aalen, Aalen, 1998, S. 76.
Geographie mini|Furtlepass mini|Kaiserberge mini|Kaltes Feld vom Hornberg aus, mit Flugplatz im Vordergrund
Geographische Lage Schwäbisch Gmünd liegt in einer Talweitung der Rems zwischen den Randhöhen des Welzheimer Waldes (Teil des Schwäbisch-Fränkischen Waldes) im Norden und dem Vorland der östlichen Schwäbischen Alb im Süden sowie im Mündungsgebiet einiger Nebenbäche des Flusses. Der Stadtteil Degenfeld liegt jenseits des Furtlepasses im Tal der zur Fils fließenden Lauter.
Geologie Zwischen seinem tiefsten Punkt beim Ausfluss der Rems auf rund und seinem höchsten auf dem Kalten Feld auf rund erstreckt sich das Stadtgebiet auf knapp 500 Höhenmeter. Wegen dieser großen Lageunterschiede und seiner beträchtlichen Ausdehnung ist die Geologie Gmünds recht vielfältig.
Der Keuper prägt den Talgrund und die Hänge der Tallagen, vor allem um die Gmünder Kernstadt. Über dem Stubensandstein, der im Umkreis der Stadt gebrochen wurde und unter anderem für den Bau des Gmünder Münsters verwendet wurde, steht auch Knollenmergel an, der die Erschließung der Hänge durch seine körnige Konsistenz erschwert, weil er vor allem bei Wasserzutritt sehr zum Quellen und Abrutschen neigt.
Über dem Keuper erstrecken sich Ebenen des Süddeutschen Juras. Um Großdeinbach, Wetzgau-Rehnenhof, Straßdorf und Metlangen liegt Schwarzer Jura. Im unteren Schwarzjura steht über dünnen Schichten von Psilonoten-Kalkstein und Tonmergel hauptsächlich der Angulatensandstein an, der in der Region unter anderem für den Bau der Gmünder Stadtmauer gebrochen wurde. Darüber findet man um Schwäbisch Gmünd Arietenkalk, weitere Mergelschichten sowie Tonschiefer, in dem das als Katzengold bekannte Pyrit auftritt.
Erhebungen über diesen Ebenen wie der Kaiserberg Rechberg bestehen aus Braun- und sogar Weißjura. Der für den Braunen Jura charakteristische Brauneisensandstein mit seinen Oolith-Eisenerzvorkommen wurde in der Region nicht nur zur Verhüttung abgebaut, sondern lieferte auch Rohstoff zum Hausbau; die Steine sowohl der Wallfahrtskirche als auch der Burg auf dem Rechberg stammen aus dieser Schicht. Der eisenhaltige Sandstein wechselt sich mit Mergelschichten ab.
Der Geologische Pfad von Schwäbisch Gmünd hinauf auf den Hohenrechberg zeigt die Schichten in Aufschlüssen am Wegesrand.Geologischer Pfad Schwäbisch Gmünd-Hohenrechberg, Einführung in die Landschaftsgeschichte und Landschaftsformen der östlichen Schwäbischen Alb und des Albvorlandes, 3. Auflage, 1988, Hrsg. v. Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd e. V.
Gewässer mini|Rems in Schwäbisch Gmünd
Das größte Gewässer von Schwäbisch Gmünd ist die Rems. Sie tritt im Osten, von Böbingen kommend, in das Stadtgebiet ein, durchfließt in westlicher Richtung Zimmern, Hirschmühle und Hussenhofen, anschließend die Kernstadt, und verlässt dann die Gemarkung im Westen auf Lorch zu.
Viele durch das Stadtgebiet fließende Gewässer entwässern im Stadtgebiet zur Rems, vom Norden her vor allem der Sulzbach durchs Schießtal und der von Großdeinbach kommende Rotenbach. Vom Süden mit dem Albrand und seinem Vorfeld her sind es deutlich mehr größere Zuflüsse, nämlich der Krümmlingsbach bei Zimmern, der am Altstadtrand zufließende Josefsbach, der wenig oberhalb erst aus der Vereinigung von Waldstetter und Bettringer Bach entsteht, der Deutenbach mit seinem großen Zufluss Heuselbach aus der Gegend von Straßdorf, der am Zusammenfluss von Felbenbach und Höllbach beginnende Tiefenbach und zuunterst der Tannbach. Darunter ist der Josefsbach mit über 13 km Länge ab seiner obersten Quelle der größte Remszufluss, alle anderen genannten liegen zwischen 4 und 5½ km.
Das Stadtgebiet endet nördlich des Stadtteils Lindach am rechten Ufer der Lein oder wenig jenseits. Sie fließt fast durchweg auf Gegenkurs zur Rems vom Neckar weg, in den aber ihr Wasser über den Kocher weit abwärts letztlich doch gelangt. Im südlichsten Stadtteil Degenfeld in der Nähe des Furtlepasses entspringt die Lauter, die ebenfalls nicht in die Rems mündet, sondern deren Abfluss über die Fils merklich oberhalb des Remszuflusses den Neckar erreicht.
Das Bud-Spencer-Freibad im Schießtal nutzt den künstlich angelegten Schießtalsee.
Schutzgebiete Das Stadtgebiet von Schwäbisch Gmünd erstreckt sich über vier Naturschutzgebiete: Bargauer Horn (25,2 ha, Ausweisung 1939), Bargauer Horn. Kaltes Feld mit Hornberg, Galgenberg und Eierberg (634,4 ha, Ausweisung 1939), Kaltes Feld mit Hornberg, Galgenberg und Eierberg. Lindenfeld (75,0 ha, Ausweisung 1994), Lindenfeld. Scheuelberg (119 ha, Ausweisung 1998), Scheuelberg.
Die Liste der Naturdenkmale in Schwäbisch Gmünd weist zudem 17 flächenhafte Naturdenkmale und 27 Einzelgebilde-Naturdenkmale aus.
Klima Die nachfolgenden Klimagrößen stammen von der Wetterstation im Stadtteil Straßdorf auf , die etwa 90 Höhenmeter über der Kernstadt liegt. Wegen der großen topographischen Variabilität im Stadtgebiet, das sich von den Randhöhen des Welzheimer Waldes über den Grund des Remstals bis zu den ersten Bergen der Schwäbischen Alb ausbreitet, können einzelne Stadtteile merklich abweichende Werte haben. Im Talgebiet von Schwäbisch Gmünd werden im Mittel zirka 90 Frosttage und zirka 40 Sommertage gemessen. In der Zeit von 1971 bis 2000 wurde an 11 bis 20 Tagen eine geschlossene Schneedecke festgestellt, die durchschnittliche Windgeschwindigkeit betrug 2 m/s.Landschaftsplan Verwaltungsgemeinschaft Schwäbisch Gmünd – Waldstetten vom 8. Februar 2011, S. 26 ff.
Nachbargemeinden Im Uhrzeigersinn und im Norden beginnend grenzen folgende Städte und Gemeinden an die Stadt: Mutlangen, Durlangen, Täferrot, Iggingen, Böbingen an der Rems, Heubach, Bartholomä (alle wie Gmünd im Ostalbkreis), Lauterstein (Landkreis Göppingen), Waldstetten (Ostalbkreis), Donzdorf, Ottenbach, Göppingen, Wäschenbeuren (alle Landkreis Göppingen), Lorch (Ostalbkreis) sowie Alfdorf (Rems-Murr-Kreis).
Stadtgliederung mini|420px|alt=Grafik mit den Stadtteilgrenzen der Gmünder Teilorte|Stadtteile von Schwäbisch Gmünd
Das Stadtgebiet Schwäbisch Gmünds umfasst die Kernstadt, den 1938 eingemeindeten Wohnplatz Wetzgau, die 1959 eingegliederte Gemeinde Bettringen (Ober- und Unterbettringen) sowie die im Rahmen der Gebietsreform der 1970er Jahre eingegliederten acht Gemeinden Bargau, Degenfeld, Großdeinbach, Herlikofen, Lindach, Rechberg, Straßdorf und Weiler in den Bergen mit ihren Ortsteilen und Weilern. Die elf Stadtteile Bargau, Degenfeld, Bettringen, Großdeinbach, Hussenhofen, Herlikofen, Lindach, Rechberg, Rehnenhof-Wetzgau, Straßdorf und Weiler bilden Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit je einem von den Einwohnern der jeweiligen Ortschaft gewählten Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher an der Spitze. In jedem Stadtteil gibt es ein Bezirksamt.
Zu den eingegliederten Gemeinden gehört teilweise eine Vielzahl meist räumlich getrennter Wohnplätze oder Ortsteile. Davon haben die meisten eine lange Geschichte, so wurde der Ortsteil Zimmern mutmaßlich bereits im Jahre 839 urkundlich erwähnt. Andere wurden als neue Baugebiete angelegt und erhielten später einen eigenen Namen, haben aber oftmals keine festgelegten Grenzen. Im Einzelnen gliedert sich die Stadt in: Stadtteil Wappen Eingemeindung Fläche Einwohner weitere WohnplätzeBargau 40px|Wappen von Bargau 01.01.1971 8,51 km2 2.800Birkhof, Oberer Lauchhof und SchlössleBettringen 40px|Wappen von Bettringen 01.04.1959 10,86 km2 10.000Hetzenbühl, Kellerhaus, Lindenhof, Talacker und Unterer LauchhofDegenfeld 40px|Wappen von Degenfeld 01.01.1971 9,26 km2 489HornbergGroßdeinbach 40px|Wappen von Großdeinbach 01.03.1972 14,29 km2 4.090Kleindeinbach, Hangendeinbach, Wustenriet, Waldau, Haselbach-Söldhaus, Radelstetten, Sachsenhof und ZiegerhofHerlikofen 40px|Wappen von Herlikofen 01.01.1969 5,35 km2 3.300Gmünder Feld, ehemalige Burg im sogenannten Eckwald (Burg Herlikofen)Hussenhofen 40px|Wappen von Hussenhofen 01.01.1969 7,09 km2 2.600Zimmern, Birkhof, Hirschmühle und BurgholzLindach 40px|Wappen von Lindach 01.07.1971 4,78 km2 3.000Grünhalde und Schloss LindachRechberg 40px|Wappen von Rechberg 01.01.1975 7,08 km2 1.325Bärenhöfle, Birkhäusle, Braunhäusle, Fuchshof, Häge, Heustaig, Hohenrechberg, Kleinishof, Kratzerhöfle, Krempelhaus, Ödengehren, Schlossberg, Schurrenhof, Starrenhof, Stollenhäusle, Stollenhof, Unterer Kleinishof und ZiegelhütteStraßdorf 40px|Wappen von Straßdorf 01.04.1972 13,67 km2 3.610Hinterhochstett, Hokenschue, Hummelshalden, Metlangen, Reitprechts, Schirenhof, Schönbronn und VorderhochstettWeiler in den Bergen 40px|Wappen von Weiler in den Bergen 01.01.1971 11,76 km2 1.112Bilsenhof, Giengerhof, Herdtlinsweiler, Krieghof, Oberer Haldenhof, Ölmühle, Steinbacher Höfe und Unterer Haldenhof sowie die abgegangenen Siedlungen Behnburg, Burghalde und Burg Stubenberg.Rehnenhof-Wetzgau 40px|Wappen von Rehnenhof-Wetzgau 01.04.1938 4.000 keine weiteren Wohnplätze
Raumplanung Die Region Ostwürttemberg hat als einzige Region Baden-Württembergs kein Oberzentrum. Dessen Funktionen teilen sich die Mittelzentren Schwäbisch Gmünd, Aalen, Ellwangen (Jagst) und Heidenheim an der Brenz. Zum Mittelbereich Schwäbisch Gmünd gehören die Städte und Gemeinden im Westen des Ostalbkreises Bartholomä, Böbingen an der Rems, Durlangen, Eschach, Göggingen, Gschwend, Heubach, Heuchlingen, Iggingen, Leinzell, Lorch, Mögglingen, Mutlangen, Obergröningen, Ruppertshofen, Schechingen, Spraitbach, Täferrot und Waldstetten.
Flächenaufteilung
Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Schwäbisch Gmünd.
Geschichte mini|Quellnymphe im Militärbad des Kastells Schirenhof mini|Touristisches Hinweisschild von Schwäbisch Gmünd
Geschichte bis zum Ende der Stauferzeit hochkant|mini|Autograph der Gmünder Chronik von Paul Goldstainer (1549/1550) mini|links|hochkant|Die Stauferstele auf dem Johannisplatz, die auf die staufischen Einflüsse hinweist mini|links|Der Gmünder Stauferfries in der Ledergasse erinnert an den Besuch von Konradin im Jahre 1266 mini|Schwäbisch Gmünd im 17. Jahrhundert mini|Schwäbisch Gmünd 1750 mini|Schwäbisch Gmünd um 1900 mini|Feierlichkeiten zum 1. Mai 1937 mini|Schwäbisch Gmünd 2010 mini|Schwäbisch Gmünd Panorama 2025