miniatur|Polizist bei einer Pesade, 1932 mini|Pesade an der Hand Die Pesade (ital. „posata“ von „posare“ = Modell stehen, posieren, laut Waldemar Seunig daraus später Pesade von „pesare“ = wiegenWaldemar Seunig: Von der Koppel bis zur Kapriole, die Ausbildung des Reitpferdes, Georg Olms Verlag AG 1996, Nachdruck der Ausgabe Berlin 1943, S. 376) ist eine Übung der klassischen Reitkunst, bei der das Pferd sein Gewicht auf die gebeugten Hinterbeine verlagert, seinen Rumpf in einem Winkel von mehr als 45° zum Boden hebt und die Vorderbeine an den Leib zieht. Ist der Winkel kleiner, spricht man von einer Levade. Die beiden Begriffe Levade und Pesade waren synonym, bis sie Ende des 19. Jahrhunderts von Gustav SteinbrechtDas Gymnasium des Pferdes, Gustav Steinbrecht, 1886 unterschieden wurden.

Die Pesade ist die Veredlung des natürlichen Aufbäumens (Steigens) des Pferdes. Sie wurde schon früh von Reiterkriegern genutzt, um den Leib des Pferdes als Schild und die Vorderhufe als Waffe einzusetzen.

Das kunstvolle Erheben wird erstmals 400 v. Chr. vom griechischen Kriegspferdeausbilder Xenophon erwähnt.

Die Pesade zählt zu den Schulen über der Erde der Reitkunst. Diese werden unterschieden in Erhebungen (Levade und Pesade) und Schulsprünge (Croupade, Ballotade, Kapriole, Wiener Courbette).

Guérinière setzt die Pesade auch zur Verbesserung des Tummelns (Tèrre-à-tèrre, Mezair, Courbette) ein.

Die Pesade wird zumeist erst an der Hand geschult, bevor sie unter dem Reiter ausgeführt wird. Sie wird aus der Piaffe oder der Parade im Stand entwickelt. Holleufer unterscheidet drei verschiedene Manieren, die Pesade auszuführen:

In der Pesade ist das Körpergewicht des Pferdes gleichmäßig auf beide Hinterbeine verteilt, die nebeneinander stehen. Die Vorderbeine sind angewinkelt an den Leib gezogen, das Pferd balanciert sich in beigezäumter Haltung und verharrt oft wesentlich länger als eine Sekunde in der Pesade. Anders verhält es sich beim Steigen. Dabei bäumt sich das Pferd auf, wirft Hals und Kopf hoch und zeigt verschiedene sonstige Abweichungen von der beschriebenen Form, wobei rascher Balanceverlust bis hin zum Ausrutschen oder Überschlagen führen kann.

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Einzelnachweise

Kategorie:Lektion (Dressurreiten)