mini|Karte der Diözesen der Scottish Episcopal Church

Die (schott.-gäl.: Eaglais Easbaigeach na h-Alba, dt. Schottische Episkopalkirche) ist eine Mitgliedskirche der Anglikanischen Gemeinschaft.

Geschichte In der Geschichte der Reformation in Schottland entwickelte sich der Presbyterianismus im Laufe des 17. Jahrhunderts zur bei weitem stärksten Richtung. Er prägte die Church of Scotland. Einer seiner Grundsätze – dieser wurde sogar namengebend – ist die Leitung der Kirche durch Presbyter (Älteste). Demgegenüber hielt eine Minderheit der Gläubigen und insbesondere des Klerus in der Auseinandersetzung mit der presbyterianischen Mehrheit am Prinzip der bischöflichen (episkopalen) Leitung fest.

Als sie 1689, nach der Glorious Revolution, aufgefordert wurden, den Treueid auf den neuen König Wilhelm III. zu leisten, lehnten zahlreiche episkopal gesinnte schottische Bischöfe und Geistliche dies ab und wurden daraufhin als „Non-Jurors“ („Nicht-Schwörer“) amtsenthoben oder von presbyterianisch gesinnten Gläubigen vertrieben.John Parker Lawson: History of the Scottish Episcopal Church from the Revolution to the Present Time. Gallie and Bayley, Edinburgh 1843, S. 88–91 und S. 122–124. Daraufhin trennten sie sich 1690 von der Church of Scotland.John Parker Lawson: History of the Scottish Episcopal Church from the Revolution to the Present Time. Gallie and Bayley, Edinburgh 1843, S. 150. Im Laufe der folgenden Jahre konstituierten sie die Episcopal Church in Scotland (so der erste Name, später Episcopal Church of Scotland).John Parker Lawson: History of the Scottish Episcopal Church from the Revolution to the Present Time. Gallie and Bayley, Edinburgh 1843, S. 167. Nach der Vereinigung von England und Schottland im Jahr 1707 wurde die Episcopal Church of Scotland im Scottish Episcopalians Act 1711 gesetzlich anerkannt.

Nachdem sich überdurchschnittlich viele „Episcopalians“ (Anhänger der Episcopal Church of Scotland) 1715 am Ersten Jakobitenaufstand beteiligt hatten, wurden der Episcopal Church 1719 per Gesetz zahlreiche Beschränkungen auferlegt. U. a. durften an einem Gottesdienst – abgesehen von den Familienangehörigen des Geistlichen – höchstens neun Gläubige teilnehmen.Gerald Stranraer-Mull: A church for Scotland. The story of the Scottish Episcopal Church. Edinburgh 2012, S. 19. Nach dem Zweiten Jakobitenaufstand 1745 zerstörten englische Truppen zahlreiche episkopale Kirchen.

Die Strafgesetze (Penals Acts) wurden im Folgejahr verschärft: Fortan durften höchstens vier Gläubige gleichzeitig an einem Gottesdienst teilnehmen. Deshalb feierten die Geistlichen sonntags an einem Ort bis zu 15 Gottesdienste hintereinander, dazu weitere an den Wochentagen.Gerald Stranraer-Mull: A church for Scotland. The story of the Scottish Episcopal Church. Edinburgh 2012, S. 20. Außerdem wurde den episkopalen Gläubigen das Wahlrecht entzogen; sie durften kein öffentlichen Ämter ausüben oder an einer Universität studieren. 1792 wurden die Strafgesetze gegen die Episcopalians aufgehoben.John Parker Lawson: History of the Scottish Episcopal Church from the Revolution to the Present Time. Gallie and Bayley, Edinburgh 1843, S. 430. Allerdings wurden die von der Church of Scotland übernommenen Kirchen den episkopalen Gemeinden nicht zurückgegeben.Gerald Stranraer-Mull: A church for Scotland. The story of the Scottish Episcopal Church. Edinburgh 2012, S. 22.

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden in der Episcopal Church of Scotland vier ordensähnliche Frauengemeinschaften, darunter die Community of Saint Margaret of Scotland, die von 1864 bis 2002 bestand.Gerald Stranraer-Mull: A church for Scotland. The story of the Scottish Episcopal Church. Edinburgh 2012, S. 23. Im Jahr 1900 zählte die Episcopal Church in Schottland gut 124.000 Mitglieder in 356 Gemeinden.Artikel Scotland, Episcopal Church of. In: Encyclopædia Britannica. 11. Auflage. Band 24 (1911), S. 467–468, hier S. 467.

Im Jahr 1973 wurde die Beschränkung des Klerus auf hauptamtliche Theologen aufgehoben: Damals wurden erstmals Laien ordiniert, die kein volles Theologiestudium absolviert hatten und weiterhin einem Zivilberuf nachgingen.Gerald Stranraer-Mull: A church for Scotland. The story of the Scottish Episcopal Church. Edinburgh 2012, S. 30. 1994 wurden die ersten Frauen ordiniert.Gerald Stranraer-Mull: A church for Scotland. The story of the Scottish Episcopal Church. Edinburgh 2012, S. 32. Die Generalsynode von 2002 ermöglichte auch die Bischofsweihe für Frauen. Im Juni 2017 ermöglichte die Generalsynode die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare.BBC:Scottish Episcopal Church approves gay marriage

Gliederung, Leitung und Mitgliedschaft Die Scottish Episcopal Church besteht aus sieben Diözesen: Diözese GemeindenKathedrale Lage der Diözesen in Schottland WebseiteDiözese von Aberdeen und Orkney47St Andrew’s Cathedral, Aberdeen120px120pxaberdeen.anglican.orgDiözese von Argyll und The Isles33St John’s Cathedral, Oban120px120pxargyll.anglican.orgCathedral of The Isles120pxDiözese von Brechin29St Paul’s Cathedral, Dundee120px120pxthedioceseofbrechin.orgDiözese von Edinburgh57St Mary’s Cathedral, Edinburgh120px120pxedinburgh.anglican.orgDiözese von Glasgow und Galloway65St Mary’s Cathedral, Glasgow120px120pxglasgow.anglican.orgDiözese von Moray, Ross und Caithness39Inverness Cathedral120px120pxmoray.anglican.orgDiözese von St Andrews, Dunkeld und Dunblane53St Ninian’s Cathedral, Perth120px120pxstandrews.anglican.org

Die Leitung obliegt dem Bischofskollegium (College of Bishops), dessen Sprecher ein Primas ohne festen Sitz ist. Außerdem tagt alljährlich die Synode (General Synod). Sitz der Kirche ist Edinburgh.

Die Mitgliederzahl liegt bei etwa 27.585. Die Church of Scotland und die römisch-katholische Kirche sind somit weit mitgliederstärker.

Die Scottish Episcopal Church ist Mitglied der Porvoo-Gemeinschaft, mit deren Kirchen sie volle Kirchengemeinschaft vereinbart hat.

Literatur in der Reihenfolge des Erscheinens John Parker Lawson: History of the Scottish Episcopal Church from the Revolution to the Present Time. Gallie and Bayley, Edinburgh 1843. Frederick Goldie: A Short History of the Episcopal Church in Scotland. From the Restoration to the Present Time. Saint Andrew Press, Edinburgh 1976, ISBN 0-7152-0315-0. Gerald Stranraer-Mull: A church for Scotland. The story of the Scottish Episcopal Church. 4., überarbeitete Auflage. General Synod of the Scottish Episcopal Church, Edinburgh 2012, ISBN 0-905573-42-0.

Weblinks Liturgie nach dem Book of Common Prayer 1982 Homepage der Scottish Episcopal Church Liste der Primates der Scottish Episcopal Church

Einzelnachweise

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