Bellmuth ist der nach Einwohnerzahl kleinste Ortsteil der Gemeinde Ranstadt im hessischen Wetteraukreis.

Geographische Lage Bellmuth liegt am südwestlichen Teil des Vogelsberges am Laisbach. Der Hauptort Ranstadt liegt westlich und ist über die Kreisstraße 198 zu erreichen.

Ortsgeschichte Mittelalter Die Ersterwähnung von Bellmuth erfolgte um 1040 in einer Schenkung an das Kloster Fulda. Etwa um das Jahr 1160 entstand das Kopiar Codex Eberhardi, in dem diese Schenkung als „Bellemunt“ genannt wird.Heinrich Meyer zu Ermgassen (Herausgeber): Der Codex Eberhardi des Klosters Fulda, Band 1 (1995), Band 2 (1996), Band 3 (2007) und Band 4: Der Buchschmuck des Codex Eberhardi (2009), Marburg. ISBN 3770810449 (Bd. 1), ISBN 3770810597 (Bd. 2), ISBN 9783770813131 (Bd. 3), ISBN 9783863541378 (Bd. 4), Bd. 2, S. 303, fol. 158 vb, S. 324 f, fol. 172 r.

Neuzeit Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Bellmuth:

Ein US-Bomber stürzte am 12. Mai 1944 nahe Bellmuth ab, der bei einem Angriff auf Frankfurt beschädigt wurde. Von den zehn Besatzungsmitgliedern starben fünf.Wetterauer Zeitung Nr. 15, 18. Januar 2025, S. 36.: Ich sehe den Bomber noch ganz genau.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 1. Oktober 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Ranstadt, Bellmuth, Bobenhausen I, Dauernheim und Ober-Mockstadt freiwillig zur Großgemeinde Ranstadt. Als Sitz der Gemeindeverwaltung wurde der Ortsteil Ranstadt bestimmt. Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden von Ranstadt wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Bellmuth angehört(e):

Vor 1450: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Ziegenhain, Amt Nidda, Gericht Nidda 1450–1495: Erbstreit zwischen der Landgrafschaft Hessen und den Grafen von Hohenlohe ab 1450: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Nidda, Gericht Nidda ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Nidda, Gericht Nidda 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg) ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Nidda, Gericht Nidda 1787: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt Nidda und Lißberg, Gericht Nidda ab 1806: Großherzogtum Hessen,Infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Oberhessen, Amt und (seit 1803) Gericht Nidda ab 1815: Großherzogtum HessenDas Großherzogtum Hessen war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als gescheiterter Versuch einer erneuten Reichsgründung., Provinz Oberhessen, Amt Nidda ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk NiddaTrennung zwischen Justiz (Landgericht Nidda) und Verwaltung. ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Nidda ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1867: Norddeutscher BundDer Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Infolge des Deutschen Krieges wurde die Provinz Oberhessen dort zwangsweise Mitglied., Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1874: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis BüdingenIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurden die Provinz Oberhessen aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen, Gemeinde RanstadtAm 1. Oktober 1971 als Ortsbezirk zur Gemeinde Ranstadt. ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis, Gemeinde Ranstadt

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Bellmuth 156 Einwohner. Darunter waren 3 (1,9 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 30 Einwohner unter 18 Jahren, 66 zwischen 18 und 49, 30 zwischen 50 und 64 und 27 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 69 Haushalten. Davon waren 24 Singlehaushalte, 12 Paare ohne Kinder und 24 Paare mit Kindern, sowie 9 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 15 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 48 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung • 1791: 78 Einwohner • 1800: 78 Einwohner • 1806: 88 Einwohner, 14 Häuser • 1829: 89 Einwohner, 15 Häuser • 1867: 115 Einwohner, 23 bewohnte Gebäude • 1875: 126 Einwohner, 22 bewohnte Gebäude

Historische Religionszugehörigkeit • 1829: 88 evangelische, einen katholischen Einwohner • 1961: 133 evangelische (= 92,36 %), 10 katholische (= 6,94 %) Einwohner

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die Fachwerkkirche wurde im Jahre 1731 erbaut. Neben ihr stehen heute noch das Backhaus und die Hofreite Thum.

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise Die Zugehörigkeit des Amtes Nidda anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und

Literatur Karlheinz Schmidt: "Bellemunt" um 1040 erstmals in Urkunde erwähnt, (pdf 769 kB, in: "bellmuth.info", Heft 2, 2014). Gerhard Inderwies: Knapp 1000 Jahre Geschichte, (pdf 146 kB, Auszug aus: "bellmuth.info", Heft 7, 2016).

Literatur über Bellmuth in der Deutschen Nationalbibliothek

Weblinks Ortsteil Bellmuth. In: Webauftritt der Gemeinde Ranstadt. „bellmuth.info“ – Beiträge zur Geschichte der ehemals selbstständigen Gemeinde Bellmuth (Online-Zeitschrift). Aktuelle und historische Bilder aus Bellmuth.

Kategorie:Ort im Wetteraukreis Kategorie:Geographie (Ranstadt) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Wetteraukreis) Kategorie:Ersterwähnung 1160 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971