Der Fauerbach ist ein knapp zehn Kilometer langer, linker und nördlicher Zufluss der Usa im nordwestlichen Bereich des hessischen Wetteraukreises. Er ist ein im bewaldeten Oberlauf grobmaterialreicher, silikatischer Mittelgebirgsbach, der ansonsten begradigt ist. Sein Einzugsgebiet ist 17,168 km2 groß und sein Mittlerer Abfluss beträgt 79,5 l/s. Er gehört zu den Gewässern der III. Ordnung.
Name 948 Fiurbach 1036 Fuerbach 1130 Fiurbach 1230 Furbach Fauerbach soll laut dem Deutschen Gewässernamenbuch eine Zusammensetzung von althochdeutsch „fiur“ (Feuer) mit dem Grundwort „-bach“ sein. Möglicherweise, weil am Bach mit Feuer gerodet wurde.Deutsches Gewässernamenbuch. De Gruyter, 2014, ISBN 978-3-11-019039-7, S. 141.
Geographie Quellbereich Der nördliche Quellast links|mini|Die gefasste Quelle des Fauerbachs Der Fauerbach entspringt im Naturpark Hochtaunus innerhalb der Gemarkung des Butzbacher Stadtteils Hoch-Weisel auf einer Höhe von einer gefassten Quelle östlich des hohen Hainbuchenkopfs. Seine Quelle liegt in den Bodenroder Kuppen des Östlichen Hintertaunus zwischen einem zum Butzbacher Wald gehörenden Laub- auf der rechten Seite und einem Mischwald auf der linken. Von der Quelle des Fauerbachs aus gesehen entspringt knapp einen Kilometer westnordwestlich der Rimbach, der über den Solmsbach in die Lahn entwässert und etwa einen Kilometer nordnordöstlich der westlichen Quelle der Issel.
Der noch junge Bach fließt zunächst in südlicher Richtung durch den Wald und wird nach etwa 400 Metern auf seiner rechten Seite von einem aus Westen kommenden zweiten Quellast gestärkt.
Der westliche Quellast links|mini|Die Quelle des westlichen Quellasts Dieser westliche Quellast entspringt auf einer Höhe von fast in einem Laubwald nahe einem Waldweg einer Sickerquelle etwa einen halben Kilometer ostnordöstlich des Hesselbergs, auf dem etwas südöstlich des ungefähr hohen Gipfels ein Sendemast der Funkstation Hesselberg steht, und ungefähr gleich weit entfernt von dem im West-Nordwesten stehenden hohen Gickel, über den die Wasserscheide zwischen Lahn und Main verläuft. Er fließt über einen halben Kilometer in Richtung Osten durch den Wald und vereinigt sich dann auf einer Höhe von knapp mit dem aus dem Norden kommenden Quellast .
Verlauf links|mini|Die Wasser führende Issel (rechts) mündet in den von links, Westen, kommenden Fauerbach (trocken) Der nun vereinigte Bach passiert die Gemarkungsgrenze von Hoch-Weisel nach dem Butzbacher Stadtteil Münster, zieht knapp einen Kilometer am westlichen Fuße des hohen Hügels Lammshard südsüdöstlich durch die Mischwaldflur Lamshart an drei Rheokrenen vorbei und biegt danach nordöstlich des hohen Sporns Nollkopf und etwa zweihundert Meter nördlich des Kreisjugendheims nach Osten ab. Das Heim wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Ernst und Lisa Sommerlad als Jagdhaus „Hubertus“ erbaut und mit Gaststube, Gästezimmern, Kegelbahn und einem Tanzsaal ausgestattet. 1949 kaufte der damalige Kreis Friedberg das Jagdhaus und nutzte es sodann als eines der ersten hessischen Jugendgästehäuser. In: Kreis-Anzeiger. 10. November 2017. Gut hundert Meter südlich des Heims liegt die Quelle des Forbachs.
Der Bach läuft nun gut einen Kilometer in östlicher Richtung in einem schmalen Grünstreifen, der rechts und links von Mischwald begleitet wird, durch die Flur Im Metzenhain. Er verlässt den Wald und wird bei der Flur Seewiese von links von der aus dem Nordwesten heranziehenden Issel gespeist (bei Fluss-Kilometer 7,3).
Der Fauerbach durchfließt nun zunächst Feuchtwiesen in der Flur Im Lochsee und etwas später den schon in den 1930er Jahren verlandeten ehemaligen „Pistorius’schen Teich“, der bereits im 16. Jh. existierte und als Mühlenteich diente. Der einstige Teich, von dem sich noch der Damm und die Einfriedung mit einer Weißdornhecke erhalten hat, ist heute ein mit Binsen bewachsenes Feuchtgrünland.Kulturlandschaftskataster bei Regiomap Frankfurt Vor dem Damm fließt ein von Südwesten kommender Bach, der einer sumpfigen Stelle im Grünland der Gemarkung Simm nahe der Landesstraße 3353 entspringt. Er mündet von rechts in den Fauerbach.
mini|Blick von Osten: Die Lochmühle Der Bach läuft dann an der nordwestlich des geschlossenen Dorfes Münster liegenden Lochmühle (Lochmühlenstraße 48) vorbei, deren Mahlbetrieb schon seit längerer Zeit eingestellt ist. Die noch vorhandenen Gebäude bilden einen dreiseitigen Hof, darunter ein als Wohngebäude dienender Fachwerkbau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.Ehem. Lochmühle, DenkXweb Östlich der Mühle stehen Ein- und Zweifamilienhäuser einer Wochenendsiedlung.
Er unterquert die Lochmühlenstraße, die ihn auf seinem weiteren Weg bis Münster begleiten wird, und zieht südwestwärts durch die Wiesen der Flur Im Löchel an der Hessenmühle vorbei. Die Hessenmühle wird heute als landwirtschaftlicher Hof genutzt. Der Bach kreuzt nun den Kuhhohlweg, fließt schnurgerade durch Grünland und erreicht knapp 300 Meter Bach abwärts die Ortslage von Münster. Dort stand früher etwa 300 Meter weiter östlich auf einem kleinen Berg das Schloss Philippseck. Es war ein frühneuzeitliches festungsartiges Schloss, das Landgraf Philipp III. von Hessen-Butzbach zwischen 1626 und 1628 nach eigenen Plänen erbauen ließ. Von der Anlage sind nur noch sehr geringe Reste erhalten.
Der Bach durchfließt das Dorf zunächst bis zur Isselbachgasse oberirdisch und verschwindet dann verrohrt in den Untergrund. In der Borngasse kommt er am östlichen Ortsrand wieder zu Tage und verlässt in einem befestigten Bachbett Münster gen Osten. Er unterquert den Friedhofsweg und wird zum ständigen Begleiter des am rechten Ufer in den 1990er-Jahren verlegten Hauptsammlers, der das Abwasser aus Münster zur gemeinsam mit dem anderen Butzbacher Stadtteil Fauerbach vor der Höhe betriebenen Teichkläranlage befördert. Auf dem Abwassersammler ist ein heute geteerter Weg angelegt, der als Radweg eine weniger fordernde Alternative zum Limes-Radweg über den Münsterer Hohlweg und Grabelicksweg bildet und auch von landwirtschaftlichen Fahrzeugen sowie zum Wandern und Spazieren gehen genutzt wird. Der Fauerbach ist nahezu auf dem gesamten Abschnitt bis Fauerbach und unter dem Ort bis zur Ober-Mörler Gemeindegrenze in ein mit Stein ausgekleidetes Bett gezwängt, dessen Schultern mit Kräutern, Stauden, Brombeeren, wilden Rosen bewachsen sind. Sein Ausbau auf Münsterer Gebiet erfolgte bereits um 1910 im Zuge eines Flurbereinigungsverfahrens. Dabei wurde die Sohle des Bachs mit senkrecht aufgestellten Platten aus Quarzitschiefer befestigt, die Ufer wurden durch das beidseitige Pflanzen von Erlen gesichert. Der Ausbau endete an der Gemeindegrenze, an einer steinernen Brücke, vor einem felsigen Hügel, dem „Wingertsberg“. Der nächste Ausbauschritt erfolgte im Rahmen einer Flurbereinigung auf Fauerbacher Gebiet 60 Jahre später. Hierbei wurden die Bachsohle und der untere Teil der Uferböschung mit häufig unregelmäßig geformten Basaltsteinen gepflastert.
Etwa 50 Meter unterhalb des Friedhofswegs mündet ein zeitweise Wasser führender Bach von rechts und Süden aus den Äckern südlich und oberhalb des Neubaugebiets Wolfsäcker. Wenige Dekameter darunter mündet ebenfalls von rechts der Auslass eines RÜs,WRRL-Viewer, Regenüberlauf unter Münster als olivfarbener Punkt etwa 350 Meter weiter von links und Norden ein Graben, der am Friedhof und Münsterer Hohlweg (in Fauerbach ist es der Grabelicksweg) die Abflüsse der Kreisstraße 15 von Hoch-Weisel aufnimmt. Unterhalb des Friedhofs sind Strukturen wie ein Graben und Röhricht erkennbar, die auf ehemalige Quellen nahe dem Friedhof oder südlich der Kirche hinweisen, welche durch Ausbaumaßnahmen, etwa Anlage von Schrebergärten, versiegten – oder ein Beleg dafür sind, dass der Fauerbach früher weiter nördlich floss, so wie in der Karte 14 des „Großherzogthume Hessen“ aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts dargestellt. Bei km 5,5 erreicht er die steilen Flanken des felsigen Wingertsbergs, den er südlich umfließen muss und so in die Gemarkung Unter der Mühl gelangt, der sich die Gemarkung Über den Erlen anschließt. In dieser entspringt, südlich und oberhalb der Landesstraße 3353 oder Münsterer Straße ein zeitweise Wasser führender Bach, der von rechts bei km 5,15 in den Fauerbach mündet. An ihm steht ein altes Wasserwerk von Fauerbach. Westlich vor dem Ort liegt am rechten Ufer der Sportplatz. Hier nimmt der Abstand des Bachs zum Radweg auf 20 Meter zu, steht im Bach bei km 4,62 ein kleines Wehr,WRRL-Viewer, Wehr vor Fauerbach als rote Raute das für Fische ein unüberwindliches Wanderhindernis darstellt. An einem querenden Feldweg am Ortsrand wird der Fauerbach auf 40 Meter in einem unterirdischen Tunnel nach Südosten geleitet. An dessen Ende münden Gräben aus der Straßenentwässerung sowie der Entwässerung der Feldflur südlich der Alten Allee oder Landesstraße 3353. Nach 15 Metern im Freien, in einem mit Basaltsteinen befestigten Gerinne von trapezförmigem Regelquerschnitt, verschwindet der Fauerbach erneut unter der Erde. Vor den Einlass kann bei Hochwasserereignissen ein Sieb geklappt werden, um mitgeführtes sperriges Schwemmgut am denkbaren Verstopfen des überdeckelten Bachlaufs zu hindern. (Das Geoportal des Landes Hessen, siehe #Karten, zeigt noch immer das Grundstück, auf dem früher der Bach die Bottengasse und die Ortsdurchfahrt im Zuge der Straße Am Fauerbach offen begleitete, Mapcode VJ70L.PJZ0.dort in „Werkzeuge“ das Sinnbild mit der Lupe anklicken, im aufgetauchten Formular „Mapcode“ wählen, den obigen Wert eintragen, „Auf Koordinaten zoomen“, rechts in den „Kartenebenen“ im Baummenü „WMS_HE_Luftbilder“ den Eintrag „DOP“ abwählen.)
Am Ortsende in Münster steht in der Borngasse das alte Feuerwehrhaus. Damit korrespondiert das Feuerwehrhaus am Fauerbacher Ortseingang, an der Straße Am Mühlgraben, direkt nordöstlich am ersten Deckel des Fauerbachs.
In der Vordergasse kommt der Fauerbach wieder ans Tageslicht und verlässt in einem Kanal zwischen Hausfassaden den Ort ostwärts, wo sich noch am linken Ufer alte Gärten und am rechten Ufer Einfamilienhäuser befinden. Die Gärten in der Gemarkung „Am Pfuhlgraben“ setzen sich als moderne Schrebergärten am linken Ufer bis zum Friedberger Weg fort, an dessen Alter Brücke sie auf das rechte Ufer wechseln. Davor führen über den Fauerbach mehrere Stege, die den Zugang zu den Gärten vom unbefestigten Weg am rechten Ufer ermöglichen, unter dem der Hauptsammler der Münsterer und Fauerbacher Abwässer verläuft. (An der Brücke steht das Naturdenkmal Nr. 440.118, „2 Linden an der Brücke“.) Etwa 150 Meter darunter mündet von rechts der Auslass des Fauerbacher RÜs.WRRL-Viewer, Regenüberlauf unter Fauerbach als olivfarbener Punkt, erkennbar ist noch unterhalb die Mündung des Riedgrabens sowie weiter östlich bei km 3,4 die erwähnte Teichkläranlage Damit einher geht eine umfassende Änderung der Landschaft, der Fauerbach gelangt nun in eine weite, flache und intensiv bewirtschaftete Ackerlandschaft. An dem etwa 2 Meter tiefen Kanal mit trapezförmigem Querschnitt findet sich nur noch selten Baumbewuchs.