mini|hochkant=1.6|Emmendingen hochkant=1.6|mini|Emmendingen, Marktplatz mit Turm der Evangelische Stadtkirche
Emmendingen ist eine Stadt im Südwesten Baden-Württembergs, etwa 14 Kilometer nördlich von Freiburg im Breisgau. Seit dem 1. Januar 1973 ist Emmendingen eine Große Kreisstadt und mit 29.554 Einwohnern (Stand: 30. Juni 2026) die größte Stadt und die Kreisstadt des Landkreises Emmendingen. Mit den Gemeinden Freiamt, Malterdingen, Sexau und Teningen hat die Stadt eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.
Geographie Lage Die Stadt liegt im Breisgau zwischen der Vorbergzone des Schwarzwaldes und dem Kaiserstuhl in der Rheinebene im Norden der so genannten Freiburger Bucht am Fluss Elz in 189 bis 403 Meter Höhe.
Nachbarstädte Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Emmendingen im Uhrzeigersinn beginnend im Norden: Freiamt, Sexau, Denzlingen, Reute und Teningen.
Stadtgliederung Die Stadt Emmendingen ist in die sechs Stadtteile Emmendingen-Kernstadt, Kollmarsreute, Maleck, Mundingen, Wasser und Windenreute gegliedert. Die räumlichen Grenzen der Stadtteile entsprechen mit Ausnahme der Stadtteile Emmendingen-Kernstadt und Windenreute ehemals selbstständigen Gemeinden. Die Stadtteile mit Ausnahme des Stadtteils Emmendingen-Kernstadt sind zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, das heißt, es gibt jeweils einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl zu wählenden Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden. Jede Ortschaft hat eine Ortschaftsverwaltung mit der Bezeichnung „Bürger- und Ortschaftsamt“.
Zu einigen Stadtteilen gehören teilweise weitere separat gelegene Wohnplätze mit eigenem Namen, die meist nur sehr wenige Einwohner haben, inzwischen aber teilweise auch schon mit dem Hauptort zusammengewachsen sind. Zum Stadtteil Emmendingen-Kernstadt gehört zum Beispiel der Bereich des ehemaligen Klosters Tennenbach. Zum Stadtteil Kollmarsreute gehören das Dorf Kollmarsreute mit dem Altdorf. Zum Stadtteil Maleck gehören das Dorf Maleck, die Zinken Brandel, Hintere und Vordere Zeismatte, Höfe und Häuser Auf dem Buch und der Wohnplatz am Laberberg. Zum Stadtteil Mundingen gehören das Dorf Mundingen, die Höfe Amsenhof, Huttenhof, Lehenhof und Wöpplinsberg und der Bereich Mundinger Mühle. Zum Stadtteil Windenreute gehören das Dorf Windenreute sowie Domäne und Ruine Hochburg.
Im Stadtteil Emmendingen-Kernstadt lagen die abgegangenen Ortschaften Bertoldsfeld, Buchgieße, Kastelberg, Eichberg, Weiherschloß (Wyier, Wyer) und Weiler. Im Stadtteil Kollmarsreute lag die abgegangene Siedlung Walenwinkel. Im Stadtteil Maleck lagen die abgegangenen Siedlungen Korben, Laberhof und Lindenfurt. Im Stadtteil Mundingen lagen die abgegangenen Ortschaften Graben, Lohe, Schorren und Wittenbühl. Im Stadtteil Wasser lag die nur aufgrund des Flurnamens angenommene abgegangene Siedlung Weilerhof und im Stadtteil Windenreute lagen die ebenfalls aufgrund von Flurnamen angenommenen abgegangenen Siedlungen Bürkleäcker, Kastelberg und Schauhof.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2, S. 215–221.
Emmendingen-Kernstadt ist wiederum in die Stadtbezirke Unterstadt, Über der Elz, Mittelstadt, Oberstadt, Bürkle und Bleiche gegliedert. Zudem gibt es auch neue Wohngebiete mit eigenem Namen, deren Grenzen meist jedoch nicht genau festgelegt sind.
80px|Wappen KollmarsreuteKollmarsreute80px|Wappen MaleckMaleck80px|Wappen MundingenMundingen80px|Wappen WasserWasser80px|Wappen WindenreuteWindenreute
Klima Das Klima in dieser Gegend grenzt an ein mediterranes Klima und es gibt das ganze Jahr über ausreichend Niederschläge. Aufgrund der Nähe zum Schwarzwald fällt jedoch das ganze Jahr über mehr Regen als in der Oberrhein-Ebene. Der Köppen-Klimatyp ist die warm- feucht gemäßigte Klimazone (Seeklima). Es gilt jedoch besonders im Sommer und immer mehr im Winter eine feuchte subtropische (Cfa) Prägung aufgrund der mittleren Temperaturen im Juli und August knapp unter 22 °C. Die Stadt liegt in der Nähe des Kaiserstuhls, einer Reihe von Hügeln vulkanischen Ursprungs, die einige Kilometer entfernt liegen. Der Kaiserstuhl erwärmt die Gegend deutlich, so dass Emmendingen in eine der wärmsten Regionen Deutschlands fällt.
Raumplanung Emmendingen bildet ein Mittelzentrum innerhalb des Verbands Region Südlicher Oberrhein. Zugehöriges Oberzentrum ist Freiburg im Breisgau. Zum Mittelbereich Emmendingen gehören neben der Stadt Emmendingen noch die Städte und Gemeinden Bahlingen am Kaiserstuhl, Denzlingen, Elzach, Endingen am Kaiserstuhl, Forchheim, Freiamt, Herbolzheim, Kenzingen, Malterdingen, Reute, Rheinhausen im Breisgau, Riegel am Kaiserstuhl, Sasbach am Kaiserstuhl, Sexau, Teningen, Vörstetten, Waldkirch, Weisweil und Wyhl am Kaiserstuhl des Landkreises Emmendingen.
Geschichte mini|Markgrafenschloss Die erste urkundliche Erwähnung des Namens Emmendingen geht auf das Jahr 1091 in Verbindung mit dem Personennamen Ulrich von Emmendingen (Oudalrich de Anemoutingen) zurück. Wenige Jahre später wurde der Ort selbst erwähnt. Die erste Quelle, die von der Burg Hochburg (Hachberg) spricht, stammt aus dem Jahr 1127. Ebenfalls auf das 12. Jahrhundert geht das Kloster Tennenbach, eine Zisterziensergründung, zurück.
Im 14. Jahrhundert gehörte Emmendingen zur Markgrafschaft Baden-Hachberg, wobei es von 1356 bis 1386 an Martin Malterer verpfändet war. 1415 verkaufte der Markgraf Otto II. von Hachberg Burg und Herrschaft Hachberg an den Markgrafen Bernhard I. von Baden, womit die Markgrafschaft Baden-Hachberg in der Markgrafschaft Baden aufging. Im Jahr 1418 erhielten die Dörfer Emmendingen und Eichstetten auf Betreiben Bernhards von König Sigismund das Marktrecht. Nur sechs Jahre später wurde der Marktflecken im Mühlburger Krieg durch die Freiburger und Basler eingenommen und „das Stettlin verbrannt“. Ab 1500 lag Emmendingen im Schwäbischen Reichskreis. Im Bauernkrieg von 1525 beteiligten sich Emmendinger an der erfolglosen Belagerung der Hochburg und der Einnahme des Klosters Tennenbach, das dabei in Brand geriet. In der Nachfolge von Markgraf Karl II. wurde 1584 die Markgrafschaft Baden erneut geteilt. Der Marktflecken Emmendinga wurde für kurze Zeit Residenz des Markgrafen von Baden-Hachberg Jakob III., der dem Ort am 1. Januar 1590 das Stadtrecht verlieh. Im selben Jahr konvertierte Jakob nach dem von ihm einberufenen Emmendinger Religionsgespräch zum Katholizismus. Wenig später starb er im Alter von 28 Jahren. Nach dem ersten erhaltenen Sektionsbericht der damaligen medizinischen Fakultät Freiburg wurde er mit Arsenik vergiftet. Die Herrschaft fiel zurück an seinen protestantischen Bruder Ernst Friedrich.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde Emmendingen stark zerstört. 1648 waren von den vormals 800 Einwohnern nurmehr knapp 100 übriggeblieben.
mini|Emmendingen 1897. Fotografie: Christoph Clare. Am 19. Oktober 1796 fand hier im Rahmen des Ersten Koalitionskrieges die Schlacht bei Emmendingen zwischen Österreichern unter Karl von Österreich-Teschen und Franzosen unter Jean-Victor Moreau statt, die die Österreicher für sich entscheiden konnten. 1809 wurde Emmendingen Sitz des gleichnamigen Bezirksamtes, das 1939 zum Landkreis Emmendingen wurde. Bei der Kreisreform Baden-Württemberg 1973 blieb der Landkreis Emmendingen im Wesentlichen unverändert. Die Einwohnerzahl der Stadt Emmendingen überschritt 1972 im Rahmen der Gemeindereform die 20.000-Grenze. Danach stellte sie den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was durch die Landesregierung von Baden-Württemberg zum 1. Januar 1973 erfolgte.
Auch die Stadtteile Emmendingens haben eine lange Geschichte. Bis auf Mundingen waren sie Teil der Vogtei und der Pfarrei Emmendingen. 1803 gehörten sie zum Oberamt Hochberg, aus dem 1809 das Bezirksamt Emmendingen hervorging.
Kollmarsreute wurde 1385 als „zu Kolmers Ruti in Brisgowe“ erstmals erwähnt. Der Ort lag ursprünglich an der Elz (Altdorf), wurde dann aber wegen Hochwassergefahr 1784 an die heutige Stelle verlegt. Maleck wurde 1317 als villa Malnegge, Mundingen 1147, Wasser 1419 als „uff dem Wasser“ und Windenreute 1094 als Winedoriuti erstmals erwähnt.
Historische Ortsnamen Emmendingen wird zuzeiten historisch unter anderem mit den Örtlichkeitsnamen Emmetingen (1360–1370), Emattingen uf der Lerchen (1354), Emmuͤtingen (1299), Villa Anmutingen (1236), Curtis de Hanemontingen (1179), Anemoͧtingen (1113) und Anemoͧtinga oder Anemutingen (1094, 1096) erwähnt.
Eingemeindungen Folgende Gemeinden wurden in die Stadt Emmendingen eingemeindet: 1883: Niederemmendingen 1. August 1971: Kollmarsreute, Maleck und Windenreute 1. Januar 1974: Mundingen 1. Januar 1975: Wasser
Einwohnerentwicklung Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze). mini|400px|Einwohnerentwicklung von Emmendingen von 1812 bis 2017
Jahr / Datum Einwohner 1812 1.399 1830 1.849 1852 2.033 1. Dez. 1871 3.391 1. Dez. 1880 ¹ 3.598 1. Dez. 1900 ¹ 4.317 1. Dez. 1910 ¹ 8.430 16. Juni 1925 ² 8.890 16. Juni 1933 ¹ 9.514 17. Mai 1939 ¹ 9.893 1946 8.917 13. Sept. 1950 ¹ 10.317 6. Juni 1961 ¹ 13.256 27. Mai 1970 ¹ 16.028 Datum Einwohner 31. Dez. 1975 24.722 31. Dez. 1980 24.740 27. Mai 1987 ¹ 22.819 31. Dez. 1990 23.590 31. Dez. 1995 24.796 31. Dez. 2000 25.240 31. Dez. 2005 26.127 31. Dez. 2010 26.874 9. Mai 2011 ¹ 25.868 31. Dez. 2015 27.383 31. Dez. 2020 28.051 31. Dez. 2021 28.207 31. Dez. 2022 28.856 31. Dez. 2023 29.035 31. Dez. 2024 29.502 31. Dez. 2025 29.586 ¹ Volkszählungsergebnis² Badisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Badische Gemeindestatistik, Karlsruhe 1927, S. 24.
Konfessionsstatistik Gemäß dem Zensus 2022 waren 28,3 % der Einwohner evangelisch, 23,7 % katholisch, und 48,0 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 22. Februar 2026 Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. In Emmendingen waren (Stand Dezember 2025) von den 29.586 Einwohnern 24,4 % (7.213) evangelisch, 21,0 % (6.227) katholisch und 54,6 % (16.146) gehörten einer anderen oder keiner Glaubensgemeinschaft an.Stadt Emmendingen Einwohnerstatistik Einwohner der Stadt Emmendingen, abgerufen am 22. Februar 2026.
Religionen Christentum mini|links|Die noch turmlose katholische Kirche (hinten Mitte) und die evangelische Stadtkirche mit dem neuen Turm 1858/59; links davon das evangelische Pfarrhaus. Zeitgenössische Ansichtskarte, um 1905. mini|links|Das Stadtzentrum von Emmendingen mit dem Marktplatz im Vordergrund, der evangelischen Stadtkirche links, der katholischen Kirche hinten rechts und der Alten Synagoge auf dem Schlossplatz davor. Undatiertes Luftbild (Ausschnitt), zeitgenössische Ansichtskarte, um 1925.
Emmendingen gehörte zunächst zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat Breisgau unterstellt. Im Jahr 1556 führte Markgraf Karl II. in Emmendingen die Reformation ein. 1590 kehrte die Markgrafschaft Baden-Hachberg unter Jakob III. kurzzeitig zum Katholizismus zurück. Nach seinem gewaltsamen Tod wurde wieder der evangelische Glaube eingeführt. Danach war Emmendingen eine überwiegend protestantische Stadt. Die Gemeinde Emmendingen gehörte zum Spezialat Hochberg und war Sitz des Superintendenten. mini|hochkant=0.9|Die Neue Synagoge von Emmendingen, Landvogtei 11. mini|hochkant=0.9|Gebetsraum (Moschee) des Türkisch-Islamischen Kulturvereins