mini|hochkant|Karl Peschke (Foto: 1938 oder früher) Karl Peschke (* 12. September 1882 in Breslau, Provinz Schlesien; † 23. Oktober 1953 in Roda, Hessen) war ein deutscher Politiker (NSDAP) und Allgemeinmediziner.
Leben und Wirken Karl Peschke war ein Sohn von Julius Peschke und dessen Ehefrau Emma, geborene Dittmer. Er besuchte die Volksschule in Ratibor, Oppeln und Breslau sowie Gymnasien in Breslau und Kattowitz. Er studierte Medizin an der Universität Breslau und wurde 1908 approbiert. Im Juni 1910 heiratete er in Breslau Hildegard Hackenberg. Von 1910 bis 1921 praktizierte Peschke, unterbrochen von der Teilnahme am Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918, als Arzt im oberschlesischen Zellin. 1921 siedelte er nach Neumarkt in Schlesien über, wo er bis zum Oktober 1933 als Arzt praktizierte. Danach übernahm er einen Posten als Vertrauensarzt bei der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft der schlesischen Provinzialverwaltung.
Nach Kriegsende gehörte er dem Bund Schlesierland an und trat 1919 in die DNVP ein. Er war Mitbegründer der radikal völkischen DVFP, die sich von der DNVP abgespalten hatte und wechselte 1924 zur NSFP. Zum 1. April 1925 trat Peschke in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 2.281).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/32010787 1929 trat er in die SA ein und wechselte von dort 1931 zur SS, wo er als Standartenarzt wirkte.Winfried Süß: Der "Volkskörper" im Krieg: Gesundheitspolitik, Gesundheitsverhältnisse und Krankenmord im nationalsozialistischen Deutschland 1939–1945, München 2003, S. 473. Er beteiligte sich an der Gründung des Gaues Schlesien, wo er von 1930 bis 1933 stellvertretender Gauleiter war.Joachim Lilla: Übersicht der NSDAP-Gaue, der Gauleiter und der Stellvertretenden Gauleiter 1933 bis 1945 Zudem beteiligte er sich am Aufbau der NS-Bewegung im Kreise Neumarkt, in dem er die Leitung einer Ortsgruppe und – von 1920 bis 1933 – zugleich die Kreisleitung ausübte. 1931 wurde Peschke Gauobmann des Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebundes in Schlesien.
Von März 1933 an gehörte Peschke dem Reichstag als Abgeordneter für die NSDAP an. In dieser Zeit stimmte er unter anderem für das von der Regierung Hitler eingebrachte Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933, das die juristische Grundlage für die Errichtung der NS-Diktatur bildete. Zuvor hatte Peschke bereits der Stadtverordnetenversammlung in Neumarkt und seit 1932 dem kommissarischen Kreisausschuss für den Kreis Neumarkt angehört. Am 13. März 1933 wurde er außerdem in den Provinziallandtag von Niederschlesien aufgenommen.
Peschke amtierte ferner als Gauamtsleiter des Amtes für Volksgesundheit in Schlesien, als Leiter der schlesischen Sektion der Reichsärztekammer und als Amtsleiter der schlesischen Landesstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands. Ferner war er stellvertretendes Mitglied des Bezirksausschusses in seiner Heimat und Mitglied der Arbeitskammer des Gaues Schlesien.
Seit September 1943 verwitwet, lebte Peschke zuletzt in der damals noch eigenständigen hessischen Gemeinde Roda. Dort starb er am 23. Oktober 1953 im Alter von 71 Jahren.Standesamt Rosenthal, Sterberegister-Eintrag Nr. 16 vom 24. Oktober 1953; eingesehen auf ancestry.de am 18. Juli 2026.
Literatur
Winfried Süß: Der „Volkskörper“ im Krieg. Gesundheitspolitik, Gesundheitsverhältnisse und Krankenmord im nationalsozialistischen Deutschland 1939-1945. Oldenbourg Verlag, München 2003, ISBN 3-486-56719-5 (Volltext digital verfügbar).
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Reichstagsabgeordneter (Deutsches Reich, 1933–1945) Kategorie:Reichstagsabgeordneter (Weimarer Republik) Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:SA-Mitglied Kategorie:SS-Mitglied Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:NSFP-Mitglied Kategorie:DVFP-Mitglied Kategorie:DNVP-Mitglied Kategorie:Mitglied des Provinziallandtages von Niederschlesien Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Allgemeinmediziner Kategorie:NSDÄB-Mitglied Kategorie:Person (Reichsärztekammer) Kategorie:Person (Schlesien) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1882 Kategorie:Gestorben 1953 Kategorie:Mann