mini|hochkant|Nora Waldstätten bei der Berlinale 2024 Nora Waldstätten, bis 2016/2017 Künstlername: Nora von Waldstätten (* 1. Dezember 1981 in Wien als Nora-Marie Theres Waldstätten, mit allen Vornamen: Nora Marie-Theres Beatrice Elisabeth Waldstätten), ist eine österreichische Schauspielerin.
Leben Herkunft Nora-Marie Theres Waldstätten, aus dem ehemaligen österreichischen Adelsgeschlecht der Freiherren von Waldstätten stammend, ist die Tochter eines Chemikers und einer Hausverwalterin. Als drittes von vier Kindern wuchs sie in Baden und in Wien, nächst dem Café Sperl, auf.
Waldstättens Ur-Ur-Ur-Großmutter war die Baronin Elisabeth von Waldstätten, die eine Verehrerin und Förderin von Wolfgang Amadeus Mozart war und Sie ist weiters eine Urenkelin des k. u. k. Offiziers, Ritterkreuzträgers des Militär-Maria-Theresien-Ordens und Militärschriftstellers Egon Freiherr von Waldstätten.
Nachdem öffentlich Diskussionen über den von ihr verwendeten Namen Nora von Waldstätten aufgekommen waren, wonach die 1981 geborene Österreicherin dem Adelsaufhebungsgesetz entsprechend kein von als Adelsprädikat im Namen tragen kann, wie sie medial betitelt und ihr als Namensbestandteil zugeschrieben auch keine Baroness sein kann, trat Waldstätten mit dem von explizit nur noch als Künstlername auf. Seit der Jahreswende 2016/2017 tritt sie unter ihrem wirklichen Namen Nora Waldstätten auf.
Ausbildung Nora Waldstätten tanzte als Kind Ballett, sie wollte Ballerina werden. Bereits mit sechs Jahren stand sie in einer stummen Rolle als Schneeflocke im Zaubermärchen Frau Holle der Brüder Grimm im Stadttheater Baden erstmals auf der Bühne; als 13-Jährige erhielt sie ihre erste Sprechrolle. Nach der Matura zog sie nach Berlin. Dort hatte sie ein Vorsprechen an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, drei Tage später wurde sie an der Universität der Künste Berlin aufgenommen, wo sie von 2003 bis 2007, abgerufen am 8. August 2026. ihr Schauspielstudium absolvierte. Bereits während ihrer Ausbildung war sie für Filmproduktionen für Kino und Fernsehen engagiert, so zum Beispiel im ersten Studiensemester als Mona in Jargo.
Künstlerisches Wirken Einer breiten Öffentlichkeit wurde Waldstätten 2005 durch ihr Mitwirken im WDR-Tatort Der Frauenflüsterer bekannt. Für die Darstellung einer skrupellos mordenden sowie intriganten Internatsschülerin in ihrem zweiten, für den SWR gedrehten Tatort Herz aus Eis erhielt sie 2009 den New Faces Award der Bunten. Darüber hinaus wurde sie 2010 beim Filmfestival Max Ophüls Preis für den Film Schwerkraft als beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet. International in Erscheinung trat sie mit der Rolle der Magdalena Kopp in Olivier Assayas’ Filmbiografie Carlos – Der Schakal, die 2010 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes gefeiert und 2011 mit einem Golden Globe ausgezeichnet wurde.
2011 trat sie in einem Kurzfilm als Testimonial des österreichischen Getränkeabfüllers Vöslauer auf. 2012 spielte sie in der internationalen TV-Verfilmung von Ken Folletts Roman Die Tore der Welt die Hauptrolle der Gwenda. 2016 war sie mit Olivier Assayas’ Personal Shopper an der Seite von Kristen Stewart und Lars Eidinger erneut im Wettbewerb von Cannes vertreten.
Von 2014 bis 2022 verkörperte sie in 15 Folgen der ZDF/ORF-Krimireihe Die Toten vom Bodensee mit Matthias Koeberlin die Rolle der Kriminalinspektorin Hannah Zeiler; als Ermittlerin folgte ihr mit Folge 16 Alina Fritsch nach.
Ab 2007 spielte sie am Deutschen Theater Berlin in mehreren Inszenierungen. In: Deutsches Theater Berlin. 2010 war sie am Schauspiel Köln in Ausgehen 1-3 engagiert, im Juni 2010 stand sie in der damaligen Außenspielstätte Halle Kalk in der Rolle der Sigrid von Christoph Nußbaumeders Die Kunst des Fallens auf der Bühne.
Persönliches Nora Waldstätten lebt in Berlin. Sie ist Mitglied der Akademie des Österreichischen Films.Nora Waldstätten. In: Ordentliche Mitglieder. Website der Akademie des Österreichischen Films, abgerufen am 8. August 2026.
Filmografie (Auswahl) Als Darstellerin 2004: 2nd and A (Kurzfilm) 2004: Jargo 2005: Falscher Bekenner 2005: Tatort: Der Frauenflüsterer (Fernsehreihe) 2005: Jetzt erst recht! – Zu schön, um wahr zu sein (Fernsehserie) 2007: The Other Possibility 2008: Was bleibt (Kurzfilm) 2008: Meine fremde Tochter 2008: Tangerine 2008: Tatort: Herz aus Eis 2009: Die Gräfin (The Countess) 2009: Schwerkraft 2009: Parkour 2010: Carlos – Der Schakal (Carlos) 2010: Ein Fall für zwei – Zwischen den Fronten (Fernsehserie) 2011: Nachtschicht – Ein Mord zu viel (Fernsehreihe) 2011: Polizeiruf 110 – Die verlorene Tochter (Fernsehreihe) 2012: Die Tore der Welt (World Without End, Fernseh-Mehrteiler) 2013: Das Adlon. Eine Familiensaga (Fernseh-Mehrteiler) 2013: Woyzeck (Fernsehfilm) 2013: Oktober November 2014: Fünf Freunde 3 2014: Blutsschwestern/Die Tote in der Berghütte (Fernsehfilm) 2014: Die Spiegel-Affäre (Fernsehfilm) 2014: Die Wolken von Sils Maria (Sils Maria) 2014–2022: Die Toten vom Bodensee (Fernsehreihe) 2014: Die Toten vom Bodensee 2015: Familiengeheimnis 2016: Stille Wasser 2017: Die Braut 2017: Abgrundtief 2018: Der Wiederkehrer 2018: Die vierte Frau 2019: Der Stumpengang 2019: Die Meerjungfrau 2020: Fluch aus der Tiefe 2020: Der Blutritt 2020: Der Wegspuk 2021: Der Seelenkreis 2022: Das zweite Gesicht 2022: Unter Wölfen 2015: Das ewige Leben 2015: Altes Geld (Fernsehserie, 8 Folgen) 2015: Die dunkle Seite des Mondes 2016: Personal Shopper 2016: Nachtschicht – Ladies First (Fernsehreihe) 2017: Wilde Maus 2017: Mata Hari – Tanz mit dem Tod seit 2017: Eberhoferkrimi (Filmreihe) 2017: Grießnockerlaffäre 2018: Sauerkrautkoma 2021: Kaiserschmarrndrama 2017: Die Firma dankt (Fernsehfilm) 2017: Allmen – Allmen und das Geheimnis des rosa Diamanten (Fernsehreihe) 2018: The Team 2 (Fernsehserie, 8 Folgen) 2018: Prager Botschaft (Fernsehreihe) 2018: Die purpurnen Flüsse – Die letzte Jagd (Fernsehreihe) 2018: Tatort: Damian 2019: 8 Tage (Fernsehserie, 8 Folgen) 2019: Freies Land 2020: The New Pope (Fernsehserie, 9 Folgen) 2024: Die Zweiflers (Miniserie) 2025: Erzgebirgskrimi – Wintermord (Fernsehreihe) 2025: Warum ich? – Regensburg (Fernsehserie) 2026: Braunschlag 1986 (Fernsehserie) 2026: Heute fängt mein neues Leben an (Fernsehfilm)
Als Synchronsprecherin 2012: Hotel Transsilvanien (Stimme von Wanda) 2015: Hotel Transsilvanien 2 (Stimme von Wanda)
Theaterrollen (Auswahl) 2007: Martin Heckmanns: Ein Teil der Gans (Deutsches Theater Berlin) 2007: Elfriede Jelinek: Über Tiere (Deutsches Theater Berlin) 2010: Christoph Nußbaumeder: Die Kunst des Fallens (Schauspiel Köln) 2010: Georg Büchner/Ödön von Horváth/Barbi Markovic: Ausgehen 1–3 (Schauspiel Köln)
Auszeichnungen 2009: New Faces Award der Zeitschrift Bunte als beste Nachwuchsdarstellerin für den Tatort: Herz aus Eis. In: Berliner Morgenpost, 24. April 2009. 2010: Filmfestival Max Ophüls Preis für Nachwuchstalente – schauspielerische Leistung in Maximilian Erlenweins Schwerkraft (2009) 2015: International actors award.cologne beim Film Festival Cologne
Weblinks
Nora Waldstätten auf Letterboxd (englisch)
Jörg Thomann: In: Frankfurter Allgemeine, 22. März 2010 (Paywall).
Einzelnachweise
Anmerkungen Zu den Vornamen und dem Künstlernamen Nora von Waldstätten: In einem Interview mit der Kölner Boulevardzeitung Express im Februar 2009 ließ sich Nora Waldstätten zitieren mit: [Zitiert nach: ] Im Oktober 2010 räumte sie in einem Interview in der SZ ein, dass in ihrem Personalausweis die Vornamen Nora Marie Theres [der fehlende Bindestrich dürfte ein Übertragungsfehler in die Verschriftlichung sein; Anm.] und der Familienname Waldstätten stehen. Siehe: Hierin: SZ: – Waldstätten: – SZ: – Waldstätten: (siehe Adelsaufhebungsgesetz von April 1919). Seit um die Jahreswende 2016/2017 tritt Waldstätten ohne „von“ im Namen auf; siehe z. B. Munzinger-Archiv und Tiroler Tageszeitung in den Einzelnachweisen. Betreffend allen kolportierten Vornamen Nora Marie-Theres Beatrice Elisabeth Waldstätten: Gemäß Alfred Waldstätten (der zur Genealogie der Familie Waldstätten publizierte; siehe Anm. unterhalb) trägt Waldstätten die Vornamen Nora Marie-Theres Beatrice Elisabeth. Nachdem Waldstätten selbst im Oktober 2010 ihre im Personalausweis eingetragenen, demnach amtlichen Vornamen mit Nora Marie-Theres bestätigt, scheinen Beatrice und Elisabeth weitere, nicht amtliche Taufnamen zu sein. Alfred Waldstätten in: Zeitschrift Adler. Heraldisch-Genealogische Gesellschaft „Adler“ (Hrsg.), Bd. 21, Reihe XXXV, Jg. 2001/2002 (an welcher Stelle Egon Freiherr von Waldstätten und Nora Waldstätten darin vorkommen, ist vorerst nicht ersichtlich): Beiträge zur Genealogie der Familie Waldstätten und verwandter Familien. (1/2; Heft 6/2002, S. 237ff.); Beiträge zu Genealogie der Familie Waldstätten und verwandter Familien. (Heft 7/2002, S. 285ff.); Beiträge zur Genealogie der Familie Waldstätten und verwandter Familien. (2/2; Heft 8/2002, S. 365ff.)
Nora Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Darstellender Künstler (Berlin) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1981 Kategorie:Frau