Dieser Artikel behandelt tagesbezogene Nachrichten und Ereignisse im Juni 2004.

Tagesgeschehen

Dienstag, 1. Juni 2004 Bagdad/Irak: Schiitische Religionsführer im Irak üben scharfe Kritik an der Ernennung des Sunniten Ghazi al Jawar zum neuen Präsidenten des Landes.

Mittwoch, 2. Juni 2004 Badghis/Afghanistan: Fünf Mitarbeiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen werden auf einer Fahrt zwischen Khairkhana und Qala-I-Naw ermordet. Die Organisation beklagt anschließend zum wiederholten Mal die Instrumentalisierung ihrer Helfer durch die US-geführten Koalitionstruppen, die z. B. Flugblätter verteilten, auf denen humanitäre Hilfe von der Lieferung von Informationen über die Taliban und Al-Qaida abhängig gemacht wurde. Bagdad/Irak: Bei der Explosion einer Autobombe werden nach Polizeiangaben mindestens vier Menschen getötet und etwa 20 Menschen verletzt.

Donnerstag, 3. Juni 2004 Langley/Vereinigte Staaten: Der Chef des Geheimdiensts CIA George Tenet tritt zurück, laut US-Präsident George W. Bush erfolgt der Schritt aus persönlichen Gründen. Palo Alto/Vereinigte Staaten: Sun Microsystems kündigt an, das Betriebssystem Solaris unter einer Open-Source-Lizenz zu veröffentlichen. Stresa/Italien: 50 Jahre nach dem ersten Treffen der „Bilderberger“ beginnt die 49. Bilderberg-Konferenz. Bis zum 6. Juli werden Vertreter aus Wirtschaft und Politik Gespräche führen, über die der Öffentlichkeit nichts mitgeteilt wird.

Freitag, 4. Juni 2004 Genf/Schweiz: Aus einem Bericht der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen geht hervor, dass irakische Zeugen Angehörigen der britischen und US-amerikanischen Streitkräfte u. a. Mord, Misshandlung und Diebstahl vorwerfen.

Samstag, 5. Juni 2004 mini|150px|Papst Johannes Paul II. Bern/Schweiz: Der an Parkinson erkrankte Papst Johannes Paul II. besucht zum dritten Mal die Schweiz. Es ist die erste Auslandsreise des 84-jährigen Pontifex in diesem Jahr.

Sonntag, 6. Juni 2004 Arromanches-les-Bains/Frankreich: Bundeskanzler Gerhard Schröder beteiligt sich als erster deutscher Regierungschef an den Feiern zum Gedenken an die Landung der westlichen alliierten Streitmächte des Zweiten Weltkriegs in der Normandie vor 60 Jahren am „Stichtag“ des unter US-Führung stehenden Angriffs der Alliierten aus westlicher Richtung auf die nationalsozialisten Herrscher des Großdeutschen Reichs.

Montag, 7. Juni 2004 Deutschland: Zum ersten Mal wird eine Person in der Bundesrepublik verurteilt, weil sie anderen Musikstücke in Musiktauschbörsen urheberrechtsverletzend zur Verfügung stellte. Washington, D.C./Vereinigte Staaten: Der Spanier Rodrigo de Rato y Figaredo wird geschäfts­führender Direktor des Internationalen Währungsfonds.

Dienstag, 8. Juni 2004 Basel/Schweiz: Am späten Abend kommt es im Stadtteil Horburg zu einer Schießerei, in deren Verlauf zwei Personen getötet werden. Ein Weinhändler läuft in seinem Haus Amok und tötet einen Polizeibeamten, gleich darauf wird er von der Polizei erschossen. Bøur/Färöer: 480 Grindwale werden beim Grindabóð () getötet. Es ist ein verhältnismäßig großer Fang. Deutschland: Der erste Venustransit seit 1882 ist von Deutschland aus zwischen 7.20 Uhr und 13.23 Uhr zu beobachten. Java/Indonesien: Der Vulkan Bromo bricht aus, mehrere Menschen werden durch umherfliegende Lavabrocken verletzt. Sea Island/Vereinigte Staaten: Der G8-Gipfel 2004 beginnt. Während sich bei den vergangenen Treffen überwiegend wirtschaftliche Themen mit strategischen Überlegungen zur Politik verbanden, steht die Sicherheitspolitik diesmal stark im Vordergrund, nachdem die Kriege in Afghanistan und im Irak die Verletzlichkeit der so genannten „Weltmacht“ USA offenbarten. In der Gipfelvorbereitung formulierten die Justiz- und Innenminister der G8-Staaten deshalb ihre Empfehlungen zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus.

Mittwoch, 9. Juni 2004 Cottbus/Deutschland: Das brandenburgische Landesamt für Bergbau stimmt der Enteignung der letzten Bewohner des kleinen Ortes Horno zu. Die Bewohner wollen jedoch noch vor dem Verwaltungsgericht Cottbus gegen die Entscheidung klagen. Garching/Deutschland: Die Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz geht in Garching in Betrieb. Im Herbst soll die volle Leistung von 20 Megawatt erreicht werden. Karlsruhe/Deutschland: Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe stellt fest, dass das Ladenschlussgesetz verfassungsgemäß ist. Köln/Deutschland: Bei einem Nagelbombenanschlag in der Keupstraße im Stadtteil Mülheim werden 22 Menschen zum Teil schwer verletzt. Der oder die bisher unbekannten Täter präparierten die Bombe mit etwa 10 cm langen Zimmermannsnägeln, von denen 702 Stück nach der Tat sichergestellt werden. Das Leben in der Keupstraße wird von der Zuwanderung aus der Türkei geprägt.

Donnerstag, 10. Juni 2004 mini|150px|Europawahl in den Niederlanden Niederlande, Vereinigtes Königreich: In den Niederlanden und auf den Britischen Inseln startet die sechste Wahl zum Parlament der Europäischen Union (EU). Einschließlich Sonntag werden die Wahlberechtigten in den 25 EU-Mitgliedstaaten ihre Stimme abgeben können. Washington, D.C./Vereinigte Staaten: Die Vereinigten Staaten legen bei der Welthandelsorganisation Beschwerde gegen die Subventionen der Europäischen Union zu Gunsten des Flugzeugherstellers Airbus ein. Diese würden gegen die Verträge der Handelsorganisation verstoßen und den amerikanischen Hersteller Boeing benachteiligen.

Freitag, 11. Juni 2004 Berlin/Deutschland: Der Bundesrat stimmt dem Gesetz zur Besteuerung der Renten zu. Somit wird es wie geplant zum 1. Januar 2005 in Kraft treten und dann stufenweise bis 2040 umgesetzt werden. Hannover/Deutschland: Der Verlag Heinz Heise stellt seine Publikationen sowie unter eine von Creative Commons ausgearbeitete Lizenz und bietet sie zum kostenlosen Download an.heise.de/tp:

Samstag, 12. Juni 2004 Auckland/Neuseeland: Ein 1,3 kg schwerer Meteorit schlägt in ein Wohnhaus in einem Vorort von Auckland ein, Personen kommen dabei nicht zu Schaden. Bagdad/Irak: Der stellvertretende irakische Außenminister Bassam Salih Kubba wird am frühen Morgen auf dem Weg zur Arbeit ermordet. Porto/Portugal: In Portugal beginnt die Fußball-Europameisterschaft 2004. Im Eröffnungsspiel Portugal – Griechenland gewinnt die vom ehemaligen deutschen Bundesliga-Trainer Otto Rehhagel betreute griechische Nationalmannschaft mit 2:1.

Sonntag, 13. Juni 2004 Belgrad/Serbien und Montenegro: Etwa 6,5 Millionen Serben sind zur Präsidentschaftswahl aufgerufen. Da im ersten Wahlgang kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht, wird eine Stichwahl am 27. Juni erforderlich. Erfurt/Deutschland: Bei der Landtagswahl in Thüringen – an der fast jeder zweite Wahlberechtigte nicht teilnimmt – verteidigt die CDU die absolute Mehrheit der Sitze, fällt jedoch wieder unter 50 % der Wählerstimmen. Das Ergebnis bestätigt die Politik von Ministerpräsident Dieter Althaus, der zum ersten Mal als amtierender Regierungschef sowie als Spitzenkandidat seiner Partei in eine Wahl ging. Frankfurt am Main/Deutschland: Mit einem 7:2-Sieg beim 1. FFC Frankfurt sichert sich der 1. FFC Turbine Potsdam seine erste gesamtdeutsche Meisterschaft. Hamburg/Deutschland: Per Volksentscheid votieren die Bürger für ein neues Wahlrecht in Hamburg. Brüssel/Belgien: Bei der Wahl zum Parlament Flanderns erleiden die Liberalen und Grünen Verluste. Hauptgewinner ist der flämisch-nationalistische Vlaams Blok. Auch die Christdemokraten erzielen Gewinne. Bei den am selben Tag stattfindenden Wahlen zum Parlament Walloniens und zum Hauptstadtparlament Brüssels werden die Sozialisten zur stärksten Partei.

Dienstag, 15. Juni 2004 Detroit/Vereinigte Staaten: Die Detroit Pistons gewinnen die Meisterschaft der National Basketball Association.

Mittwoch, 16. Juni 2004 Kirkuk/Irak: Der Sicherheitschef der irakischen Ölgesellschaft Nord, Ghasi Talabani, wurde bei einem Attentat getötet. Talabani gehört der Familie von Kurdenführer Dschalal Talabani an. Kundus/Afghanistan: Am Morgen ereignete sich in der nordafghanischen Stadt Kundus ein Bombenanschlag auf einen Militärkonvoi der ISAF, als dieser einen Basar der Provinzhauptstadt passierte. Bei dem Anschlag starben drei Passanten und der afghanische Fahrer. Im Fahrzeug befanden sich zwei deutsche Soldaten. Ulm/Deutschland: Der 95. deutsche Katholikentag unter dem Motto „Leben aus Gottes Kraft“ beginnt.

Donnerstag, 17. Juni 2004 Arlon/Belgien: Der belgische Sexualstraftäter Marc Dutroux wird von einem Geschworenengericht schuldig gesprochen, mehrere Mädchen entführt, vergewaltigt und ermordet zu haben. Das Strafmaß wird voraussichtlich in etwa einer Woche festgelegt. Bagdad/Irak: Im Irak kam es im Laufe des Tages zu mehreren Anschlägen. In Bagdad explodierte eine Autobombe vor einer Rekrutierungsstelle. Es sollen 35 Menschen getötet und mehr als 170 verletzt worden sein. Südlich von Bagdad kam es zu einem Anschlag auf ein Elektrizitätswerk mit Mörsergranaten und einer Autobombe. Zwei Menschen starben. Basel/Schweiz: Zum dritten Mal innerhalb von acht Tagen kam es in Basel zu einer Schießerei: In der Innenstadt wurde eine mit einem großen Messer bewaffnete Person von einem Polizisten nach einem Gemenge aus Notwehr erschossen. Berlin/Deutschland: Bundesinnenminister Otto Schily hat sich im Spitzengespräch mit Günther Beckstein und Peter Müller auf einen Kompromissentwurf zum deutschen Zuwanderungsgesetz einigen können. Dieser Entwurf wurde von allen Bundestagsfraktionen begrüßt. Das Gesetz liegt derzeit beim Vermittlungsausschuss, der Entwurf muss noch von Bundestag und Bundesrat bestätigt werden. Brüssel/Belgien: In der belgischen Hauptstadt treffen sich die Staats- und Regierungschefs der 25 Staaten der Europäischen Union zu einem Gipfeltreffen. Themen sind zum einen die Verabschiedung der europäischen Verfassung, als auch die Bestimmung des Nachfolgers von Kommissionspräsident Romano Prodi, dessen Amtszeit am 31. Oktober endet. Lissabon/Portugal: Bei der Fußball-Europameisterschaft sperrt die UEFA-Disziplinarkommission den italienischen Spieler Francesco Totti für drei Partien wegen dessen „Spuck-Attacke“ am 14. Juni gegen den Dänen Christian Poulsen.

Freitag, 18. Juni 2004 Berlin/Deutschland: Der Deutsche Bundestag hat mit den Stimmen der rot-grünen Koalition das umstrittene Gentechnik-Gesetz angenommen. Es regelt u. a. die Schadensersatzpflichten der Bauern, die gentechnisch veränderte Pflanzen benutzen. Berlin/Deutschland: Der Deutsche Filmpreis in Gold wird an Gegen die Wand von Regisseur Fatih Akin verliehen. Brüssel/Belgien: Auf dem EU-Gipfel in Brüssel einigen sich die Staats- und Regierungschefs der 25 EU-Länder auf einen gemeinsamen Text für die geplante EU-Verfassung. Dieser Text muss nun noch von den 25 Mitgliedsländern ratifiziert werden. Brüssel/Belgien: Der Europäische Rat beschließt die Aufnahme von Verhandlungen über den Beitritt zur Europäischen Union mit Kroatien unter dem Vorbehalt, dass der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien keine Einwände formuliert. Israel, Palästinensische Autonomiegebiete: Palästinenserpräsident Jassir Arafat hat in einem Interview mit der israelischen Zeitung Haaretz erstmals den jüdischen Charakter Israels anerkannt. Er verzichtete damit auf das bisher eingeforderte Rückkehrrecht für alle palästinensischen Flüchtlinge. Kiel/Deutschland: Am Vorabend der offiziellen Eröffnung der 110. Kieler Woche beginnen in Kiel die ersten Feierlichkeiten. Zum größten Segelsportereignis der Welt und größten Volksfest in Nordeuropa werden insgesamt 3 Millionen Besucher erwartet. Für die Segler aus 50 Nationen ist es der letzte Testlauf vor Olympia in Athen.