mini|Schloss Massenbach, Innenhof. mini|Bauherr: Georg Wilhelm von Massenbach (1721–1788). mini|Ansicht von Osten. Das Schloss in Massenbach, einem Stadtteil von Schwaigern im Landkreis Heilbronn im nördlichen Baden-Württemberg, ist eine dreiflügelige Schlossanlage aus der Zeit um 1760.
Geschichte Das Schloss wurde um 1760 anstelle eines älteren, wohl im 17. Jahrhundert zerstörten Herrensitzes durch Georg Wilhelm von Massenbach (1721–1788) als dreiseitige Anlage im Stil des Rokoko errichtet. Baumeister war Johann Peter Moll aus Grombach. Vor dem Bau des Schlosses hatten Linien der Freiherren von Massenbach zeitweilig in schlichteren Gebäuden gewohnt. Die evangelische Linie der Familie bewohnte auch das 1691 errichtete Untere Schloss in der Raiffeisenstraße, die katholische Linie das Katholische Schloss. Diese Gebäude wurden zwar 1926/27 unter Denkmalschutz gestellt, jedoch 1993/94 wegen Baufälligkeit abgerissen. Das Schloss wurde daher zur Unterscheidung von den weiteren Herrensitzen am Ort einst auch Oberes Schloss genannt.
Das Schloss liegt in der Talsenke des Biberbachs, nordwestlich des Dorfkerns von Massenbach. Es ist ein dreiseitiger, zweigeschossiger Flügelbau mit Sandstein-Eckquadern und Mansard-Walmdach. Der von den Seitenflügeln gebildete Innenhof ist nach Westen hin geöffnet, der Mittelbau des Schlosses weist zum Innenhof hin ein schmuckvolles Portal mit Zwerchgiebel auf.
Ab etwa dem 19. Jahrhundert waren jeweils mehrere Familienangehörige Mitinhaber des Anwesens. Für die Besitzer des Gutes Bialokosch in der Provinz Posen, beginnend mit dem Kommendator des Johanniterordens Georg Freiherr von und zu Massenbach und seine Nachfahren, traf dies ebenso zu.Schlossbild u. Portrait d. Georg Freiherr von Massenbach-Konin, Mitinhaber von Massenbach, In: Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow, Johann Georg von Rappard, Hans Jürgen von Witzendorff, u. v. a.: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser. (A/Uradel). 1959. Band III, Band 21 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1959, , S. 310–315.Vgl. Walter von Hueck, Klaus Freiherr von Andrian-Werburg, Friedrich Wilhelm Euler, Louis Ferdinand Freiherr von Massenbach: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser. (A/B). 1989. Band XV, Band 96 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1989, , S. 332–341. Der Herrensitz diente als Wohnstätte weiterer Familienmitglieder, wie u. a. dem preußischer Generalmajor a. D. Reinhard von Massenbach (1864–1929), der zuletzt in Massenbach lebte aber aus einer anderen Hauslinie der Adelsfamilie stammte.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (D.A.G.). Teil A (Uradel). 1942. Jahrgang 92, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 313–314.
Seit 1930 befindet sich das Anwesen im Eigentum der Freiherr von Massenbach’schen Waldstiftung, die das Schloss verwaltet und Teile der Anlage als Wohnungen und Büros vermietet. Im Südflügel bestehen sechs moderne Wohneinheiten und weitere Wohn- bzw. Büroeinheiten wurden im Mittelbau ausgebaut. Für Wohn- und Büroflächen werden, je nach Einheit, Größen zwischen etwa 30 und 140 m² angeboten.
Der barocke Mittelsaal und angrenzende Räume wurden 2003 nach historischen Vorbildern restauriert und dienen als Veranstaltungsbereich. Schloss Massenbach ist seit 2015 Außenstelle des Standesamts Schwaigern und der Mittelsaal wird für standesamtliche Trauungen genutzt. Darüber hinaus stehen Mittelsaal, Nordflügel und der historische Sandstein-Gewölbekeller für private Feiern sowie kulturelle und geschäftliche Veranstaltungen zur Verfügung; je nach Raumkombination sind Gesellschaften bis rund 130 Personen möglich.
Gegenwärtig wird das Schloss zu Wohn- und Geschäftszwecken genutzt.
Auf dem Areal finden zudem regelmäßig öffentliche Veranstaltungen wie Ostermarkt und Weihnachtsmarkt statt.
Nördlich an das Schloss schließt sich ein Wirtschaftshof an. Östlich des Schlosses steht die Massenbacher Zehntscheuer von 1578 mit markantem Staffelgiebel, die 1980 einem Brand zum Opfer fiel und anschließend wiederaufgebaut wurde.
Literatur mini|Allianzwappen d. Georg Wilhelm von Massenbach (1721–1788) u. s. Ehefrau Friederike geb. von Edelsheim (1724–1791) (Sandsteinarbeit) Hauptportal Schloss Massenbach. Schloss Massenbach, In: Schwaigern. Heimatbuch der Stadt Schwaigern mit den Teilorten Massenbach, Stetten a. H. und Niederhofen. Teil: Hauptband. Hrsg. Stadtverwaltung Schwaigern-Selbstverlag, Schwaigern 1994. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Band III: Süddeutschland. 4. Auflage, Hrsg. Im Auftrag(e) des Tages der Denkmalpflege, Deutscher Kunstverlag, Berlin 1933, S. 292. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Band III: Süddeutschland. Hrsg. Im Auftrag(e) des Tages der Denkmalpflege, Verlag Ernst Wasmuth AG, Berlin 1908, S. 271. Schloss Massenbach, In: Bauten in Württemberg-Rokoko und Zopfstil, In: G. Ebe: Der Deutsche Cicerońe Führer durch die Kunstschätze der Länder deutscher Zunge. Teil: Architektur. II, Otto Spamer, Leipzig 1898, S. 231. Schloss und Kirche Massenbach, In: Hermann Freiherr von Massenbach: Geschichte der reichsunmittelbaren Herren und des kurpfälzischen Lehens von Massenbach 1140–1806. Kohlhammer, Stuttgart 1891, u. a. S. IX, S. 6 f., S. 112, S. 390 (Anlage 5). Rittergut Massenbach, In: Julius Bernhard: Reisehandbuch für Württemberg und die angrenzenden Länderstriche der Nachbarstaaten. Selbstverlag P. Gauger, Stuttgart 1863, S. 61.
Weblinks
Schloss Massenbach
Einzelnachweise
Massenbach Schwaigern Kategorie:Bauwerk in Schwaigern Schlossmassenbach Massenbach Kategorie:Erbaut in den 1760er Jahren Kategorie:Massenbach (Adelsgeschlecht)