Saxonias Wappen|mini mini|Erstes Corpshaus, Theaterplatz 5Ernst Hans Eberhard: Handbuch des studentischen Verbindungswesens. Leipzig, 1924/25, S. 50. mini|Wappen am alten Corpshaus mini|Göttinger Gedenktafeln am ehemaligen Corpshaus mini|Sachsenwein

Das Corps Saxonia Göttingen ist eine Studentenverbindung im Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV). Es ficht Mensuren und trägt Farben. Saxonia vereint Studenten und ehemalige Studenten der Georg-August-Universität Göttingen. Die Corpsmitglieder werden Göttinger Sachsen (Gö-Sachsen) genannt.

Wappen und Couleur

Das Corpswappen zeigt zwischen Farben und Zirkel die sächsische Raute (einem neunmal von Schwarz und Gold geteilten Feld mit einem schrägrechten grünen Rautenkranz), welche auf das Wappen des ehemaligen Königreichs Sachsen zurückgeht.

Saxonia hat die Farben dunkelblau-weiß-hellblau mit silberner Perkussion. Dazu wird eine kleine dunkelblaue Mütze als Hinterhauptcouleur getragen. Wie die anderen Göttinger Corps kennt Saxonia kein Fuchsband.

Der Wahlspruch lautet Vivant fratres intimo foedere iuncti!Es leben die im engen Bunde vereinten Brüder! Der Wappenspruch lautet Concordia res crescunt.

Geschichte Das Corps Saxonia wurde ursprünglich als Landsmannschaft am 12. Dezember 1840 von Studenten der Georg-August-Universität gegründet. Der offizielle Stiftungstag des Corps ist der 28. Juli 1844. Saxonia ist seit Gründung des Verbandes im Jahre 1848 Mitglied im Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV).

1889 und 1968 war Saxonia präsidierendes Vorortcorps und stellte die Vorsitzenden des oKC.

Corpshaus Das Corps Saxonia hatte das älteste Corpshaus in Göttingen, Theaterplatz 5. Architekt war der Göttinger Stadtbaurat Heinrich August Anton Gerber. Der Grundstein wurde am 16. Mai 1888 von Prinz Albrecht gelegt. Er war zu dem Zeitpunkt Regent des Herzogtums Braunschweig und vertrat seinen todkranken Cousin Friedrich III. als Rector Magnificentissimus der Göttinger Universität.Walter Nissen u. a.: Göttinger Gedenktafeln. Göttingen 2002, S. 12 Prinz Albrecht hatte besondere Beziehungen zu den Göttinger Sachsen, da er selbst dem Corps Borussia Bonn angehörte, das mit Saxonia seit 1858 im Kartell steht. Das Corpshaus ging 1935 an die Stadt Göttingen über und wurde zeitweilig als Stadtarchiv genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erwarben die Sachsen einen Neubau im Ostviertel der Stadt.

Auswärtige Beziehungen Das Corps Saxonia ist Mitglied im Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV) und gehört zu den Unterzeichnern des Göttinger SC-Comments. Der Göttinger Senioren-Convent besteht heute aus sechs Kösener Corps.Der SC besteht aus den Kösener Corps Brunsviga, Curonia Goettingensis, Hannovera, Hildeso-Guestphalia, Saxonia und Teutonia-Hercynia sowie einem der beiden Weinheimer Corps am Ort.

Mit dem Corps Borussia Bonn und dem Corps Saxo-Borussia Heidelberg bildet das Corps Saxonia aufgrund der gegenseitigen Kartelle den Weißen Kreis innerhalb des KSCV. Ein Kartell besteht zudem mit dem Corps Pomerania Greifswald, für das Saxonia während der deutschen Teilung die Patenschaft übernommen hatte. Das langjährige Kartell mit dem Corps Starkenburgia wurde 1930 gebrochen. Außerdem bestand von der Wiederbegründung nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1965 ein offizielles Verhältnis zum Corps Hannovera Göttingen (sog. Ortskartell).

Ungebrochen sind die Kartellbeziehungen zu den längst suspendierten und erloschenen Corps Marchia Halle und Misnia III.

Bekannte Mitglieder Nach Geburtsjahr geordnet Fürsten und Standesherren miniatur|hochkant|Karl Prinz zu Ratibor und Corvey als Conkneipant der Saxonia, 1879 Bruno zu Ysenburg und Büdingen (1837–1906), 3. Fürst zu Ysenburg-Büdingen, Präsident der Ersten Kammer des Großherzogtums Hessen Ludwig Riedesel zu Eisenbach (1846–1924), Standesherr für die Herrschaft Riedesel, hessischer Erbmarschall, Mitglied der Ersten Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen und des Preußischen Herrenhauses Victor II. Amadeus von Ratibor (1847–1923), Standesherr Hermann, Herzog zu Trachenberg, Fürst von Hatzfeldt (1848–1933), Oberpräsident in Schlesien Adolf Friedrich V. (1848–1914), Großherzog von Mecklenburg, Regent im Landesteil Strelitz Karl Prinz von Ratibor und Corvey (1860–1931), Oberpräsident der Provinz Westfalen Christian-Ernst zu Stolberg-Wernigerode (1864–1940), Chef des Hauses Stolberg Heinrich Graf v. Reichenbach-Goschütz (1865–1946), Standesherr Wolfgang zu Ysenburg und Büdingen (1877–1920), 4. und letzter Fürst zu Ysenburg-Büdingen

Parlamentarier und Minister Albert v. Holleben (1825–1902), Geheimer Staatsrat, Kammerherr und Finanzvorstand im Fürstlich Schwarzburgischen Ministerium Otto Reinhardt (1826–1915), Jurist, MdR, Staatsminister des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen Levin von Wintzingeroda-Knorr (1830–1902), deutscher Politiker Karl Langner (1830–1895), Rittergutsbesitzer, Mitglied des Westpreußischen Provinziallandtags und Provinzialschusses Adolf von Arnim-Boitzenburg (1832–1887), MdR Johannes Hunnaeus (1835–1916), Landgerichtspräsident in Detmold, MdL Albert Gröning (1839–1903), Bremer Senator und Bürgermeister Traugott Hermann von Arnim-Muskau (1839–1919), Diplomat, MdR, MdHH Hans von Bodenhausen-Degener (1839–1912), Rittergutsbesitzer, MdHH Raban Spiegel von und zu Peckelsheim (1841–1906), Landrat, Mitglied des Westfälischen Provinziallandtags Fritz Graf v. der Schulenburg-Angern (1843–1921), Landrat, MdHH Hans Hermann von Berlepsch (1843–1926), preußischer Staatsminister für Handel und Gewerbe Siegfried von Saldern (1843–1913), MdR Anton Bödiker (1843–1907), Geheimer Oberregierungsrat und erster Präsident des Reichsversicherungsamtes Curt von Bülow (1843–1919), Rittergutsbesitzer, Kammerherr des Kaisers, Mitglied des Provinziallandtags und Vorsitzender des Provinzialausschusses der Provinz Sachsen Karl von Oertzen (1844–1914), Staatsminister des Fürstentums Lippe-Detmold, Regierungspräsident der Hohenzollernschen Lande und von Lüneburg Maximilian Frhr. v. Gagern (1844–1911), hessischer Minister und Gesandter in Berlin, Bevollmächtigter zum Bundesrat Otto von Manteuffel (1844–1913), MdR, MdHH Bernhard von Bassewitz-Levetzow (1846–1899), Majoratsherr, MdHdA Oskar von Hasselbach (1846–1903), Landrat, MdR, MdHdA Jordan von Kröcher (1846–1918), Präsident des Preußischen Abgeordnetenhauses Friedrich v. Stülpnagel (1847–1914), Kurator der Ritterakademie Brandenburg, preußischer Politiker Adalbert von Conrad (1848–1928), Rittergutsbesitzer, Landrat des Landkreises Graudenz, MdHdA Wilhelm Riedesel zu Eisenbach (1850–1918), Landrat der Kreise Ahaus und Gelnhausen, Landeshauptmann der Provinz Hessen-Nassau, MdHdA August von Rumohr (1851–1914), Rittergutsbesitzer, Kammerherr, MdHH Gerhard Hoeppner (1852–1898), Rittergutsbesitzer, Landeshauptmann von Pommern, MdHdA Wilhelm von Maltzan-Wartenberg (1854–1933), MdR Martin von Wegnern (1855–1897), fürstlich schaumburg-lippischer Staatsminister Wernher von Quistorp (1856–1908), MdHdA, MdHH Wolfram von Richthofen (1856–1922), Gutsbesitzer, MdHH Hans Dietrich von Zanthier (1856–1925), preußischer Landrat und Politiker Wilhelm von Waldow (1856–1937), preußischer Staatsminister Karl von Waldow und Reitzenstein (1858–1945), Rittergutsbesitzer, MdR, MdHH Rudolf von der Schulenburg (1860–1930), Oberpräsident in Brandenburg und Sachsen, MdHH Ernst Julius von Seidlitz-Sandreczki (1863–1930), Majoratsherr, MdHH Robert von Scheller-Steinwartz (1865–1921), Gesandter in Abessinien, Sachsen-Altenburgischer Staatsminister Arthur Clairon d’Haussonville (1866–1913), Landrat des Landkreises Merseburg, MdHdA Joachim von Bredow (1867–1941), MdHH Wolf Friedrich von Kleist-Retzow (1868–1933), Großgrundbesitzer, Landrat des Landkreises Belgard, Erbküchenmeister von Hinterpommern, Mitglied des Pommerschen Provinziallandtags Heinrich von Oppen (1869–1925), Rittergutsbesitzer, Landrat des Landkreises Oberbarnim, Polizeipräsident von Breslau und Berlin, Mitglied des Provinziallandtags von Brandenburg und des Preußischen Staatsrats Joachim von Bredow (1872–1926), Rittergutsbesitzer, Landrat der Landkreise Sorau und Niederbarnim, Geschäftsführer und stellvertretender Vorsitzender des Verbandes der Preußischen Landkreise, Hauptritterschaftsdirektor, Bevollmächtigter zum Reichsrat Friedrich von Eichel-Streiber (1876–1943), thüringischer Landes- und Kirchenpolitiker, Mitglied der Bekennenden Kirche Thüringens Magnus Frhr. v. Braun (1878–1972), Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft (Vater von Wernher v. Braun) Werner von Mirbach (1878–1928), Landrat des Landkreises Neidenburg, Mitglied des Provinziallandtags von Ostpreußen und des Preußischen Landtags Wilhelm Frhr. v. Gayl (1879–1945), Reichsinnenminister Heinrich Remigius Bartels (1880–1958), Rittergutsbesitzer, MdHdA Ewald von Kleist-Wendisch Tychow (1882–1953), Gutsbesitzer und Politiker Kurt von Borries (1885–1967), Politiker Konrad von Dressler (1885–1955), Präsident des Landtags des Memelgebiets Claus-Joachim von Heydebreck (1906–1985), Präsident des Landtages und Kultusminister von Schleswig-Holstein

Verwaltungs- und Wirtschaftsjuristen Gustav von Heimburg (1828–1910), Landrat des Kreises Linden Ernst von Witzendorff (1828–1896), Mitglied des Kammer- und Forstkollegiums des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin Hermann Franzius (1831–1911), Kreishauptmann, später Landrat des Landkreises Osterholz Diederich von Mecklenburg (1833–1893), Kammerherr und Landrat Achatz von Bismarck (1833–1874), Landrat des Landkreises Ostprignitz Ludolf August v. Bismarck (1834–1924), Landrat des Kreises Stendal, Landeshauptmann der Altmark Hugo von Brackel (1834–1907), Landrat Ernst Otto von Linsingen (1834–1920), Bürgermeister von Uelzen, Mitglied des Provinziallandtags Prosper Caspar Leonard Devens (1834–1882), preußischer Beamter Gustav von Oertzen (1836–1911), kaiserlicher Kommissar in Deutsch-Neuguinea Robert von Bolschwing (1836–1903), Hauptmann der Hauptmannschaft Bauske, Oberhauptmann der Oberhauptmannschaft Mitau Paul von Weissenbach (1837–1907), Kammerherr, Amtshauptmann der Amtshauptmannschaften Flöha, Großenhain und Dresden-Neustadt Gottlieb von Both (1837–1906), Kammerherr, Chef der obersten Verwaltungsbehörde des Großherzoglichen Haushalts des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin Albert von Bennigsen-Foerder Wilhelm Woldeck von Arneburg (1838–1877), Landrat der Kreise Schwetz und Plön Ludwig von Lehsten (1840–1910), mecklenburgischer Landdrost, Leiter der Hagenower Kalibergwerke Graf Constantin zu Stolberg-Wernigerode (1843–1905), Oberpräsident von Hannover Ernst von Gustedt (1845–1924), Generallandschaftsdirektor der Provinz Sachsen, Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses Karl Busso Gottlob von Wedel (1845–1917), preußischer Landrat und Kammerherr Eberhard von der Recke (1847–1920), Landrat des Landkreises Querfurt, Regierungspräsident in Köslin und Merseburg, diensttuender Kammerherr und Kabinettsrat von Kaiserin Auguste Viktoria Friedrich von Barnekow (1848–1908), Regierungspräsident des Regierungsbezirks Osnabrück Franz Krahmer (1851–1930), Landrat des Kreises Thorn, Regierungspräsident des Regierungsbezirks Posen Max Kricheldorff (1851–1925), Landrat des Landkreises Northeim Alfred von Conrad (1852–1914), Chef der Reichskanzlei, Oberpräsident in Brandenburg Ernst von Bismarck (1853–1931), Landrat, Besitzer des Gutes Vierhof in Pommern Felix Krahmer (1853–1907), Landrat der Kreise Dannenberg und Allenstein Georg Reuter (1855–1930), Präsident des Oberlandesgerichts Naumburg Heino von Bischoffshausen (1855–1933), Landrat des Landkreises Witzenhausen Heinrich von Below (1856–1907), Rittergutsbesitzer, Landrat des Landkreises Schlawe i. Pom. Dedo von Krosigk (1858–1932), Kreisdirektor des Landkreises Bernburg, Kammerherr, Rittergutsbesitzer Oswald von Carlowitz (1859–1910), Rittergutsbesitzer, Kammerherr, Amtshauptmann der Amtshauptmannschaften Oschatz und Bautzen