Die Erlauf ist ein Nebenfluss der Donau im Bezirk Scheibbs und Bezirk Melk in Niederösterreich sowie teilweise auch in der Steiermark. Die Erlauf ist insgesamt etwa 70 km lang und mündet bei Pöchlarn in die Donau.
Etymologie In der Zeit der Römer hieß der Fluss Arelape, gleich wie das römische Kastell mit Flottenstützpunkt an der Donau, heute die Stadt Pöchlarn und der Zivilsiedlung, die nach dem ursprünglichen Flussverlauf an der früheren Mündung lag, heute die Marktgemeinde Erlauf. Der heutige Name entstand aus der früheren Namensform Erlaf. Der Name stammt vermutlich von den indogermanischen Wörtern *h³rló- mit der ungefähren Bedeutung 'antreibend, losstürzen lassen, sich erhebend' und *apā für 'Wasser'.
Geografie mini|links|Einzugsgebiet der Erlauf Verlauf mini|hochkant|Erlaufursprung in Mitterbach am Erlaufsee Die Erlauf (am Oberlauf auch Große Erlauf genannt) entspringt am Fuße der Gemeindealpe und ist der Zulauf des Erlaufsees. Danach fließt sie über die Tormäuer durch den Naturpark Ötscher-Tormäuer, am Ötscher vorbei (hier mündet der Trefflingbach, unmittelbar beim Zusammenfluss befindet sich der Trefflingfall), weiter über Kienberg-Gaming, Scheibbs, Purgstall an der Erlauf bis nach Wieselburg. Dort mündet die Kleine Erlauf, die bei Gresten () entsteht und über Randegg, Steinakirchen am Forst bis zur Mündung in Wieselburg weiterfließt. Danach verläuft der Fluss in nordnordöstliche Richtung und mündet bei Pöchlarn in die Donau.
Natur Fast 40 % des Flussverlaufes sind noch als naturnah zu bezeichnen. Eine Fischwanderung ist aufgrund mehrerer Kraftwerke allerdings nicht mehr möglich. Eine kleine Sensation war um 1985 die Entdeckung des hier längst ausgestorben geglaubten Bachneunauges (Lampetra planeri) in der Großen Erlauf.
Im Gemeindegebiet von Purgstall an der Erlauf hat sich der Fluss im Laufe der Jahrtausende tief in den seit den Eiszeiten aufgelandeten Schotter eingegraben. Die dadurch entstandene Erlaufschlucht („Prater“ genannt) gilt seit 1972 aufgrund der einmaligen landschaftlichen Eigenheiten als Naturdenkmal (Listeneintrag).
Wirtschaft An der „Großen Erlauf“ wird in mehreren Kraftwerken elektrische Energie gewonnen. Das erste Kraftwerk nach dem Erlaufstausee in der Erlaufklause ist das Kraftwerk Wienerbruck (ältestes Kraftwerk Niederösterreichs) am Stierwaschboden, welches vom Erlaufstausee und dem Stausee Wienerbruck (Lassingbach) versorgt wird. Unterhalb liegt das Kraftwerk Erlaufboden, das aus dem Stauweiher Stierwaschboden versorgt wird. Beide Kraftwerke sind im Eigentum der EVN und liefern Energie für die öffentliche Stromversorgung. Seit 2015 wird die Mariazellerbahn nicht mehr direkt von einem eigenen Generator im Kraftwerk Wienerbruck, sondern einem Umformersatz im Kraftwerk Erlaufboden mit Energie versorgt. Am Ende der Tormäuer liegt bei Kienberg das Wasserkraftwerk von Worthington Cylinders. Weiter flussabwärts im Zentrum von Scheibbs das Kraftwerk Mühlhof, in Mühling bei Wieselburg, Wieselburg (E-Werk Fahrner - gleich hinter dem Zusammenfluss von großer und kleiner Erlauf) und in Erlauf liegen weitere Kraftwerke.
Zuflüsse Die größten Nebenbäche der Erlauf sind: Name Mündungsseite Mündungsort Einzugsgebietin km²WeißenbachrechtsWeißenbach bei Mariazell4,9Lurggrabenrechtsvor Mitterbach3,0Bach von Bodenbauerlinksvor Mitterbach3,0MitterbachlinksMitterbach2,8Mühlgrabenrechtsvor dem Erlaufstausee4,4Eseltalrechtsin den Erlaufstausee5,1Ötscherbachlinksim Ötschergraben38,2LassingbachrechtsStierwaschboden32,0AngerbachrechtsErlaufboden14,3TrübenbachlinksTeufelskirche2,4WeidachgrabenrechtsToter Mann2,0BrandbachrechtsBrandgegend2,9Trefflingbachrechts13,7NestelbergbachlinksVordere Tormäuer11,9HundsgrabenlinksVordere Tormäuer4,6SulzgrabenlinksSommersberg2,1FilzmoosbachlinksUrmannsau4,2GamingbachlinksKienberg54,0PeutengrabenrechtsGrafenmühl4,8JeßnitzrechtsNeubruck36,8Lueggrabenlinksvor Scheibbs5,3ReithgrabenrechtsScheibbs2,3SaffenbachlinksSaffen5,6FeichsenlinksPurgstall26,4SchluchtenbachrechtsPratersiedlung4,7SchaubachlinksSchauboden9,3GrubbachrechtsRottenhaus3,7Kleine ErlauflinksWieselburg171,2MühlbachrechtsKendl8,1DollbachrechtsErlauf10,1Bach von HarlandenrechtsSteinwand2,9
Bilder
Literatur Irene M. Weiß: Brücken und Stege über die Große Erlauf. Verein Erlauftaler Bildungskreis, Purgstall 2003, ISBN 3-900019-00-2. Georg Holzer: Die Slaven im Erlaftal. Eine Namenlandschaft in Niederösterreich. Herausgeber Anton Eggendorfer und Willibald Rosner, NÖ Institut für Landeskunde, St. Pölten 2001, ISBN 3-85006-135-3. Roman Josef Hödl: Die epigenetischen Täler im Unterlaufe der Flüsse Ybbs, Erlauf, Melk und Mank. In: LIV. Jahresbericht über das k. k. Staatsgymnasium im VIII. Bezirke Wiens für das Schuljahr 1903/1904. Wien 1904 ().
Weblinks
Bericht über eine Befahrung Film von Thomas Zeller über die Erlauf
Einzelnachweise
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