Die Partei der Europäischen Linken, in der Regel als Europäische Linke (EL) abgekürzt,Full text of the Statute. european-left.org ist eine europäische politische Partei, die am 8. Mai 2004 in Rom als Zusammenschluss von 15 europäischen Mitgliedsparteien aus dem linken und kommunistischen Spektrum gegründet wurde. Der EL gehören heute 23 Parteien an. Mitglieder im deutschsprachigen Raum sind die deutsche Partei Die Linke, die Kommunistische Partei Österreichs, die Partei der Arbeit der Schweiz und die luxemburgische déi Lénk.
Im Europäischen Parlament gehören die Abgeordneten der EL-Mitgliedsparteien der Fraktion Die Linke im Europäischen Parlament – GUE/NGL (Die Linke) an. Seit der Europawahl 2024 ist die GUE/NGL mit Abgeordneten die zweitkleinste Fraktion im Europäischen Parlament (Stand: ). Der Fraktion gehören auch die Mitglieder der konkurrierenden Allianz der Europäischen Linken sowie unabhängige Mitglieder an. Die EL ist nicht auf die Mitgliedstaaten der Europäischen Union beschränkt, sondern hat auch Mitglieder z. B. in der Schweiz, der Türkei und in Moldawien.
Präsident der EL ist seit dem 11. Dezember 2022 Walter Baier von der Kommunistischen Partei Österreichs.
Mitglieder Der EL beitreten können Parteien und Einzelpersonen. Letzteres war zunächst umstritten. Mittlerweile wurde dieser Streit behoben. Die EL-Mitglieder, die keiner der Mitgliedsparteien angehören, zahlen einen erhöhten EL-Beitrag von mindestens 24 Euro jährlich. Ein europäischer Zusammenschluss der Einzelmitglieder strebt an, den Status der Parteienpartei zu überwinden, und versteht sich als Netzwerk, welches daran arbeitet, den Fokus und die Aktivitäten der Partei und deren Mitgliedsparteien stärker auf die europäische Ebene auszurichten.
Mitgliedsparteien Stand: 22. Juli 2026 Land Partei Europa-parlamentarier NationaleParlamentarierPartei der Arbeit Belgiens Balgarskata Lewiza – –Die LinkeSuomen kommunistinen puolue – –Parti communiste français – Gauche républicaine et socialiste – –SyrizaNéa Aristerá–Partito della Rifondazione Comunista – –Radnička Fronta –Déi Lénk –Partidul Comuniștilor din Republica Moldovanicht in der EUKommunistische Partei Österreichs – –Partidul Socialist Român – –Framtidens Vänster –Partei der Arbeit der Schweiznicht in der EU Levica – Izquierda Unida –Partido Comunista de España –Esquerra Unida i Alternativa–Levice – –Sol Partinicht in der EU –Magyarországi Munkáspárt 2006 – –Left Unitynicht in der EU –
Parteien mit Beobachterstatus Stand: 22. Juli 2026 Land Partei Europa-parlamentarier NationaleParlamentarierBelarussische vereinigte Linkspartei „Gerechte Welt“ nicht in der EUAm 30. Juni 2023 erklärte das Justizministerium von Belarus,dass die Partei nicht mehr registriert sei. Mouvement Demain – –Komunistická strana Slovenska – –Sortu –Komunistická strana Čech a MoravyAnorthotiko Komma Ergazomenou LaouBirleşik Kıbrıs Partisinicht in der EU –Yeni Kıbrıs Partisi –
Partnerparteien und -bewegungen Stand: 22. Juli 2026 Land Partei Europa-parlamentarier NationaleParlamentarier Marxistische Linke – –Ensemble! – –République et socialisme – –LINKS – –Solidarnostnicht in der EU –Táncsics – Radikális Balpárt – –Igen Szolidaritás Magyarországért Mozgalom – –Democratic Left ScotlandOur Partiesnicht in der EU – Socialists for Independence –
Einzelmitglieder Neben Parteien lässt die EL auch die individuelle Mitgliedschaft von Personen zu.european-left.org Im Frühjahr 2020 hatte die EL 410 individuelle Mitglieder.
+ 10. LegislaturperiodeLandNamePartei AmtSebastian EverdingPartei Mensch Umwelt TierschutzMdEP Lynn BoylanSinn FéinMdEPKathleen FunchionMdEPLuke Flanagan–MdEPDomenico Lucano–MdEP Estrella Galán Movimiento SumarMdEP
Ehemalige Mitgliedsparteien Stand: 22. Juli 2026 Land Partei Kommunistische PartijParteiarbeit eingestellt 2009, ab Dezember 2013 nicht mehr als Mitglied aufgeführtParti Communiste Austritt auf dem Parteikongress am 30. Juli 2018 beschlossen; wird von der EL noch als Mitglied geführt.Communistes de Wallonie-Bruxelles Enhedslisten – de rød-grønneDeutsche Kommunistische Parteibeendete am 27. Februar 2016 den Beobachterstatus. Newswebsite der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP); abgerufen am 27. Februar 2016.Eestimaa Ühendatud VasakparteiVasemmistoliittoIm Jahr 2024 von der EL-Website gestrichenGauche unitairefusionierte im Herbst 2015 mit der PCFParti de Gaucheausgetreten am 1. Juli 2018Alte Kamellen, neue Bündnisse: Mélenchons Parti de Gauche verlässt Europäische Linkspartei La France insoumiseAnaneotiki Kommounistiki ke Ikologiki Aristerafusionierte im Jahr 2013 zur SyrizaAnaneotiki Kommounistiki ke Ikologiki Aristera Partito dei Comunisti Italiani im Dezember 2014 in Partito Comunista d’Italia umbenannt L’Altra Europa con Tsipras löste sich vor der EU-Wahl 2019 auf, ersetzt durch La Sinistra (kein Mitglied der EL)ilpost.it Sinistra Italiana trat im Dezember 2025 der ELA bei.Der WandelSeit Mai 2026 befindet sich die Partei nach eigenen Angaben im „Winterschlaf“.Młodzi Socjaliścilöste sich 2015 auf, damit erlosch der BeobachterstatusBloco de EsquerdaDer Austritt wurde am 22. Juni 2024 beschlossen.Balanço das eleições europeias e caminhos para uma esquerda forte, bloco.org, 22. Juni 2024Rifondazione Comunista Sammarinese ging 2012 in der Sinistra Unita auf, wurde bis 2018 noch als Mitglied geführt; Sinistra Unita ging 2017 in der Sinistra Socialista Democratica auf. Stranka za ekosocializem in trajnostni razvoj Slovenije (TRS)Iniciativa za demokratični socializem (IDS) gingen 2017 in Levica aufUngarische Kommunistische ArbeiterparteiAustritt 1. Mai 2009Transform(nicht in der EU); Aufgelöst im Jahr 2025, fusionierte mit Your Party.
Geschichte Die Initiative zur Gründung der EL ging in erster Linie von Parteien aus, die in der GUE/NGL im EU-Parlament und im Rahmen des Neuen Europäischen Linken Forums (NELF) zusammenarbeiteten. In: Disput, Mitgliederzeitschrift, Mai 2004 Nach zwei Jahren Vorbereitung fand der Gründungskongress am 8. und 9. Mai 2004 in Rom statt. Die Gründung einer europäischen Partei wurde dabei in linken politischen Kreisen kontrovers diskutiert. Ebenso waren die Arten der Mitgliedschaft in der EL umstritten. Die französische PCF plädierte für eine rein korporative Mitgliedschaft, während die deutsche PDS die Mitgliedschaft von Einzelpersonen befürwortete. In der Kommunistischen Partei Böhmens und Mährens (KSČM) war der Beitritt zur EL stark umstritten, da sie auch die tschechische Mitgliedschaft in der EU weitgehend ablehnt. Die KSČM nahm schließlich am Gründungskongress teil, trat der EL aber nicht bei, da sie sich mit der Verurteilung des Stalinismus im Gründungsdokument nicht einverstanden erklärte.
Beim ersten regulären Parteikongress am 8. Oktober 2005 wurde in der Athen-Deklaration der Europäischen Linken die programmatischen Grundlagen festgelegt. Die Ungarische Kommunistische Arbeiterpartei trat mit Wirkung zum 1. Mai 2009 aus der EL aus, wie die KSČM hatte sie die Verurteilung des realen Sozialismus kritisiert. Auf der Tagung der EL in Luxemburg vom 24. bis 27. September 2010 wurde die Bulgarische Linke als Mitglied aufgenommen., abgerufen am 5. Januar 2011.
Kandidat der EL bei der Europawahl 2014 für das Amt des Präsidenten der Europäischen Kommission war Alexis Tsipras von der griechischen Partei Syriza. Die Parteien der EL mussten leichte Mandatsverluste hinnehmen.
Bei der Europawahl 2019 waren Nico Cué und Violeta Tomić Spitzenkandidaten der EL. Bei der Wahl 2019 trat erstmals das linke Wahlbündnis Now the People an, dem EL-Mitglieds- und Beobachterparteien wie der portugiesische BE und die französische LFI angehörten. Insgesamt verlor die GUE/NGL-Fraktion elf Mandate.
Bei der Europawahl 2024 trat der österreichische EL-Vorsitzende Walter Baier als Spitzenkandidat der EL auf. Auf die EL entfielen etwa 3,5 % der Stimmen. Nach der Wahl formierten sich aus dem Wahlbündnis Now the People die europäische Partei Allianz der Europäischen Linken (AEL), die entsprechenden nationalen Parteien traten vorher aus der EL aus bzw. beendeten ihren Beobachterstatus. Im Gegensatz zur EL erlaubt die AEL nur die Mitgliedschaft von Parteien, die in einem Parlament vertreten sind. Die deutsche Die Linke verblieb in der EL, obwohl sie 2024 am Wahlbündnis Now the People beteiligt war.
Vorsitzende Zeitraum Land Partei 2004–2007 Fausto Bertinotti PRC 2007–2010 Lothar Bisky Die Linke 2010–2016 Pierre Laurent PCF 2016–2019 Gregor Gysi Die Linke 2019–2022 Heinz Bierbaum Die Linke seit 2022 Walter Baier KPÖ
EL-Mitglieder in europäischen Institutionen
Überblick Organisation Institution Sitze Europäisches Parlament Europäische Kommission Europäischer Rat(Staats- und Regierungschefs)
Europäischer Rat Die EL stellte von Januar 2015 bis Juli 2019 mit Alexis Tsipras von der griechischen Partei Syriza ein Mitglied des Europäischen Rates.
Finanzierung Als registrierte europäische politische Partei hat die Partei Anspruch auf öffentliche europäische Finanzmittel, die sie seit 2004 kontinuierlich erhält.
Nachstehend ist die Entwicklung der europäischen öffentlichen Mittel dargestellt, die die Partei erhalten hat.
In Übereinstimmung mit der Verordnung über europäische politische Parteien und europäische politische Stiftungen sammelt die Partei auch private Mittel, um ihre Aktivitäten mitzufinanzieren. Ab 2025 müssen europäische Parteien mindestens 10 % ihrer erstattungsfähigen Ausgaben aus privaten Quellen aufbringen, während der Rest aus europäischen öffentlichen Mitteln gedeckt werden kann.Für die Zwecke der europäischen Parteienfinanzierung beziehen sich „Beiträge“ auf finanzielle oder Sachleistungen von Parteimitgliedern, während „Spenden“ dasselbe bezeichnen, jedoch von Nichtmitgliedern geleistet werden.
Nachstehend ist die Entwicklung der von der Partei erhaltenen Beiträge und Spenden dargestellt.
Literatur
Cornelia Hildebrandt: Linksparteien als Subjekte der Transformation. In: Lasst uns über Alternativen reden: Beiträge zur kritischen Transformationsforschung 3 Eine Veröffentlichung der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Herausgeber: Michael Brie/Mario Candeias, VSA: Verlag Hamburg 2016, S. 190–220 Cornelia Hildebrandt: Zur parteipolitischen Linken in Europa. In: Europa – What’s left? Die Europäische Union zwischen Zerfall, Autoritarismus und demokratischer Erneuerung. Westfälisches Dampfboot, Münster, S. 220–250 Cornelia Hildebrandt, Uwe Sattler (Hrsg.): Vorwärts ohne Gleichschritt. Zwanzig Jahre Europäische Linke. VSA: Verlag, Hamburg 2023, ISBN 978-3-96488-206-6. Jürgen P. Lang: Die Partei der Europäischen Linken – Anatomie eines gescheiterten Projekts. In: Jahrbuch Extremismus & Demokratie 29 (2017). Text online
Weblinks Website der Europäischen Linke (englisch) Informationen zur EL im Register der Behörde für Europäische Politische Parteien Website der deutschen Abgeordneten der Partei
Einzelnachweise
Linke Kategorie:Sozialistische Partei Europa Kategorie:Grüne Partei Kategorie:Antimilitarismus
Kategorie:Parteigründung 2004