Ilshofen ist eine Kleinstadt im Landkreis Schwäbisch Hall im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs, zwischen der Kreisstadt Schwäbisch Hall und Crailsheim gelegen.

Geographie Geographische Lage Die Stadt Ilshofen hat Anteil an den Naturräumen Schwäbisch-Fränkische Waldberge, Kocher-Jagst-Ebenen und Hohenloher-Haller Ebene.Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009 Ilshofen liegt auf der Hochfläche der Hohenloher Ebene zwischen den Tälern von Bühler im Südwesten, Kocher im Westen und Jagst im Norden und Osten. Im Süden bildet der nahe Burgberg die letzte bedeutende Erhebung von Burgberg-Vorhöhen und Speltachbucht vor den ferneren Ellwanger Bergen. Wenig südlich fließt an der Stadt die Schmerach vorbei in Richtung Westen, sie biegt bald nach Südwesten ab und gräbt sich vor ihrer Mündung in die Bühler noch ein steiles, zuletzt gut 100 m tiefes Waldtal in die Hochfläche.

Stadtgliederung Die Gemarkung Ilshofens ist durch das Dünsbacher Gebiet geteilt; der Stadtteil Obersteinach mit kleinerer Fläche liegt westlich vom übrigen Stadtgebiet, dazwischen berühren sich die Gebiete der Stadt Gerabronn und der Gemeinde Wolpertshausen.

Die Stadt Ilshofen besteht aus den Stadtteilen Eckartshausen, Ilshofen, Obersteinach, Ruppertshofen und Unteraspach, die räumlich identisch mit den ehemals selbstständigen Gemeinden sind mit insgesamt 25 separat gelegenen Ortschaften. Die offizielle Benennung der Stadtteile erfolgt durch den vorangestellten Namen der Stadt und, durch Bindestrich getrennt, nachgestellt den Namen der Stadtteile. Die Stadtteile bilden Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung. Der zum Stadtteil Ilshofen gehörende Ort Unterschmerach wird für Kommunalwahlen dem Wohnbezirk Eckartshausen zugeordnet. Abgerufen am 20. Juli 2020Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden sowie die abgegangene Ortschaft Bonazhof. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 491–496 mini|300x300px|Luftbild von Ilshofen (1983). Blickrichtung nach Norden. Im Vordergrund von rechts nach links die Baum- und Strauchgalerie der oberen Schmerach, hinter dem Ortsbereich die Trasse der A 6, links dahinter das zugehörige Dorf Ruppertshofen. 50px|Wappen Eckartshausen Zum Stadtteil Eckartshausen gehören das Dorf Eckartshausen und die Weiler Großallmerspann und Oberschmerach sowie die abgegangene Ortschaft Gaichshausen (Gaishausen).90px|Eckartshausen, Luftbild (1983)50px|Wappen Ilshofen Zum Stadtteil Ilshofen gehören die Stadt Ilshofen, der Weiler Unterschmerach und das Gehöft Klingenhof sowie die abgegangenen Ortschaften Burg, Alt-Ilshofen und Erlach.50px|Wappen unbekannt Zum Stadtteil Obersteinach gehören das Dorf Obersteinach, die Weiler Altenberg, Niedersteinach, Sandelsbronn, Windisch-Brachbach und Söllbot.90px|Markungsstein beim Obersteinacher Weiler Sandelsbronn (2013)50px|Wappen unbekannt Zum Stadtteil Ruppertshofen gehören das Dorf Ruppertshofen und die Weiler Hessenau und Leofels sowie die abgegangenen Ortschaften Birken (Burg Hohenbirken?) und Guttershofen.90px|Die beiden Ruppertshofener Weiler Leofels (mit Burg Leofels) und Hessenau auf dem gegenüberliegenden Jagstufer (2021)50px|Wappen unbekannt Zum Stadtteil Unteraspach gehören die Dörfer Unteraspach, Gaugshausen und Oberaspach, die Weiler Großstadel, Kerleweck, Oberscheffach und Steinbächle mit Burgstall Burgruine Klingenfels, die Höfe Kleinstadel, Lerchenhof und Lerchenmühle sowie die abgegangene Ortschaft Bonazhof.Bonazhof - Wüstung, im Historischen Ortslexikon bei LEO BW90px|Kilianstraße im Unteraspacher Ortsteil Oberaspach (Straßenszene 2012)

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Ilshofen. Statistisches Landesamt.

Nachbargemeinden Nachbarstädte und -gemeinden Ilshofens sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden): Gerabronn, Kirchberg an der Jagst, Crailsheim, Vellberg, Schwäbisch Hall und Wolpertshausen. Die nordwestliche Exklave Obersteinach ist umgeben von Langenburg, Gerabronn, Wolpertshausen und Braunsbach. Sämtliche Nachbargemeinden gehören zum Landkreis Schwäbisch Hall.

Schutzgebiete Östlich von Hessenau liegt das Naturschutzgebiet Ahorn-Lindenwald. Darüber hinaus hat die Stadt Anteile an den Naturschutzgebieten Gipsbruch Kirchbühl und Unteres Bühlertal.

Hinzu kommen die drei Landschaftsschutzgebiete Mittleres Jagsttal mit Nebentälern und angrenzenden Gebieten, Kochertal zwischen Schwäbisch Hall und Weilersbach mit Nebentälern und Bühlertal zwischen Vellberg und Geislingen mit Nebentälern und angrenzenden Gebieten, die jeweils teilweise auf dem Gebiet von Ilshofen liegen.

Außerdem hat die Stadt Anteil an insgesamt den drei FFH-Gebieten Kochertal Schwäbisch Hall-Künzelsau, Bühlertal Vellberg-Geislingen und Jagst bei Kirchberg und Brettach sowie an den Vogelschutzgebieten Kocher mit Seitentälern und Jagst mit Seitentälern.Daten- und Kartendienst der LUBW. LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg, abgerufen am 5. Februar 2024 (Karte).

Geschichte mini|Ilshofen um 1900 mini|hochkant|Haller Torturm Frühe Geschichte Ilshofen wurde 1288 erstmals als Besitz des Grafen von Flügelau erwähnt. 1330 erlangte Ulleshoven durch Kaiser Ludwig den Bayern das Stadtrecht, wie es schon Schwäbisch Hall genoss. Aufgrund der Verschuldung des Besitzers, des Grafen Ulrich von Hohenlohe, musste dieser 1398 die Stadt an die Reichsstädte Dinkelsbühl, Schwäbisch Hall und Rothenburg ob der Tauber verkaufen. Im Ersten Markgrafenkrieg wurde Ilshofen 1449 durch Albrecht Achilles von Ansbach belagert und schließlich abgebrannt.

1562 wurde die Reichsstadt Schwäbisch Hall zum alleinigen Besitzer von Ilshofen (siehe Amt Ilshofen).

Im Dreißigjährigen Krieg hatten die Bewohner von Ilshofen schwer zu leiden. Nach der Schlacht bei Nördlingen verbreiteten marodierende Truppen 1634 in Süddeutschland die Pest; in Ilshofen starben innerhalb von nur elf Wochen rund 80 Menschen an der eingeschleppten Seuche, im gesamten Jahr 1634 waren rund 130 Tote zu beklagen. Viele Bewohner Ilshofens flohen in nahe gelegene Städte, die besser befestigt schienen.

Das Territorium der Reichsstadt Schwäbisch Hall wurde im Verlauf der Koalitionskriege 1802 durch württembergische Truppen besetzt und 1803 im Zuge der Mediatisierung an das Herzogtum Württemberg angegliedert. Dabei kam auch Ilshofen 1802 unter württembergische Herrschaft.

Württembergische Zeit von 1802 bis 1945 1803 gab es in Ilshofen rund 550 hauptsächlich von der Landwirtschaft lebende Einwohner sowie einen Bestand von 29 Pferden und 232 Rindern.

Gemäß der neuen Verwaltungsgliederung im 1806 gegründeten Königreich Württemberg wurde Ilshofen dem neuen Oberamt Hall zugeordnet.

Die überkommene Stadtbefestigung von Ilshofen wurde ab 1841 bis auf wenige Reste abgetragen. Es blieb nur der Haller Torturm von 1609 erhalten.

Mit dem Bau der Strecke Hall–Crailsheim hatte Ilshofen ab dem 10. Dezember 1867 zwar nicht direkt, aber über die Station Eckartshausen, einen relativ nahe gelegenen Anschluss an das Netz der Württembergischen Eisenbahn.

Bei der Verwaltungsreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Ilshofen 1938 zum Landkreis Schwäbisch Hall.

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wurden nach Kämpfen mit versprengten Einheiten der Waffen-SS und anschließendem amerikanischem Beschuss und Bombardements annähernd zwei Drittel der Stadt zerstört.

Nachkriegszeit Ab 1945 gehörte Ilshofen zum Land Württemberg-Baden in der Amerikanischen Besatzungszone.

Nach der Bildung der Bundesrepublik und des Landes Baden-Württemberg brachte die Formierung der Ilshofener Ebene eine Reihe von Veränderungen. Neben der Gründung eines Wasserzweckverbandes kam es 1967 zur Errichtung des Nachbarschulverbandes Ilshofner Ebene. Im Zuge der Gemeindereform wurden in den 1970er Jahren die heutigen Stadtteile Eckartshausen, Unteraspach, Obersteinach und Ruppertshofen eingemeindet.

Am 14. Oktober 1995 wurde in Ilshofen die Ilshofener Erklärung der FDP/DVP verabschiedet.

Eingemeindungen 1. Dezember 1971: Eckartshausen 1. Januar 1972: Obersteinach 1. Januar 1973: Ruppertshofen 1. Januar 1975: Unteraspach

Religionen Seit der Reformation ist Ilshofen überwiegend evangelisch geprägt; es gibt insgesamt vier evangelische Kirchengemeinden, je eine in Ilshofen, Oberaspach, Obersteinach und in Ruppertshofen. Die Katholische Kirche ist in Großallmerspann vertreten, die Neuapostolische Kirche in Ilshofen.

Politik Gemeinderat In Ilshofen wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. 2024 besteht der Gemeinderat aus 22 Personen, darunter sechs Frauen. Er besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Endergebnis.Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart Die Wahlbeteiligung betrug 60,69 Prozent.

Liste Stimmenanteil Sitze Die neue Liste 53,74 % 12 Freie Wählerschaft-Unabhängige Bürgerliste 37,88 % 9 Offene Liste-SPD 6,05 % 1 Freie Unabhängige Demokratische Wähler 1,16 % 0 CDU 1,17 % 0

Bürgermeister Bürgermeister ist seit 2018 Martin Blessing. Zuvor amtierte von 1986 bis 2018 Roland Wurmthaler.. swp.de, 22. März 2018

90px|rechts|Wappen Ilshofen

Wappen Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Silber auf grünem Boden eine stehende Justitia mit silberner Augenbinde, blauem Kleid und rotem Mantel, in der erhobenen Linken eine goldene Waage, in der gesenkten Rechten ein goldenes Schwert haltend.“

Städtepartnerschaften Kleinsölk (Österreich), seit 1972 Pockau-Lengefeld (Sachsen), seit 1990

Kultur und Sehenswürdigkeiten

mini|Burgruine Leofels Bauwerke Eine der bedeutendsten Burgruinen der Stauferzeit in Südwestdeutschland ist die Burg Leofels über dem Jagsttal, die sich im Eigentum der Stadt befindet.

Die 1830 erbaute Kirche St. Petronella besitzt einen Turm, der aus dem 16. Jahrhundert stammt. Sie ist die einzige Kirche in Baden-Württemberg mit diesem ungewöhnlichen Namen, wobei es jedoch am Kaiserstuhl eine ähnliche Variante gibt.

Durch eine Spende wurde 2001 der Ausbau des Stadtturms zum Kulturm ermöglicht. Hier finden regelmäßige Ausstellungen lokaler Künstler und zu heimatgeschichtlichen Themen statt.

Außerdem verfügt Ilshofen über eine moderne Stadthalle, heute Roland-Wurmthaler-Halle genannt, die 2004 bis 2007 durch umfassenden Umbau und Erweiterung einer bisherigen Stadthalle beim Haller Torturm durch die Stuttgarter Architektengemeinschaft Heckmann + Jung, vormals Heckmann. Kristel. Jung, entstand. mini|Ilshofen, Stadthalle von 2007 beim Haller Torturm

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Ilshofen ist über die Bundesautobahn 6 (Saarbrücken–Waidhaus) an das überregionale Straßennetz angebunden. Im Ortsteil Eckartshausen befindet sich ein Haltepunkt der Bahnstrecke Crailsheim–Heilbronn.

Die Stadt verfügt über einige Buslinien, u. a. die Linie 23 nach Schwäbisch Hall und die Linie 66 nach Crailsheim (Stand: November 2004). Sie gehört dem Verkehrsverbund KreisVerkehr Schwäbisch Hall an.

Durch eine Alltagsroute aus dem Radnetz Baden-WürttembergDas RadNETZ Baden-Württemberg auf www.radroutenplaner-bw.de ist Ilshofen mit Crailsheim und in der anderen Richtung mit Schwäbisch Hall verbunden.

Bildung 1971 wurde der erste Bauabschnitt des Ländlichen Bildungszentrums Ilshofen fertiggestellt, das bis heute mehrfach erweitert wurde. Heute gehen Schüler aus den Gemeinden Ilshofen, Wolpertshausen und Vellberg auf die Hermann-Merz-Grund-, Haupt- und Realschule; zusätzlich gibt es noch die Maria-Montessori-Förderschule. Außerdem bestehen vier Kindergärten in der Stadt.

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