Der Nacktzügelibis (Phimosus infuscatus) auch Mohrenibis ist eine südamerikanische Vogelart aus der Familie der Ibisse und Löffler. Er ist der einzige Vertreter der monotypischen Gattung Phimosus.

Unterarten Es sind drei Unterarten bekannt:IOC World bird list P. i. berlepschi , 1903Carl Eduard Hellmayr (1903), S. 247 kommt im nördlichen Südamerika vor. P. i. nudifrons (, 1825)Johann Baptist von Spix (1825), S. 69, Tafel 86 ist im zentralen und südlichen Brasilien verbreitet. P. i. infuscatus (, 1823)Martin Hinrich Lichtenstein (1823), S. 75 kommt vom östlichen Bolivien bis Paraguay, Uruguay und das zentrale Argentinien vor.

Aussehen Der Nacktzügelibis ähnelt mit seinem schwarzen Gefieder dem teilweise sympatrischen Langschwanzibis, ist aber mit 46 bis 55 cm deutlich kleiner und hat einen kürzeren Schwanz. Ein federloses Gesichtsfeld hinter dem Schnabel und rund um das Auge ist rot, der Schnabel dunkelgelb. Die Beine sind rötlich. Beide Geschlechter und auch die Jungvögel sehen gleich aus. Die Unterarten unterscheiden sich im Ausmaß des roten Gesichtsfeldes und im Glanzgrad des Gefieders.

Verbreitung Der Nacktzügelibis ist in Südamerika östlich der Anden von Kolumbien und Venezuela über Brasilien, Paraguay bis zum Nordosten von Argentinien und Uruguay heimisch. Die Vögel bevorzugen offene Landschaften in Gewässernähe.

Fortpflanzung Der Nacktzügelibis brütet in Büschen, bevorzugt in dichter Vegetation in Wassernähe. Die Nester werden meistens in lockeren Kolonien von 5 bis 70 Paaren angelegt. Das Gelege besteht aus 3 bis 4 Eiern. Die Brut dauert 21 bis 23 Tage. Die Jungen verlassen das Nest nach 27 bis 30 Tagen.

Nahrung Der Nacktzügelibis ernährt sich von Würmern, Muscheln, Krebstieren, großen Insekten, Schnecken und gelegentlich auch Samen und Blättern.

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Nacktzügelibis erfolgte 1823 durch Martin Hinrich Carl Lichtenstein unter dem wissenschaftlichen Namen Ibis infuscata. Als Verbreitungsgebiet gab er Brasilien an und bezog sich auf Curucau afeytadoFélix de Azara (1805), S. 201–202. von Félix de Azara. 1832 führte Johann Georg Wagler die Gattung Phimosus ein.Johann Georg Wagler (1832), S. 1233 Der Begriff leitet sich vom griechischen für Schnauze, ruhig sein ab.Phimosus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname »infuscatus« hat seinen Ursprung in .infuscatus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Berlepschi ehrt Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch. Schließlich ist nudifrons ein Wortgebilde aus und .nudifrons The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann sah in Phimosus azarae & , 1902Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch u. a. (1902), S. 123. als Synonym zu Nominatform. Er betrachtete die Art als relativ häufigen Vogel für ganz Paraguay. Allerdings war sich Laubmann aufgrund fehlenden Vergleichsmaterials nicht ganz sicher, ob es sich im Land um P. i. infuscatus oder P. i. nudifrons handelt.Alfred Laubmann (1939), S. 102–103

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ibisse und Löffler