Die Feuerwehr Koblenz ist eine Feuerwehr in Rheinland-Pfalz und besteht aus der Berufsfeuerwehr, aus zehn Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr und einer Jugendfeuerwehr mit mehreren Gruppen.
Eine Berufsfeuerwehr wurde in Koblenz erstmals im Jahr 1910 aufgestellt und ist heute eine von sechs Berufsfeuerwehren in Rheinland-Pfalz. Sie ist auf drei Wachen stationiert, der Hauptfeuerwache oder Wache 1 im Stadtteil Koblenz-Rauental, der Wache 2 in Koblenz-Niederberg sowie der Wache 3 im Stadtteil Koblenz-Bubenheim.
Amtsleiter der Branddirektion Koblenz ist seit 2016 der Leitende Branddirektor Meik Maxeiner.
Geschichte mini|Ehemaliges Rathaus, das zwischen 1911 und 1973 einen Teil der Feuerwehr beheimatete Der Verhütung eines Feuerbrandes dienten bereits im 18. Jahrhundert die ersten Anordnungen in Textform im Kurfürstentum Trier vom 9. Mai 1721, die durch die Gesamtverordnung vom 27. November 1783 wesentlich ergänzt und präzisiert wurden.
Die Freiwillige Feuerwehr Koblenz wurde am 8. Mai 1873 gegründet. Vorher hatte eine sogenannte Gemeinde-Feuerwehr bestanden. Im Jahr 1910 wurde die Feuerwehr um die Berufsfeuerwehr erweitert, bestehend aus einem Führer und zehn Mann. Insgesamt bestand die Koblenzer Feuerwehr zu dieser Zeit aus 82 Mann (1 Branddirektor, 1 Oberbrandmeister, 3 Brandmeister, 6 Abteilungsführern und 3 Züge).
Das Hauptdepot befand sich in den Jahren 1911 bis 1973 in der Altstadt im ehemaligen Rathaus und im benachbarten ehemaligen Schulgebäude Am Plan, mit Nebendepots in der Schenkendorfstraße, in Lützel, Neuendorf und Moselweiß. Dazu gab es seit dem Jahr 1889 auf Ratsbeschluss eine Wasserwehr für Hilfseinsätze bei Hochwasser.
Im August 2017 gab der Koblenzer Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig bekannt, dass aufgrund der demographischen sowie der verkehrstechnischen Entwicklung ein Ausbau der Berufsfeuerwehr notwendig würde. Hierzu sollte ein zweistelliger Millionenbetrag investiert und die Zahl der Beschäftigten auf 150 erhöht werden.www.rhein-zeitung.de: Kürzere Wege, schnellere Hilfe: Feuerwehr Koblenz plant Neubauten, abgerufen am 8. Juli 2019. Unter anderem wurden zwei neue Berufsfeuerwehrwachen, in Niederberg und in Bubenheim, geplant. Die Wache in Niederberg wurde im Herbst 2021 in Betrieb genommen, die in Bubenheim wurde zum 1. Oktober 2023 in Dienst gestellt. Zusammen mit der Hauptwache im Rauental bestehen somit drei Wachbezirke, denen jeweils ergänzend Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr zugeordnet sind.
Aufgabenbereiche Innerhalb der Stadtverwaltung Koblenz bildet die Feuerwehr das Amt für Brand- und Katastrophenschutz (Amt 37).Stadt Koblenz – Amt für Brand- und Katastrophenschutz Die Aufgaben der Koblenzer Feuerwehr nach dem Landesbrand- und -katastrophenschutzgesetz (LBKG) untergliedern sich wie folgt:
Abwehrender Brandschutz Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz Allgemeine Hilfe durch die Feuerwehr Koblenz Katastrophenschutz einschließlich Hochwasserschutz Koblenz Zivilschutz
Das Amt hat die Verantwortung für den Einsatz der Einheiten von Berufsfeuerwehr, Freiwilliger Feuerwehr, Jugendfeuerwehr, Katastrophenschutz (Sanitätsdienst, Wasserrettung) sowie den engen Kontakt zum Technischen Hilfswerk (THW).
Der medizinische Rettungsdienst wird in Koblenz nicht von der Feuerwehr wahrgenommen.
Berufsfeuerwehr mini|hochkant|Ärmelabzeichen BF Koblenz alter Art Das Personal besteht aus 117 Mitarbeitern, von denen 85 als feuerwehrtechnische Beamte im Einsatzdienst und 12 in der Integrierten Leitstelle tätig sind. Der Einsatzdienst ist in drei Wachabteilungen unterteilt. Hinzu kommen 17 Beamte des Führungsdienstes (A-Dienst und B-Dienst) sowie 7 Mitarbeiter in der Verwaltung.
Der erste Löschzug wird mit 16 Feuerwehrleuten besetzt, 2 weitere Beamte stehen für den Einsatz von Sonderfahrzeugen zur Verfügung. Ein gegebenenfalls notwendiger zweiter Löschzug wird aus den Kräften der Freiwilligen Feuerwehr ergänzt.
Der erste Löschzug setzt sich aus folgenden Fahrzeugen zusammen: Einsatzleitwagen zwei Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge Drehleiter mit Korb 23/12
Wachbezirke Es gibt drei Wachbezirke mit je einer Wache der Berufsfeuerwehr, denen jeweils Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr zugeordnet sind. Da die Stadt durch die Flüsse Rhein und Mosel in drei Gebiete geteilt ist, die durch verkehrlich belastete Brücken miteinander verbunden sind, soll die dezentrale Struktur der Standorte das Erreichen von 90 Prozent der Einsatzstellen innerhalb der vorgeschriebenen Einsatzgrundzeit von 10 Minuten ermöglichen. Im Jahr 2017 wurden knapp 82 Prozent der Einsätze innerhalb der Einsatzgrundzeit erreicht. Seit 2018 werden zu jeder Tageszeit Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr zu zeitkritischen Einsätzen hinzualarmiert.
Wachbezirk Mitte Der Wachbezirk Mitte erstreckt sich rechts der Mosel und links des Rheins um die Wache 1 im Stadtteil Rauental.
Wachbezirk Rechte Rheinseite Die Feuerwache 2 für den Bezirk Rechte Rheinseite ging am 1. Oktober 2021 in Betrieb. Sie entstand im Jahr 2018, mit erstem Spatenstich 2020, am Gertalis-Schohs-Weg nahe der Friesenstraße in Niederberg ().
Als Wachmannschaft sind 32 Feuerwehrleute stationiert, die im Schichtdienst jeweils mit einer Staffel (6 Einsatzkräfte) ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug besetzen. Die vorherige Reservedrehleiter von der Wache Rauental, die Höhenrettungsgruppe, Messfahrzeug und Material für den Gefahrguteinsatz sowie weitere Fahrzeuge sind hier stationiert. Um die enge Zufahrt zur Jugendherberge und Festung Ehrenbreitstein befahren zu können, wird ein kompaktes Löschfahrzeug vorgehalten; seit 2022 ist dies das ehemalige TSF-W der Einheit Arzheim, vorher war es ein älteres Klein-Tanklöschfahrzeug. Die Beschaffung eines neuen HLF 20 wurde 2020 ausgeschrieben.
Wachbezirk Nord Der Wachbezirk Nord deckt alle Stadtteile linksseitig der Mosel, die Autobahn 61 und Autobahn 48 sowie die Bundesstraße 9 ab.
Die Feuerwache 3 für den Bezirk Nord ging am 1. Oktober 2023 in Betrieb. Sie entstand ab Mitte 2021 auf einem städtischen Grundstück von 8600 m² Fläche im „Dienstleistungszentrum Bubenheim/B9“ an den Straßen Bubenheimer Bann und Johann-Baulig-Straße (). Zeitgleich wurde eine Halle für das zentrale städtische Hochwasserlager errichtet. Zu einem späteren Zeitpunkt soll der Neubau der Integrierten Leitstelle für den Rettungsdienstbereich Koblenz folgen.
Als Wachmannschaft sind 32 Feuerwehrleute stationiert, die im Schichtdienst jeweils mit einer Staffel (6 Einsatzkräfte) ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug, eine Drehleiter und einen Rüstwagen besetzen können. Beschafft wurden eine neue Drehleiter, die im Mai 2023 präsentiert wurde, und ein neues HLF 20.
Facheinheiten Höhensicherung Bei der Berufsfeuerwehr steht auf der Wache 2 eine Höhenrettungsgruppe zur Verfügung. Sie entstand 2023 aus der vorherigen Höhensicherungsgruppe und soll bis Jahresende 2023 für die Windenrettung in Zusammenarbeit mit der Hubschrauberstaffel der Polizei am Flugplatz Koblenz-Winningen weitergebildet werden.
Für die Gruppe sollte im Jahr 2022 ein Mannschaftstransportfahrzeug neu beschafft werden.
Wasserrettung Jede diensthabende Wachabteilung kann vier Feuerwehrtaucher einsetzen. Die Landesfacheinheit kann im gesamten nördlichen Rheinland-Pfalz für Einsätze angefordert werden und bei Bedarf auf die Hubschrauberstaffel der Polizei am Flugplatz Koblenz-Winningen zurückgreifen. Der Tauchergruppe steht ein spezielles Einsatzfahrzeug 4x4 mit einem Schlauchboot auf Anhänger zur Verfügung. Für diesen Gerätewagen Wasserrettung von 2004 ist Ersatz durch ein gleichartiges Neufahrzeug vorgesehen.
Integrierte Leitstelle Die integrierte Leitstelle des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz wird, neben 12 Mitarbeitern der Berufsfeuerwehr, durch 15 Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes besetzt. Sie koordiniert jährlich rund 150.000 Einsätze und ist neben der Stadt Koblenz auch für die Landkreise Ahrweiler, Cochem-Zell und Mayen-Koblenz mit insgesamt rund 512.000 Einwohnern zuständig.www.rhein-zeitung.de: Integrierte Leitstelle in Koblenz koordiniert rund um die Uhr Rettungseinsätze, abgerufen am 11. Januar 2018. In Zukunft soll die Zuständigkeit auf den Rhein-Hunsrück-Kreis ausgedehnt werden und erstreckt sich dann über rund 630.000 Einwohner.
Die Leitstelle ist für die Koordination des Rettungsdienstes und für die Erstalarmierung der Freiwilligen Feuerwehren und Katastrophenschutzeinheiten der beteiligten Landkreise zuständig; sie bildet die Einsatzleitstelle für den Brand- und Katastrophenschutz der Stadt Koblenz. Die Leitstellentechnik umfasst im Wesentlichen neun Einsatzleitplätze sowie fünf Ausnahmeabfrageplätze für die Abwicklung von Großschadenslagen., abgerufen am 11. Januar 2018.
Die seit dem Jahr 2011 bei der Berufsfeuerwehr im Rauental untergebrachte Leitstelle wird perspektivisch in einem Neubau auf dem Gelände der Feuerwache 3 angesiedelt. Die ständig steigende Zahl von Notrufen, die geplante Erweiterung des Zuständigkeitsbereichs, der damit höhere Bedarf an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die fehlende Erweiterbarkeit des bisherigen Gebäudes und die Hochwassergefährdung des Geländes werden als Hauptgründe genannt.
Löschboot mini|200px|Das Feuerlöschboot „Rheinland-Pfalz I“ der Feuerwehr Koblenz auf dem Rhein Das Feuerlöschboot „Rheinland-Pfalz I“ wurde am 14. Oktober 1975 der Feuerwehr Koblenz übergeben. Das vom Land Rheinland-Pfalz in Auftrag gegebene Boot wurde von der Rheinwerft Mainz-Mombach gebaut. Die Baukosten betrugen 2,3 Mio. DM, hinzu kamen nochmal ca. 400.000 DM für die Ausrüstung und den weiteren Ausbau.
Das Boot hat zwei je 1000 PS starke Motoren und erreicht damit eine maximale Geschwindigkeit von 45 km/h flussabwärts sowie 35 km/h flussaufwärts. Es ist 30 Meter lang und 5,5 Meter breit. Die beiden Feuerlöschpumpen versorgen die Monitoren zu je 6000 l/min. wahlweise mit Löschwasser oder Löschschaum. Die Pumpen können auch zum Lenzen mit einer Leistung von 13000 l/min. eingesetzt werden. Zusätzlich ist ein Schleppen oder Schieben anderer Wasserfahrzeuge möglich. Es ist ebenfalls mit einer Flutlichtanlage, Radar und Echolot sowie einem Beiboot mit Außenbordmotor ausgestattet. Ein Umbau erfolgte in den Jahren 1997/1998. Man legte beim Bau besonderen Wert auf Schnelligkeit und Manövrierfähigkeit. Das am nördlichsten stationierte Feuerlöschboot des Landes operiert auf der Mosel und auf dem Rhein regulär bis zur Landesgrenze nach Nordrhein-Westfalen, bei Bedarf aber auch über diese hinaus.Broschüre „125 Jahre Feuerwehr Koblenz“ des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz 1997.
Großraumrettungswagen Auf der Feuerwache ist ein Großraumrettungswagen stationiert, dessen Fahrer von der BF Koblenz gestellt wird. Im Rahmen der zivilmilitärischen Zusammenarbeit wird das Fahrzeug auch von der Bundeswehr genutzt, um im Rahmen von MedEvac zurückgeführte Soldatinnen und Soldaten zum Beispiel in das Bundeswehr-Zentralkrankenhaus zu überführen.
Freiwillige Feuerwehr mini|hochkant|Ärmelabzeichen FF Koblenz neuer Art Die Freiwillige Feuerwehr setzt sich aus insgesamt zehn Einheiten mit jeweils eigenem Ausrückebereich zusammen. Mit der Neuausrichtung der Feuerwehr Koblenz sind sie seit 2019 drei Wachbezirken zugeordnet. Sie wiesen zum 5. Mai 2022 eine Stärke von 20 weiblichen und 284 männlichen Aktiven auf.
Neun Einheiten unterhalten in ihren jeweiligen Stadtteilen eigene Feuerwehrhäuser, dies sind Ehrenbreitstein, Horchheim, Karthause, Lay, Güls, Rübenach, Bubenheim, Arzheim und Arenberg/Immendorf. Hinzu kommt die Einheit Wache Nord, welche seit 2013 am Standort Wallersheim für die Stadtteile Lützel, Neuendorf, Kesselheim und Metternich zuständig ist., abgerufen am 11. Januar 2018.