mini|Madge Bellamy
Madge Bellamy (gebürtig: Margaret Derden Philpott; * 30. Juni 1899 in Hillsboro, Texas; † 24. Januar 1990 in Upland, Kalifornien) war eine US-amerikanische Film- und Theaterschauspielerin.
Leben Kindheit und Jugend Madge Bellamy wurde als Tochter von William Bledsoe Philpott (1864–1940), eines Englisch-Professors an der Texas A&M University, und dessen Frau Annie Margaret Derden geboren. Bis zu ihrem 6. Lebensjahr lebte sie in San Antonio. 1905 zog die Familie nach Brownwood, wo ihr Vater eine Anstellung an einem College gefunden hatte. Weitere vier Jahre später, 1909, erfolgte der Umzug nach Denver im US-Bundesstaat Colorado. Hier heiratete sie Carlos Bellamy in Colorado.
Karriere In Schulaufführungen zeigte sich ihre Leidenschaft für die Schauspielerei. 1916 riss sie aus und fuhr nach New York City. Hier fand sie ab Februar 1918 ihr erstes Engagement am Broadway, als Statistin im kurzlebigen Musical The Love Mill von Earl Carroll. Ihren zweiten und letzten Auftritt hatte sie ab Dezember 1918 in James M. Barries Stück Dear Brutus in einer Komparsenrolle. Kurz danach nahm sie der US-amerikanische Theaterproduzent Daniel Frohman unter Vertrag, der auch für ihren Künstlernamen Madge Bellamy verantwortlich zeichnete. Mit ihm ging sie auf USA-Tournee und verdiente bald eine damals beachtliche Wochengage von 100 Dollar.
1920 gab sie in The Riddle: Woman von Regisseur Edward José ihr Debüt als Filmschauspielerin in Hollywood. Trotz des Erfolgs in den kommenden Jahren meisterte sie Wechsel vom Stumm- zum Tonfilm nicht ohne Probleme. 1928 stand sie zwar in Mother Knows Best, dem ersten Tonfilm von 20th Century Fox, vor der Kamera, doch markiert der Film einen Wendepunkt in ihrer Karriere, da sie ab den 1930er Jahren nur mehr bedingt Filmangebote – häufig in B-Movies – erhielt. Ihre letzte Filmrolle übernahm sie 1945 im Western Northwest Trail.
Privatleben Madge Bellamy sorgte auch abseits ihrer Karriere als Schauspielerin für Schlagzeilen. 1928 trat sie in Tijuana (Mexiko) mit dem Börsenmakler Logan Metcalf vor den Traualtar. Die Ehe wurde nach vier Tagen geschieden und gilt als eine der kürzesten in Hollywood. 1943 geriet sie in die Presse, als sie ihren ehemaligen Lebensgefährten oder Gatten, den Holzhändler Stanford Murphy, in San Franzisko anschoss, weil dieser das Modell June Almy geheiratet hatte. Sie wurde 1943 zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt.
Sie bezeichnete sich als Atheistin, Vegetarierin und politisch dem linken Spektrum zugewandt.
Späteres Leben In den letzten Jahrzehnten ihres Lebens lebte sie sehr zurückgezogen in ihrem Haus in Upland. Sie schrieb unter anderem ihre Autobiografie, A Darling of the Twenties, deren Veröffentlichung sie nicht mehr erlebte. Sie starb im Alter von 90 Jahren an Herzversagen.
Ein Stern am Hollywood Walk of Fame erinnert an sie.
Filmografie (Auswahl) 1920: The Riddle: Woman 1921: The Call of the North 1922: Lorna Doone 1922: The Hottentot 1924: The White Sin 1924: Das eiserne Pferd (The Iron Horse) 1925: The Reckless Sex 1925: Wings of Youth 1925: Lightnin' 1926: Das schwarze Paradies (Black Parasise) 1926: Die Höschen des Fräulein Anette (Bertha, the Sewing Machine Girl) 1927: Das Fräulein vom Amt (The Telephone Girl) 1927: Colleen 1927: Very Confidential 1928: Mother Knows Best 1929: Fugitives 1929: Tonight at Twelve 1932: The White Zombie (White Zombie) 1933: Gigolettes of Paris 1934: Charlie Chan in London 1935: The Great Hotel Murder 1935: The Daring Young Man 1935: Metropolitan 1936: Crack-Up 1945: Northwest Trail
Weblinks
John H. Slate: Philpott, Margaret (1903–1990). Eintrag im Handbook of Texas, 1. September 1995, zuletzt aktualisiert am 5. August 2020.
Kategorie:Stummfilmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Geboren 1899 Kategorie:Gestorben 1990 Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Frau