Der Codex Dublinensis (Gregory-Aland no. Z oder 035; von Soden ε 26) ist eine Handschrift in griechischer Sprache, die auf das 6. Jahrhundert datiert wird. Sie enthält den Text des Evangeliums nach Matthäus unvollständig.

Der Codex ist ein Palimpsest. Über den Evangelientext wurden im 10. oder 11. Jahrhundert patristische Texte von Gregor von Nazianz und Johannes Chrysostomos geschrieben. Zum Codex gehören auch acht Blätter mit Texten aus dem Buch Jesaja, ebenfalls aus dem 6. Jahrhundert (Fragmenta Dublinensia, Nr. 918 nach Rahlfs).

Beschreibung Die Handschrift besteht aus 32 Pergamentblättern im Format 27 × 20 cm, die einspaltig mit 21 Zeilen beschrieben sind.Kurt und Barbara Aland: Der Text des Neuen Testaments. Einführung in die wissenschaftlichen Ausgaben sowie in Theorie und Praxis der modernen Textkritik. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 1981, S. 123. ISBN 3-438-06011-6. Sie enthält die Ammonianischen Abschnitte, aber nicht den Eusebischen Kanon.

Akzente sowie Spiritus asper und lenis fehlen. Die Buchstaben sind große und einfache Unzialen, es kommen itazistische Fehler vor wie die Verwechslung von αι mit ε, und ι mit ει.C. R. Gregory, „Textkritik des Neuen Testaments“, Leipzig 1900, vol. 1, p. 84-85.

Der Text repräsentiert den alexandrinischen Texttyp, (ähnlich dem Codex Sinaiticus)Bruce M. Metzger, The Text of the New Testament: Its Transmission, Corruption and Restoration, Oxford University Press, 1968. , mit zahlreichen eigenen Lesarten, und wird der Kategorie III zugeordnet.

Text Matthäus 1,17–2,6; 2,13–20; 4,4–13; 5,45–6,15; 7,16–8,6; 10,40–11,18; 12,43–13,11; 13,57–14,19; 15,13–23; 17,9–17; 17,26–18,6; 19,4–12. 21–28; 20,7–21,8; 21,23–30; 22,16–25; 22,37–23,3; 23,15–23; 24,15–25; 25,1–11; 26,21–29. 62–71Kurt Aland, Synopsis Quattuor Evangeliorum. Locis parallelis evangeliorum apocryphorum et patrum adhibitis edidit, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 1996, p. XXIV.

Geschichte 1787 entdeckte John Barrett in der Handschrift des 10./11. Jahrhunderts die älteren Texte von Matthäus. Im Jahre 1853 belebte Tregelles die verblassten Buchstaben mit Chemikalien und fand weitere Details heraus.S. P. Tregelles, An Account of the Printed Text of the Greek New Testament, London 1854, SS. 166–169.

Der Codex wird im Trinity College (Add. 6594 [K.3.4]) in Dublin verwahrt.

Siehe auch Liste der Unzialhandschriften des Neuen Testaments

Einzelnachweise

Literatur John Barrett, Evangelium secundum Matthaeum ex codice rescripto in bibliotheca collegii ssae Trinitatis iuxta Dublinum (Dublin, 1801). S. P. Tregelles, The Dublin codex rescriptus: a supplement (London, 1863). T. K. Abbott, On An Uncial Palimpsest Evangelistarium, Hermathena X (1884), pp. 146–150. T. K. Abbott, Par palimsestorum Dublinensium. The codex rescriptus Dublinensis of St. Matthew’s gospel (Z)… a new edition revised and augmented (London 1880). online J. G. Smyly, Notes on Greek Mss. in the Library of Trinity College, Hermathena XLVIII (1933).

Weblinks Robert Waltz, Codex Dublinensis Z (035): in der Encyclopedia of Textual Criticism. Codex Dublinensis Z (035) in der Leuven Database of Ancient Books

Kategorie:Palimpsest Dublinensis Kategorie:Handschrift des Trinity College (Dublin) Kategorie:Handschrift (6. Jahrhundert)