mini|Blick vom Geisweider Schießberg auf einen Teil Birlenbachs Birlenbach ist ein zum Stadtbezirk I der Großstadt Siegen gehörender Ortsteil.Hauptsatzung der Stadt Siegen (PDF; 310 kB)
Geografie Er liegt im Norden Siegens etwa 4 km nordwestlich des Siegener Stadtkerns und grenzt unter anderem an die Stadtteile Geisweid im Nordosten, Langenholdinghausen im Nordwesten und Trupbach im Westen. Durch den Stadtteil fließt der gleichnamige Birlenbach, welcher in Geisweid in die Ferndorf mündet. Berge um den Ort sind der hohe Mühlenberg im Norden und der hohe Heckenberg im Süden.
Geschichte Birlenbach wurde erstmals 1461 in einer Schatzungliste der Rentei zu Siegen als Ort mit zwei ansässigen Lehnhöfen erwähnt. Ursprünglich ein Haufendorf mit landwirtschaftlicher und haubergsbewirtschaftender Tätigkeit der Einwohner, wandelte es sich im Zuge der Industrialisierung und der einhergehenden Bautätigkeit innerhalb des Ortes zum Straßendorf. Von vormals 15 kleinbäuerlichen Haupterwerbsbetrieben zur Mitte des 19. Jahrhunderts ging die Zahl der Landwirte im Dorf auf sechs im Jahre 1895 zurück. Im 20. Jahrhundert diente die Landwirtschaft in Birlenbach dann nur noch zum Nebenerwerb. Um Birlenbach gab es verschiedene kleine Gruben. Eine der größten war die Grube Abendröte, in Betrieb zwischen 1864 und 1899.
Birlenbach gehörte dem ehemaligen Amt Weidenau an. Am 1. Juli 1966 kam der Ort im Zuge der kommunalen Neugliederung zur Stadt Hüttental. Am 1. Januar 1975 wurde Birlenbach durch die Eingemeindung der Stadt Hüttental ein Teil der Stadt Siegen.
Einwohnerzahlen Einwohnerzahlen des Ortes:Otto Schaefer: Der Kreis Siegen, Siegen 1968siegen.de: (regelmäßig aktualisiert) Jahr Einwohner 1818 52 1885Westfälisches Gemeindelexikon 1887, S. 108 / 109 161 1895Westfälisches Gemeindelexikon 1897, S. 110 / 111 169 1905 209 1910 265 1925genealogy.net: Amt Weidenau 391 Jahr Einwohner 1933 427 1939 457 1950 554 1961 720 1994Hartmut Eichenauer: (PDF; 12,2 MB), ca. 1995 811 2004 993 Jahr Einwohner 2006 1014 2008 1001 2009 991 2010 1009 2011 1029 2012 1026 Jahr Einwohner 2013 996 2014 999 2015 1020 2016 1016
Politik Ehemalige Gemeindevorsteher, Bürgermeister, Gemeindedirektoren und Ortsvorsteher (seit 1900) 21. Oktober 1894 bis 20. Januar 1901: Wilhelm Heinbach sr. (Gemeindevorsteher) 24. Januar 1901 bis 4. Januar 1919: Wilhelm Schneider (ebenso) 22. Januar 1919 bis 26. März 1925: Wilhelm Heinbach jr. (ebenso) 26. März 1925 bis 6. Januar 1939: Adolf Heinbach (ebenso) 6. Januar 1939 bis 31. Juli 1939: Fritz Otto (ebenso) 31. Juli 1939 bis 15. Oktober 1940: Karl Blöcher (ebenso) 15. Oktober 1940 bis 24. September 1946: Wilhelm Hoffmann (ebenso)
Von 1946 bis 1955 gab es parallel die Ämter des Bürgermeisters und des Gemeindedirektors; danach nur noch das Amt des Bürgermeisters.
24. September 1946 bis 6. August 1951: Wilhelm Hoffmann (Gemeindedirektor) 24. September 1946 bis 6. August 1951: Ernst Grüdelbach (Bürgermeister) 6. August 1951 bis 17. Januar 1955: Wilhelm Hoffmann (Gemeindedirektor und Bürgermeister) 17. Januar 1955 bis 15. Februar 1955: Wilhelm Hoffmann (Bürgermeister) 17. Januar 1955 bis 15. Februar 1955: Ernst Seidel (Gemeindedirektor) 15. Februar 1955 bis 30. September 1964: Karl Müller (Bürgermeister) 1. Oktober 1964 bis 31. Mai 1966: Wilhelm Helmes (Bürgermeister)
Mit dem 31. Mai 1966 endete die politische Selbstständigkeit Birlenbachs.Werner Herling: Birlenbach. 1992, S. 273.
1. Juli 1966 bis 31. Dezember 1974Auskunft des Heimatvereins Birlenbach: Artur Paul († 29. Oktober 1990) (Ortsvorsteher).„Den Toten ein ehrendes Gedenken“. Siegerländer Heimatkalender 1992, S. 34, 67. Hrsg. vom Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein e. V. Verlag für Heimatliteratur.
Infrastruktur Der Stadtteil besteht – in der Reihenfolge ihrer Entstehung – aus dem „Alten Dorf“, dem „Zünche“, dem „Sonnenhang“ und den Neubaugebieten nördlich bis nordwestlich der Grundschule und südlich der Birlenbacher Straße. Er weist überwiegend eine Wohnbebauung aus Ein- bzw. Mehrfamilienhäusern auf. Darüber hinaus gibt es unter anderem ein Gewerbegebiet, eine Grundschule, ein Bürgerhaus und einen Friedhof. Neben der Grundschule befindet sich zudem ein Ehrenmal. Auch findet sich in Birlenbach ein Sportplatz, auf dem bis zur im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts erfolgten Abmeldung vom Spielbetrieb die Herren-Fußballmannschaft des 1964 gegründeten Sportvereins SV Birlenbach seine Heimspiele austrug.
Die L 564, die von Niederholzklau nach Weidenau verläuft, führt durch den Stadtteil. Über die Hüttentalstraße und die Geisweider Auffahrt ist der Ort an die Bundesautobahn 45 angebunden. Der nächste Bahnhof ist in Geisweid.
Söhne und Töchter des Ortes Karl Hochhardt (* 4. April 1927; † 30. April 2021 in Birlenbach), Kommunalpolitiker; Träger des Bundesverdienstkreuzes Gundolf Bohn (* 21. März 1939), Maler Heinfried Birlenbach (* 7. Dezember 1940; † 11. November 2020), ehemaliger deutscher Leichtathlet Jürgen Bohn (Heimatpfleger) (* 29. Mai 1952), Heimatpfleger, Vorsitzender des Heimatvereins Birlenbach (seit 2007) Günter Helmes (* 19. Juli 1954), Literatur- und Medienwissenschaftler
Literatur Werner Herling (in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis zur Erstellung der Ortsgeschichte Birlenbach): Birlenbach. Eine Siegerländer Ortsgeschichte. 512 Seiten, zahlreiche Abb. Herstellung: Vorländer, Siegen 1992. Förderverein Freiwillige Feuerwehr Birlenbach (Hrsg.): Jubiläumsschrift zum 75jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr in Siegen-Birlenbach. 1926–2001. Herstellung: Vorländer, Siegen 1991. Arbeitskreis 550 Jahre Birlenbach (Hrsg.): 550 Jahre Birlenbach. Festschrift zum Jubiläums-Wochenende vom 24. bis 26. Juni 2011. Incolor, Siegen-Birlenbach 2011. Heimatverein Birlenbach (Hrsg.): Os Dorfbläddche (erscheint zweimal jährlich). Günter Helmes / Gernot von Blödelfels: Nä ihr Kennr ihr Lü! Geschichte, Geschichten und Geflunker aus einem Siegener Stadtteil. Norderstedt 2020. ISBN 978-3-7519-4101-3.
Weblinks
Heimatverein Birlenbach
Einzelnachweise
Kategorie:Stadtteil von Siegen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Kreis Siegen-Wittgenstein) Kategorie:Ersterwähnung 1461 Kategorie:Gemeindeauflösung 1966