Der Deutsche Tischtennis-Bund e. V. (DTTB) ist die Spitzenorganisation des deutschen Tischtennissports. In ihm sind als Mitglieder 18 deutsche Landesverbände zusammengeschlossen, sowie der Regionalverband Norddeutscher Tischtennis-Verband, denen wiederum über 9.100 Vereine und über 542.000 Mitglieder angehören. Laut Satzung verfolgt er gemeinnützige Zwecke und wird haupt- und ehrenamtlich geführt. https://www.tischtennis.de/fileadmin/documents/Satzungen_Ordnungen/2023/Stand_BT_2023/01_Satzung_des_DTTB_BT_2023.pdf

Der DTTB vertrat vor dem Zweiten Weltkrieg den gesamtdeutschen Tischtennissport. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Tischtennissport in der DDR parallel durch den Deutschen Tischtennis-Verband der DDR vertreten. Nach dem Fall der Mauer wurde der DDR-Verband wieder in den DTTB integriert. Aufgaben des DTTB gemäß Satzung Vertretung aller Belange des inländischen Tischtennissports, für die die Mitgliedsverbände nicht zuständig sind. Vertretung des deutschen Tischtennissports gegenüber dem Ausland, Durchführung von Länderspielen Überwachung der inländischen Tischtennisverbände bzgl. des Einhaltens der Satzung, Vorgabe einer Wettspielordnung. Auslegung der internationalen Spielregeln für Deutschland. Kampf gegen Doping Überwachung des Spielbetriebs im Inland, Erstellung von Ranglisten Regelung des Einsatzes ausländischer Spieler (Stichwort Bosman-Urteil) Ausrichtung der nationalen deutschen Meisterschaften Ausrichtung der Bundesranglistenturniere Ausrichtung der internationalen deutschen Meisterschaften (erstmals 1925 durchgeführt) Tischtennis-Förderung der Jugend sowie des Leistungs-, Breiten- und Schulsports (zum Beispiel mini-Meisterschaften)

Organe Oberstes Organ ist der Bundestag als Legislative. Früher nannte sich dieses Organ „Bundeshauptversammlung“. Der Bundestag tritt jährlich im Juni zusammen. Das zweithöchste Organ ist der Beirat. Darunter folgen die Exekutivorgane bestehend aus Präsidium und Ausschüssen, die Rechtsprechungsorgane bestehend aus dem Sportgericht, dem Bundesgericht und dem Disziplinarorgan Anti-Doping sowie Kontrollorgane (Kontrollkommission, Haushaltsprüfungskommission, Antragsprüfungskommission, Lizenzierungskommission, Datenschutzbeauftragter).

Geschichte des DTTB Gründung Bereits vor der Gründung des DTTB – 10. Januar 1925 – wurde in Berlin die erste deutsche Meisterschaft mit internationaler Beteiligung ausgetragen, veranstaltet vom Tennis-Club 1900 Gelb-Weiß. Am 21. Februar 1925 trafen sich in München im Palais Preysing führende Persönlichkeiten aus Tennisvereinen, um einen Ausschuss zu gründen mit dem Ziel, den DTTB ins Leben zu rufen. Diesem Ausschuss gehörten Georg Lehmann (Gelb-Weiß Berlin), Ferdinand Gruber (Generalsekretär des Deutschen Tennis Bundes), Hans Oskar Simon (Pforzheim) sowie Vertreter der damaligen Berliner Vereine Borussia Berlin (Tennis), Gelb-Weiß Berlin (Tennis), Berliner Schlittschuhclub, Sportverein Zehlendorf und Lawn Tennis-Turnier-Club an.

Am 8. November 1925 wurde der DTTB in Berlin gegründet. Mehr als 30 VereineJupp Schlaf erinnert sich an 38 Vereine in DTS 1955/21, andere Quellen, etwa Grein, sprechen von 32 Vereinen. beschlossen eine Satzung und eine Gebührenordnung und schrieben die Spielregeln fest. Die Zeitschrift Tennis und Golf wurde als Amtliches Organ des DTTB festgelegt. In den Vorstand wurden gewählt: Georg Lehmann (Berlin): Präsident Paul Steffenhagen (Berlin): Generalsekretär Fritz Zinn (Berlin): Schatzmeister Mevert (Pinneberg): Beisitzer E. Scheibner (Leipzig): Beisitzer

Vor dem Zweiten Weltkrieg Am 17. Januar 1926 fand in Berlin der erste deutsche Länderkampf statt. Lindenstaedt, Curt Gerstmann, F. L. Hoppe und Sprenkmann jun. besiegten England mit 8:4. In der Folgezeit nahm der DTTB Kontakte zu ausländischen Verbänden auf und betrieb – insbesondere forciert durch Georg Lehmann – die Gründung des Weltverbandes ITTF (Internationale Table Tennis Federation), die am 12. Dezember 1926 in London erfolgte.

In der Folge begann sich der TT-Betrieb zu organisieren. So wurde 1927 der Berliner Tischtennisverband als erster Verband innerhalb des DTTB gegründet. 1929 wurde Werner Arndt (Berlin) zum zweiten DTTB-Präsidenten gewählt. Unter seiner Leitung fand im Januar des Folgejahres in Berlin die Weltmeisterschaft statt. Inzwischen gab es in Deutschland mehr als 160 TT-Vereine. Um den Spielbetrieb zu organisieren, wurde 1930 das Reichsgebiet in die folgenden acht Bezirke aufgeteilt:

Nr. Bezirk Präsident I Berlin, Provinz Brandenburg Bruno Rein (Berlin-Tempelhof) II Provinz Pommern, Provinz Ostpreußen, Grenzmark Posen-Westpreußen Ed. Volgmann (Stettin) III Provinz Schleswig-Holstein, Freie Hansestadt Hamburg, Freie Hansestadt Bremen, Hansestadt Lübeck, Freistaat Oldenburg, Freistaat Lippe Paul Mendel (Hamburg) IV Provinz Hannover, Provinz Westfalen, Freistaat Braunschweig, Freistaat Schaumburg-Lippe August König (Hannover) V Provinz Sachsen, Freistaat Thüringen, Freistaat Anhalt Ernst Bernick (Magdeburg) VI Rheinprovinz, Provinz Hessen-Nassau, Volksstaat Hessen, Republik Baden, Pfalz (Bayern) VII Provinz Oberschlesien, Provinz Niederschlesien, Freistaat Sachsen Karl Matthaeß (Dresden) VIII Freistaat Bayern (ohne Rheinpfalz), Volksstaat Württemberg

Im Oktober 1932 erschien die erste Ausgabe der Zeitschrift Tischtennis, dem Vorläufer vom Deutschen Tischtennis Sport. Dies wurde nun das offizielle Organ des DTTB. 1932 fand der erste offizielle Länderkampf statt, in dem die deutsche Mannschaft in Berlin der Tschechoslowakei mit 4:5 unterlag.

1933 erfolgte ein Einschnitt. Im Zuge der Arisierung mussten die „nicht-arischen“ Funktionäre Sportwart Herbert Caro und Schatzmeister Fritz Zinn zurücktreten. Auch einige Spitzenspieler, etwa Heinz Nickelsburg und Daniel Prenn, verließen aus den gleichen Gründen Deutschland. Das Reichsgebiet wurde neu aufgeteilt in die folgenden 16 Gaue: Gau 1 Ostpreußen (Sitz in Königsberg) Gau 2 Pommern (Stettin) Gau 3 Brandenburg / Berlin Kurmark (Berlin) Gau 4 Schlesien (Breslau) Gau 5 Sachsen (Dresden) Gau 6 Mitte (Magdeburg) Gau 7 Nordmark (Hamburg) Gau 8 Niedersachsen (Braunschweig) Gau 9 Westfalen (Hagen) Gau 10 Niederrhein (Rheinhausen) Gau 11 Mittelrhein (Köln) Gau 12 Hessen (Gießen) Gau 13 Süd-West (Saarbrücken) Gau 14 Baden (Freiburg) Gau 15 Württemberg (Stuttgart) Gau 16 Bayern (München). Nach dem Anschluss Österreichs 1938 wurde der „Gau 17 Ostmark / Deutsch-Österreich“ eingerichtet.

Jeder Gau ermittelte jährlich den Gau-Mannschaftsmeister für Frauen und Männer, der dann in einer zentralen Veranstaltung um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft spielte.

1934 wurde der DTTB als Fachgruppe Tischtennis im Fachamt Tennis in den Deutschen Reichsbund für Leibesübungen DRL überführt. Ab 1. Januar 1936 löste er sich vom Fachamt Tennis und wurde als selbständiger Verband Mitglied des DRL, unterstand diesem dann disziplinarisch.

Im Dezember 1935 wurde Heinrich Ehrenbrecht (Magdeburg) der dritte DTTB-Präsident, damals Bundesführer genannt. In den Kriegswirren brach der organisierte Tischtennissport weitgehend zusammen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg Die erste Deutsche Meisterschaft nach Kriegsende wurde am 8./9. Dezember 1946 in Heppenheim ausgetragen. Am 25. März 1947 folgte die Gründung der Tischtennis-Auskunftsstelle in Essen auf Betreiben von Jupp Schlaf. Die Bezeichnungen „Bund“ oder „Ausschuss“ waren von den Besatzungsmächten verboten, erst ab 7. August 1948 durfte sich die Organisation Deutscher Tischtennis-Ausschuss nennen. Dies geschah in Bad Hersfeld auf Betreiben von Fritz Rosinus.

Eine wichtige Aufgabe waren Bestrebungen, das isolierte Deutschland wieder international hoffähig zu machen. Am 22. und 23. Januar 1949 kam es zu der ersten internationalen Begegnung nach dem Krieg mit einem ausländischen Verein. Blau-Weiß Zürich weilte in Süd-Württemberg und spielte gegen Balingen (6:3 für Zürich) und gegen den SSV Reutlingen 05. Am 19. Februar 1949 kam es zu einer weiteren internationalen Begegnung in Lörrach. Die französische Militärregierung genehmigte einen Wettkampf zwischen einer Baseler Auswahl und dem TTC Lörrach, den Lörrach mit 9:4 gewann.

In Witzenhausen wurde die Gründung des DTTB unter dem Namen Deutscher Tischtennis-Ausschuss (DTTA) am 16. Juli 1949 vorbereitet. Beim 1. Bundestag in Bad Homburg vor der Höhe am 29./30. Oktober 1949 wurde die Gründung dann juristisch vollzogen. Als Name wurde Deutscher Tischtennis-Bund gewählt, Karl-Heinz Eckardt (Hamburg) wurde der 4. Präsident des DTTB. Eine Satzung, die maßgeblich von Beckenkamp (Haan) entworfen wurde, wurde verabschiedet. Daneben gehörten dem Präsidium an: Vizepräsident: Walter Durst (Gräfelfing) Geschäftsführer: Jupp Schlaf (Lübeck) Schatzmeister: Heinz Erhardt (Neuhaus bei Paderborn) Bundessportwart: Kurt Buhlmann (Köln) Kassierer: Josef Flormann (Nordrhein-Westfalen) Jugendwart: Harry Onasch (Bayern) Damenwartin: Anni Gries (Bremen) Pressewart: Rudolf Gerlach (Niedersachsen) 1. Beisitzer: Jakob Müller (Duttweiler) 2. Beisitzer: Erwin Müller (Berlin) 3. Beisitzer: wird freigehalten für einen Vertreter der DDR, später jedoch mit Peter Bunn (Hessen) besetzt. Als Hauptsitz des DTTB wurde Bad Homburg festgelegt. 3200 Vereine mit 120.000–150.000 Aktiven (ohne die DDR / damals „Ostzone“) gehörten damals dem DTTB an und finanzierten ihn durch eine jährliche Abgabe von 3 DM.

Den ersten Länderkampf nach dem Krieg verlor Deutschland am 24. Januar 1950 in Gelsenkirchen (im Hans-Sachs-Haus) in der Besetzung Dieter Mauritz, Heinz Raack und Helmuth Hoffmann gegen Schweden (Tage Flisberg, Bengt Grive, Gunnar Frederiksson) mit 5:4. Der Schwede Gunnar Ollén, damals Vizepräsident des Weltverbandes ITTF, genehmigte diesen Wettkampf, obwohl Deutschland noch nicht Mitglied des ITTF war. Diese Genehmigung war derart umstritten, dass Ollén im gleichen Jahr das Amt des ITTF-Vizepräsidenten aufgeben musste.

Im März 1951 wurde Gesamtdeutschland Mitglied im Weltverband ITTF (nachdem sich dieser geweigert hatte, die BRD und die DDR getrennt aufzunehmen). Das Saarland wurde eigenständig als „goodstanding-Mitglied“ in den ITTF aufgenommen. 1953 wurden gesamtdeutsche Meisterschaften mit Teilnahme des Saarlandes in Herford ausgetragen. An der deutschen Mannschaftsmeisterschaft der Herren 1954 nahmen erstmals keine Mannschaften der DDR teil. Die DDR wollte nicht ihre Vereinsmannschaften Motor Jena und Lokomotive Stendal spielen lassen, sondern mit zwei Auswahlmannschaften antreten. Dies lehnte der DTTB ab. Bei der später stattfindenden Damen-Mannschaftsmeisterschaft in Eisenach räumte die DDR diese Probleme aus, es wurde eine gesamtdeutsche Meisterschaft. In der Saison 1954/55 starteten die saarländischen Mannschaften 1. FC Saarbrücken und TV Beckingen in der Herren-Oberliga Südwest. Am 12. August 1955 wurde der DTTB eingetragener Verein EV (Amtsgericht Berlin-Charlottenburg Nr. 66 VR 2323 Nz). Das Generalsekretariat des DTTB verlegte seinen Sitz ein Jahr später von Lübeck nach Frankfurt am Main. Der saarländische TT-Bund beschloss im selben Jahr einstimmig, dem DTTB als Mitgliedsverband beizutreten. Die offizielle Eingliederung erfolgte im Oktober 1956. Bei der Weltmeisterschaft in Stockholm 1957 trat letztmals (vor der Maueröffnung) eine gesamtdeutsche Mannschaft auf.