Adolphe Delattre (* 10. Februar 1805 in Tours Frankreich; † 3. Januar 1854 in Nizza) war ein französischer Ornithologe und Künstler.Zwar nennt ihn Theodore Sherman Palmer in seinem Artikel Pierre Adolphe Delattre, doch weisen die offiziellen Geburts-. Heirats- und Sterbeeinträge den Namen Pierre nicht aus.

Leben Delattre war der Sohn von Louis-Henri Delattre und Eugénie Lemaire. Im Jahr 1829 heiratete er Jeanne Françoise Postel, mit der er einen Sohn hatte. (französisch; PDF; 329 kB). Abgerufen am 7. April 2024. Die Ehe stand unter keinem guten Stern und wurde am 30. November 1832 von einem Gericht als séparation de corps erklärt. Dieser Status kam keiner offiziellen Scheidung gleich. Einen Tag vor seinem Tod hinterlegte Delattre beim Konsul von Nizza ein Testament zu Gunsten von Héloïse Boucard, seiner jahrelangen Konkubine. Dieses Testament wurde von Frau Postel angefochten, da sie immer noch die rechtmäßige Ehefrau des Verstorbenen war.Inventaire après décès d'Adolphe Delattre, décédé à Nice le 3 janvier 1854, à la requête de Jeanne-Françoise Postel, sa veuve, demeurant à Paris, rue du Faubourg Saint-Honoré, n° 36 Im Zeitraum von 1831 bis 1851 unternahm Delattre mehrere Expeditionen nach Amerika. Sein Hauptinteresse lag in der Erforschung der Kolibris. Delattre bearbeitete zusammen mit Jules Bourcier und René Primevère Lesson zahlreiche Kolibri-Arten aus Mittel- und Südamerika.

Er ging in die Schule des französischen Künstlers Jean-Baptiste Isabey. Wie sein Bruder Augustin-Henri Delattre (1801–1867), der ebenfalls Künstler und Naturforscher war, malte Adolphe zahlreiche Gemälde. Seinem Bruder widmete er zusammen mit Lesson im Jahre 1839 die Art Ornismya Henrica.Adolphe Delattre u. a. (1839), S. 17. Später stellte sich heraus, dass es sich um ein jüngeres Synonym der Rotkehlnymphe (Lampornis amethystinus Swainson, 1827) handelte.Herbert Brown, S. 83. Während Henri vor allem Pferde, aber auch andere Tiere malte, porträtierte Adolphe lieber Personen. Unter anderem schuf Delattre die Werke: 1830 Portrait du Maréchal Gérard, Maréchal de France le 17 avril 1830Bild bei AskArt 1836 A Young Boy with his Sister in Extensive LandscapeAuktion bei Artfact 1858 A gentleman, a book under his left arm, wearing black coat, brown waistcoat, white trousersBild bei Artnet 1833 erstellte er in Rio de Janeiro eine Gruppe von Porträtminiaturen für das Haus Habsburg. Eines der Porträts trug den Namen Donna Januaria Schwester Don Pedro II, geb. zu Rio. Als er 1832 von seiner Reise zurückkehrte, brachte er viele Sammlerstücke aus unterschiedlichen Zweigen der Naturgeschichte mit.Société entomologique de France, S. 112. Hierzu zählten Stücke aus der Botanik, Mineralogie, Ornithologie und vor allem der Entomologie. Aus dieser Zeit stelle er dem Muséum national d’histoire naturelle auch einen Käfer namens Osorius brasiliensis zur Verfügung, den Pierre André Latreille im Jahre 1832 erstmals für die Wissenschaft beschrieb.Pierre André Latreille, S. 86. Seine erste Reise nach Amerika führte ihn mit einem Segelschiff zunächst nach San Francisco in Kalifornien. Von hier begann er eine Reise durch Mittelamerika, die ihn über Guatemala nach Nicaragua führte. Das Ergebnis seiner Sammlungen beschrieb Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte 1854 in der Publikation Notes ornithologiques sur les collections rapportées en 1853 par M. A. Delattre.Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte (1854) Im Jahr 1832 wurde er Mitglied in der Société entomologique de France. Später brach er zu einer Entdeckungsreise nach Peru, Ecuador und dem damaligen Vizekönigreich Neugranada auf, welche ihn schließlich bis an den Isthmus von Panama führte. Von dort brachte er eine stattliche Sammlung Vögel mit nach Paris, die er Thomas Bellerby Wilson verkaufte.Frédéric de Lafresnaye, S. 67. Bei dieser Reise sammelte er in Peru auch eine Weißkopf-Wasseramsel (Cinclus leucocephalus), welche er Johann Jakob von Tschudi zur Analyse überließ.Jean Louis Cabanis, S. 237.

Seine Affinität zu Kunst, Wissenschaft und Adel manifestierte sich auch in der Namensgebung für Ornismya Helenæ (heute Lophornis helenae), wobei er in der Erstbeschreibung schrieb:

1848 stellte er fünf Bilder im Salon de Paris aus und gab als Adresse die 31, rue de la Sourdière an. Die drei Miniaturporträts hießen Nicola 1er, Frau nach dem Bad (Femme après le bain) und ein Portrait von Frau B... Ein weiteres ausgestelltes Porträt hatte er nach einer Vorlage von Philippe de Champaigne gemalt. Außerdem stellte er ein Miniaturbild eines Kolibris aus.Musée National du Louvre, S. 89–90.

zentriert|mini|hochkant=4|Eintrag der Geburt am 24 Pluviôse 13 (=13. Februar 1805)

Dedikationsnamen René Primevère Lesson widmete Delattre 1839 die Zierelfe (Lophornis delattrei).René Primevère Lesson in Adolphe Delattre u. a. (1839), S. 19 In den Kolibri-Zeichnungen John Goulds findet man den englischen Trivialnamen De Lattre's Coquette.

In seinem Conspectus generum avium aus dem Jahre 1850 verwendete Bonaparte Campylopterus delattreCharles Lucien Jules Laurent Bonaparte (1850), S. 71 für die von Lesson und Delattre im Jahre 1939 in der Revue zoologique par la Société cuviérienne beschriebenen Art mit dem französischen Trivialname Oiseau-Mouche (Campyloptère) De Lattre (Ornismya Campylopterus).Adolphe Delattre u. a. (1839), S. 14 Bonapartes wissenschaftliche Taxon wurde von John Gould in seinen Zeichnungen übernommen und so entstand zusätzlich der englische Trivialname De Lattre's Sabre-Wing.John Gould, Tafel 45 + Text Später stellte sich heraus, dass diese Art bereits 1830 von Ferdinand Deppe beschrieben wurde. Heute wird der Kolibri unter Violettdegenflügel (Campylopterus hemileucurus) taxiert. Im gleichen Werk erschuf er die neue Gattung Delattria, unter die er die Arten Ornismya Clemenciæ , 1829 (Synonym für die Blaukehlnymphe (Lampornis clemenciae)), Ornismya henrica & , 1839 (Synonym für die Rotkehlnymphe Lampornis amethystinus , 1827) und Trochilus Viridi-Pallens, & , 1846 (Synonym für die Grünkehlnymphe (Lampornis viridipallens)) stellte.Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte (1850), S. 70 Nach den Internationalen Regeln für die Zoologische Nomenklatur hatte somit der Gattungsname von William Swainson Vorrang vor dem von Bonaparte. Bonaparte verwendete 1854 erneut den Namen Delattres für eine Unterart des Buschtinamu namens Crypturellus cinnamomeus delattrii.Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte (1854), S. 663 Das Taxon Basileuterus delattrii (Bonaparte, 1854)Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte (1854), S. 383, das einige Autoren verwenden, ist strittig. Viele Ornithologen betrachten diese Art, als eine Unterart des Rotkappen-Waldsängers (Basileuterus rufifrons delattrii). Deshalb nannte Robert Ridgway ihn in seinem A manual of North American birds auch Delattre's Warbler.A manual of North American birds, 1886, S. 532 Delattre's Warbler

Eine weitere Art mit dem Namen Delattre wurde 1847 vom französischen Ornithologen Frédéric de Lafresnaye unter dem Namen Schwarzachsel-Haubentangare (Tachyphonus delatrii) beschrieben.Frédéric de Lafresnaye, S. 72 Im Französischen fand diese auch unter dem Trivialnamen Tangara de Delattre Eingang.

Mitgliedschaften Delattre war Mitglied der Société entomologique de France.

Arten nach Delattre Einige Arten hat Delattre zusammen mit Lesson bzw. Bourcier benannt. Zu den Arten, die Delattre entdeckt und benannte hat, gehören geordnet nach Jahren:

Jahr 1839 Der Smaragdkehlkolibri (Abeillia abeillei) ( & , 1839) Die Rosenkehlelfe (Atthis heloisa) ( & , 1839) Der Rosenkehl-Sternkolibri (Doricha eliza) ( & , 1839) Das Schwarzbauch-Glanzschwänzchen (Metallura phoebe) ( & , 1839) Der Zimtrot-Schattenkolibri (Phaethornis pretrei) ( & , 1839)

Jahr 1843 Die Zimtbauchamazilie (Amazilia rutila) (, 1843) Der Streifenschwanzkolibri (Eupherusa eximia) (, 1843) Der Funkenkehlkolibri (Heliomaster constantii) (, 1843) Die Schwarzschopfelfe (Lophornis helenae) (, 1843) Der Langschnabel-Schattenkolibri (Phaethornis longirostris) (, 1843)

Jahr 1846 Die Langschwanzsylphe (Aglaiocercus kingii mocoa) ( & , 1846) Die Edwardamazilie (Amazilia edward) ( & , 1846) Die Stahlgrüne Amazilie (Amazilia saucerrottei) ( & , 1846) Das Weißspitzen-Glanzschwänzchen (Chalcostigma herrani) ( & , 1846) Der Fahlflügelkolibri (Coeligena lutetiae) ( & , 1846) Der Braunkolibri (Coeligena wilsoni) ( & , 1846) Das Schwarzhöschen (Eriocnemis derbyi) ( & , 1846). Der Goldbrust-Höschenkolibri (Eriocnemis mosquera) ( & , 1846) Der Blaukopf-Saphirkolibri (Hylocharis grayi) ( & , 1846) Der Samtbauchkolibri (Lafresnaya lafresnayi saul) ( & , 1846) Das Grüne Glanzschwänzchen (Metallura williami) ( & , 1846) Der Purpurkopfkolibri (Oreotrochilus chimborazo) ( & , 1846) Der Schuppenbrustkolibri (Phaeochroa cuvierii) ( & , 1846) Die Grünkronennymphe (Thalurania fannyi) ( & , 1846)

Werke

Literatur

Quellen

Anmerkungen

Kategorie:Ornithologe Kategorie:Mitglied der Société entomologique de France Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1805 Kategorie:Gestorben 1854 Kategorie:Mann