KMFDM ist eine Industrial-Metal-Gruppe, die auf Initiative von Sascha Konietzko und Udo Sturm aus der multinationalen Kunstgruppe „Erste Hilfe“ hervorging. KMFDM ist das Akronym für „Kein Mehrheit für die Mitleid“ (sic!).KMFDM. Discogs. Abgerufen am 9. Mai 2025. Seit Bestehen des Projekts wirkten Musiker aus verschiedenen Ländern, u. a. aus Deutschland, Großbritannien, Schweden und den USA, mit. Der Sänger und Frontmann Sascha Konietzko stammt aus Hamburg, weswegen einige Albumtitel, Musiktitel und Liedtexte teilweise oder ganz auf Deutsch verfasst sind. Markenzeichen der Band sind zumeist Albentitel aus fünf (Schrift)-Zeichen sowie das Einflechten des Bandnamens in die Liedtexte.

Bandgeschichte

Gründung KMFDM wurde zum 29. Februar 1984 im Rahmen der Eröffnung einer Ausstellung junger europäischer Kunstschaffender im Grand Palais von Paris gegründet. Zunächst vervollständigten der Engländer Raymond „Pig“ Watts und En Esch (Klaus Schandelmaier) am Schlagzeug die Besetzung. KMFDM nahm mit verschiedenen Gastmusikern wie Bill Rieflin und Nivek Ogre von Skinny Puppy oder Nina Hagen einige Stücke auf und ging zum Teil mit diesen Künstlern auf Tour.

KMFDM verließ nach dem ersten, nicht veröffentlichten Album Opium den musikalischen „Hamburger Underground“. Mit dem wachsenden Erfolg US-amerikanischer Industrial-Metal-/Industrial-Rock-Bands zu Ende der 1980er Jahre, allen voran Ministry, erlangte auch KMFDM einen wachsenden Bekanntheitsgrad. Zuerst unterschrieb die Band beim Label Wax Trax in Chicago. Es folgten Auftritte im Vorprogramm von Ministry. Sascha Konietzko beschloss Anfang 1991, KMFDM in die USA, nach Chicago, zu verlegen. Es folgte die erste Tour als Headliner in den Vereinigten Staaten mit dem Album Money.

Als die Band das erste Mal durch die USA tourte, gab man Journalisten, die kein Deutsch konnten, verschiedene englische Wortbedeutungen für KMFDM, z. B. Kill Mother Fucking Depeche Mode, Kidnap Madonna For Drug Money und Kylie Minogue Fans Don’t Masturbate. Nach dem Bankrott von Wax Trax zog Sascha Konietzko nach Seattle, En Esch übersiedelte nach New Orleans. In Seattle entstanden das Album Xtort und das mit fünf Symbolen aus der Comic-Formensprache (Explosions-Ausstrahlung, Totenkopf, Bombe, Kringel, Faust) betitelte, entweder als „EMOJI“ oder als „Symbols“ zitierte Album. Auf beiden brachte eine Reihe von Gastmusikern ihre Beiträge ein.

Am 22. Januar 1999 löste sich KMFDM auf und veröffentlichte mit Adios das bis dato letzte Album. En Esch gründete zusammen mit Guenter Schulz ein neues Projekt unter dem Namen Slick Idiot, während Sascha Konietzko 2000 zusammen mit Tim Skold (ex-Shotgun Messiah) und der Ex-Drill-Sängerin Lucia Cifarelli MDFMK begründete und in dieser Besetzung ein Album auf Republic Records veröffentlichte.

Als KMFDM 2002 wiederbelebt wurde, war Mark Durante der Gitarrist der Band, aber er entschied sich dagegen, wieder einzusteigen. Jules Hodgson wurde als Gitarrist ausgewählt – er war Teil von Raymond Watts’ Projekt PIG. Hodgson blieb bis 2016 in der Band und war im Jahr 2022 noch einmal auf dem Album Hyëna zu hören.

Besetzung ab 2002 2002 reformierte Sascha Konietzko KMFDM mit folgender Besetzung:

Sascha Konietzko Lucia Cifarelli Tim Skold, der im selben Jahr zu Marilyn Manson wechselte Raymond Watts Dorona Alberti Bill Rieflin, ab 2003 Schlagzeuger bei R.E.M. Jules Hodgson

Live-Besetzung seit 2002: Sascha Konietzko: Gesang, Synthesizer Lucia Cifarelli: Gesang, Synthesizer Andy Selway: Schlagzeug Jules Hodgson: Gitarre Steve White: Gitarre

Diskografie mini|KMFDM bei einem Konzert in Halifax 2005

Studioalben Jahr Titel Anmerkungen 1984 Opium Wiederveröffentlichung 2002 1986 What Do You Know, Deutschland? digital remasterte Wiederveröffentlichung 2006 1988 Don’t Blow Your Top digital remasterte Wiederveröffentlichung 2006 1989 UAIOE digital remasterte Wiederveröffentlichung 2006 1990 Naïve digital remasterte Wiederveröffentlichung 2006 1992 Money digital remasterte Wiederveröffentlichung 2006 1993 Angst digital remasterte Wiederveröffentlichung 2006 1995 Nihil digital remasterte Wiederveröffentlichung 2007 1996 Xtort digital remasterte Wiederveröffentlichung 2007 1997 Symbols digital remasterte Wiederveröffentlichung 2007 1999 Adios digital remasterte Wiederveröffentlichung 2007 2002 Attak 2003 WWIII 2005 Hau Ruck 2007 Tohuvabohu 2009 Blitz 2011 WTF?! 2013 Kunst 2014 Our Time Will Come 2016 Rocks (Milestones Reloaded) 2017 Hell Yeah 2019 Paradise 2022 Hyena 2024 Let go 2025 Hau Ruck 2025

Livealben, Kompilationen und Remixes Jahr Titel Anmerkungen 1995 Year of the Pig 1998 Retяo Zusammenstellung der populäreren Musik der Band von 1986 bis 1996 1998 Agogo 2002 Sturm & Drang Tour 2002 Livealbum 2003 WWIII Live 2003 Livealbum 2004 84–86 Zusammenstellung bearbeiteter und unveröffentlichter Tracks, die zwischen 1984 und 1986 entstanden sind 2008 Extra, Volume 1–3 Drei je zwei CDs umfassende Kompilationen mit Remix- und bislang unveröffentlichtem Material 2008 Brimborium Remix-Material zu Hau Ruck und Tohuvabohu 2010 Krieg Remix-Material zu Blitz 2010 Würst / Greatest Shit Best-of-Kompilation 2018 Live in the USSA Livealbum

Singles und EPs Jahr Titel Anmerkungen 1987 Kickin’ Ass 1988 Don’t Blow Your Top 1989 More & Faster 1989 Virus 1990 Godlike 1991 Split 1992 Vogue 1992 Money + Bargeld 1992 Help Us/Save Us/Take Us Away 1992 Sucks 1993 A Drug Against War 1994 Light 1994 Glory 1995 Juke-Joint Jezebel 1995 Brute 1995 Trust EP 1996 Power 1996 Rules 1997 Megalomaniac 1998 MDFMK Remix-EP 2002 Boots 2006 Ruck Zuck Remix-EP 2010 Godlike 2010 Remix-EP 2010 Light 2010 Remix-EP 2011 Krank 2012 Amnesia

mini|Gitarrist Jules Hodgson bei einem Konzert in Edmonton, Alberta, Kanada 2004

Videoalben Jahr Titel Format 1996 A Drug Against War VHS 1996 Juke-Joint Jezebel VHS 1996 Son of a Gun VHS 1997 Megalomaniac VHS 1997 Beat by Beat by Beat VHS 2001 Beat by Beat by Beat DVD 2003 Sturm & Drang Tour 2002 DVD 2004 WWIII Live 2003 DVD 2005 20th Anniversary World Tour 2004 DVD

Weblinks

Offizielle Website (englisch) KMFDM beim Label Metropolis Records (englisch) Häufig gestellte Fragen zu KMFDM (englisch)

KMFDM bei NME (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Industrial-Rock-Band Kategorie:Multinationale Band Kategorie:Abkürzung