Javier Fernández López (* 15. April 1991 in Madrid) ist ein ehemaliger spanischer Eiskunstläufer, der im Einzellauf startete. Er ist der Weltmeister von 2015 und 2016 sowie der Europameister von 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018 und 2019.

Persönliches Javier Fernández wurde am 15. April 1991 in Madrid geboren. Sein Vater Antonio ist Marineoffizier und seine Mutter Enriqueta ist Briefträgerin. Seine ältere Schwester Laura hat als Eiskunstläuferin an zwei Weltmeisterschaften teilgenommen. Er ist seit Herbst 2014 mit der ehemaligen japanischen Eiskunstlauf-Weltmeisterin Miki Andō liiert.

Fernández interessiert sich neben dem Eiskunstlaufsport für Fußball und Tennis. Sein Lieblingsverein ist Real Madrid.

Karriere Anfänge Javier Fernández begann im Alter von sechs Jahren mit dem Eiskunstlaufen, kurz nachdem seine Schwester Laura professionellen Unterricht genommen hatte. Seinen ersten dreifachen Sprung, einen Salchow, stand er im Alter von zwölf Jahren. Mit 16 Jahren schaffte er es als erster Spanier einen dreifachen Axel zu springen.

Er wurde anfänglich von Ivan Saez und Carolina Sanz in Madrid, später bis Sommer 2011 dann von Nikolai Morosow in Hackensack, Moskau und Daugavpils trainiert.

Nachdem Fernández schon 2006 den zweiten Platz bei den Landesmeisterschaften der Senioren belegte, sicherte er sich 2007, 2008 und 2009 jeweils den spanischen Meistertitel der Junioren und 2010 erstmals den spanischen Meistertitel der Senioren.

Im Jahr 2007 hatte Fernández sein Debüt bei Welt- und Europameisterschaften, das er auf Platz 35 bzw. 28 abschloss. Seitdem verbesserte er seine Leistungen und Platzierungen kontinuierlich. 2008 belegte er bei den Weltmeisterschaften den 30. Platz und bei den Europameisterschaften den 17. Platz. 2009 wurde er 19. bei den Weltmeisterschaften und Elfter bei den Europameisterschaften.

Saison 2009/2010 In der Saison 2009/2010 nahm Fernández den vierfachen Toeloop in sein Repertoire auf und debütierte bei einem Grand-Prix-Wettbewerb, namentlich der Trophée Eric Bompard, die er auf dem elften Platz beendete. Seine Kür lief er in dieser Saison, wie auch der nächsten, als Pirat zur Filmmusik der Reihe Pirates of the Caribbean.

mini|hochkant|links|Fernández bei seiner WM-Kür 2010, zur Filmmusik von Pirates of the Caribbean Bei den Europameisterschaften 2010 in Tallinn erreichte er den achten Platz und kam damit erstmals unter die Top Ten bei diesem Turnier. Wenige Wochen später wurde er in Vancouver bei seinen ersten Olympischen Spielen 14. Seit Darío Villalba 1956 war er der erste spanische Eiskunstläufer, der sich für Olympische Spiele qualifizieren konnte.http://www.isuresults.com/bios/isufs00007684.htm Erneut verbessert, zeigte sich Fernández bei den Weltmeisterschaften 2010 in Turin mit dem zwölften Platz. Nach dem Kurzprogramm noch Dreizehnter, schob er sich als Zehnter in der Kür noch um einen Platz im Endklassement nach vorne. Dabei stellte er eine neue persönliche Bestleistung von 215,66 Punkten auf.

Saison 2010/2011 Fernández begann die Saison mit Grand-Prix-Auftritten bei Skate Canada (fünfter Platz) und dem Cup of Russia (neunter Platz).

In der Aufwärmphase der spanischen Meisterschaften schnitt sich Fernández seine Hand auf und musste 20 Minuten behandelt werden. Dadurch hatte er keine Zeit sich genügend aufzuwärmen und war von der Verletzung geschwächt. Somit konnte er seinen Titel nicht verteidigen. Javier Raya wurde spanischer Meister. Beide Spanier konnten jedoch zu den Europameisterschaften gehen, da Fernández mit seiner Platzierung im Vorjahr selbst zwei Startplätze erkämpft hatte.

Bei den Europameisterschaften 2011 in Bern konnte er sich nach zwei Stürzen im Kurzprogramm erstmals in seiner Karriere gegenüber dem Vorjahr nicht verbessern. Er wurde Neunter. Eine Verbesserung gelang ihm allerdings erneut bei den Weltmeisterschaften in Moskau, wo er den zehnten Platz belegte und mit 218,26 Punkten seine persönliche Bestleistung übertraf. Dabei zeigte er in seiner Kür erstmals überhaupt zwei Vierfachsprünge (Toeloop und Salchow) und verbesserte sich nach dem Kurzprogramm um vier Plätze. Nur Patrick Chan und Michal Březina hatten in ihrer Kür ebenfalls zwei vierfache Sprünge präsentiert.

Saison 2011/2012 Im Juni 2011 beendete Fernández die Zusammenarbeit mit Nikolai Morosow, da dieser sich seiner Meinung nach zu sehr auf seinen Schüler Florent Amodio konzentrierte und begann bei Brian Orser in Kanada zu trainieren. Seine Choreografen sind David Wilson und Jeffrey Buttle.

mini|links|Fernández mit Trainer Brian Orser beim Cup of Russia 2011 Am 29. Oktober 2011 gewann Fernández mit Silber bei Skate Canada seine erste Medaille bei einem Grand-Prix-Wettbewerb. Dabei gewann er das Kurzprogramm vor dem amtierenden Weltmeister und Lokalmatadoren Patrick Chan, wurde in der Kür Zweiter hinter ihm und erreichte eine Gesamtpunktzahl von 250,33 Punkten, die eine Steigerung seiner bisherigen Bestleistung von rund 32 Punkten darstellte. Fernández verwies den Weltmeister von 2010, Daisuke Takahashi, auf den Bronzerang und musste sich Weltrekordhalter Chan lediglich um rund drei Punkte geschlagen geben. Bei seinem zweiten Grand-Prix-Auftritt verpasste Fernández am 26. November 2011 beim Cup of Russia seinen ersten Grand-Prix-Sieg um nur 0,03 Punkte gegenüber Yuzuru Hanyū. Er qualifizierte sich jedoch erstmals für das Grand-Prix-Finale. Dort gewann er am 10. Dezember bei seinem Debüt sogleich die Bronzemedaille.

Nach dem starken Saisonbeginn verlor Fernández allerdings mit Beginn des Jahres die Sicherheit, besonders was den dreifachen Axel anging. Dennoch erreichte er sowohl bei den Europameisterschaften als auch den Weltmeisterschaften seine besten Karriereergebnisse. Die Europameisterschaften beendete er auf dem sechsten Platz. Bei den Weltmeisterschaften in Nizza erreichte er mit dem neunten Platz erstmals ein einstelliges Ergebnis bei Weltmeisterschaften, dennoch überwog nach der Kür die Enttäuschung. Nach dem Kurzprogramm hatte Fernández noch auf dem fünften Platz gelegen. Gedanken über seine verlorene Sicherheit beim Axel nannte er als möglichen Grund für die fehlerbehaftete Kür.http://www.goldenskate.com/2012/03/chan-wins-second-consecutive-world-title/

Saison 2012/2013 mini|hochkant|Fernández beim Grand-Prix-Finale 2012/13 mit seiner Charlie-Chaplin-Kür Seinen ersten Grand-Prix der Saison bestritt Fernández, wie schon im Vorjahr, bei Skate Canada. Erneut gelang ihm in Kanada eine starke Vorstellung. Nach dem Kurzprogramm zur Filmmusik von Die Maske des Zorro lag er bereits mit neuer persönlicher Bestleistung in Führung. Im Unterschied zum Vorjahr gab er diese Führung in der Kür zu einem Charlie-Chaplin-Medley jedoch nicht wieder ab. Zwar stürzte er bereits beim ersten Sprung, dem ersten von drei geplanten Vierfachsprüngen, erholte sich davon jedoch sofort wieder und zeigte einen kraftvollen vierfachen Salchow und dreifachen Axel. In der zweiten Hälfte der Kür folgten eine Vierfach-Toeloop-Doppel-Toeloop-Kombination und eine Dreifach-Flip-Thorén-Dreifach-Salchow-Kombination sowie drei weitere Dreifachsprünge. Außerdem bekam er Level-4-Bewertungen für seine Fußtechnik. Dies bedeute auch in der Kür eine neue persönliche Bestleistung für Fernández. Damit fügte der Spanier dem Weltmeister und Lokalmatadoren Patrick Chan seine erste Einzelniederlage seit zwei Jahren zu und gewann seine erste Goldmedaille und die erste für sein Land bei einem Grand-Prix-Wettbewerb im Eiskunstlauf. Dabei verbesserte er seine persönliche Bestleistung in beiden Segmenten auf 253,94 Punkte.http://www.goldenskate.com/2012/10/fernandez-tops-mens-podium-at-skate-canada-makes-history/ Fernández’ zweiter Grand-Prix-Wettbewerb war die NHK Trophy. Dort verpasste er als Vierter das Podium aufgrund fehlerbehafteter Darbietungen. Dies änderte jedoch nichts an der Qualifikation für das Grand-Prix-Finale in Sotschi, als einziger Europäer im Feld. Nach dem Kurzprogramm hatte Fernández auf Platz fünf gelegen, zeigte jedoch die beste Kür des Feldes. Dabei gelang ihm die erfolgreiche Landung von drei Vierfachsprüngen, zwei Salchows und einem Toeloop. Nach Brian Joubert (zwei Toeloops und einen Salchow beim Cup of Russia 2006) war er erst der zweite Europäer, der dies schaffte und der erste, der dies in einer Vierfach-Dreifach-Kombination zeigte. Mit 178,43 Punkten in der Kür und 258,62 Punkten in der Gesamtleistung erzielte Fernández persönliche Bestleistungen. Am Ende fehlten ihm 0,04 Punkte auf die Bronzemedaille.http://www.goldenskate.com/2012/12/takahashi-scores-victory-at-grand-prix-final/

mini|links|Fernández auf dem Podium den Weltmeisterschaften 2013 neben Denis Ten und Patrick Chan Bei den Europameisterschaften in Zagreb schrieb Fernández Geschichte, als er als erster Spanier eine Medaille bei einer ISU-Meisterschaft gewann, und zwar gleich die goldene. In der stimmungsvollen Kür zu seinem Charlie-Chaplin-Medley zeigte er drei vierfache Sprünge, einen Toeloop und zwei Salchows. Am Ende bekam er dafür eine persönliche Bestmarke von 186,07 Punkte und blieb damit nur knapp zwei Punkte unter dem Weltrekord von Patrick Chan. In der Gesamtleistung brachte es der Spanier auf 274,87 Punkte, die dritthöchste bis dahin erreichte Gesamtpunktzahl nach Chan und Daisuke Takahashi.http://www.goldenskate.com/2013/01/spains-javier-fernandez-captures-european-title-makes-history/ Am Ende gewann Fernández den Titel mit über 24 Punkten Vorsprung vor dem zweitplatzierten Florent Amodio. Dies bedeutete den größten Vorsprung eines Europameisters seit Einführung des neuen Wertungssystems im Jahr 2005.

Bei den Weltmeisterschaften im kanadischen London gewann Fernández mit Bronze seine erste Medaille bei Weltmeisterschaften und damit zugleich die erste für Spanien. Dies gelang ihm trotz Fehlern in Kurzprogramm und Kür, wo er sich als jeweils Siebter und Vierter platzierte.

Saison 2013/2014 In seine zweite olympische Saison startete Fernández mit einem fünften Platz bei der NHK Trophy und einem dritten Platz beim Cup of Russia. Hierbei ließ er die gewohnte Konstanz bei seinen Sprüngen vermissen und verpasste nach zwei aufeinanderfolgenden Teilnahmen die Qualifikation für das Grand-Prix-Finale.

Bei den Europameisterschaften in Budapest zeigte sich Fernández wieder verbessert und verteidigte seinen Titel vom Vorjahr souverän, indem er das Kurzprogramm und die Kür für sich entscheiden konnte.

Seine zweiten Olympischen Spiele begannen für Fernández in Sotschi als Fahnenträger seines Landes bei der Eröffnungsfeier.http://www.insideskating.net/2014/01/24/news/javier-fernandez-will-be-spains-flag-bearer-in-sochi Im Wettbewerb selbst verpasste er als Vierter eine Medaille um etwas mehr als einen Punkt. Nach dem Kurzprogramm hatte Fernández noch auf dem Bronzerang gelegen, machte aber nach einem guten Auftakt letztlich zu viele Fehler in seiner Kür.http://olympictalk.nbcsports.com/2014/02/14/spains-javier-fernandez-sad-he-couldnt-medal-for-my-country/

Bei den Weltmeisterschaften in Saitama gelang Fernández im Kurzprogramm mit 96,42 Punkten eine neue persönliche Bestleistung. Auch die Kür begann für den Spanier vielversprechend, im weiteren Verlauf leistete er sich jedoch einen Fehler zu viel für den Weltmeistertitel. Am Ende stellte er mit 275,93 eine neue persönliche Bestleistung in der Gesamtleistung auf und errang wie im Vorjahr die Bronzemedaille.

Saison 2014/2015 mini|hochkant|links|Fernández als „Super-Javi“ beim Schaulaufen Zum Auftakt der nacholympischen Saison belegte Fernández im Rahmen der Grand-Prix-Serie den zweiten Platz bei Skate Canada und gewann zum ersten Mal in seiner Karriere beim Cup of Russia. Durch diese Erfolge qualifizierte er sich zum dritten Mal in seiner Karriere für das Grand-Prix-Finale, das in Barcelona und damit zum ersten Mal auf spanischem Boden stattfinden sollte. Dort arbeitete sich Fernández vom fünften Rang im Kurzprogramm durch die zweitbeste Kür der Konkurrenz schlussendlich noch auf den Silberrang vor.