Satyricon ist eine im Jahr 1990 unter dem Namen Eczema gegründete Black-Metal-Band aus Norwegen, welche seit 1994 ausschließlich aus Sigurd „Satyr“ Wongraven und Kjetil „Frost“ Haraldstad besteht (die beide keine Gründungsmitglieder waren), die gelegentlich von Gastmusikern wie etwa Tomas „Samoth“ Haugen (Emperor), Snorre „Blackthorn“ Ruch (Thorns) und Ted „Nocturno Culto“ Skjellum (Darkthrone) unterstützt werden. mini|Sänger Sigurd „Satyr“ Wongraven auf dem Elbriot 2018 mini|Schlagzeuger Kjetil „Frost“ Haraldstad auf dem Rockharz 2016
Bandgeschichte Nach den Demos All Evil und The Forest Is My Throne erschien 1993 Satyricons Debütalbum Dark Medieval Times. In den 1990ern näherte die Band sich der kommerziellen Presse: während Satyr in den frühen 1990er Jahren in der Zeitschrift Rock Furore „in einem Bericht über Rassismus im Black Metal die Hauptrolle spielte“, erhielt er „in der Boulevardzeitung Dagbladet die komplette ‚Rockstar-Behandlung‘, wobei der zweiseitige Artikel sich darauf konzentriert, dass Wongraven italienische Designerkleidung mag“. Mit Rebel Extravaganza erfolgte sowohl ein stilistischer als auch optischer Wandel, was viele Fans zunächst abschreckte. Laut Satyr hätte Mayhem das im Jahr 2000 erschienene Album Grand Declaration of War nicht zu veröffentlichen gewagt, wenn Satyricon nicht mit Rebel Extravaganza für eine breitere Akzeptanz eines progressiven Black Metal gesorgt hätte.Thomas: Satyricon - Interview mit Satyr zu „Now, Diabolical“ metal.de; abgerufen am 23. März 2009.
Das fünfte Album Volcano, auf dem die Band von der norwegischen Singer-Songwriterin Anja Garbarek unterstützt wurde, schlug wieder einen stilistisch anderen Weg ein. Es enthielt sowohl Hard-Rock-Anleihen (zum Beispiel im Lied Fuel for Hatred), als auch Einflüsse aus harter elektronischer Musik. Das Album wurde außerdem mit dem norwegischen Pendant zum Grammy, dem Spellemannprisen, in der Kategorie Bestes Metalalbum ausgezeichnet. (norwegisch) abgerufen am 5. Mai 2010.
Ebenso große Aufmerksamkeit konnte Satyricon erringen, als sie als eine der ersten Bands aus dem Black-Metal-Umfeld einen Vertrag mit einem Major-Label (Virgin Records/EMI Group) unterzeichnete. Deshalb wird der Gruppe in der konservativen Black-Metal-Szene bisweilen vorgeworfen, als einer der Wegbereiter des norwegischen Black Metal ihre Wurzeln vergessen zu haben und geldgierig zu sein.
Im Februar des Jahres 2006 schloss Satyricon die Arbeiten an ihrem sechsten Studioalbum Now, Diabolical ab. Veröffentlicht wurde es am 24. April über Sony BMG in Norwegen sowie über Roadrunner Records in Europa. Für den US-amerikanischen Markt legte man den 13. Juni fest. Vertrieben wird das Album in den Vereinigten Staaten von Century Media. Die US-amerikanische Version enthält neben dem Bonus-Titel Storm (of the Destroyer) auch das Musikvideo zum Titel K.I.N.G.
Am 18. August 2008 gab Satyricon bekannt, dass die Arbeiten am neuen Album The Age of Nero abgeschlossen seien. Das Album erschien am 3. November, vorab wurden am 2. Juni die EP My Skin Is Cold und am 20. Oktober die Single Black Crow on a Tombstone veröffentlicht. Im November und Dezember tourte die Band durch Europa und Indien.
2009 stieg der Live-Bassist Victor Brandt aus, der durch Anders „Neddo“ Odden (Ex-Cadaver, Ex-Apoptygma Berzerk) ersetzt wurde.
Seit der Tour zum achten Studioalbum Satyricon, die am 7. November 2013 in Kopenhagen begann, ist Diogo „Yogy“ Bastos, Gitarrist der Luxemburger Bands Scarred und Abstract Rapture, Live-Gitarrist bei Satyricon.Satyricon hate virun e puer Deeg hiren éischte Concert vun der aktueller Europa-Tour. Mat dobäi: De Yogy vu Scarred & Abstract Rapture!
Am 10. Juni 2022 veröffentlichte die Band ein Soundtrack-Album "Satyricon & Munch". Das Album enthält Musik, die für die Sonder-Ausstellung „Satyricon & Munch“ geschaffen wurde, die von April bis August 2022 im Munch-Museum Oslo zu sehen war. In diesem Werk wurden Motive aus Leben und Werk des norwegischen Künstlers Edvard Munch verarbeitet. In der Ausstellung war in einem abgedunkelten Raum eine Videoinstallation mit Bildern von Munch zu sehen, zu der die Musik von Satyricon abgespielt wurde.Satyricon & Munch - Text zur Ausstellung des Munch-Museum Oslo; abgerufen am 31. Juli 2025.Satyricon & Munch: An unusual fusion of music and visual art; Website des Munch-Museums Oslo; abgerufen am 31. Juli 2025.
Stil Auf dem ersten Demo All Evil spielte Satyricon einen stark thrash- und death-metal-lastigen Stil, auf dem zweiten Demo The Forest Is My Throne einen primitiven, an Bathory angelehnten Stil. Die Folk-Elemente des Debütalbums Dark Medieval Times wurden auf dem Nachfolger The Shadowthrone reduziert; mit diesem und dem Nachfolger Nemesis Divina orientierte sich Satyricon am traditionellen Black Metal; The Shadowthrone erinnert mit seinen nordischen Elementen wie dem Klargesang und der Thematik bei Vikingland an den Viking Metal, wird diesem aber nicht zugeordnet. Nemesis Divina hat einen brutaleren und intensiveren Klang und legte das Fundament für den Klang ihrer späteren Veröffentlichungen, der sich langsam abzeichnete. Während aber im traditionellen Black Metal grundsätzlich auf eine puristische Produktion geschworen wird, setzte Satyricon auf einen Klang, der „im Gegensatz zu anderen Veröffentlichungen aus dem Norden scharf wie eine Rasierklinge ist“. Mit Nemesis Divina wurden die Kompositionen abwechslungsreicher, komplexer und hatten einen höheren technischen Standard, die Produktion wurde sauberer und klarer als viele andere Aufnahmen aus der norwegischen Black-Metal-Szene. Außerdem merkte Satyr an, dass er und Samoth im Gegensatz zu Frost keine Satanisten seien. Mit Megiddo – Mother North in the Dawn of a New Age wurde die Band experimenteller und irritierte besonders mit einem Remix von Apoptygma Berzerk. Die Texte der frühen Aufnahmen drehen sich üblicherweise um „Wälder, Schlösser, Schlösser im Wald, etc.“.
Ab den späten 1990er Jahren nahm die Band zunehmend Rock-Einflüsse in ihre Musik auf und entfernte sich von ihrem ursprünglichen Stil. Während die Entwicklung der Band bei Sputnikmusic als Annäherung an den Black Metal der ersten Welle bezeichnet wird,psycho888999: Satyricon - The Age Of Nero (album review). heißt es auf der Seite DeathMetal.Org, The Age of Nero klinge wie „beliebiger Groove Metal mit oberflächlicher Black-Metal-Behandlung“. Die Musik wurde als „massentaugliche, eingängige, geistlose Rock-’n’-Roll-Version von Black Metal“ kritisiert, die Euronymous’ Idealen und der Weltanschauung der frühen Szene zuwider und fern von allem sei, was beim Rezensenten und anderen das Interesse an dieser Musik erweckte. In dieser Musik gebe es „keine Spur von Leidenschaft“. „Diese Sorte von kapitalistischem Black Metal“ führe zu einem eigenen Genre.. Gunnar Sauermann vom Metal Hammer zufolge ist aus Satyricon eine „Pseudo-Black-Pop- (und populäre) Band“ geworden..
Diskografie
Studioalben 1993: Dark Medieval Times 1994: The Shadowthrone 1996: Nemesis Divina 1999: Rebel Extravaganza 2002: Volcano 2006: Now, Diabolical 2008: The Age of Nero 2013: Satyricon 2017: Deep Calleth upon Deep 2022: Satyricon & Munch
Kompilationen 1998: Picture Disc Box (Boxset) 2002: Ten Horns – Ten Diadems
EPs 1997: Megiddo – Mother North in the Dawn of a New Age 1999: Intermezzo II 2008: My Skin Is Cold
Demos 1992: All Evil 1993: The Forest Is My Throne
Singles 2006: K.I.N.G 2008: Black Crow on a Tombstone
Splits 1995: The Forest Is My Throne/Yggdrasill (Split-CD mit Enslaved)
Beiträge für Sampler 1996: Skyggedans (alternativer Mix) und Born for Burning auf Crusade From the North 1998: Born for Burning auf In Conspiracy with Satan – A Tribute to Bathory 1998: Kathaarian Life Code auf Darkthrone Holy Darkthrone – Eight Norwegian Bands Paying Tribute 2000: Electric Renaissance auf Moonfog 2000 – A Different Perspective 2001: I Got Erection auf Alpha Motherfuckers – A Tribute to Turbonegro
Videoalben 1996: Mother North (VHS) 2001: Roadkill Extravaganza (VHS/DVD)
Weblinks
Offizielle Website (englisch)
John Haseltine: Interview with Satyr of Satyricon, 13. Dezember 2004
Quellen
Kategorie:Extreme-Metal-Band Kategorie:Rockband Kategorie:Norwegische Band Kategorie:Träger des Spellemannprisen