mini|Pfarrkirche Pergkirchen Die Pfarrkirche Pergkirchen steht in der Ortschaft Pergkirchen in der Gemeinde Perg in Oberösterreich. Sie geht auf eine Burgkirchenanlage der Herren von Perg und Machland zurück. Die Kirche steht auf dem Ortsplatz und ist vom Pfarrfriedhof umgeben. Pergkirchen war früher eine eigene selbständige Ortsgemeinde.

Name Pergkirchen Die Silbe Perg im Namen Pergkirchen wird vom Begriff Bero (oder Pero) abgeleitet, was einerseits ein seltener althochdeutscher Vorname mit der Bedeutung der Braune, der Bär oder andrerseits eine altgermanische Bezeichnung für den Sippenältesten sein kann.

Schreibweisen des Namens Pergkirchen in Urkunden waren beispielsweise „Perokirchen“ (nach dem Kirchengründer Pero, † 1060), „Perenkirchen“ (1114), „Pergenchirchin“ (1142), „perchirchen“ (1227), „Perinkyrchen“ (1239), „Perchirchen“ (1320), „Perkirchen“ (1325), „Pernkirchen“ (1351), „Perichirchen“ (1358), „Perchirchen“ (1358 und 1364), „Pergkirchen“ (1376), „perkhircher pharr“ (1508 und 1533), „Bekhirchen“ (1569).

Es ist wahrscheinlich, dass sich der Name der Herren von Perg und Machland und des Ortes Perg auf gleiche Weise herleiten lassen.

Geographie Das Kirchengebäude ist die Pfarrkirche der Pfarre Pergkirchen, einer römisch-katholischen Pfarre im Dekanat Perg in der Region Mühlviertel in der für das Bundesland Oberösterreich zuständigen österreichischen Diözese Linz in der Kirchenprovinz Wien.

Diese wird innerhalb der kirchlichen Verwaltung mit der Pfarrnummer 4282 geführt und hat 1.128 Katholiken, Pfarre 4282, abgefragt am 6. November 2011. die sich mit Ausnahme der zur Pfarre Perg gehörenden Ortschaft Karlingberg im Wesentlichen auf das Gebiet der Katastralgemeinde und ehemaligen Ortsgemeinde Pergkirchen verteilen. Doris – Land Oberösterreich, Abfragethema Pfarren (auf der Karte Grenzen der Gemeinden und Katastralgemeinden dazuschalten).

Der Pfarre obliegt die Verwaltung des Pergkirchner Orts- und Pfarrfriedhofs. Zur Pfarre gehören die Ortschaften Auhof, Dörfl, Lehenbrunn, Mitterberg, Pergkirchen, Thurnhof und Tobra.Statistik Austria: Ortsverzeichnis Oberösterreich 2001. Wien 2005, Bezirk Perg, S. 205ff (PDF, abgefragt am 6. November 2011). Die Pfarre ist Teil des Seelsorgsraumes Perg, dem die Pfarren Allerheiligen, Münzbach, Pergkirchen, Perg und Windhaag angehören. Nachbarpfarren sind Arbing, Mitterkirchen, Münzbach, Naarn, Perg und Windhaag im Dekanat Perg.

Geschichte

Frühmittelalterliche Burgkirche der Herren von Perg und Machland

Die ursprüngliche Burgkirchenanlage, eine Wehranlage in Holzbauweise mit Wall, Palisadenzaun und Graben, dürfte im 11. Jh. der Ahnherr der Herren von Perg, der hochfreie Pero (1030; † 1060) errichtet haben. Pero, abstammend aus Bayern, soll der Familie eines Engelpero oder Adalpero oder ähnlich angehört haben. Begraben dürfte Pero in Pergkirchen sein.

Von der Burgkirchenanlage sind in der Pfarrkirche und im Pfarrhof noch romanische Mauerteile erhalten. Diözese Linz: Bericht von Pfarrhof-Sanierung 2025. Auch zwei granitene Grabplatten aus dieser Zeit erhielten sich (ohne Namensnennung). Vermutlich im Jahr 1088 wurde die Kirche dem Hl. Martin von Tours geweiht.Georg Grüll: Pergkirchen. Beiträge zur Geschichte eines Dorfes. In: Heimatgaue. Jahrgang 11, Linz 1930, S. 124 (). 1142 gilt als das Jahr, in dem die Pfarre durch Abtrennung von der römisch-katholischen Altpfarre Naarn entstanden ist.

Die Kirche in Pergkirchen war Eigenkirche der hochfreien Herren von Perg und Machland innerhalb der Burgkirchenanlage der Herren von Perg und Machland. Besitzer und Freie statten sie entsprechend reichlich aus. Die Patronatsrechte an Kirche und Pfarre lagen im Zeitraum von 1088 bis 1191 bei den Herren von Perg und Machland, das Stift Melk wurde in den Urkunden mehrfach noch nicht erwähnt.

Die Bestiftungsurkunde berichtet über zahlreiche Schenkungen, darunter jene von Rudolf I. von Perg (* 1035, † 1090, Sohn des Pero) und seiner Gattin Gysela und des ersten Priesters der neuen Kirche, Wolfoldus (Wolfhold). Später kamen weitere Schenkungen dazu, darunter jene von Walchun II. von Perg (* 1065, † 1148, Sohn des Rudolf I.) und seiner Gattin Adelheid sowie von weiteren Angehörigen der Stifterfamilie. Außer dem Herrengeschlecht beteiligten sich zahlreiche Freie an der standesgemäßen Ausstattung der neuen Kirche, darunter Rudolf, Heinrich, Reginbert, Otpolt, Behewin, Oze und Pilizi, Meginhart, Hazacha, Ratpurch, Otwin und der Konverse Meginhart.

Das Stiftungsgut der Herrenfamilie bestand unter anderem aus Höfen, Grundstücken, Hufen, Wald, Weingärten, Mühlen und Leibeigenen samt deren Familien und den von ihnen bewirtschafteten Gütern. Das Stiftungsgut der Freien bestand unter anderem meist aus Grundstücken, Zehenten und Leibeigenen. Zusammengefasst und von Bischof Udalrich von Passau dem Stift Melk bestätigt, summieren sich diese Schenkungen im Zeitraum zwischen den Jahren 1088 und 1114, abgesehen von den erwähnten Leibeigenen, auf 1 Wald, 1 Zehent, 6 Höfe, 2 Mühlen, 10 Grundstücke und Hufen und 2 Weingärten. Weitere Kirchenstiftungen sind erst wieder im 16. Jahrhundert beurkundet.

Die Weihe einer Kirche in Pergkirchen wurde vermutlich erstmals 1088 urkundlich erwähnt, wonach Bischof Altmann am 24. April 1088 eine Kirche dem Hl. Martin weihte und das Patronat dem Stift Melk anvertraute, das damals in ein Benediktinerkloster umgewandelt wurde. Bischof Altmann hat anlässlich einer Reise von Passau nach Melk zahlreiche weitere Kirchen geweiht.

Als erster Priester von Pergkirchen ist Wolfhold (um 1080) erwähnt, die Namen weiterer, jedoch nicht aller Priester, Pfarrer, Aushilfspriester, Kapläne und Provisoren sind bekannt.

Mittelalterliche katholische Kirche Am 25. März 1142 stattete der Passauer Bischof Reginbert auf Bitte von Adelram I. von Perg (* 1090, † 1148) die Kirche von Pergkirchen mit dem Begräbnis- und Taufrecht aus, wobei damit die endgültige Abtrennung von der Pfarre Naarn verbunden war. Das Pfarrgebiet von Pergkirchen umfasste damals das Gebiet zwischen Naarnfluss und Tobrabach. Die Grenzen der Pfarre und der späteren Katastralgemeinde Pergkirchen haben sich seit der damaligen Zeit kaum verändert.

Mit dem Tod von Friedrich II. von Perg (* 1150; † 15. Juli 1191 in Palästina) gingen die Vogtei- und Patronatsrechte an das Stift Melk über und blieben bei diesem bis 1530. In diesem Jahr verkaufte das Stift Melk die Pfarre Pergkirchen an die Rosenburgen in Niederösterreich, von denen sie an die Schallenberger von Luftenberg und von diesen an die Prager zu Windhaag verkauft wurde.

In dem von Andreas von Prag (* 1514, † 1569), Freiherr zu Windhaag, angelegten Pfarrurbar vom Jahre 1553 ist der Pfarrbesitz von Pergkirchen genau aufgezeichnet worden. Es ist anzunehmen, dass Andreas zu dieser Zeit die Vogtei- und Lehenschaft über die Pfarre Pergkirchen (zusätzlich zur Pfarre Altenburg, von Andreas 1492 erworben, und der Pfarre Münzbach, von Andreas 1530 erworben), bereits besaß. Unter den 3 Windhaagerischen Pfarren verstand man damit die Pfarren Pergkirchen, Altenburg und Windhaag.

Der Pfarrbesitz von Pergkirchen umfasste damals den Pfarrhof, die Gründe zum Pfarrhof samt Gärten und Obstbäumen, Wiesen, Äcker, Weiden und Hölzer, Pfarrholden (6 Güter), Dienste, Zehente sowie Einkünfte von Weingärten, Gütern und Wiesen. Der Grundbesitz der Pfarre und Kirche Pergkirchen ist von 1627 an derselbe geblieben und wird beispielsweise im Realschematismus der Pfarren der Diözese Linz vom Jahre 1913 folgendermaßen angegeben:

Der Kirchengrund erstreckte sich auf 7 ha 62 a 89 m² Wald und 4 ha 45 a 55 m² Äcker und Wiesen. Der Pfarrhofgrund (die Pfarrpfründe) umfasste 4 ha 47 a 88 m² Wald, 18 ha 10 a 8 m² Äcker, 10 ha 27 a 7 m² Wiesen und 1 ha 41 a 43 m² Gärten.

Neuzeitliche protestantische Kirche Bis zum Jahr 1558 und nach dem Jahr 1624 waren die Pfarrer von Pergkirchen katholisch. 1558 bis 1624 waren die Pfarrer von Pergkirchen aber protestantisch. In der Zeit der protestantischen Pfarrer gehörten im Zeitraum 1606 bis 1624 die in Pergkirchen verbliebenen Katholiken der katholischen Pfarre Naarn an.

Die Pergkirchner Protestanten wurden von da an aber wieder katholisch gemacht. Auch wurde die Vogteiherrschaft über die drei Windhaagerischen Pfarren den protestantischen Herrschaften entzogen und dem Kloster Baumgartenberg einverleibt. Zahlreiche Urkunden kamen nach Baumgartenberg, wo sie anlässlich der Aufhebung des Klosters im Jahre 1784 vernichtet wurden.

Da der Vogtherr von Pergkirchen, Friedrich von Prag († 1600) Freiherr von Windhaag, ein Protestant war, bestellte er in seinen drei Pfarren, also auch in Pergkirchen protestantische Pfarrer. Er bestellte möglicherweise schon 1558 den Daniel Schmuckzell, jedenfalls aber 1574 den Abraham Hardel (auch Haggl, abgesetzter Abt des Benediktinerstiftes Gleink) als protestantische Pfarrer ein. Ab 1599 wirkte Magister Samuel Übelmann, Professor an der protestantischen Landschaftsschule, in Pergkirchen und blieb bis 1618. Nachfolger wurde Magister Johannes Meier, der bereits 1619 starb, und dann Magister Johannes Urlsperger. Er war 1619–1624 letzter protestantischer Prediger in Pergkirchen.

Da es in dieser Zeit nicht mehr recht viele protestantische Pfarren im Mühlviertel gab, kamen viele Protestanten des Mühlviertels von nah und fern zu den drei Windhaagerischen Pfarren, weil dort die protestantischen Pfarrer ihr Amt verrichten konnten. Es kamen protestantische Kommunikanten, es wurden protestantische Täuflinge herbeigetragen, selbst prostantische Tote wurden in diese Pfarren gebracht. 1624 mussten schließlich alle protestantischen Prediger und Schulmeister abdanken und sich außer Landes begeben. Auch Magister Johannes Urlsperger musste Pergkirchen verlassen.

Neuzeitliche katholische Kirche Mit Kaufbrief vom 19. August 1636 erwarb der Gegenreformator Joachim Enzmilner (* 1600, † 1678) die Herrschaft Windhaag einschließlich der Vogteien und Lehenschaften über die drei Windhaagerischen Pfarren Münzbach, Altenburg und Pergkirchen.

Er führte deshalb lange Zeit einen Streit mit dem Kloster Baumgartenberg, der erst 1652 beigelegt werden konnte, als die Vogtei der Herrschaft Windhaag und das Lehen dem Kloster Baumgartenberg zugesprochen wurde. Nach dem Tod Joachim Enzmilners übergab dessen Tochter Eva Maria Enzmilner (* 1629, † 1700) im Jahr 1682 Teile der Vogtei über die Pfarre Pergkirchen wieder dem Kloster Baumgartenberg.

Von 1624 bis 1804 wirkten wieder katholische Priester und Zisterzienser-Patres des Klosters Baumgartenberg in Pergkirchen. Pater Robert Startzer, Pfarrer von Pergkirchen von 1779 bis 1804, war der letzte von ihnen. Seither ist die Pfarre Pergkirchen eine Pfarre mit freier bischöflicher Verleihung und gehört zu der 1784 gegründeten Diözese Linz.

1823 gehörte die Pfarre Bergkirchen (= Pergkirchen) zum Dekanat Pabneukirchen. Zeitweilig kam der Dechant aus der Pfarre und das Dekanat wurde daher fallweise als Bergkirchen bezeichnet. Das Dorf Pergkirchen hatte zu dieser Zeit 9 Häuser und 43 Einwohner. Zur Pfarre gehörten aber auch noch die Ortschaften Auhof (13 Häuser und 71 Einwohner), Tobra, Dörfel, Lehenbrunn und Thurnhof (12 Häuser und 50 Einwohner). Die Gesamthäuser- und Einwohneranzahl ist nicht näher ausgeführt.

Auf Grund eines Vertrages mit dem bischöflichen Ordinariat von 1971 übernahmen die Franziskaner (als Filiale von Enns) von 1972 bis 1987 die Pfarre Pergkirchen. Damit war auch der Religionsunterricht am Gymnasium in Perg verbunden.Monika Würthinger, Josef Hörmandinger (Hrsg.): Orden, Säkularinstitute und geistliche Gemeinschaften in der Diözese. Eine historisch-topographische Dokumentation. In: Neues Archiv für die Geschichte der Diözese Linz. Jahrgang 17, Linz 2005, S. 84 ().

Kirchenbau