Hallstatt, auch nichtamtlich Hallstatt am Hallstätter See, ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Salzkammergut im Bundesland Oberösterreich in Österreich und liegt am Hallstätter See. Zusammen mit dem Dachstein und dem Inneren Salzkammergut gehört es zur UNESCO-Welterbestätte Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut. Nach Funden in einem ausgedehnten Gräberfeld oberhalb des Ortes wird ein Zeitabschnitt der älteren Eisenzeit (800 bis 450 v. Chr.) als Hallstattzeit bezeichnet.

Geografie mini|Hallstatt (Ansicht von Süden; 2011) mini|Hallstatt (Luftbild von Nord-Osten; 2021) mini|Blick auf Hallstatt (2008) Hallstatt liegt im inneren Salzkammergut am Westufer des Hallstätter Sees. Auf dem schmalen Uferstreifen zwischen dem See und dem steilen Berghang drängen sich die Häuser dicht aneinander, sind teilweise sogar mit Pfählen in den See gebaut. Im Wesentlichen besteht der alte Hauptort aus einem Straßenzug parallel zum Seeufer und einigen Gassen um den Marktplatz. Die Ausdehnung des Gemeindegebietes beträgt von Nord nach Süd 13 km, von West nach Ost 9,1 km. Die Gesamtfläche beträgt 59,8 km², 34,8 % der Fläche sind bewaldet.

Klima

Gemeindegliederung Ortschaften (Einwohnerzahlen Stand ): Gosauzwang, auch Gosaumühle genannt, am mittleren Hallstätter See, an der Mündung des Gosaubachs (Ortschaftskennziffer 08682, PLZ 4823, Einwohner ) Hallstatt, Hauptort (08683, PLZ 4830, Einwohner) Lahn, südlich des Orts Hallstatt, im Echerntal, am Fuß des Dachsteinmassivs (08684, PLZ 4830, Einwohner ) Salzberg, Mühlbachtal und Hochfläche des Hallstätter Salzbergs (08685, PLZ 4830, Einwohner )

Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Bad Ischl.

Nachbargemeinden

Verkehr Die beengte geografische Lage am See spiegelt sich in Besonderheiten der Verkehrsanbindung wider:

Noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts konnte Hallstatt nur mit dem Schiff (von Obertraun oder von Untersee her) oder zu Fuß auf schmalen Saumpfaden erreicht werden. Im Ort selbst hatte man den geringen Raum zwischen Berg und See bis aufs Letzte genutzt. Verbindungen zwischen den am See stehenden Häusern gab es nur per Boot oder über den „oberen Weg“, einen schmalen Gang über Dachböden.

Erst 1875 wurde Hallstatt von Gosaumühle (Gosauzwang, im Nordwesten) mit einer Straße erschlossen, die teilweise in den Fels gesprengt wurde. Bürgerproteste gegen den Weiterbau der Straße entlang des Seeufers nach Süden mündeten 1958 in die erste Volksbefragung Österreichs, bei der die Bevölkerung eine Seeuferstraße durch den Ort ablehnte.Die Seestraße und andere Verkehrswege, in: www.hallstatt.net, abgerufen am 25. April 2019 1966 wurde für die einzige seebegleitende Straße der westlich des Orts im Berg verlaufende Doppeltunnel eröffnet, seither ist das Westufer durchgehend befahrbar. Eine Parkplatz-Terrasse in der Mühlbachschlucht zwischen den Tunnelabschnitten bietet Aussicht und einen Fußweg in den Ort.

1877 wurde die Bahnhaltestelle Hallstatt der Salzkammergutbahn eröffnet. Sie befindet sich am etwa 1 km entfernten gegenüberliegenden Ostufer des Sees. Eine Trassenführung auf dem extrem steilen Westufer war aus geologischen und orographischen Gründen verworfen worden. Eine Schiffslinie, die auf der Postverkehrskarte Österreich um 1990 noch als einzige österreichische Postlinie per Schiff geführt wurde, stellt den Anschluss vom Bahnhof zum Markt her. In besonders kalten Wintern fuhr als Ersatz ein Motorschlitten übers Eis. Seit etwa 1995 fährt die Post überwiegend mit Lkw und damit via Straße nach Hallstatt. Seit Dezember 2020 wurde der Bahnhof an Wochenenden und Feiertagen von einer InterCity-Verbindung aus Wien angesteuert. Mittlerweile fährt der Schnellzug D1018/1019 täglich in gut drei Stunden von und nach Wien Westbahnhof.

Geschichte mini|Bootshäuser in Hallstatt Die siedlungsfeindliche unwirtliche Berggegend wurde möglicherweise schon im Neolithikum aufgesucht. Grund dafür sind die reichen natürlichen Salzvorkommen, die bereits seit Jahrtausenden abgebaut werden. Älteste Funde (z. B. ein altneolithischer Schuhleistenkeil) datieren etwa 5000 v. Chr. Allerdings wurden solche Steingeräte als Donnerkeil im Mittelalter und der Neuzeit auch weit verhandelt. 1846 entdeckte Johann Georg Ramsauer ein Gräberfeld hoch oben am Salzberg. Auch eine der ersten Eisenschmieden wurde hier ausgegraben. Reger Handel und der damit einhergehende Wohlstand ermöglichten die Entwicklung einer hohen Kultur, die nach den Funden im Salzberghochtal Hallstattkultur benannt wurde, von etwa 800 bis 400 v. Chr. währte und den Namen des Ortes auf der ganzen Welt bekannt machte.

Aus dem frühen Mittelalter gibt es keine urkundlichen Nachrichten, eine Siedlungskontinuität ist auch archäologisch nicht nachgewiesen. 1311 erlangte Hallstatt das Marktrecht,Michael Kurz: Zum 700-Jahr-Jubiläum von Hallstatt. (, cms.ttg.at) ein Zeichen, dass der Ort von wirtschaftlicher Bedeutung war. Der Ortsname ist ein typischer Hall-Name der Salzgewinnung.

Seit 1607 ist die gefällebetriebene Soleleitung nach Norden zum Sudwerk in Ebensee am Traunsee in Betrieb, wo es mehr Brennholz gab. Diese Industrie-Rohrleitung, die älteste noch aktive der Welt, wurde ursprünglich aus aufgebohrten Nadelbaumstämmen gebaut, besteht heute jedoch aus Eisen und Kunststoff. Sie überbrückt die Mündung des Gosaubachs und wird vom 40 km langen Sole-Wanderweg begleitet.hallstatt.net History of Hallstatt, www.hallstatt.net, abgerufen am 11. Dezember 2013hallstatt.net Über Hallstatt > Geschichte > Detailliert, www.hallstatt.net abgerufen am 11. Dezember 2013 Neben der Salzgewinnung erlangte seit dem 20. Jahrhundert der Tourismus eine zentrale Bedeutung.

In den Nachtstunden des 20. September 1750 wurde der Markt Hallstatt von einer furchtbaren Brandkatastrophe heimgesucht. Ausgangspunkt des Feuers war das Haus des „Keferbäcks“ am Marktplatz Nr. 61: die Frau des Bäckermeisters wollte eine Dachkammer mit in Asche gebettetem glühendem Holz erwärmen, unterließ dabei jedoch die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen. Umliegende brennbare Gegenstände fingen Feuer und lösten jenes Flammenmeer aus, dem ein Großteil des Ortsteiles Markt zum Opfer fiel. Sämtliche ärarischen Gebäude wie die Hofkapelle, die Spitalskirche, das Pfannhaus und alle dazugehörenden Bauten sowie 9 Salzfertigerhäuser und zahlreiche Privatgebäude wurden im Verlaufe dieses Großbrandes in Asche gelegt, bei dem auch vier Personen den Tod fanden. Insgesamt wurden 35 Häuser ein Raub der Flammen.

Am 18. Juni 2013 bahnte sich der Hochwasser führende Mühlbach nach Verklausungen seinen Weg durch den Ortskern. Zusätzlich zu den Wassermassen des Mühlbachs stieg der Seespiegel in manche Häuser, da für das 500 Jahre alte denkmalgeschützte Auslaufwehr am Seeende, die Seeklause in Steeg, keine Umgehung existiert.derstandard.at Katastrophenalarm: Weltkulturerbe Hallstatt versank im Schlamm, derstandard. at vom 19. Juni 2013salzburg24.at Wieder Überschwemmungen in Hallstatt, salzburg24.at vom 25. Juni 2013

Am 21. August 2018 löste eine weggeworfene Zigarette einen Waldbrand in der Echernwand aus. Als Vorsichtsmaßnahme mussten der Klettersteig, der Betrieb der Standseilbahn zum Rudolfsturm und das Salzbergwerk geschlossen werden. Das Feuer wurde mit Hilfe mehrerer Hubschrauber gelöscht, unter anderem mit einem Blackhawk des österreichischen Bundesheeres.

Am Samstag, 30. November 2019 kam es am Westrand des Ortszentrums zu einem relativ großen Brand, der von einer Holzhütte am Ufer ausging, sich noch im Dunkel des Morgens auswuchs und auch bekämpft wurde. Drei beieinander stehende Hütten samt einem Pkw darin sind ausgebrannt. Drei Häuser, teilweise aus Holz, auf der anderen Straßenseite wurden an Fassade und Dachstuhl schwer beschädigt. Der Bürgermeister rief dazu auf, an diesem Wochenende die Marktgemeinde wegen laufender Aufräumarbeiten nicht zu besuchen.Chronik : Großbrand im Weltkulturerbe Hallstatt orf.at, 30. November 2019, abgerufen am 30. November 2019. Mit Stand August 2020 sind die Häuser renoviert, von den Hütten steht nur die Ruine einer. Ein laut Bürgermeister nach dem Brand nötiger Bebauungsplan kann erst erstellt werden, wenn sich die Grundstückseigner über die Grundgrenze verständigt haben. Dann sollen wieder ähnliche Hütten errichtet werden.Hallstatt kämpft um Wiederaufbau des Ortsbildes orf.at, 24. August 2020, abgerufen am 24. August 2020.

Bevölkerungsentwicklung

Religion mini|links|hochkant|Marienaltar, spätgotischer Flügelaltar aus Holz, 1510, Holzschnitt 1858 mini|hochkant|Karner in Hallstatt

Laut der Volkszählung 2001 bekennen sich 63 % der Bevölkerung zur katholischen und 26 % zur evangelischen Kirche. Dies spiegelt sich im Ortsbild durch die beiden, nahe beieinander liegenden Kirchen, wobei die bedeutend jüngere tieferliegende evangelische Kirche durch ihre hohe Spitze, wie es heißt, dem Himmel „ebenso nahe“ ist wie die in erhabener, hochwassersicherer Position befindliche katholische Pfarrkirche.

Wie in vielen Bergbaugemeinden Österreichs waren auch in Hallstatt die lutherischen Lehren, die ab 1520 mit den deutschen Bergleuten ins Salzkammergut kamen, auf fruchtbaren Boden gefallen. Um 1600 nahm die Rekatholisierung Fahrt auf, gegen die Evangelischen wurde vorgegangen. Unter Rudolph II. kam es zu Unruhen, in Hallstatt wurde der katholische Salzamtmann Veit Spindler gefangen genommen, in einer Art Prozession von Hallstatt nach Ischl von Bergleuten verhöhnt und die katholischen Priester verjagt. Erst die Truppen des Salzburger Fürsterzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau verhalfen zu Beginn des 17. Jahrhunderts der Gegenreformation zum Sieg.Johanna Grillmayer: Untergrund und Kirchturmspitze: Evangelische im Salzkammergut, Website religion.orf.at (27. Dezember 2020, abgerufen am 11. Juni 2025)

Noch Mitte des 18. Jahrhunderts wurden hunderte Protestanten aus Hallstatt ausgewiesen und nach Siebenbürgen verschleppt (siehe: Landler).

Erst durch das Toleranzpatent Josephs II. von 1781 wurde den Protestanten rund um den Dachstein ihre Religionsausübung wieder teilweise ermöglicht. Das Protestantenpatent Franz Josephs stellte sie mit den Katholiken weitgehend gleich, und die neugotische Kirche wurde 1863 in Seenähe errichtet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Rudolfsturm mini|Dachsteinkapelle mini|Katholische Pfarrkirche Hallstatt mini|Evangelische Pfarrkirche Hallstatt mini|Museum Hallstatt

Die Region und der Ort Hallstatt wurden 1997 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Sie sind damit eine von weltweit nur 20 Welterbestätten, die gleichzeitig die Titel Natur- und Kulturerbe erhalten haben.

Anziehungspunkte für den Tourismus sind die Landschaft, der Hallstätter See, die Bergwelt mit dem Dachstein, Höhlen (die Rieseneis- und die Mammuthöhle) im Nachbarort Obertraun und nicht zuletzt der Ort mit seinen Kunstdenkmälern, dem Museum und dem Bergwerk. Rudolfsturm Dachsteinkapelle Katholische Pfarrkirche Hallstatt Mariä Himmelfahrt bzw. Maria am Berg: Die 1505 fertiggestellte spätgotische Pfarrkirche Maria Himmelfahrt thront auf einem Felsen über den Dächern des Ortes. Der mächtige Turm ist der einzig erhaltene Teil einer Vorgängerkirche aus dem Jahr 1320. Die zweischiffige Hallenkirche beherbergt – im rechten Schiff – als kulturhistorisch bedeutendste Sehenswürdigkeit den Hallstätter Marienaltar, einen spätgotischen Wandelaltar aus Oberösterreich. Dieser Knappenaltar mit zwei Flügelpaaren entstand um 1515 in der Werkstatt des Gmundner Bildschnitzers Leonhard Astl. – Der noch etwas ältere linke Altar aus dem 15. Jahrhundert war 1987 um seine 4 gemalten Flügeltafeln beraubt worden. Die Flügel wurden danach mit Schwarz-Weiß-Repliken ausgestattet. Die gestohlenen Bilder wurden 30 Jahre später in Italien gefunden, 2017 an Österreich rückerstattet und 2018 restauriert.Gestohlene Altarbilder sind zurück orf.at, 10. Oktober 2017, abgerufen am 11. Oktober 2017.Hallstätter Altarbilder wieder „daheim“ orf.at, 20. September 2018, abgerufen am 20. September 2018.