Dallas ist nach Houston und San Antonio die drittgrößte Stadt im Bundesstaat Texas und die neuntgrößte Stadt der Vereinigten Staaten. Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 997,1 km², die Stadt ist Verwaltungssitz des nach ihr benannten Countys. Sie hat 1,3 Millionen Einwohner (Stand 2020) und ist das kulturelle und ökonomische Zentrum (engl.: principal city) des zwölf Countys umfassenden Dallas-Fort-Worth-Metroplex.
Die 1841 gegründete Stadt war durch ihre strategische Lage an zahlreichen Eisenbahnstrecken ein wichtiges Zentrum der Öl- und Baumwollindustrie. Heute ist die Wirtschaft hauptsächlich von der Telekommunikations-, Computer-, Finanzdienstleistungs- und Transportbranche bestimmt. Dallas ist eine von elf Weltstädten der USA., Globalization and World Cities Studie Group & Network, abgerufen am 21. Oktober 2006.
Geographie Dallas ist der Verwaltungssitz des Dallas County. Teile der Stadt reichen in die Nachbarcountys Collin, Denton, Kaufman und Rockwall hinein.
Dem US Census Bureau zufolge hat die Stadt eine Gesamtfläche von 997,1 km², davon sind 887,1 km² Land und 42,5 km² Wasser (11,03 %). Dallas bildet ein Fünftel des Metropolgebiets Dallas-Fort-Worth-Metroplex, in dem ungefähr ein Viertel aller Texaner wohnen.Bevölkerung Dallas/Fort Worth Metroplex: 5.700.256 nach :en:United States metropolitan area. Bevölkerung Texas: 22.859.968 nach Liste der Bundesstaaten der Vereinigten Staaten nach Einwohnerzahl.
Klima Dallas hat ein subtropisches Klima mit milden Wintern (um 15 °C) und heißen Sommern (um 35 °C). Im Winter können jedoch auch Frost und Schneefälle vorkommen. Während der Sommermonate werden immer wieder Temperaturen über 40 °C erreicht. Im Jahr fallen etwa 850 mm Niederschlag. Die Temperaturextrema liegen zwischen −18 °C und 45 °C. Des Weiteren liegt die Stadt in einem tornadogefährdeten Gebiet.
Geschichte Im Gebiet um Dallas lebten die amerikanischen Ureinwohner Caddo, bevor es im 16. Jahrhundert Teil der spanischen Provinz Neuspanien bzw. von Texas wurde. Das heutige Dallas blieb bis 1821 unter spanischer Herrschaft, als Mexiko seine Unabhängigkeit von Spanien erklärte. Das Gebiet des zukünftigen Dallas wurde Teil des Staats Coahuila y Tejas in der neuen Nation. Die Republik Texas trennte sich 1836 von Mexiko und blieb fast zehn Jahre ein unabhängiges Land.
1839, nach vier Jahren in der Republik, vermaß John Neely Bryan das Gebiet um Dallas, und zwei Jahre später gründete er dort die Stadt Dallas. 1846 annektierten die Vereinigten Staaten die Republik von Texas, und es entstand das Dallas County. Man vermutet, dass County wie Stadt nach George M. Dallas, dem damaligen elften Vizepräsidenten der USA, benannt wurden. Bryan äußerte allerdings nur, dass sie „nach meinem Freund Dallas“ benannt wurde., Dallas Historical Society, abgerufen am 21. April 2006.
1856 erhielt Dallas das Stadtrecht. Die Stadt hatte wenige Sklaven, die hauptsächlich von Siedlern aus Alabama und Georgia mitgebracht wurden. Dallas war bis nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg, in dem Dallas ein Teil der Konföderierten Staaten von Amerika war, nur eine Kleinstadt im texanischen Grenzland und wurde erst 1871 offiziell eine Stadt. Die Stadt bezahlte der Houston and Central Texas Railroad eine Summe von 5000 US-Dollar, um die geplante Bahnstrecke 32 km westlich und somit durch Dallas zu verlegen. Im folgenden Jahr sicherten die Stadtväter der Texas and Pacific Railroad gesetzliche Vergünstigungen zu, wenn diese ihre Bahnlinie ebenfalls durch Dallas verlegte. So kreuzten sich 1873 die beiden Hauptbahnlinien von Texas (Nord-Süd und Ost-West) in Dallas und die Zukunft als Kommerzzentrum war gesichert.
1890 wurde in der Stadt das römisch-katholische Bistum Dallas errichtet. Die Cathedral Shrine of the Virgin of Guadalupe ist die Hauptkirche des Bistums.
Um die Jahrhundertwende wurde Dallas zum bedeutendsten Markt für Drogeriewaren, Bücher, Juwelen und Spirituosen im Südwesten der Vereinigten Staaten und zu einem Handelszentrum für Baumwolle, Getreide und Büffelprodukte. Schnell wurde sie zum weltweit führenden Baumwoll-Inlandmarkt und konnte sich auch als Marktführer in der Sattlerei und im Bau von Entkörnungsmaschinen für Baumwolle etablieren. So wurde Dallas im beginnenden 20. Jahrhundert rasch von einem landwirtschaftlichen Zentrum zu einem Zentrum für Bankwesen, Versicherer und andere Geschäfte.
1930 wurde 160 km östlich von Dallas Öl entdeckt, die Stadt wurde dadurch schnell zum Zentrum der Ölindustrie in Texas und Oklahoma. 1958 erfand Jack Kilby bei Texas Instruments die integrierte Schaltung; damit begann die Entwicklung des Gebiets als ein Zentrum für die Herstellung von Hochtechnologie. Während der 1950er und 1960er Jahre wurde Dallas das drittgrößte Technologiezentrum in den Vereinigten Staaten. So entstanden etwa Unternehmen wie Ling-Tempco-Vought (LTV Corporation) und Texas Instruments. 1957 öffneten zwei Bauträger (Trammell Crow und John M. Stemmons) einen Möbelmarkt, aus dem später das Dallas Market Center entstand, das heute der größte Großhandelsmarkt der Welt ist., Dallas Market Center, abgerufen am 29. August 2006.
Am 22. November 1963 wurde der damalige US-Präsident John F. Kennedy auf der Elm Street erschossen, während seine motorisierte Eskorte über die Dealey Plaza in der Innenstadt von Dallas fuhr.
In den 1970er und 1980er Jahren erfuhr Dallas einen wahren Bauboom, der der Innenstadt ihre prominente Silhouette verlieh, die z. T. von berühmten Architekten beeinflusst wurde. Mit dem Umzug eines Teils der Ölindustrie nach Houston und dem aufkeimenden Computer- und Telekommunikationsmarkt fing Dallas an, die Kernindustrie auf die Technologiebranche zu konzentrieren. In den späteren 1980ern brach die Wirtschaft während der Savings-and-Loan-Krise in Dallas fast völlig zusammen. Hunderte Rohbauten blieben unvollendet stehen. Wegen des riesigen weltweiten Erfolgs der Fernsehserie Dallas wurde die Stadt in den 1980er Jahren zu einer der prominentesten US-Städte. Anfang der 1990er Jahre konnte sich die Wirtschaft wieder deutlich erholen. Wegen der ansässigen Industrie im Bereich der Hochtechnologie erhielt Dallas in Anlehnung an das kalifornische Silicon Valley den Spitznamen „Silicon Prairie“., dallas-edd.org, abgerufen am 19. Oktober 2006.
Am 2. Februar 1999 wurde der Asteroid (8084) Dallas nach der Stadt benannt.
Beim Attentat auf Polizisten in Dallas am 7. Juli 2016 wurden fünf Polizisten getötet und sieben Polizisten sowie zwei weitere Personen verletzt. Das Attentat war der bis dahin schwerste gezielte Angriff auf Strafverfolgungsbeamte in den Vereinigten Staaten. In Dallas befindet sich die Präsidentenbibliothek von George W. Bush, dem 43. Präsidenten der Vereinigten Staaten.
Bevölkerung Die Bevölkerung bestand laut dem Zensus von 2010 zu 28,8 Prozent aus Weißen und zu 24,7 Prozent aus Afroamerikanern; 6,3 Prozent waren asiatischer Herkunft; 0,7 % waren Indianer. 42,7 Prozent der Bevölkerung waren Hispanics. Der Median des Einkommens je Haushalt lag 2015 bei 50.270 US-Dollar. 17,9 Prozent der Bevölkerung lebten unterhalb der Armutsgrenze.
Politik Stadt und Umland von Dallas entwickelten sich im 21. Jahrhundert zu einer Bastion der Demokratischen Partei. Bei den US-Präsidentschaftswahlen 2004 stimmten 57 % der städtischen Wähler für den demokratischen Bewerber John Kerry.https://web.archive.org/web/20100508071804/http://pages.sbcglobal.net/tom.blackwell/ Im Dallas County insgesamt stimmten 49 % für Kerry und 50 % für George W. Bush. Bei den Präsidentschaftswahlen 2008 and 2012 erzielte Barack Obama jeweils 57 % in Dallas County und noch höhere Anteile in der Stadt.
Bei den Wahlen 2016 stimmten rund 66 % für Hillary Clinton, nur 28 % der städtischen Wähler für Donald Trump.Dallas – Election Results. Dallas County Elections, 21. November 2016 Dallas County insgesamt stimmte zu 61 % für Clinton, zu 35 % für Trump. Von 2005 bis 2017 hatte Dallas County mit der offen lesbisch lebenden Lupe Valdez den einzigen weiblichen Sheriff in Texas.Valdez triumphant in bid for 2nd term as Dallas County sheriff. The Dallas Morning News, 5. November 2008. Archiviert vom Original bei archive.org am 28. Dezember 2009
Wirtschaft mini|Dallas bei Nacht Die Metropolregion von Dallas erbrachte 2016 eine Wirtschaftsleistung von 511,6 Milliarden US-Dollar. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt bei 65.154 US-Dollar. Bei einer Studie aus dem Jahr 2014 belegte Dallas Platz 18 unter den wirtschaftsstärksten Metropolregionen weltweit und Platz 6 innerhalb der Vereinigten Staaten. Die Arbeitslosenrate in Dallas beträgt 3,4 % (Stand: Mai 2018) und liegt damit unter dem nationalen Durchschnitt.
Die Stadt war durch ihre strategische Lage an zahlreichen Eisenbahnlinien ein wichtiges Zentrum der Öl- und Baumwollindustrie. Heute ist die Wirtschaft hauptsächlich von der Telekommunikations-, Computer-, Finanzdienstleistungs- und Transportbranche bestimmt.
Dallas ist zudem das zweitgrößte Zentrum der US-amerikanischen Computerspiel-Entwicklungsbranche. Viele erfolgreiche Entwicklungsstudios haben sich in Dallas oder der näheren Umgebung niedergelassen, darunter id Software, 3D Realms, Ensemble Studios, Gearbox Software und Ritual Entertainment.
Bekannte Unternehmen AT&T, Telekommunikationskonzern Builders FirstSource, Baustoffhändler CBRE Group, Immobiliendienstleister Celanese, Chemieunternehmen Dean Foods, Molkereiunternehmen Greyhound Lines, Betreiber von Fernbuslinienverbindungen HollyFrontier, Betreiber von Erdölraffinerien Kronos International, Hersteller chemischer Erzeugnisse Mary Kay, Kosmetik, die im Direktvertrieb verkauft wird Neiman Marcus, in Dallas gegründete Kaufhauskette Regus, bietet Virtuelle Büros an Southwest Airlines, Luftfahrtgesellschaft Texas Instruments, Halbleiterfabrikant und Hersteller des ersten integrierten Schaltkreises
Verkehr Stadtbahn
Der schienengebundene ÖPNV in Dallas und Umgebung wird durch die Stadtbahn Dallas betrieben. Das Dallas Area Rapid Transit Nahverkehrsunternehmen betreibt außerdem die Straßenbahn Dallas und ist beteiligt an der M-Line in Uptown.
Flugverkehr
mini|rechts|Flughafen Dallas-Fort Worth (DFW) Bedient die meisten Ankünfte und Abflüge in Dallas Dallas/Fort Worth Metroplex mini|links|Dallas Love Field
Der internationale Flughafen Dallas-Fort Worth (DFW) auf halber Strecke zwischen Dallas und Fort Worth gelegen, ist der größte Flughafen im Bundesstaat Texas, der viertgrößte der USA und der achtgrößte der Welt. Der DFW International Airport ist flächenmäßig größer als Manhattan. 1999 wurden hier mehr als 60 Millionen Passagiere abgefertigt. Verschiedene Fluggesellschaften sind mit ihren Hauptquartieren am DFW International Airport ansässig. Zu ihnen zählt unter anderen die größte Fluggesellschaft der Welt, American Airlines. Mit mehr als 800 täglichen Starts und Landungen macht American Airlines den Großteil des Flugbetriebs aus.
Neben dem DFW International Airport gibt es noch den Flughafen Love Field (DAL), der bis zur Eröffnung des Flughafens Dallas-Fort Worth der Hauptflughafen der Stadt war.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Eine Statue für Bürgermeister Robert Lee Thornton vor der Hall of State
Kunst Zum Arts District in der Innenstadt zählen das Dallas Museum of Art, das Crow Museum of Asian Art, die Dallas Opera, das Wyly Theatre des Dallas Theater Center, das Morton H. Meyerson Symphony Center, die Trammell & Margaret Crow Collection of Asian Art, das Nasher Sculpture Center. Weitere überregional bekannte Museen und Galerien sind die Kunsthalle Dallas Contemporary mit wechselnden Ausstellungen und das Meadows Museum (in der Enklave University Park), das eine bedeutende Sammlung spanischer Kunst zeigt. Der Distrikt beherbergt außerdem die regional bekannte Booker T. Washington High School for the Performing and Visual Arts.