Minneapolis ist mit rund 429.954 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt im US-Bundesstaat Minnesota im nördlichen Mittleren Westen. Zusammen mit St. Paul bildet sie die Metropolregion der Twin Cities mit über 3,6 Millionen Einwohnern (Stand 2020) und damit einen der größten Ballungsräume des US-amerikanischen Nordens.
Mit Institutionen wie dem Minneapolis Institute of Art, dem Walker Art Center und dem Guthrie Theater ist Minneapolis das kulturelle Zentrum des nördlichen mittleren Westens. Die Musiklegende Prince lebte und wirkte in der Stadt und begründete den Minneapolis Sound. Des Weiteren ist Minneapolis in allen vier großen US-Sportligen mit jeweils einem Team vertreten. In der Stadt befindet sich außerdem der Hauptcampus der University of Minnesota.
Geschichte Die Regionen um das heutige Minneapolis gehörten zu den Siedlungsgebieten der Dakota. Gegen 1680 erreichten französische Pelzhändler das Gebiet. Fortan beanspruchten zunehmend europäische Siedler die Region am Mississippi für sich. In verschiedenen Verträgen mit den Mdewakanton wurden diese von den Europäern immer weiter verdrängt. Seit dem Bau des Fort St. Anthony, des späteren Fort Snelling, an der Stelle des Zusammenflusses des Minnesota und des Mississippi Rivers im Jahre 1819 durch die Streitkräfte der Vereinigten Staaten entstanden mehrere neue Siedlungen. 1867 wurde das nördlich an den Saint-Anthony-Fällen gelegene Minneapolis zur Stadt, im selben Jahr wurde die Eisenbahnstrecke nach Chicago in Betrieb genommen. 1872 schloss sich Minneapolis mit der nunmehr kleineren Stadt St. Anthony, die sich seit 1848 östlich des Mississippi entwickelt hatte, zusammen.
Mit dem Bau von Getreidemühlen an den Saint-Anthony-Fällen konnte sehr feines Mehl produziert werden. Zwischen 1880 und 1930 wurde die Stadt einer der wichtigsten Mehlproduzenten der Vereinigten Staaten. Die hohe Effektivität der mit Wasserkraft betriebenen Mühlen galt als innovativ und machte Minneapolis weltweit bekannt. Zahlreiche Siedler aus dem Osten der Vereinigten Staaten kamen in die Stadt und ließen sie rasch wachsen. Zwischen 1880 und 1930 verzehnfachte sich die Zahl der Einwohner auf über 460.000. Neben vielen Getreidemühlen entstanden an den Wasserfällen auch zahlreiche Sägewerke, die das aus dem Norden von Minnesota stammende Holz weiterverarbeiteten. 1905 wurden knapp zehn Prozent des in den Vereinigten Staaten verbrauchten Mehls und Schrots in Minneapolis hergestellt.
In den 1950er Jahren wurde mit der Erneuerung der Stadtmitte begonnen. Über 200 neue Gebäude wurden erbaut, zahlreiche alte – teils auch historisch wertvolle Bauwerke – abgerissen. So wurde auch das 1890 erbaute Metropolitan Building abgerissen, eines der ersten und bedeutendsten Hochhäuser der Stadt.
Am 25. Mai 2020 wurde der Afroamerikaner George Floyd bei seiner Festnahme in Minneapolis durch den weißen Polizisten Derek Chauvin getötet. Chauvin hatte zuvor mehr als neun Minuten auf Floyds Hals und Rücken gekniet. Dem Tod Floyds folgten tagelange Proteste und gewaltsame Unruhen. Das Verhältnis zwischen Bürgern und lokaler Polizei wurde durch die Geschehnisse stark belastet.
Während bei Floyds Tod noch rund 900 Polizeibeamte in Minneapolis Dienst taten, sank diese Zahl in den folgenden Jahren durch Abwanderung auf 560 Beamte. Um das Verhältnis zu den Bürgern wieder zu kitten und die örtliche Polizei zu reformieren, wurde im Jahr 2022 Brian O’Hara, der zuvor die Polizeibehörde von Newark umstrukturiert hatte, zum neuen Polizeichef von Minneapolis ernannt. Durch eine Modernisierung von Polizeitaktiken und eine verstärkte Kommunikation mit der lokalen Bevölkerung konnte O’Hara das Verhältnis zwischen Bürgern und Polizei Beobachtern zufolge etwas verbessern. Im Jahr 2026 war die Anzahl der Polizisten wieder leicht auf 620 Beamte angewachsen, wobei nach wie vor Rekrutierungsprobleme herrschten.
Das Verhältnis zwischen Bevölkerung und örtlicher Polizei wurde indes erneut stark belastet, als Bundesbeamte im Januar 2026 während der Abschiebe-Operation Operation Metro Surge in Minneapolis die beiden US-Staatsbürger Renée Good und Alex Pretti erschossen. Die Tötung der beiden Demonstranten führte zu lokalen und landesweiten Protesten und einer öffentlichen Diskussion über die Migrationspolitik der Trump-Administration, die insbesondere die Abschiebepolizei ICE betraf. Der Musiker Bruce Springsteen veröffentlichte über die Geschehnisse eine Single mit dem Titel Streets of Minneapolis.
Name Der Name der Stadt entstammt einer Wortkombination aus zwei Sprachen, dem Wort der Dakota-Indianer für Wasser („minne“) und den griechischen Wörtern für neue Stadt („nea polis“), was auf ihre Lage am Mississippi River und die zahlreichen Seen und Feuchtgebiete in und um Minneapolis anspielt, und was ihr auch den Spitznamen „City of Lakes“ einbrachte. Die Stadt entstand Mitte des 19. Jahrhunderts am Ufer der Saint Anthony Falls, den einzigen natürlichen Wasserfällen des Mississippi, welche bereits früh zur Energieversorgung der ansässigen Industrien genutzt wurden und Minneapolis damals zur Welthauptstadt der Holzverarbeitung und Getreidemüllerei machten. Bis heute konnte die Stadt ihre wirtschaftliche Bedeutung aufrechterhalten und ist unter anderem bekannt als Sitz der Supermarktkette Target und der fünftgrößten Bank in den Vereinigten Staaten U.S. Bancorp.
Geographie Minneapolis liegt im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten am Mississippi River. Es hat eine Fläche von rund 151 Quadratkilometern. Davon sind sechs Prozent Wasserflächen und 15 Prozent Parkanlagen. Südlich des Stadtzentrums verläuft der 45. Breitengrad. Die geringste Höhe über dem Meeresspiegel ist am Zusammenfluss des Minnehaha Creek und des Mississippi Rivers mit einer Höhe von 209 Metern. Der höchste Punkt befindet sich in der Prospect Park-Gegend mit 282 Metern.
In Minneapolis herrscht das für den Mittleren Westen typische Klima. Die Winter sind sehr kalt und trocken, die Sommer warm und zeitweise feucht. In der Klimaklassifikation nach Köppen/Geiger fällt die Stadt in das humide Kontinentalklima (Dfa).
Die höchste jemals gemessene Temperatur liegt bei 42,2 Grad Celsius im Juli 1936, die niedrigste bei −40,6 Grad Celsius im Januar 1888. Der Winter 1983/84 war der schneereichste, als 2,5 Meter Schnee fielen. Aufgrund der vor Wettereinflüssen ungeschützten Lage im Norden der Vereinigten Staaten gelangt Minneapolis im Winter oftmals unter den Einfluss polarer Kaltluftmassen. Die jährliche Durchschnittstemperatur der Region Minneapolis-St. Paul von 7 Grad Celsius ist zudem die niedrigste aller Metropolregionen innerhalb der USA.
Bevölkerung
Ethnische Herkunft der Bevölkerungsgruppen Ethnische Gruppen Prozentualer Anteil Weiße Bevölkerung(Europa, Naher Osten, Nordafrika) 65,1 % Afroamerikaner 18,0 % Asiatische Amerikaner 6,1 % Mehrere Gruppen 4,4 % Ureinwohner 2,2 % Pazifische Insulaner 0,1 % In den 1850er und 1860er Jahren siedelten sich Geschäftsleute, Spekulanten, Geistliche und Stadtentwickler aus Neuengland und New York in der Gegend des heutigen Minneapolis am Mississippi River an. Ab Mitte der 1860er Jahre folgten Einwanderer aus den skandinavischen Ländern Schweden, Norwegen und Dänemark. Später kamen Immigranten aus Deutschland, Italien, Griechenland, Polen, Böhmen, und dem südöstlichen Europa in die Stadt. Auch Russen und Osteuropäer siedelten sich an. Asiatische Einwanderer ließen sich in zunehmendem Maße seit Beginn des 20. Jahrhunderts in Minneapolis nieder. Hierzu zählten vor allem Chinesen, Philippiner, Japaner und Koreaner. Nachdem sich ab den 1970er Jahren die Zuwanderung der Asiaten verstärkte, setzte zu Beginn der 1990er Jahre eine allmähliche Bevölkerungszunahme der Hispanics und afroamerikanischen Bevölkerung ein, so leben in der Metropolregion etwa 100.000 Menschen somalischer Herkunft. Die höchste Bevölkerungszahl wurde bei der Volkszählung 1950 mit 521.718 Einwohnern erreicht, seitdem nahm sie bis 1990 stetig ab. Grund hierfür ist eine starke Suburbanisierung. Seit 2000 liegt die Bevölkerungszahl konstant bei rund 382.500 Einwohnern. Für das Jahr 2010 wurde während der Volkszählung eine Bevölkerung von 382.578 ermittelt, was einem Rückgang gegenüber 2000 von lediglich 40 Einwohnern entspricht. Die Anteile an Afroamerikanern, asiatischen Amerikanern und Hispanics an der Gesamtbevölkerung steigen stetig. Die ethnischen Minderheiten weisen jedoch im Vergleich zur weißen Bevölkerung einen Bildungsrückstand auf. Während 42 Prozent der weißen Bevölkerung einen Bachelor-Abschluss besitzen, liegt dieser Wert bei der afroamerikanischen Bevölkerung bei 15 Prozent und der latino-amerikanischen bei 13 Prozent. Der Lebensstandard nahm im Vergleich zu 2000 weiter zu, das Prokopfeinkommen gehört zu den höchsten im Mittleren Westen, wobei auch hier ein starkes Gefälle zwischen den unterschiedlichen ethnischen Gruppen herrscht. So lebt knapp ein Drittel der asiatischen Amerikaner unterhalb der Armutsgrenze, während dieser Wert innerhalb der weißen Bevölkerung bei neun Prozent liegt.
Trotz der hohen Lebensqualität steht Minneapolis vor einer dringenden Herausforderung in Form von großen Ungleichheiten zwischen den Einwohnern und daraus entstehenden Konflikten, die 2020 nach der Tötung von George Floyd der Weltöffentlichkeit vor Augen geführt wurden und wohl das wichtigste Problem darstellen, mit dem die Stadt im 21. Jahrhundert konfrontiert ist.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Kultur mini|Orchestra Hall in Minneapolis Minneapolis bildet zusammen mit seiner Zwillingsstadt St. Paul einen kulturellen Schwerpunkt im mittleren Westen der Vereinigten Staaten. Beide Städte weisen nach New York City die höchste Pro-Kopf-Dichte an Theatern in den USA auf. Für das traditionsreiche Guthrie Theater entwarf Architekt Jean Nouvel 2006 ein neues Theatergebäude. Neben den bekannten Theatern wie dem restaurierten State Theater, dem Orpheum Theatre oder dem Pantages Theatre, existieren auch zahlreiche kleinere Theater und Bühnen, auf denen Shows, Ballette und Konzerte aufgeführt werden.
Das Minnesota Orchestra unter Leitung des Hauptdirigenten Osmo Vänskä gilt als eines der besten Symphonieorchester des Landes und tritt regelmäßig in der Orchestra Hall auf.
Das Minneapolis Institute of Arts ist ein 1915 im Süden der Stadt erbautes Kunstmuseum mit über 80.000 Ausstellungsstücken. Das Walker Art Center wurde von Newsweek als eines der besten zeitgenössischen Museen des Landes bezeichnet. Es war das erste öffentliche Kunstmuseum im oberen Mittleren Westen und wurde von 1999 bis 2005 renoviert und erweitert.
Der Minneapolis Sculpture Garden ist ein großer Park mit vielen Skulpturen mitten in der Innenstadt von Minneapolis. Im Park gibt es viele Sitzmöglichkeiten sowie einen direkten Blick auf die Skyline der Stadt. Der Park ist für Claes Oldenburgs Skulptur „Spoonbridge and Cherry“ bekannt.
Architektur und ungewöhnliche Bauwerke mini|Eingestürzte Interstate-35W-Mississippi-River-Brücke In Minneapolis gibt es daneben eine Reihe architektonisch anspruchsvoll gestalteter Gebäude, z. B.:Volker Mehnert: Design City Minneapolis – Avantgarde in der Prärie. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 6. Juli 2007 (faz.net).
Chambers Hotel, Schwesterbetrieb des berühmten New Yorker Hotels Central Library W Foshay, ursprünglich ein Art-déco-Turm Graves 601 Hotel The Depot, ein ehemaliges Bahnhofsgebäude im Zentrum der Stadt Der 1872 eröffnete und etwa 100 ha große Lakewood Cemetery gilt als landschaftlich und architektonisch sehenswert. Die 1967 erbaute Interstate-35W-Mississippi-River-Brücke; eine strompfeilerlose Brücke über den Mississippi River mit einer maximalen Spannweite von 150 m, welche am 1. August 2007 im Berufsverkehr einstürzte. Bardwell-Ferrant House Das U.S. Bank Stadium wurde 2016 errichtet und ist Heimat der Minnesota Vikings in der amerikanischen Profi-Football-Liga NFL.