Das St. Gallen Symposium ist eine seit 1970 jährlich im Mai an der Universität St. Gallen in St. Gallen, Schweiz, stattfindende Konferenz für generationenübergreifenden Dialog. Das Symposium wurde 1969 als Antwort auf die 68er-Bewegung gegründet und wird durch das International Students’ Committee (ISC), einen studentischen Verein an der Universität St. Gallen, organisiert.St. Galler Tagblatt, 13. Mai 2011, St. Gallen Symposium. Es ist die weltweit führende Initiative für generationenübergreifende Debatten über wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Ziel des Symposiums ist es, Chancen und Herausforderungen unserer Zeit anzusprechen und gemeinsame Lösungsansätze zu entwickeln. Das Symposium fördert einen konstruktiven und lösungsorientierten Dialog zwischen Entscheidungsträgern und der jungen Generation. Das St. Gallen Symposium setzt sich zusammen aus einem studentischen Team (ISC-Verein der Universität St. Gallen) und einer im Jahre 1974 gegründeten Stiftung, der St. Galler Stiftung für Internationale Studien. Der 1974 gegründete Fördererkreis aus über 400 Unternehmen sichert die Finanzierung. Diesem Kreis gehören unter anderem neun Main Partners (Hauptpartner) an, welche das Symposium mit ihren jeweiligen Spezialgebieten unterstützen: ABB, Accenture, BCG, UBS, Omega, Kia, Max Schmidheiny Foundation und Swiss Re.Netzwoche, 5. Mai 2010, Wir sind ein Paradebeispiel dafür, dass Inhouse Lösungen immer noch relevant sind.
Organisation International Students’ Committee (ISC) Seit seiner Etablierung im Jahre 1970 wird das St. Gallen Symposium durch das International Students’ Committee (ISC) organisiert. Das ISC ist eine unabhängige Non-Profit-Organisation, welche als studentischer Verein an der Universität St. Gallen akkreditiert ist. Jedes Jahr wird ein Team von circa 30 Studierenden zusammengestellt, welche zum Zweck der Organisation des St. Gallen Symposiums ihr Studium für ein Jahr unterbrechen.Tages-Anzeiger, 19. Mai 2005, Der kleine Bruder des WEF, gefunden auf . Die Leitung des Organisationskomitees wird von drei Studierenden übernommen, welche jeweils aus dem Vorgängerteam ausgewählt werden. Während des Symposiums wird das ISC zusätzlich von ungefähr 450 freiwilligen Helfern, allesamt Studenten der Universität St. Gallen, unterstützt.
Bekannte ehemalige Mitglieder des ISC sind:
Martin Blessing (ehemaliger CEO, Commerzbank) Walter Kielholz (ehemaliger Verwaltungsratspräsident, Swiss Re) Michael Hilti (ehemaliger CEO, Hilti AG) Stephan Leithner (CEO, Deutsche Börse AG) Christoph Loos (Chairman of the Board, Hilti AG) Mathias Imbach (Co-Founder & Chief Executive Officer, Sygnum Bank) Tim Pietsch (Chief Financial Officer, Wefox) Konrad Hummler (Verwaltungsratspräsident, Private Client Bank) Claudius Senst (Member of the Executive Board, Axel-Springer SE) Clara Streit (Aufsichtsratsvorsitzende Deutsche Börse AG & Vonovia) Philipp Navratil (CEO, Nestlé)
St. Galler Stiftung für Internationale Studien (SSIS) alternativtext=|links|mini|Peter Voser, Präsident des Stiftungsrates der St. Galler Stiftung für Internationale Studien, am 45. St. Gallen Symposium
Die St. Galler Stiftung für Internationale Studien stellt den vorstehenden Körper des International Students’ Committee dar. Sie sichert die Kontinuität des St. Gallen Symposiums, was vor allem aufgrund des jährlich wechselnden ISC-Teams sehr wichtig ist.International Students’ Committee, , abgerufen am 11. Dezember 2011. Die Stiftung besteht aus rund zehn Mitgliedern. Aktueller Geschäftsführer ist Beat Ulrich (seit 2017), seine Vorgänger waren Philip Erzinger (2008–2017), Andreas Kirchschläger (1997–2008), Eugen von Keller (1995–1997), Gerard & Ursula Stoudman und Wolfgang Schürer (1975–1993). Die St. Galler Stiftung für Internationale Studien untersteht einem Stiftungsrat. Vorsitzender dessen ist Peter Voser (Verwaltungsratspräsident ABB). Weitere Mitglieder sind Sabrina Soussan (Aufsichtsratsvorsitzende Continental AG), Manuel Ammann (Rektor Universität St. Gallen), Andreas Berger (CEO Swiss Re), Claudia Suessmuth Dyckerhoff (Verwaltungsratsmitglied Clariant), Clara Streit (ISC Alumni, Aufsichtsratsvorsitzende Deutsche Börse & Vonovia), Steven Althaus (ISC Alumni, CEO Grenzebach Gruppe), Philipp Navratil (ISC Alumni, CEO Nestle) und Ulrike Landfester (Professorin Universität St. Gallen). Als ehemaliger Präsident des Stiftungsrates ist Josef Ackermann (ehemaliger CEO Deutsche Bank) Ehrenpräsident.International Students’ Committee, , abgerufen am 1. November 2013.
Conference Chairperson sind Lord Brian Griffiths, Dominik Barton, Roshni Nadar und Christoph Heusgen.
Geschichte Entstehung Im Februar 1970 gründete Wolfgang Schürer (DE) gemeinsam mit Clemens Ernst Brenninkmeijer (NL), Franz Karl Kriegler (AU), Urs Schneider (CH), und Terje I. Wølner-Hanssen (NO) das International Students' Committee (ISC), das in jährlich wechselnden Teams das St. Gallen Symposium organisiert. Unter dem damaligen Namen Internationales Management Gespräch (1969–2000), Am 30. Juni und am 1. Juli 1970 fand das erste Internationale Management Gespräch mit 100 Führungskräften und 100 Studierenden an der Universität St. Gallen statt.swissinfo.ch Student symposium spans tow eras of unrest, abgerufen am 12. Dezember 2011.
1971–1994: Internationales Management-Gespräch mini|Stephan Schmidheiny und Träger des Max Schmidheiny-Freiheitspreises Bill Bradley am 19. Internationalen Management-Gespräch in der Aula der Universität St. Gallen, 1989
Im zweiten und dritten Internationalen Management Gespräch gewann die Konferenz an Internationalität. Durch die Zusammenarbeit mit dem renommierten Club-of-Rome wurde 1972 die Studie Limits to Growth am Symposium veröffentlicht. Das Symposium etablierte sich damit als erstes grosses Forum im deutschsprachigen Raum.Meadows, Donella H. (1974), The Limits to growth, Universe Books: University of Virginia. Die weltweite Ölkrise führte 1974 zu einem Ausfall des Internationalen Management Gesprächs. Zur Aufrechterhaltung und finanziellen Absicherung wurde im Jahr 1974 die St. Galler Stiftung für Internationale Studien gegründet.International Students' Committee, , abgerufen am 22. November 2011. Mit renommierten internationalen Referenten und attraktiven Programmen schaffte es das Internationale Managementgespräch zum Inbegriff der führenden Management-Foren in Europa zu werden. Unvergessen bleibt der Auftritt des deutschen Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer und dem DGB-Vorsitzenden Heinz Oskar Vetter im Jahre 1977.Frankfurter Allgemeine Zeitung, , abgerufen am 12. Dezember 2011. Zur Stärkung des studentischen Charakters wurde im Jahr 1989 der St. Gallen Wings of Excellence Award ins Leben gerufen. Der St. Gallen Wings of Excellence Award ist ein Studierendenwettbewerb, mittels welchem 200 Studierende die Chance haben, sich mittels eines Aufsatzes für die Teilnahme am Internationalen Management-Gespräch zu qualifizieren. Den besten Autoren wird neben der Teilnahme am Symposium auch ein Preisgeld sowie eine Gelegenheit zur Vorstellung ihres Beitrags geboten (siehe unten). Mittlerweile wurde der Wettbewerb in die Global Essay Competition umbenannt.
1995–2018: ISC-Symposium mini|links|Kofi Annan an der Verleihung des Freiheitspreises der Max Schmidheiny-Stiftung
Im Jahr 1995 wird aus dem Internationalen Management-Gespräch das ISC-Symposium. Die Ausrichtung des ISC-Symposiums wird noch einmal internationaler: 2002 beauftragt der Bundesrat das ISC-Symposium, die internationale Föderalismuskonferenz zu organisieren. An der Konferenz nahmen u. a. 8 Staats- und Regierungschefs, 16 Minister, 3 Bundesräte sowie 20 Regierungsräte teil.news aktuell, , abgerufen am 22. November 2011. 2006 verleiht die Max Schmidheiny-Stiftung dem ehemaligen Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, den Freiheitspreis.Max Schmidheiny-Stiftung, , abgerufen am 22. November 2011. Weitere angesehene Gewinner dieses Preises sind beispielsweise Nicolas Hayek, das internationale Komitee vom Roten Kreuz, Jorma Ollila, Muhammad Yunus und 2023 Oleksandra Matwijtschuk. Im Jahr 2003 veränderte die Max-Schmidheiny-Stiftung ihren Fokus und entschied sich dazu, den Freiheitspreis in Zukunft nicht mehr zu vergeben. Für das 40. Symposium im Jahr 2010 erfolgte eine umfassende Neukonzeption. Die Dauer der Konferenz wurde um einen halben auf zwei Tage verkürzt. Die Auswahl der studentischen Teilnehmer wurde nebst dem akademisch geprägten Aufsatzwettbewerb, um den sogenannten Knowledge Pool erweitert. Er setzt sich aus 100 Personen zusammen, die – unabhängig ihres akademischen Hintergrunds – herausragende Leistungen erbringen. Als weitere Neuerung wurde der Global Perspectives Barometer ins Leben gerufen. Eine Studie, die jährlich in Zusammenarbeit mit dem GfK-Verein (bis 2013 Credit Suisse) aktuellen und ehemaligen studentischen Teilnehmern zu aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen, analysiert. 2012 setzt das ISC-Symposium einen weiteren internationalen Akzent und eröffnet ein Büro in Singapur.
Seit 2019: St. Gallen Symposium Seit September 2019 tritt das ISC-Symposium als St. Gallen Symposium mit einem neuen, modernen Logo auf. Dadurch sollen die Progressivität und der studentische Charakter der Initiative stärker betont werden. Das St. Gallen Symposium entwickelt aus seiner Geschichte heraus seine Vision "Lead with the next generation in mind". Aufgrund der COVID-19 Pandemie wurde das 50. St. Gallen Symposium am 10. März 2020 offiziell auf das Jahr 2021 verschoben. Es war damit erst das zweite St. Gallen Symposium, das nicht zur geplanten Zeit durchgeführt werden konnte. Für das 50. St. Gallen Symposium vom 5.–7. Mai 2021 wurde eine strategische Weiterentwicklung des physischen Dialogs mit digitalen Elementen realisiert und das Symposium in die Welt getragen: Mit 2 Hubs in New York und Singapur und 8 Schweizer Botschaften weltweit war das 50. St. Gallen Symposium digitaler und internationaler denn je. Teilnehmer waren die deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer, der Ski-Gesamtweltcupsieger Aleksander Aamodt Kilde oder der deutsche Jesuit Klaus Mertes teil, der mithalf, die Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche aufzudecken. Mit einem Anteil von 40 Prozent wurden so viele Frauen wie nie zuvor als Speaker eingeladen.Staatschefs, Manager und Klimaaktivistinnen: Kaum je war das St.Gallen Symposium so gut besetzt wie in diesem Jahr, St. Galler Tagblatt, 4. Mai 2021.
Beim 52. St. Gallen Symposium, welches am 4. und 5. Mai 2023 stattfand und unter dem Jahresthema A New Generational Contract stand, nahmen beispielsweise André Hoffmann, Philosoph Richard David Precht, Bundesvorsitzende der Grünen, Ricarda Lang, Nicolai Tangen, Salman Khan (Pädagoge), Eckart von Hirschhausen, Thomas Jordan (Ökonom) und Guy Parmelin teil. Es wurde vorab und am Event selbst viel mit dem Club of Rome zusammengearbeitet.
2024 fand das St. Gallen Symposium am 2. und 3. Mai zum Thema Confronting Scarcity statt.
Das Thema des 54. St. Gallen Symposiums, welches von 7. bis 8. Mai stattfand, lautete Shifting Global Powers.
Programm und Veranstaltungsformate mini|Plenary Session am 41. St. Gallen Symposium mit Lord Griffith of Fforestfach
Das Symposium findet jeweils an zwei Tagen Anfang Mai statt. Dabei umfasst das offizielle Programm verschiedene Arten von Veranstaltungen:Walliser Bote, 14. Mai 2011, Energiesicherheit hat einen hohen Preis.International Students' Committee, , abgerufen am 11. Dezember 2011.
Plenary Sessions führen die Teilnehmenden in das Schwerpunktthema ein und werfen in einem Panelformat kontroverse Diskussionsfragen auf. Konkret sind die Plenary Sessions unterteilt in das One-on-One, das Keynote Panel, und die Keynote Adress.