Das Amt Petershagen war ein Amt im ostwestfälischen Kreis Minden in Nordrhein-Westfalen mit Sitz in der Stadt Petershagen, das von 1843 bis 1972 bestand. Durch das Bielefeld-Gesetz wurde das Amt zum 31. Dezember 1972 aufgelöst. Rechtsnachfolgerin des Amtes ist die Stadt Petershagen im Kreis Minden-Lübbecke.
Geographie Das Amt erstreckte sich westlich der Weser und nördlich der Stadt Minden. Im Norden grenzte es an das Land Niedersachsen.
Vorgeschichte Ein Amt Petershagen existierte bereits bis 1807 im Fürstentum Minden. Nachdem dieses 1807 an den napoleonischen Satellitenstaat Königreich Westphalen gefallen war, wurde der Kanton Petershagen eingerichtet, der die Stadt Petershagen sowie die Orte Buchholz, Eldagsen, Friedewalde, Großenheerse, Hahlen, Halle, Hartum, Hävern, Kutenhausen, Maaslingen, Meßlingen, Ovenstädt, Roden, Schlüsselburg, Stemmer, Südfelde sowie Todtenhausen umfasste und im Jahr 1808 7.780 Einwohner hatte.Johann Georg Hassel: Geographisch-statistischer Abriß des Königreichs Westphalen. Verlag des Landes-Industrie-Comptoirs, Weimar 1809 Volltext bei Google Books, S. 242
Bei der Annexion großer Teile Norddeutschlands durch Napoleon Bonaparte fiel von 1811 bis 1813 der gesamte Raum Petershagen links der Weser an das Kaiserreich Frankreich und gehörte dort zum Arrondissement Minden im französischen Departement der Oberen Ems. Gemäß der in Frankreich üblichen Verwaltungsstruktur wurden nun Mairien (Bürgermeistereien) eingerichtet: Die Mairie Petershagen mit Petershagen, Eldagsen, Maaslingen, Meßlingen und Südfelde Die Mairie Todtenhausen mit Todtenhausen und Kutenhausen Die Mairie Ovenstädt mit Ovenstädt, Halle, Hävern, Glissen, Westenfeld, Brüninghorstedt und Bramerloh Die Mairie Friedewalde mit Friedewalde, Himmelreich, Alteburg, Heide, Stemmer und Wegholm Nach der napoleonischen Niederlage fiel ganz Minden-Ravensberg 1813 zurück an Preußen. Bei der Kreiseinteilung der neuen Provinz Westfalen im Jahr 1816 kamen alle Orte des späteren Amtes Petershagen zum neuen Kreis Minden.Amtsblatt der Regierung Minden 1816, S. 169 ff. Die genaue Grenze im Bereich der sogenannten Mengedörfer im Grenzgebiet zum Königreich Hannover wurde 1837 durch einen Staatsvertrag zwischen Preußen und Hannover festgelegt.Staatsvertrag zwischen Preußen und Hannover vom 25. November 1837; Artikel 1 (Austausch der Mengedörfer) Im Kreis Minden wurden die ehemaligen Mairien Petershagen, Friedewalde, Ovenstädt und Todtenhausen zum Verwaltungsbezirk Petershagen zusammengefasst.Amtsblatt der Regierung Minden 1841, S. 68
Das Amt Petershagen
Bei der Einführung der westfälischen Landgemeinde-Ordnung von 1841 wurde 1843 im Kreis Minden aus dem Verwaltungsbezirk Petershagen das Amt Petershagen gebildet.Amtsblatt der Regierung Minden 1843: Bildung des Amtes Petershagen Nachdem am 1. Oktober 1934 das benachbarte Amt Schlüsselburg aufgelöst wurde, kamen die Gemeinden Großenheerse und Buchholz zum Amt Petershagen hinzu.Amtsblatt der Regierung Minden 1934, S. 118 Abgesehen von der Ziegeleiindustrie war das Amt weitgehend landwirtschaftlich geprägt. Das Amt gliedert seitdem in dreizehn Gemeinden: Petershagen, Stadt und Amtssitz Buchholz Eldagsen Friedewalde Großenheerse Hävern Kutenhausen Maaslingen Meßlingen Ovenstädt Stemmer Südfelde Todtenhausen Im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform wurde das Amt Petershagen zum 1. Januar 1973 durch das Bielefeld-Gesetz aufgelöst: Die südlich des Heisterholzes liegenden Gemeinden Kutenhausen, Stemmer und Todtenhausen wurden Teil der Stadt Minden. Alle übrigen Gemeinden bildeten mit 19 Gemeinden des Amtes Windheim die neue Stadt Petershagen. Minden und Petershagen wurden Teil des neuen Kreises Minden-Lübbecke.
Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner Quelle 1821 4.012 1843 5.535 Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1816–1871. Düsseldorf 1966 1864 5.400 Topographisch-statistisches Handbuch des Regierungs-Bezirks Minden, 1866 1871 7.219 1885 7.554 Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen 1885 1910 9.923 1925 10.320 1939 10.821 1950 15.587 Regionales Gemeindeverzeichnis-Informationssystem GV-ISys (mit historischen Bevölkerungszahlen) 1961 14.490 1970 15.045 1972 15.500
Einzelnachweise
Petershagen Kategorie:Historisches Territorium (Kreis Minden-Lübbecke) Kategorie:Organisation (Petershagen) Petershagen Kategorie:Aufgelöst 1972