mini|Hauptsitz in der Pappellee

ProPotsdam ist ein stadteigener Unternehmensverbund der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam. Als Unternehmensverbund erbringt ProPotsdam Dienstleistungen in den Bereichen Städtebau, Stadtentwicklung und Stadtsanierung sowie Stadttourismus und Spenden-Sponsoring-Engagement.

Neben der Verwaltung und Bewirtschaftung des überwiegend aus Mietwohnungen bestehenden Immobilienbestandes durch die Gewoba Wohnungsverwaltungsgesellschaft Potdam mbH besorgt die ProPotsdam die Geschäfte des Entwicklungsträgers Bornstedter Feld und des Sanierungsträgers Potsdam, betreibt im Auftrag des Landeshauptstadt den Volkspark Potsdam, den Neuen Lustgarten und die Biosphäre Potsdam, befasst sich im Auftrag der Landeshauptstadt mit der Entwicklung des Areals auf dem ehemaligen Kasernengelände Krampnitz sowie der Entwicklung des Luftschiffhafens mit seinem Sportpark und dem Olympiastützpunkt und nimmt Dienstleistungsaufgaben für das Tourismus- und Kulturmarketing der Landeshauptstadt wahr. Aufgaben der Quartiersarbeit und des Quartiersmanagement realisiert die ProPotsdam über die 2019 neu gründete Soziale Stadt ProPotsdam gGmbH.

Geschäftsführer sind Jörn-Michael Westphal und Bert Nicke. Seit dem 4. September 2019 ist die Beigeordnete der Landeshauptstadt Potsdam für Ordnung, Sicherheit, Soziales und Gesundheit, Brigitte Meier, die Aufsichtsratsvorsitzende.

Auftrag Als kommunales Wohnungsunternehmen hat die ProPotsdam den Auftrag, breite Schichten der Bevölkerung mit Wohnraum zu versorgen. ProPotsdam hat einen lokalen Marktanteil von rund 20 %. Zielvereinbarungen zwischen der Landeshaupt und der ProPotsdam werden über ein Balanced-Scorecard-Verfahren getroffen, über das sich der Unternehmensverbund zum Neubau von Wohnungen, zur energetischen und demografiegerechten Sanierung der Bestände und zur Bereitstellung von jährlich 600 Wohnungen mit Mietpreis- und Belegungsbindungen verpflichtet hat.

Vor dem Hintergrund der Rückläufigkeit der Wohnbauförderung und des Auslaufens vieler Belegungsbindungen hatte die ProPotsdam bereits 2012 und 2013 Vereinbarungen mit der Landeshauptstadt und dem Land Brandenburg zum Erhalt von preiswertem Wohnraum für Haushalte mit niedrigem Einkommen getroffen. Ermöglicht werden sollte die Sicherung von Sozialwohnungen unter anderem über das von der Landeshauptstadt Potsdam und der ProPotsdam entwickelte sogenannte „Potsdamer Modell“, das eine flexible Festlegung von Belegungsbindungen im Gesamtbestand des Wohnungsunternehmens vorsieht.

Zu den Maßnahmen einer sozialen Wohnungspolitik zählen zudem eine 2012 von der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung beschlossene „Mietpreisbremse“, die für die kommunalen Wohnungen eine reduzierte Modernisierungsumlage und eine zusätzliche Begrenzung der gesetzlich möglichen Mietsteigerungen vorsieht, sowie mehrere von der ProPotsdam eingeführte Bonusprogramme zur Unterstützung der Bezahlbarkeit von Wohnungen, wie etwa der „Kinder- und Familienbonus“ oder der „Wohnflächenbonus“, der sich an ältere Menschen richtet, die ihre große gegen eine kleinere Wohnung eintauschen wollen. 2022 wurde auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung mit dem „ProPotsdam-Bonus“ zudem ein neues Wohnungsvergabesystem eingeführt, das bestimmte Personengruppen – etwa von Verdrängung bedrohte Potsdamerinnen und Potsdamer, Studierende und Auszubildende oder Menschen mit einer Behinderung oder einem Pflegebedarf – begünstigen soll.

ProPotsdam ist Mitglied im Arbeitskreis StadtSpuren, ein Zusammenschluss der sozialen Wohnungswirtschaft in Potsdam, in dem neben der ProPotsdam sieben Potsdamer Wohnungsbaugenossenschaften und das Studentenwerk Potsdam mitwirken. Die im Arbeitskreis kooperierenden Wohnungsunternehmen verfügen zusammengenommen über etwa 40 Prozent aller Mietwohnungen in Potsdam und haben eigenen Angaben zufolge aufgrund ihrer sozial orientierten Mietenkalkulation einen mietpreisdämpfenden Einfluss auf den Potsdamer Wohnungsmarkt. Zu den größeren Neubauprojekten der ProPotsdam im sozialen Wohnungsbau zählen die Entwicklung des ehemaligen Tramdepots in der Teltower Vorstadt und das neu entstehende Quartier an der Roten Kaserne West im Bornstedter Feld.

Neben der Sicherung bezahlbaren Wohnens gehören auch die Umsetzung des „Masterplan 100% Klimaschutz 2050“ der Landeshauptstadt Potsdam und eine damit verbundene Dekarbonisierungsstrategie zu den Zielen der ProPotsdam. Mit ihren „ProKlima“-Maßnahmen der energetischen Sanierung und der Umstellung auf Ökostrom und erneuerbare Energien verfolgt die ProPotsdam das Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestands vor 2050. Ein mehrfach ausgezeichnetes Pilotprojekt ist dabei die von der ProPotsdam angestoßene und in Kooperation mit der Landeshauptstadt Potsdam und den Stadtwerken realisierte Umgestaltung der DDR-Plattenbausiedlung Drewitz zu einer emissionsarmen Gartenstadt.

ProPotsdam ist Gründungsmitglied der Initiative „Wohnen.2050“, ein bundesweiter Zusammenschluss von Wohnungsunternehmen, deren gemeinsames Ziel es ist, bis 2050 einen klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. Als Mitglied der Wirtschaftsinitiative „EntrepreneursForFuture“ setzt sich das Unternehmen für die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen ein und unterstützt die FridaysForFuture-Bewegung.

Zu den Unternehmensaufgaben der ProPotsdam gehört auch die Förderung des ehrenamtlichen Engagements und die soziale Quartiersentwicklung in Form einer finanziellen Förderung von Einrichtungen, Sportvereinen, Projekten und Veranstaltungen, die in jährlichen Sponsoringberichten dokumentiert ist. Als Mitglied des Potsdamer Aktionsbündnis „Potsdam! bekennt Farbe“ setzt sich die ProPotsdam für ein tolerantes und weltoffenes Potsdam ein und unterstützt die Unterbringung und Integration von Geflüchteten in ihren Wohnquartieren.

Unternehmensstruktur Der Unternehmensverbund umfasst die ProPotsdam GmbH als vermögenshaltende Dachgesellschaft mit folgenden Tochtergesellschaften:

ProPotsdam Wohnen GmbH Entwicklungsträger Bornstedter Feld GmbH (ETBF) Baugesellschaft Bornstedter Feld mbH (BBF) Sanierungsträger Potsdam GmbH (STP) Entwicklungsträger Potsdam GmbH (ETP) ProPotsdam Naturerlebnis GmbH Potsdam Marketing und Service GmbH (PMSG) Luftschiffhafen Potsdam GmbH (LSH) Soziale Stadt ProPotsdam gGmbH

ProPotsdam Wohnen GmbH

Die Gemeinnützige Wohn- und Baugesellschaft Potsdam mbH (GEWOBA WVP) wurde am 6. September 1990 gegründet. Das Unternehmen ging aus dem VEB Gebäudewirtschaft Potsdam hervor und gehörte seit 2006 als 100-prozentige Tochtergesellschaft zum kommunalen Unternehmensverbund ProPotsdam GmbH. Am 21. November 2024 wurde die GEWOBA WVP offiziell umbenannt und firmiert fortan als ProPotsdam Wohnen GmbH. Das Tochterunternehmen führt die bisherigen Aufgaben der GEWOBA WVP fort. Die Geschäftsführung besteht aus Jörn-Michael Westphal, Gregor Heilmann und Bianca Künkel. Zuständig ist die ProPotsdam Wohnen für die Bewirtschaftung und Verwaltung des Wohnungsbestandes der ProPotsdam GmbH. Mit einem Bestand von rund 18.000 Wohnungen ist die ProPotsdam Wohnen der größte Wohnungsanbieter der Landeshauptstadt Potsdam. Den größten Anteil am Wohnungsbestand haben Plattenbauten, die zwischen 1970 und 1990 errichtet worden sind.

Neben der Bewirtschaftung und Verwaltung des Wohnungsbestandes der ProPotsdam GmbH engagiert sich die ProPotsdam Wohnen auch in den Wohngebieten. Zu ihren Aufgaben zählen die die Förderung nachbarschaftlicher Projekte und die Entwicklung von bedarfsgerechten Angeboten.

Zu den erfolgreich realisierten Wohnprojekten zählen etwa das in Kooperation mit der Fachhochschule Potsdam entwickelte Gemeinschaftswohnprojekt „Freude an der Gemeinschaft“ in der Gartenstadt Drewitz sowie das generationsübergreifende Mietwohnprojekt Konvoi.Potsdam im Bornstedter Feld. Für das Wohnprojekt „Freude an der Gemeinschaft“ hat das Unternehmen insgesamt 43 Ein- bis Drei-Zimmer-Wohnungen in der sogenannten „Rolle“ (Konrad-Wolf-Allee 39–45) zur Verfügung gestellt sowie einen Mehrzweckraum und eine Gemeinschaftswohnung. Im Rahmen des Mietwohnprojektes Konvoi errichtete der Unternehmensverbund 2013 in der Bartholomäus-Neumann-Straße 24 barrierearme Wohnungen, die mit unterschiedlichen Wohnungsgrößen (Eineinhalb- bis Vier-Zimmer-Wohnungen) Platz für verschiedene Haushaltsformen bieten. Im März 2014 erhielt das Konvoi-Projekt vom Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) den BBU-Preis unter dem Motto „Demografiefest gestalten“. Die Gründerin des Konvoi.Potsdam e. V., Friderun Schreiber, wurde im selben Jahr mit dem Potsdamer Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Der Ehrenamtspreis wird seit 2007 von der Stadt Potsdam gemeinsam mit der ProPotsdam GmbH und dem Verein Soziale Stadt Potsdam e. V. vergeben.

Entwicklungsträger Bornstedter Feld GmbH Die Entwicklungsträger Bornstedter Feld GmbH (ETBF) wurde 1993 gegründet und ist eine 90,1-prozentige Tochtergesellschaft der ProPotsdam GmbH. Die übrigen 9,9 Prozent hält die Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam. Zuständig ist der ETBF für die Vorbereitung und Durchführung städtebaulicher Entwicklungsmaßnahmen im Entwicklungsbereich Bornstedter Feld.

Die Entwicklung der rund 300 Hektar großen ehemaligen Militärfläche für „zivile Zwecke, insbesondere für die Schaffung von Wohnungen und Arbeitsstätten“ wurde von der Landeshauptstadt Potsdam 1991 im „Satzungsbeschluss Entwicklungsbereich Bornstedter Feld“ festgelegt. Seit 1993 entsteht im Bornstedter Feld ein neuer Stadtteil für bis zu 15.500 Bewohner mit Gewerbeflächen für etwa 5.000 Arbeitsplätze. 2002 wurde die Entwicklung des Bornstedter Feldes mit dem Deutschen Städtebaupreis ausgezeichnet.

2022 hat der Entwicklungsträger Bornstedter Feld die Ergebnisse einer umfangreichen, repräsentativen Haushaltsbefragung veröffentlicht. Mehr als ein Fünftel der Bewohner hat an der Befragung teilgenommen. Die Lebensqualität im Stadtteil wird als sehr hoch eingeschätzt: So gaben beispielsweise 93 % der Befragten an, dass sie ihren Wohnort weiterempfehlen würden.

Entwicklungsträger Potsdam GmbH Die Entwicklungsträger Potsdam GmbH wurde 2013 als hundertprozentige Tochtergesellschaft der ProPotsdam gegründet und von der Stadt Potsdam damit beauftragt, als treuhänderischer Entwicklungsträger eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme im festgelegten Entwicklungsbereich „Krampnitz“ durchzuführen. Dem ging am 5. Juni 2013 ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung voraus, das Areal der ehemaligen Kaserne Krampnitz zu einem Stadtquartier zu entwickeln.

Entwicklungsbereich Krampnitz Bis Ende der 2030er Jahre soll auf dem 140 Hektar großen Gelände in Krampnitz ein Stadtquartier für bis zu 10.000 Einwohner und Platz für 3.000 Arbeitsplätze entstehen. 2018 führte der Entwicklungsträger im Auftrag der Stadt Potsdam einen offenen, zweiphasigen städtebaulichen Realisierungswettbewerb „Wohnen in Potsdam Krampnitz“ durch. Ziel des Wettbewerbs war es, ökologisch, wirtschaftlich und sozial nachhaltige Konzepte für die Entwicklung des Stadtquartiers zu finden. Als Sieger des Wettbewerbs wurde 2018 das Berliner Stadtplanungsbüro Machleidt gemeinsam mit den Büros SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten, SHP Ingenieure, Winkelmüller Architekten und Performative Architektur mit der Erarbeitung eines Masterplans für dieses Stadtquartier beauftragt.

Der Masterplan wurde im April 2019 von den Stadtverordneten beschlossen und dient als Grundlage für die planerische Entwicklung des Areals in den Bereichen Städtebau, Freianlagen, Mobilität, soziale Infrastruktur und Flächennutzung (Nutzungsmix Wohnen und Gewerbe).