mini|Sicherheitsmerkmal Hologram einer 50-Euro-Banknote (Serie ES1) Als Sicherheitsmerkmale von Banknoten werden definierte Sicherheitsmerkmale bezeichnet, die spezielle Substrate für Banknoten verwenden und mit Eigenschaften ausgestattet sind, so dass sie zweifelsfrei von Falschgeld unterschieden werden können. Durch das Einbringen einer Vielzahl solcher Merkmale wird das Fälschen erheblich erschwert oder gar unmöglich gemacht. Die Herstellung erfolgt bei der Produktion des Substrats sowie in Sicherheitsdruckereien unter Sicherheitsauflagen in meist spezialisierten Unternehmen.

Weltweit gibt es mehr als 100 verschiedene Sicherheitsmerkmale für Banknoten. Diese untergliedern sich in Sicherheitsmerkmale, die von Menschen erkennbar sind (auch Humanmerkmale genannt), und maschinenlesbare Merkmale, die seit dem Aufkommen der maschinellen Banknotenbearbeitung ab 1970 entwickelt wurden. Nur ein Teil aller Merkmale ist öffentlich bekannt, weil die ausgebenden Zentral- oder Nationalbanken Informationen zu den höchstwertigen Sicherheitsmerkmalen geheim halten und für sich reservieren, um die Nachahmung zu erschweren. Aus Kosten- und Platzgründen werden die Währungen nur mit spezifisch ausgewählten Sicherheitsmerkmalen ausgestattet, und hierbei die hohen Nennwerte meist mit höherwertigen und zusätzlichen Merkmalen.

Von Menschen erkennbare Merkmale Banknoten wie der Euro und der Schweizer Franken verfügen über viele optische, haptische und akustische Sicherheitsmerkmale, so dass Menschen ihre Echtheit ohne Hilfsmittel prüfen können. Die Europäische Zentralbank rät bei der Prüfung zur Vorgehensweise Fühlen – Sehen – Kippen: Zunächst sollte die Taktilität der Banknote (inkl. des Substrats) überprüft werden, dann das optische Design und schließlich das Verhalten bestimmter optischer Merkmale bei einem Kippvorgang (gegenüber dem einfallenden Licht).

Fälscher ahmen aus ökonomischen Gesichtspunkten häufig nur einzelne Merkmale hinreichend genau nach und vernachlässigen jene, die ihrer Ansicht nach selten geprüft werden oder dazu höheren Zeitaufwand erfordern. Ein mehrstufiges Vorgehen – wie oben beschrieben – verringert daher die Wahrscheinlichkeit erheblich, unbemerkt Falschgeld anzunehmen.

Um Falschgeld unterscheiden zu können, ist zunächst das Wissen über das prinzipielle Aussehen einer echten Banknote und deren Eigenschaften nötig. Daher wird die Einführung einer neuen Banknotenserie meist von Informationskampagnen begleitet, die das Design und die grundlegenden Sicherheitsmerkmale beschreiben, um so das Inverkehrbringen von Phantasiefälschungen zu erschweren. Viele Zentralbanken stellen daher kostenlose Mobile Apps zur Verfügung, um das Banknotendesign und die vom Menschen erkennbaren Sicherheitsmerkmale zu erklären. Sie beschreiben die sichtbaren Sicherheitsmerkmale und reichern diese oft spielerisch mit Animationen an. Meist verwenden sie die Kamera, um die Merkmale interaktiv anhand einer vorgelegten Banknote zu erläutern. Sie unterstützen keine Echtheitsprüfung, so dass sie auch mit Bildschirmanzeigen oder einfachen Drucken funktionieren.

Beispiele von Banknoten-Apps: mini|App SwissBanknotes mit animierter Pusteblume für 50 Schweizer Franken (dargestellt auf dem PC-Bildschirm) SwissBanknotes der Schweizerischen Nationalbank über den Schweizer Franken mit animierten Designelementen MalawiKwacha der Reserve Bank of Malawi für den Malawi-Kwacha mit interessanten Simulationen für Kipp- und Fühleffekte sowie interaktiven Effekten als erweiterte Realität SARBCurrency der South African Reserve Bank für den Südafrikanischen Rand als offline-Anwendung zur Erklärung der Sicherheitsmerkmale mit erweiterter Realität Lilangeni der Zentralbank von Eswatini für den Emalangeni mit interessanten Simulationen für Kipp- und Fühleffekte sowie interaktiven Effekten als erweiterte Realität

Substrat Banknoten werden auf einem speziellen Substrat gedruckt. Es handelt sich dabei meist um spezielles Papier, anfangs wurden Hadern genutzt. Banknotenpapier wird meist auf Basis von Samenhaaren (Linter) der Baumwolle hergestellt, die umweltfreundlich aus dem Abfall der Textilienherstellung gewonnen werden. Substrate aus Baumwolle haben die Vorteile, dass sie durch versehentliche Waschvorgänge und Hitze nicht zerstört werden, ein besonderes „Papiergefühl“ besitzen und fester sind als handelsübliche Papiere auf Zellstoffbasis. Die genaue Zusammensetzung des Papiers wird als Sicherheitsmerkmal nicht veröffentlicht und es wird ausschließlich an Banknotendruckereien verkauft. Außerdem werden Leinen (für den US-Dollar) oder Bananenhanf (für den japanischen Yen) als alternative natürliche Rohstoffe im Substrat verwendet.

In vielen Fällen wird das Banknotenpapier je nach Nennwert unterschiedlich eingefärbt, um das Fälschen zu erschweren. Die Euro-Banknoten der ersten Serie beispielsweise verwenden Grau (5 €), Rot (10 €), Blau (20 €), Orange (50 €), Grün (100 €) und Gelblich-braun (200 €), jeweils mit blasser Einfärbung.

Einer der führenden Hersteller von Sicherheitspapier ist die Papierfabrik Louisenthal, ein Tochterunternehmen von Giesecke+Devrient, mit Produktionsstätten in Gmund am Tegernsee und Königstein (Sächsische Schweiz). Darüber hinaus gibt es viele Papierfabriken, die von den Zentralbanken betrieben werden.

Eine Alternative zu den nachwachsenden Rohstoffen sind polymer-basierte Substrate aus biaxial gerecktem Polypropylen (BOPP) auf Basis von Guardian oder Safeguard. Solche Kunststoffgeldscheine zeigen in manchen Aspekten ein besseres Abnutzungsverhalten als baumwoll-basierte Noten. Sie sind wasserresistenter und eignen sich besser für humide Regionen der Erde. Nachteilig ist, dass Polymerbanknoten hitzeempfindlich sind und die Herstellung deutlich teurer ist. Außerdem gehen die Einzigartigkeit des Papiergefühls und die reliefartige Prägung durch den Stahlstich als haptische Sicherheitsmerkmale verloren. Polymerbanknoten sind in Europa seit 1999 für den rumänischen Leu und seit 2016 für das britische Pfund im Umlauf. Einzelne weitere Ausgaben gab es von der Isle of Man und in Nordirland von der Northern Bank. Außerhalb Europas sind Polymerbanknoten vor allem in tropischen und subtropischen Ländern sowie beim kanadischen Dollar anzutreffen.

Weitere Entwicklungen seit 2010 setzen daher auf mehrlagige Substrate aus Kunststoff und Papier, um die Haltbarkeit zu verbessern und die Vorteile von Papier und Kunststoff zu kombinieren. Hierzu gehören das Durasafe-Substrat der Schweizer Landqart in Landquart GR, auf dem seit 2016 die neunte Serie des Schweizer Franken hergestellt wird, und das Hybrid-Substrat der Papierfabrik Louisenthal, das u. a. für einige Nennwerte in Jamaica, Bhutan, Südafrika und Armenien verwendet wird.

Banknotenformat mini|Unterschiedliche Länge und Breite der Eurobanknoten (Serie ES2) Die meisten Währungen verwenden unterschiedliche Abmessungen der Länge und/oder Breite für die verschiedenen Nennwerte, kleinere Formate für die niedrigen Werte und größere Formate für die größeren Werte. Dies soll das Fälschen durch Manipulation der Wertzahl erschweren und blinden bzw. sehbehinderten Personen das Erkennen des Nennwerts erleichtern. Der Euro der ersten Serie (ES1) verwendete Formate von 120 mm × 62 mm (5 €) bis 160 mm × 82 mm (500 €), die Europa-Serie (ES2) reduzierte das größte Format auf 153 mm × 77 mm (durch Entfall des 500 € und durch reduzierte Breite bei 100 € und 200 €). Die achte Serie des Schweizer Franken verwendete eine gleiche Breite von 74 mm bei unterschiedlichen Längen von 126 bis 181 mm. Für die neunte Serie wurde die Breite auf 70 mm und die Länge auf einen Bereich von 123 bis 158 mm reduziert. Allgemein gibt es eine Tendenz zur Verkleinerung der Banknotenformate, um die Herstellkosten zu senken und die Beschädigungsgefahr in kleinen Geldbeuteln zu verringern.

Der US-Dollar verwendet ein einheitliches Format von 66 mm × 156 mm, so dass beispielsweise eine 5-Dollar-Banknote durch Hinzufügen einer Null zur Wertzahl mit wenig Aufwand in eine 50-Dollar-Banknote verfälscht werden kann, zumal Design und Farbgebung aller Nennwerte ähnlich sind.

Taktile und akustische Merkmale mini|Taktiler Stahlstich auf 1000 Ungarischen Forint (Serie 2018) Haptische bzw. taktile Wahrnehmung durch den Tastsinn sind insbesondere bei papierbasierten Substraten durch die Rauheit oder Prägung der Oberfläche sowie den Stahlstich gut fühlbar. Bei Banknoten auf Polymer-Substrat (Kunststoffbanknoten) sind diese Effekte nur schwach ausgeprägt.

Papiergefühl Die haptischen Eindrücke von Sicherheitspapieren werden durch die besondere Zusammensetzung der baumwollhaltigen Fasern im Substrat erreicht. Sie unterscheiden sich deutlich von handelsüblichem Schreib- oder Druckpapier auf Zellstoffbasis.

Prägung Beim Banknotendruck wird fast immer das Stahlstich-Tiefdruckverfahren (‚Intaglio‘) angewendet. Es wird Druckfarbe unter großem Druck von mehreren Tausend bar auf das Papier übertragen, so dass ein fühlbares Relief entsteht und die Druckfarbe tief in das Papier eindringt. Bei den Eurobanknoten der Europa-Serie (ES2) sind außerdem kurze erhabene Linien am linken und rechten Rand aufgeprägt, die blinden oder sehbehinderten Personen die taktile Unterscheidung der Nennwerte erleichtern.

Akustik Der Klang von Banknotenpapier beim „Knüllen“ oder Reiben wird durch die Papierfasern im Substrat und durch den Druckprozess beeinflusst. Geldscheine klingen „härter“, vor allem wenn sie beidseitig mit Stahlstich bedruckt sind und nicht durch langen Gebrauch lappig geworden sind.

Sichtbare Merkmale Die grundlegenden Sicherheitsmerkmale (sog. Level 1) können vom Menschen direkt erkannt und ohne weitere Hilfsmittel überprüft werden. Diese Merkmale werden in der Regel nicht für die maschinelle Echtheitserkennung verwendet, aber nach Möglichkeit auf ihren Zustand geprüft.

Optische Sicherheitsmerkmale sind die offensichtlichen Merkmale einer Banknote. Die Kenntnis, dass Banknoten im Gegenlicht gut zu sehende Wasserzeichen enthalten oder dass Sicherheitsstreifen ins Papier eingearbeitet sind, ist weit verbreitet. Neben den bei normalem Umgebungslicht sichtbaren Sicherheitsmerkmalen existieren weitere, die sich abhängig vom Betrachtungswinkel ändern, wie bei irisierenden Druckfarben und Folienelementen.

Wasserzeichen Wasserzeichen werden bei der Papierherstellung mittels unterschiedlicher Papierstärke eingearbeitet. Sie sind meist an den unbedruckten Stellen zu finden. Im Gegenlicht erscheinen die dünneren Stellen heller, bei einem dunklen Hintergrund jedoch dunkler. Nur dieser Vergleich erlaubt eine sichere Unterscheidung von echten Wasserzeichen und unechten Wasserzeichen, die den Eindruck eines Wasserzeichens mit einem Aufdruck nachahmen. Echte Wasserzeichen können nur mit großem Aufwand hergestellt werden und sind daher ein sehr zuverlässiges Echtheitsmerkmal. Verfahren zur Wasserzeichenherstellung werden auch für die Versteifung der Banknotenecken zur Reduzierung von Eselsohren und Rissen verwendet, u. a. als Cornerstone und Edgestone.

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