Der Herzindex (HI), „kardialer Index“,Claude Perret: Die respiratorische Insuffizienz – Pathophysiologie, Klinik und Therapie. Documenta Geigy Acta clinica, Nummer 6, J. R. Geigy AG, Basel 1966, S. 41. auch englisch cardiac index (CI), alte Bezeichnung Herzarbeitsindex,Heinz Walter, Günter Thiele (Hrsg.): Reallexikon der Medizin und ihrer Grenzgebiete, Loseblattsammlung, Band 3 (F–Hyperlysinämie), Verlag Urban & Schwarzenberg, München / Berlin / Wien 1969, ISBN 3-541-84000-5, S. H 169. ist ein Parameter zur Beurteilung der HerzleistungRoche Lexikon Medizin. 5. Auflage. Urban & Fischer, München / Jena 2003, ISBN 3-437-15156-8, S. 815. und berechnet sich als Quotient aus dem Herzzeitvolumen (gemessen in Litern pro Minute) und der Körperoberfläche (gemessen in Quadratmetern).The Merck Manual. 20. Auflage. Kenilworth 2018, ISBN 978-0-911910-42-1, S. 608. Der Herzindex ist das „Herzminutenvolumen pro Quadratmeter Körperoberfläche“,Peter Reuter: Springer Klinisches Wörterbuch 2007 | 2008; Springer-Verlag, 1. Auflage, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-540-34601-2, S. 772. also „das auf einen Quadratmeter Körperoberfläche berechnete Herzminutenvolumen“Myron G. Sulyma: Wörterbuch der Kardiologie. Medikon Verlag, München 1983, Band II (E–K), ISBN 3-923866-05-4, S. 308 f. oder „der auf die Körperoberfläche normalisierte Wert“ des Herzzeitvolumens.Wilhelm Jakob Rutishauser, in: Otto Martin Hess, Rüdiger R. W. Simon (Hrsg.): Herzkatheter – Einsatz in Diagnostik und Therapie. Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg 2000, ISBN 3-642-62957-1, S. 15.
Die übliche Einheit ist l/min/m2 [wegen fehlender Klammern: korrekt (l/min)/m2 = l/(m2min) = mm/min oder ebenfalls korrekt l×min−1×m−2=mm/min].
Eine wichtige Rolle spielt der Herzindex zum Monitoring der Hämodynamik und der Kreislaufdaten von Patienten auf Intensivstationen und auch in der Sportmedizin. Der Herzindex kann z. B. mit Hilfe eines PiCCO gemessen werden.
Berechnung
mit HI = Herzindex = HZV/KOF = CO/BSA = (englisch) Cardiac Index = CI HMV = Herzminutenvolumen = HZV = Herzzeitvolumen = (englisch) Cardiac output = CO = Schlagvolumen × Herzfrequenz = Herzleistung : Blutdruck = Blutdruck : peripherer Widerstand KÖ = Körperoberfläche = KOF = (englisch) Body Surface Area = BSA SV = Schlagvolumen = Herzarbeit : Blutdruck = enddiastolisches Höhlenvolumen × Netto-Ejektionsfraktion HF = Herzfrequenz = Herzleistung : Herzarbeit = 1 : Herzschlagdauer = Herzzeitvolumen : Schlagvolumen
Normalwerte Als Normalwerte für den Herzindex werden in der Literatur 2,5 bis 4 (l/min)/m2 Martin Leuwer, Hans-Joachim Trappe, Thomas H. Schürmeyer, Oliver Zuzan: Checkliste Interdisziplinäre Intensivmedizin. 2. Auflage, Georg Thieme Verlag, Stuttgart / New York 2004, ISBN 3-13-116912-5. oder alternativ 3,0 bis 3,3 mm/minMyron G. Sulyma: Wörterbuch der Kardiologie. Medikon Verlag, München 1983, Band II (E–K), ISBN 3-923866-05-4, S. 308 f. angegeben. Die Grenzwerte des Herzindex liegen bei Erwachsenen zwischen 1,2 und 5,5 mm/min.Georg Sabin: Der kardiogene Schock, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz 1984, ISBN 3-17-008618-9, S. 17. Beim kardiogenen Schock ist der Herzindex kleiner als 2 mm/min.Walter Bleifeld, W. Kupper: Nosologie, Klinik und Therapie des kardiogenen Schocks. In: Gerhard Riecker (Hrsg.): Handbuch der inneren Medizin, Springer-Verlag, 5. Auflage, 9. Band, 2. Teil (Schock), Berlin / Heidelberg / New York / Tokyo 1984, ISBN 3-540-12543-4, S. 15–94, Zitat S. 17.
Geschichte Die „Reduzierung des Herzminutenvolumens auf die Körperoberfläche“ und die Bezeichnung kardialer Index gehen auf eine Arbeit von Henry Longstreet Taylor und Kenneth Tiede aus dem Jahre 1952 zurück.Henry Longstreet Taylor, Kenneth Tiede: A Comparison of the Estimation of the Basal Cardiac Output from a Linear Formula and the “Cardiac Index”. In: The Journal of Clinical Investigation. Band 31, Heft 2, Februar 1952, S. 209–216. DOI:10.1172/JCI102594.
Schlagvolumenindex Der Schlagvolumenindex schwankt bei Frauen zwischen 22 und 48 ml/m2 und bei Männern zwischen 28 und 52 ml/m2.Ekkehard Köhler: Ein- und zweidimensionale Echokardiographie mit Dopplertechnik, Ferdinand Enke Verlag, 4. Auflage, Stuttgart 1990, ISBN 3-432-91514-4, S. 68. Dieser Schlagvolumenindex SVI ist der Quotient aus Schlagvolumen und Körperoberfläche.Maxim Zetkin, Herbert Schaldach: Lexikon der Medizin, 16. Auflage, Ullstein Medical, Wiesbaden 1999, ISBN 978-3-86126-126-1, S. 843. Das Schlagvolumen wird auf die Körperoberfläche bezogen.Herbert Löllgen: Kardiopulmonale Funktionsdiagnostik. 4. Auflage, Novartis Pharma, Nürnberg 2005, ISBN 3-933185-67-X, S. 117 f.
Felix Burkart und Barbara Heierli gaben in einer Tabelle über „Vergleichende Literaturangaben der Normalwerte kardialer Volumina“ unterschiedliche Werte für den Schlagvolumenindex mit Schwankungen zwischen 30 und 65 ml/m² an.Felix Burkart, Barbara Heierli: Hämodynamik, Koronardurchblutung und Sauerstoffbedarf des Herzens. In: Gerhard Riecker (Hrsg.): Handbuch der inneren Medizin, Springer-Verlag, 5. Auflage, 9. Band, 4. Teil, Berlin / Heidelberg / New York / Tokyo 1984, ISBN 978-3-642-82184-4, S. 135.
Die Dimension des Schlagvolumenindex ist L³/L² = L. Die Maßeinheit ml/m² kann man ebenfalls kürzen, mit dem Ergebnis µm.
Bewertung Eine Erhöhung des Herzindex tritt bei Tachykardien, bei einer beginnenden Sepsis, bei Fieber, bei Anämien oder im Rahmen einer Hyperthyreose auf.
Zu einer Erniedrigung des Herzindex kommt es bei einer Hypovolämie,Georg Sabin: Der kardiogene Schock, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz 1984, ISBN 3-17-008618-9, S. 18–21. im kardiogenen Schock, bei einer Hypothyreose und bei einer Herzinsuffizienz. Bei manifester Linksherzinsuffizienz ist der Herzindex kleiner als 2,2 mm/min.Peter Reuter: Springer Klinisches Wörterbuch 2007 | 2008; Springer-Verlag, 1. Auflage, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-540-34601-2, S. 772.
Walter Bleifeld beobachtete noch 1974 eine Letalität seiner Herzinfarkt-Patienten von über 70 %, wenn der Herzindex kleiner als 1,8 mm/min war.Walter Bleifeld, Peter Hanrath, Detlef G. Mathey, Wolfgang Merx: Acute myocardial infarction. Part V: Left and right ventricular haemodynamics in cardiogenic shock. In: British Heart Journal. Band 36, Heft 8, August 1974, S. 822–834, DOI:10.1136/hrt.36.8.822.
Bei gleicher Herzleistung und zunehmender Herzinsuffizienz mit Ödemen verkleinern sich der Herzindex und der Schlagvolumenindex allein durch die Zunahme der Körperoberfläche, weil diese im Nenner steht.
Einzelnachweise
Kategorie:Diagnostisches Verfahren in der Intensivmedizin Kategorie:Kardiologie Kategorie:Herz-Kreislauf-Physiologie Kategorie:Physiologische Größe