Peter Cramer (* 13. Januar 1932 in Böblingen in Württemberg; † 1. Januar 2009 in Grasse, Südfrankreich) war ein deutscher Rechtswissenschaftler. Ab 1967 war er ordentlicher Professor in Bochum und anschließend in Gießen.

Leben Peter Cramer, dessen Mutter Maria Cramer, geborene Hilsenbeck, und dessen Vater Fritz Cramer Landgerichtsrat war, studierte ab 1952 Rechtswissenschaft in Tübingen und München. In Tübingen schloss er sich der Akademischen Verbindung Igel zu Tübingen an. 1956 legte er seine erste juristische Staatsprüfung ab. 1960 wurde er in Tübingen bei Horst Schröder mit einer Arbeit zum Thema Der Vollrauschtatbestand als abstraktes Gefährdungsdelikt zum Dr. jur. promoviert. 1961 folgte die zweite Staatsprüfung. 1966 habilitierte er sich bei Horst Schröder in Tübingen (Vermögensbegriff und Vermögensschaden im Strafrecht) und war anschließend als Privatdozent in Tübingen tätig.

Im Jahr 1967 nahm er einen Ruf an die Universität Bochum an, wo er als Ordinarius für Strafrecht, Strafprozessrecht und Allgemeine Rechtstheorie tätig war. 1973 wechselte er an die Universität Gießen auf die Professur für Strafrecht, Strafprozeßrecht, Verkehrs- und Ordnungswidrigkeitenrecht. Er wohnte in Fernwald-Steinbach, später auch in Le Bar-sur-Loup im Arrondissement Grasse.

Zudem war er von 1968 bis 1975 Oberlandesgerichtsrat und als Richter am Oberlandesgericht Hamm (1968–1975) und nach seiner Emeritierung im Jahr 1997 als Rechtsanwalt in Frankfurt am Main tätig. 1990 wurde er von der Vrije Universiteit Brussel mit einer Ehrendoktorwürde ausgezeichnet.

Er veröffentlichte zahlreiche bedeutende juristische Werke. Bedeutsam sind seine Kommentierungen zum Strafgesetzbuch im Schönke/Schröder, einem bedeutenden Standardwerk im deutschen Rechtsalltag und in der universitären juristischen Ausbildung.

Peter Cramer hatte zwei Kinder (Christina und Steffen).

Schriften (Auswahl) Der Vollrauschtatbestand als abstraktes Gefährdungsdelikt. 1962; zugleich Juristische Dissertation Tübingen 1960. Vermögensbegriff und Vermögensschaden im Strafrecht. 1968; zugleich Juristische Habilitationsschrift Tübingen 1966. Politisches Strafrecht. 1968. Das Zeugnisverweigerungsrecht von Presse und Rundfunk. 1968. Die Rechtsbeschwerde nach dem Gesetz über Ordnungswidrigkeiten. 1969. Die Neue Straßenverkehrsordnung. Teil 2. 1970/1971. Grundbegriffe des Rechts der Ordnungswidrigkeiten. 1971. Unfallprophylaxe durch Strafen und Geldbußen? Straßenverkehrssrechtlicher Kommentar. 2. Auflage. 1977. als Co-Autor: Schönke-Schröder, Strafgesetzbuch. Kommentar. als Hrsg.: Deutsches Autorecht. als Mitarbeiter: Juristische Ausbildung.

Literatur Günter Heine: Peter Cramer †. In: Neue Juristische Wochenschrift. 2009, Heft 8, , S. 486. Cramer, Peter. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 196–197.

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