mini|Tammy Wynette (1977) Tammy Wynette (* 5. Mai 1942 als Virginia Wynette Pugh in Itawamba County, Mississippi; † 6. April 1998 in Nashville, Tennessee) war eine der erfolgreichsten und einflussreichsten US-amerikanischen Country-Sängerinnen und -Songwriter der 1960er- und 1970er-Jahre. Die zweifache Grammy-Gewinnerin ging als The First Lady of Country Music in die Musikgeschichte ein. Zwischen 1966 und 1998 gelangen ihr über 70 Hits in Country-Charts, viele davon zusammen mit George Jones, ihrem damaligen Ehemann.Joel Whitburn: Top Country Songs 1944–2005, 2005, Seite 433-4 sowie 584, ISBN 0-89820-165-9 Wynettes größter Hit war Stand by Your Man aus dem Jahre 1968, der auch große Erfolge in den internationalen Pop-Charts feierte.

Biografie Sie wurde 1942 in Mississippi geboren und wuchs nach dem frühen Tod ihres Vaters bei ihren Großeltern auf. Sie heiratete im Alter von 17 Jahren und wurde kurz vor der Geburt ihres dritten Kindes von ihrem Mann verlassen. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete sie in einem Schönheitssalon. Um ihr niedriges Gehalt aufzubessern, sang sie gelegentlich in lokalen Clubs. Verschlimmert wurden ihre finanziellen Probleme durch eine schwere und lang dauernde Meningitis ihres jüngsten Kindes.

1966 fuhr sie in der Hoffnung auf eine Karriere als Country-Sängerin nach Nashville. Nach einigen vergeblichen Anläufen erhielt sie einen Plattenvertrag beim Musiklabel Epic Records. Verantwortlicher Produzent war Billy Sherrill, der auch die meisten ihrer Lieder schrieb. Zuerst wurde ihr Name in Tammy Wynette geändert. Ihre Debütsingle Apartment Number 9, geschrieben von Johnny Paycheck, erreichte einen Mittelplatz in den Country-Charts. Das nächste Lied Your Good Girl’s Gonna Go Bad schaffte es bis Position 3.

Es folgten weitere Top-Ten-Erfolge, darunter Nummer-eins-Hits wie My Elusive Dreams mit David Houston, Take Me to Your World und D-I-V-O-R-C-E. 1968 erhielt sie einen Grammy für I Don't Want to Play House. Im selben Jahr erschien Stand by Your Man. Dieses Lied wurde besonders von Frauenrechtlerinnen angegriffen, da der Text aussagt, eine Frau solle unter allen Umständen zu ihrem Mann halten. Es wurde ihr größter Erfolg, erreichte die Spitzenposition der Country-Charts und hohe Plätze in den Pop-Hitparaden; in Großbritannien erreichte es sogar Platz 1. 1970 erhielt sie für den Song einen Grammy. In Deutschland war Wynette weniger erfolgreich, Stand by Your Man blieb ihr einziger Charterfolg, der Titel erreichte Platz 36.Ehnert, Günter (Hrsg.): Hit Bilanz. Deutsche Chart Singles 1956–1980. Hamburg: Taurus Press, 1990, S. 221 In den US-Pop-Charts erreichte der Song Platz 19.Whitburn, Joel: Top Pop Singles 1955–1993. Menomonee Falls, Wisconsin: Record Research Ltd., 1994, S. 660

1968 heiratete Wynette den Country-Sänger George Jones. Schon bald wurde die von Beginn an turbulente Ehe durch Jones’ Alkoholprobleme belastet. Zahlreiche Duette, die die beiden auch über das Ende ihrer Ehe 1975 hinaus einspielten, waren jedoch Erfolge. Ihre größten gemeinsamen Hits waren Golden Ring und Near You aus dem Jahre 1976.Roland, Tom: The Billboard Book Of Numer One Country Hits. New York, N.Y: Billboard Books, 1991, S. 173 und S. 186

Angespornt durch den Erfolg des oscarprämierten Kinofilms Nashville Lady über das Leben von Loretta Lynn erschien 1981 mit Stand by Your Man auch ein Film über das Leben von Wynette, allerdings wurde dieser fürs Fernsehen produziert. Die Handlung basiert auf der bereits 1979 erschienenen Autobiografie von Wynette. Die Hauptrolle übernahm Annette O’Toole.

Die Erfolgssträhne von Wynette hielt bis Anfang der 1980er-Jahre an. Dann wurde es ruhiger um die Sängerin. 1991 nahm sie den Leadgesang für eine Neueinspielung des Stückes Justified and Ancient der britischen Elektroband The KLF auf und trat auch im begleitenden Video auf. Die Single erreichte die Nummer 1 in Österreich und Schweden, die Nummer 2 im Vereinigten Königreich und die Nummer 11 in den USA. Insgesamt hatte Wynette 20 Nummer-1-Hits und verkaufte über 30 Millionen Platten. Für ihr Album Tammy’s Greatest Hits erhielt sie 1970 eine Goldene Schallplatte, 1989 Platin.White, Adam: The Billboard Book Of Gold And Platinum Records. 2., überarbeitete Auflage, London: Omnibus Press, 1990, S. 254; nähere Chartinformationen und Liste der Songtitel des Albums siehe Whitburn, Joel: Top Pop Albums 1955–1996. Menomonee Falls, Wisconsin: Record Research Ltd., 1996, S. 864 Wynette hatte im Laufe ihrer Karriere zahlreiche Gastauftritte in Fernsehshows.

mini|Tammy Wynettes Grab im Mausoleum von Woodlawn Memorial Park in Nashville (2010) Wynettes Leben war geprägt von Beziehungsproblemen (sie war insgesamt fünfmal verheiratet) und Krankheiten; unter anderem war sie eine Zeit lang alkoholabhängig.Wynette, Tammy unter Mitarbeit von Joan Dew: Stand by Your Man. New York, N.Y.: Simon and Schuster, 1979 Tammy Wynette starb am 6. April 1998 im Alter von 55 Jahren. Der Spiegel schrieb in seinem Nachruf: „Wie keine andere Sängerin verkörperte sie die Freiheitsliebe, den lakonischen Witz und den reaktionären Charme der Country-Musik“. Einige Monate später wurde sie postum in die Country Music Hall of Fame aufgenommen.

In den folgenden Jahrzehnten wurde Wynette immer wieder auf Bestenlisten der Country-Musik gesetzt. Der Rolling Stone wählte sie auf Platz 16 der größten Country-Sänger aller Zeiten.

Solo-Diskografie

Studioalben

Weitere Studioalben 1969: Run, Angel, Run (Stu Phillips feat. Tammy Wynette, Soundtrack zum Film Run, Angel, Run) 1970: Tammy Wynette 1970: The Ways to Love a Man 1970: Christmas with Tammy 1976: The First Lady of Country 1976: No Charge 1981: It’s Just a Matter of Time 1994: Without Walls

Kompilationen

Weitere Kompilationen 1968: The Best of Tammy Wynette 1969: King and Queen of Country (mit Johnny Cash; Box mit 4 LPs) 1976: The Queen 1976: Tammy – 20 Greatest Hits 1977: Her Favorite Hits 1978: The Best of Tammy Wynette Vol. 2 1979: The Classic Collection 1980: Queen of Country Music 1981: 20 Greatest Hits 1981: You Brought Me Back 1981: The Best of Tammy Wynette 1981: Country Music 1981: Haar grootste successen (2 LPs) 1982: Always Gets It Right 1983: Country & Western Classics (Box mit 3 LPs) 1985: Woman to Woman (Sixteen of Her Greatest Hits) 1987: 20 Greatest Hits of Tammy Wynette 1989: The Best of Tammy Wynette 1993: Winners 1996: Super Hits 1997: The Greatest Hits 1999: The Definitive Collection 1999: The Best Of 2000: Welcome to My World 2001: De fineste sangene 2004: American Music Legends 2008: Collections

Singles

Weitere Singles 1967: Send Me No Roses 1967: Good 1970: One Happy Christmas 1972: My Man 1972: Love’s the Answer 1973: White Christmas 1976: I Can Still Believe in You 1977: Sweet Music Man 1990: I’m Turning You Loose 1990: Heart over Mind 1994: Every Breath You Take

Gastbeiträge

Diskografie mit George Jones Studioalben

Weitere Alben mit George Jones 1972: We Love to Sing About Jesus

Kompilationen

Weitere Kompilationen 1979: George Jones & Tammy Wynette 1981: Encore 1992: Greatest Hits, Volume 2 1995: George and Tammy Super Hits 1999: 16 Biggest Hits 2012: Playlist: The Very Best of George Jones & Tammy Wynette 2008: Duets

Singles

Weitere Singles 1972: We Love to Sing About Jesus 1973: Touching Shoulders 1973: My Elusive Dreams 1973: Mr. & Mrs. Santa Claus 1975: You’re All Over This Place

Auszeichnungen für Musikverkäufe Goldene Schallplatte

1994: für das Album Honky Tonk Angels

1992: für die Single Justified and AncientPlatin-Schallplatte

1979: für das Album Tammy’s Greatest Hits

Künstlerauszeichnungen Grammy Awards 1968: für I Don't Want to Play House – Best Female Country Vocal Performance 1970: für Stand by Your Man – Best Female Country Vocal Performance 2024: für das Lebenswerk

Filmografie (Auswahl) 1977: Nashville 99 (Fernsehserie, Folge 1x02) 1994: Daddy schafft uns alle (Evening Shade, Fernsehserie, Folge 4x19) 1996: Eine schrecklich nette Familie (Married… with Children, Fernsehserie, Folge 11x07) 1997/1998: King of the Hill (Fernsehserie, Folgen 2x11, 2x22)

Literatur Stambler, Irwin / Landon, Grelun: Encyclopedia Of Folk, Country And Western Music. New York / London: St. Martin’s Press, 1969, S. 342f. Shestack, Melvin: The Country Music Encyclopaedia. London: Omnibus Press, 1977, S. 316–322. Dellar, Fred / Thompson, Roy: The Illustrated Encyclopedia Of Country Music. Vorwort von Roy Acuff. 2. Auflage London: Salamander Books, 1979, S. 253f. Fuchs, Walter: Geschichte der Country Music. Zentren, Stile, Lebensläufe. Bergisch Gladbach: Gustav Lübbe Verlag, 1980, S. 399. Jeier, Thomas: Das neue Lexikon der Country Music, München: Wilhelm Heyne Verlag, 1992, S. 361–363.

Quellen

Weblinks

Offizielle Website

Claire M. Wilson: Tammy Wynette. In: Encyclopedia of Alabama, 4. November 2019, zuletzt aktualisiert am 18. Oktober 2023. Minoa D. Uffelman: Tammy Wynette (Virginia Wynette Pugh). Eintrag bei Mississippi Encyclopedia, 11. Juli 2017, zuletzt aktualisiert am 15. April 2018.

Kategorie:Country-Sänger Kategorie:Grammy-Preisträger Kategorie:Mitglied der Grand Ole Opry Kategorie:Musiker (Vereinigte Staaten) Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1942 Kategorie:Gestorben 1998 Kategorie:Frau