Friedrich „Fritz“ Neumark (* 19. Mai 1876 in Bremen; † 24. April 1957 in Bremen) war ein deutscher Architekt.

Biografie Neumark war der Sohn des jüdischen Malers Johann Neumark (1838–1905) und dessen Frau Rosalie (1849–1923). Er lernte das Handwerk eines Maurers. Er besuchte von 1895 bis 1898 das Technikum in Bremen und studierte bis 1895 an der Technischen Hochschule Berlin. Von 1902 bis 1906 war er am Schauspielhaus in New York in den USA beschäftigt.

1907 gründete er in Bremen zusammen mit Heinrich Wilhelm Behrens die Architektengemeinschaft Behrens & Neumark. Viele Wohn- und Geschäftshäuser wurden von dem Büro geplant und realisiert.

Soweit die Gebäude nicht im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden, stehen sie heute unter Denkmalschutz (siehe Liste der Kulturdenkmäler in Bremen-Mitte). In dem Büro wirkte kurzfristig auch der Bauhauslehrer und Architekt Ludwig Hilberseimer (1911).

Im Ersten Weltkrieg war Neumark Pionieroffizier an der Ostfront. 1931 verließ er die Jüdische Gemeinde und ließ sich taufen. Im November 1938 wurde er verhaftet und unter der Auflage aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen entlassen, umgehend auszuwandern.Günther Rohdenburg (Bearb.): „… sind Sie für den geschlossenen Arbeitseinsatz vorgesehen …“. „Judendeportationen“ von Bremerinnen und Bremern während der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Bremen 2006 S. 187. Er floh vor der nationalsozialistischen Judenverfolgung nach England und kehrte nach Kriegsende 1946 nach Bremen zurück. Er wirkte nun mit dem Architekten Herbert Anker zusammen und entwarf mehrere Wohnhäuser sowie die Ibero-Amerika Bank in der Obernstraße. Für die Deutsche Libby AG war er zudem Hausarchitekt.

Musikalisch trat Neumark als Cellist hervor.

Neumark wurde im Familiengrab seines Vaters auf dem Riensberger Friedhof in Bremen beigesetzt (Grablage: Planquadrat BB/CC).

Bauten 1908: Deutsches Schauspielhaus New York (Mitarbeit von F. Neumark) 1909–1910: Wohnhaus, Scharnhorststraße 190, Bremen 1940er Penicillin-Fabrik, England (Mitwirkung von Neumark nicht sicher belegt) 1950: Wohnhäuser am Konsul-Mosle-Weg 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7/9, 8, 10 1951–1952: Innenausbau der Ibero-Amerika-Bank, Obernstraße 14, Bremen (Architektur des Neubaus: Herbert Anker) 1952: Erweiterung Deutsche Libby in Leer: Lagerhalle und Bürohaus

Bauten mit Heinrich Behrens 1908–1908: Landhaus Bremen-Aumund 1909: Amerikahaus, Bahnhofstraße 6, Bremen 1909–1921: Mehrfamilienhaus Rembertistraße 28–32, Bremen 1910: Wohnhaus Baumschulenweg 9 1910–1911: Wohnhaus, Schwachhauser Ring 151 1911: Vorentwürfe für den Neubau der Kaiserbrücke über die WeserTh. Landsberg: Wettbewerb um Vorentwürfe für den Neubau der Kaiserbrücke über die Weser in Bremen. In: Zentralblatt der Bauverwaltung. 31, Berlin 1911, S. 202–205. 1911–1912: Wohnhaus, Schwachhauser Ring 78 1911: Bankverein für Nordwestdeutschland, Langenstraße 4–61912 N.N.: Umbau der Bank für Handel und Gewerbe in Bremen. In: Die Bauwelt. 3, 1912, Stelle 15, S. 47. 1910–1912: Bank für Handel und Gewerbe, Bremen, Langenstraße 3/5 1911–1912: Geschäftshaus Am Wall 175–177, ehemals Stallmann & Harder 1911: Seidenhaus Koopmann, Sögestraße 62/64 1911–1913: Bavariahaus in WilhelmshavenBrune, Werner (Hrsg.), Wilhelmshavener Heimatlexikon, Band 1, A-J,Wilhelmshaven, 1986, S. 87 1912: Kaufhaus Heymann & Neumann, Obernstraße (zerstört) 1913–1914: Haus der Deutschen Dampfschifffahrtsgesellschaft Hansa in der Martinistraße, heute Haus der Handelskrankenkasse 1916: Arbeitsamt der AG Weser, („Lichthaus“) 1916: Kantine der AG Weser 1923: Verwaltungsgebäude Brauerei Beck & Co. Am Deich Lichtspielhaus Hansastraße Um 1927: Lichtspielhaus Metropol, Ansgaristraße, abgerissen 1923: Wettbewerb für den Ausbau des Finanzamtes 1924: Haus Lindemann, Wachtstraße 1925: Wohnhaus Alten Eichen 7, 19, 20, 22, 32, 40, Bremen 1925: Wohnhaus Horner Heerstraße 16 1926: Fabrik der Deutschen Libby, Leer 1927: Wohnhaus Wachmannstraße 82 1928: Bankhaus Friedrich Brüning, Domsheide 1928: Kaufhaus Leffers in der Faulenstraße 1928: Geschäftshaus Brinkmann und Lange, Sögestraße 1, Obernstraße 3 1930–1932: Kaufhaus Karstadt, Obernstraße / Ecke Sögestraße

Literatur Herbert Schwarzwälder: Das Große Bremen-Lexikon. 2., aktualisierte, überarbeitete und erweiterte Auflage. Edition Temmen, Bremen 2003, ISBN 3-86108-693-X. Häuser der Großstadt. Die Architekten Behrens und Neumark in Bremen 1899–1957. Aschenbeck & Holstein Verlag, Delmenhorst 1996, ISBN 3-932292-00-6.

Einzelnachweise

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