Heinz Winbeck (* 11. Februar 1946 in Piflas; † 26. März 2019 in Regensburg)Thorsten Preuß: Ein großer Unzeitgemäßer. Nachruf auf BR-Klassik, 27. März 2019. Abgerufen am 28. März 2019. war ein deutscher Komponist.
Leben Winbeck begann seine Ausbildung 1964 am Richard-Strauss-Konservatorium München. Zu seinen Lehrern dort zählten Magda Rusy (Klavier) und Fritz Rieger (Dirigieren). Ab 1967 studierte er an der Musikhochschule München bei Jan Koetsier (Dirigieren), Harald Genzmer und Günter Bialas (Komposition). 1974–78 war er als Schauspielkomponist und Kapellmeister am Stadttheater Ingolstadt und bei den Luisenburg-Festspielen tätig. 1980 übernahm er einen Lehrauftrag an der Münchner Musikhochschule; 1988 wurde er als Professor für Komposition an die Hochschule für Musik Würzburg berufen. Im gleichen Jahr wurde er „Composer in residence“ beim Cabrillo Festival in Kalifornien.
Heinz Winbeck lebte in Schambach bei Riedenburg in einem von ihm und seiner Frau Gerhilde restaurierten Pfarrhof, wofür er einen Anerkennungspreis der Hypo-Stiftung bekam. Er ist der Schöpfer von u. a. fünf groß angelegten Sinfonien. Seine 5. Sinfonie Jetzt und in der Stunde des Todes reflektiert Skizzen zur 9. Sinfonie Anton Bruckners und wurde vom Bruckner Orchester Linz unter der Leitung von Dennis Russell Davies am 1. März 2010 im Stift Sankt Florian uraufgeführt. Mit dem Landestheater Linz verband Winbeck seitdem eine enge Zusammenarbeit, die im Ballett Lebensstürme gipfelte. Die beim Label TYXart records 2019 erschienene CD-Box Heinz Winbeck – The Complete SymphoniesCD-Box "Heinz Winbeck – The Complete Symphonies", 2019 wurde im August für den Opus Klassik in den Kategorien Sinfonische Einspielung 20./21. Jahrhundert, Editorische Leistung des Jahres sowie Weltersteinspielung des Jahres nominiert und Anfang September 2020 mit dem Opus Klassik für die Weltersteinspielung ausgezeichnet.Der deutsche Klassikpreis 2020 Auf dem Label genuin erschien 2022 die Einspielung der drei Streichquartette mit dem Leopold Mozart Quartett. Winbecks Werke werden im Bärenreiter-Verlag verlegt.
Ehrungen und Auszeichnungen 1974: 1. Preis beim Kompositionswettbewerb für Kammermusik in Hitzacker 1981: Förderpreis der Stadt München 1981/82: Stipendienaufenthalt in der Cité Internationale des Arts Paris 1985: Förderungspreis des Kunstpreis Berlin 2004: Gerda-und-Günter-Bialas-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste 2010: Friedrich-Baur-Preis 2020: Opus Klassik Weltersteinspielung des Jahres
Werke Vokalkompositionen Glühende Rätsel (1970). Liederzyklus für Bariton und Klavier. Texte: Nelly Sachs Grodek (3. Sinfonie; 1987/88) für Orchester, Altstimme und einen Sprecher. Text: Georg Trakl
Orchesterwerke Sonoscillant (1971). Musik für Violoncello und Streichorchester Entgegengesang (1973) für Orchester Lenau-Fantasien (1979) für Violoncello und Orchester Denk ich an Haydn (1982). Drei Fragmente für Orchester Tu Solus (1. Sinfonie; 1983/85) für Orchester 2. Sinfonie (1985/86) für Orchester Grodek (3. Sinfonie; 1987/88): siehe unter Vokalkompositionen Vierte Sinfonie De Profundis Fünfte Sinfonie Jetzt und in der Stunde des Todes
Kammermusik Pas de deux (1971) für Flöte und Xylophon Tempi capricciosi (1. Streichquartett; 1979) Tempi notturni (2. Streichquartett; 1979) Blick in den Strom (1982) für 2 Violinen, Viola und 2 Violoncelli Jagdquartett (3. Streichquartett; 1984)
Literatur
Daniel Hensel: , in: Komponisten der Gegenwart, Edition text + kritik München, 65. Nachlieferung, 12/2019. Wilhelm Killmayer: Musik als Natur. Zur Kompositionsweise von Heinz Winbeck. Zum einstimmigen Melos im Streichquintett "Blick in den Strom", in: Melos. Vierteljahreszeitschrift für Musik, 1984, H. 1, S. 70–81. Franz Hummel: Heinz Winbecks apokalyptische Volksmusik, in: Text zur LP Col legno 5517, 1987 Siegfried Mauser: Musik als Natur. Zur Kompositionsweise von Heinz Winbeck. Zur Klangschichten-Komposition in den „Lenau-Fantasien“, in: Melos. Vierteljahreszeitschrift für Musik, 1984, H. 1, 62–70
Winbeck, Prof. Heinz. In: Wilfried W. Bruchhäuser: Komponisten der Gegenwart im Deutschen Komponisten-Interessenverband. Ein Handbuch. 4. Auflage, Deutscher Komponisten-Interessenverband, Berlin 1995, ISBN 3-55561-410-X, S. 1393.
Diskographie
Heinz Winbeck - „Aus der Enge in die Weite“ - Streichquartette 1-3, Leopold Mozart Quartett, 2022 GENUIN, GEN 22779, EAN: 4260036257793 Heinz Winbeck – The Complete Symphonies, 2019 TYXart, TXA17091, LC28001 Heinz Winbeck – Erste Sinfonie Tu Solus, Zweites Streichquartett tempi notturni, 1990, WERGO 6509 2,LC 8046 Heinz Winbeck – Denk Ich An Haydn / Entgegengesang, LP, 1982, col legno - 5517, LC 7989 J. F. Kleinknecht*, H. Winbeck*, P. Engel* / Münchener Kammerorchester – Fest-Konzert, "Lenau-Fantasien", 1980, Bayerische Vereinsbank, A-5580 A-1/80S
Weblinks www.heinzwinbeck.de Die offizielle Internetpräsenz
Winbeck, Prof. Heinz Komponistenlexikon des Deutschen Komponistenverbandes , musikrat.de Erste Sinfonie / Zweites Streichquartett Wergo bruckner-orchester.at
Einzelnachweise
Kategorie:Komponist klassischer Musik (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (HfM Würzburg) Kategorie:Komponist (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1946 Kategorie:Gestorben 2019 Kategorie:Mann Kategorie:Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste Kategorie:Absolvent der Hochschule für Musik und Theater München